Aufgeklärtes Mittelalter: Der „Kanon Episcopi“ warnte eindringlich vor dem Hexenwahn

Von Felizitas Küble

Oft wird im Zusammenhang mit der Hexenverfolgung vom „finsteren Mittelalter“ besprochen, was aber historisch unsinnig ist, denn die systematische Ermordung der vermeintlichen Hexen begann erst Anfang des 16. Jahrhunderts und damit in der frühen Neuzeit. Von Julia Kesenheimer geschickt

Hingegen erwies sich das Mittelalter (vor allem das frühe Mittelalter und weitgehend auch das Hochmittelalter) nicht nur als immun gegenüber dem Hexenwahn, sondern bekämpfte ihn ausdrücklich  –  und zwar amtskirchlich-offiziell.

Erst im Spätmittelalter begann die Situation zu „kippen“. Die päpstliche „Hexenbulle“ von 1484, auf die sich der berüchtigte Hexenjäger Heinrich Kramer in Innsbruck (teilweise zu Unrecht) berief, vertrat zwar eine Bestrafung (Verhaftung) von Hexenmeistern und Zauberinnen, nicht jedoch ihre Ermordung.

Der Dominikanerpater Kramer  –  merkwürdigerweise ein glühender „Marienverehrer“  –  ging in seinem Fanatismus sehr viel weiter, zumal er vor allem das weibliche Geschlecht als hexenhaft verdächtigte; von diesem Inquisitor stammt jenes verhängnisvolle Buch mit dem Titel „Hexenhammer“, das den Hexenprozessen zugrundelag.

Dabei entstand dieses Buch als Rechtfertigungsschrift des Autors, denn zuvor hatte ihn der Bischof von Brixen, Georg Golser († 1489), des Landes verwiesen, weil er ihn und seine Hexenverfolgungen für verrückt hielt. Um sich gegen den kirchlichen Widerstand zu verteiden, schrieb Heinrich Kramer  – genannt „Insistoris“  –  also den „Hexenhammer“.

Ausgerechnet diese Erfahrung einer Niederlage führte also den Hexenmörder zum Verfassen seiner fatalen Schrift, die übrigens niemals kirchlich anerkannt wurde.

Der verirrte Geistliche hätte sich besser an der wahren, biblisch bezeugten Madonna orientieren sollen, die auf der Hochzeit zu Kana im Hinblick auf ihren göttlichen Sohn erklärte: „Was ER euch sagt, das tut!“  –   Jener merkwürdige Marienkult, der sich nicht an Christus und seinen Geboten orientiert, geht unfehlbar in die Irre.

Rein kirchenrechtlich gesehen war die „Hexenbulle“ allerdings nicht von Bedeutung (ganz zu schweigen vom absurden „Hexenhammer“). Das Schreiben von Papst Innozenz VIII. war ohnehin keine lehramtliche Erklärung, geschweige ein Dogma (sondern der Tendenz nach eine Verwaltungsverordnung)  –  und sie gelangte nicht in die Sammlung kirchlicher Rechtsvorschriften  –  sehr im Unterschied zum positiven „Canon episcopi“ aus dem Frühmittelalter, der sich eindeutig gegen den Hexenwahn ausspricht und diesen kirchlich bestraft sehen will. 038_35

Der Glaube an Hexen wird hier als unsinnige Einbildung und als ein vom Teufel verursachtes Wahngebilde abgelehnt, inbesondere der sog. „Hexensabbat“, wonach angeblich Frauen nachts mit dämonischer Kraft durch die Lüfte fliegen.

Diese Kirchenordnung war bis 1918 (also über tausend Jahre lang) Bestandteil des Kirchenrechts. (Bei der Kirchenrechtsreform 1918 hatte sich das Thema längst erübrigt.) Hingegen taucht die „Hexenbulle“ in keinem einzigen kanonischen Verzeichnis auf. (Gleichwohl ist ihre Wirkungsgeschichte natürlich äußerst schlimm und  verhängnisvoll.)

Zurück zum Kanon Episcopi bzw. „Canon episcopi“:

Diese kirchlichen Rechtsvorschriften aus dem 10. Jahrhundert fordern die Bischöfe und Priester auf, jene irrgläubigen Personen zurechtzuweisen und in hartnäckigen Fällen durch Ausschluß aus der Kirchengemeinschaft zu bestrafen, die den Glauben an Hexen verbreiten. Es werden darin „frevelhafte Frauen“ erwähnt, die sich einbilden (!) würden, „zusammen mit einer großen Anzahl anderer Frauen im Gefolge der heidnischen Göttin Diana auf Tieren nächtliche Flüge über große Strecken hinweg unternommen zu haben.“ bischof

Dieses frühmittelalterliche Werk verurteilt also den Hexenglauben und bezeichnet ihn sogar als teuflisch (er sei durch dämonisch inspirierte Einbildungen und Traumgesichte entstanden). Durch heidnische Vorstellungen und Wahngebilde würde, so wird in dem Dokument beklagt, dem Unglauben und Aberglauben im Volke Vorschub geleistet. 

Das ausgesprochen feministische und zudem sehr kirchenkritische Buch „Hexen“ von Erika Wisselinck würdigt diesen Kanon Episcopi als eine „für Jahrhunderte verbindliche kirchliche Rechtssprechung“ (S. 19). Dämonenangst und Zauberei-Wahnvorstellungen hätten daher als „heidnischer Aberglaube“ gegolten: „Sie hatten keinen Platz in der christlichen Lehre“. Insofern sei die „Haltung der mittelalterlichen Kirche eindeutig“ gewesen, stellt die Autorin positiv fest.

Im  Internetlexikon Wikipedia heißt es zum Stichwort „Hexenverfolgung“ ebenfalls: „Die alte Kirche war an Verfolgungen nicht beteiligt und lehnte die mit Hexerei verbundenen Ansichten und Praktiken als Aberglaube ab.“   – Es wird hinzugefügt: „Im karolingischen Frühmittelalter gab es keine Hexenverfolgung.“ 

Hingegen kannten bereits die heidnischen Germanen eine Verbrennung von angeblichen „Schadenszauberern“. Das Christentum bzw. die mittelalterliche Kirche hat dann mit derartigen Irrlehren und Praktiken aufgeräumt.

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Hexenverfolgung)

Thomas von Aquin befand sich hierbei auf Abwegen

Leider ist der sonst meist lobenswerte Kirchenlehrer Thomas von Aquin an der späteren Kehrtwende hin zum Hexenwahn nicht ganz unschuldig. Viele Hexenverfolger beriefen sich auf seine Äußerungen über Hexenluftfahrt, Schadenszauber, über Incubi und Succubi (also angeblichen Sex zwischen Menschen und männlichen/weiblichen Dämonen). Dabei orientierte sich der Philosoph zum Teil an einigen Vorstellungen des antiken Kirchenvaters Augustinus.

Zudem wurde im Mittelalter bisweilen nicht genügend zwischen Psycho-Krankheit und Besessenheit unterschieden. Wenn geistig verirrte oder hysterische Personen fabulierten, sie hätten Sexkontakt mit dem Teufel, wurde dies von manchen als ein vermeintliches „Selbstbekenntnis“ für bare Münze genommen. 

Noch hundert Jahre vor dem hl. Thomas waren Kirchenführer hier oftmals nüchterner: So hatte z.B. Bischof Burkard von Worms Kirchenstrafen für jene angedroht, welche dem Hexenwahn verfallen sind  –  und Bischof Johannes von Salisbury, der Oberhirte von Chartres im 12. Jahrhundert, warnte vor irrgeistigen Einflüssen des Satans, der die Genarrten zu heidnischem Aberglauben verführe: „Das erste Heilmitteln gegen solche Krankheit ist, daß man sich recht fest an den Glauben hält, seinen Lügen kein Gehör schenkt und solche jammervollen Torheiten in keiner Weise der Aufmerksamkeit würdigt.“

Diese Mahnung ist auch heute noch sehr aktuell: mögen sich die äußeren Formen wahngläubiger Vorstellungen auch geändert haben, so leider nicht die bleibende Faszination magischer, abergläubischer und falschmystischer Ideen und Praktiken.

Ergänzender Beitrag von Dr. Josef Bordat: https://charismatismus.wordpress.com/2013/03/29/dauerbrenner-hexenverfolgung-fakten-statt-legenden/

 


Dr. Alice Weidel: Einkommensteuer senken und Sozialversicherungen vereinfachen

Zur aktuellen OECD-Studie erklärt AfD-Bundesvorstandsmitglied Dr. Alice Weidel (siehe Foto): 

„Sprudelnde Steuereinnahmen, schwarze Null und geringe Arbeitslosigkeit. Eigentlich hätte Schäuble ausreichend Möglichkeiten und Gründe, den deutschen Steuerzahlern finanzielle Entlastung zu verschaffen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Außer Belgien belastet Deutschland seine Arbeitnehmer so stark wie kein anderer Staat in Europa. Tendenz steigend. Alice Weidel-150x150

Erst vor kurzem errechnete das Institut der Deutschen Wirtschaft, dass die Sozialausgaben des Staates in den nächsten Jahrzehnten bis zu 57 Prozent des Gesamthaushaltes ansteigen könnten. Eine erschreckend hohe Quote, die nur durch noch höhere staatliche Einnahmen finanziert werden kann. 

Schäuble belastet die Arbeitnehmer ohne Not immer weiter. Sein angekündigter Kampf gegen die kalte Progression ist eine Lachnummer angesichts der steigenden Abgabenlast. Statt dem Arbeitnehmer finanziell unter die Arme zu greifen, treibt Schäuble Steuern und Abgaben auf den Faktor Arbeit immer weiter in die Höhe. Das ist nicht nur leistungsfeindlich, sondern der Weg in eine immer stärkere Umverteilung nach sozialistischem Vorbild.

Wir setzen uns dafür ein, den Arbeitnehmern in Deutschland größeren finanziellen Freiraum zu geben, damit sie mehr von ihrem Arbeitseinkommen für sich behalten können. Dafür müssen die verstaubten Sozialversicherungssysteme vereinfacht und effizienter gestaltet werden. Nur wer eingezahlt hat, darf auch Sozialversicherungsanspruch haben. D

ie Einkommensteuer gehört gesenkt. Dank der guten Wirtschaftslage hätte Schäuble jetzt die Chance dazu. Aber wir wissen, was er tun wird: Nichts.“

 


Bolivien: Katholische Bischöfe verlangen stärkeren Kampf gegen Drogenhandel

Während der Vollversammlung der Bolivianischen Bischofskonferenz beklagten die Oberhirten das Ausmaß der Drogengeschäfte, die “das friedliche und demokratische Zusammenleben des Landes bedrohen”. bildma1

In ihrer Schlußbotschaft hatten die Bischöfe kürzlich davor gewarnt, dass Drogengeschäfte heutzutage auch staatliche Strukturen beeinträchtigen, was zu Protesten von Staatspräsident Evo Morales führte.

In ihrer gestrigen Stellungnahme würdigen die Bischöfe die Bemühungen der Regierung bei der Drogenbekämpfung, fordern jedoch auch “entschlossene Schritte von allen Seiten”. Man rufe zu einem aufrichtigen Dialog in der Gesellschaft auf, damit „das Ausmaß des Problems verstanden wird“.

„Der Drogenhandel bringt nicht nur Drogenabhängigkeit mit sich, sondern auch Gewalt, Korruption, Lügen, Ungerechtigkeit und Tod”, heißt es in der Verlautbarung der Bischöfe weiter. Man dürfe sich jedoch vor dieser “traurigen Realität” nicht fürchten oder “passiv und ressigniert” sein, so die Bischöfe abschließend.

Quelle: Fidesdienst


Berlin: Katholischer Apotheker verweigert „Pille danach“ und wirbt für Kindersegen

Der Berliner Apotheker Andreas Kersten setzt sich auf unkonventionelle Weise für das Kinderkriegen ein – und bringt damit Linksextremisten zur Weißglut.

In seiner Apotheke in Berlin-Neukölln legt er laut Bild-Zeitung jeder Kondompackung einen „Beipackzettel“ mit folgendem Inhalt bei: Foto von Elstrud Consoir

Bitte werben Sie für einen verantwortungsvollen Umgang mit Verhütungsmitteln: Setzen Sie sich ein für eine grundsätzliche Offenheit und Bereitschaft, Kinder zu bekommen und für eine sorgsame Abwägung bei der Entscheidung für ein Verhütungsmittel – im Bewusstsein der Lebensbereicherung durch Kinder! Herzlichen, lieben Dank!

Kommentieren wollte der Katholik seine Aktion nicht. Seitdem seine Apotheke 2014 Ziel einer Farbattacke geworden ist, weil er sich weigerte, die „Pille danach“ im Sortiment anzubieten, sei er vorsichtiger geworden, sagte er dem Blatt.

Kritik an Kerstens Haltung kommt von linksaußen. Die Sprecherin des „Bündnisses für sexuelles Selbstbestimmung“, Silke Stöckle, sagte: „Herr Kersten vertritt die Position christlich-fundamentalistischer Abtreibungsgegner, die Frauen das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung absprechen.“  – Für den Apotheker solle die medikamentöse Versorgung der Bürger im Vordergrund stehen, nicht eine „veraltete und frauenfeindliche Ideologie zu verbreiten“.

Lob erntet Kersten dagegen von der Erzdiözese Berlin. „Daß Kinder eine Bereicherung sind, kann man gar nicht oft genug sagen“, erklärte Bistumssprecher Stefan Förner.

Quelle: Wochenzeitung Junge Freiheit (www.jungefreiheit.de)