Dyba-Erinnerungsband: Neuerscheinung über den mutigen „Löwen von Fulda“

Von Günter Mayer

Die folgende Besprechung ist in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „Kirche heute“ erschienen:

Unter dem Titel „Der Löwe von Fulda“ hat Felizitas Küble in ihrem KOMM-MIT-Verlag einen Gedenkband über Erzbischof Dr. Dr. Johannes Dyba herausbracht. In 33 Würdigungen zeigt sie das Lebenswerk des streitbaren Hirten auf.  Fürs CF verwenden

Der von zahlreichen Katholiken getragene Wunsch, den allzu früh verstorbenen Bischof durch eine Seligsprechung als beispielhaften Glaubenszeugen herauszustellen, hat wesentlich zu dieser Publikation beigetragen.

Johannes Dyba war während seiner Bischofszeit in Fulda ein „Stein des Anstoßes“ und zwar nicht nur für die herkömmlichen Gegner der Kirche, sondern auch für jene, die sich  –  nachkonziliar – innerhalb der Kirche eine andere Kirche wünschten.[1]

Seine Amtsjahre fielen in die unruhige Zeit nach 1968, als viele alles verändern wollten, nur weil es bisher so war. Wer sich dem entgegen stellte, wirkte notwendig wie ein Prellbock und wurde zum Brennspiegel der Zeitumstände.

Daher sind die Würdigungen im Buch Der Löwe von Fulda, welche Dyba und sein Werk unter verschiedenen  –  auch stark subjektiv betonten  – Blickwinkeln beleuchten, über die Person des Erzbischofs hinaus ein Spiegelbild der Zeit. Für mich steht deshalb nicht nur seine Person im Mittelpunkt, sondern ebenso das Problem seiner Zeit und seine Not, die er damit hatte. Die verschiedenen Blickwinkel machen das Buch zu einem Werk, das einen unverfälschten Rückblick auf diese Jahre ermöglicht.

Der übernatürliche Glaube

„Credo, Credo, Credo“ überschreibt ein Konvertit (Pfarrer Kemmether) seinen Beitrag  –  und trifft damit das eigentliche Problem der Kirche. Es berührt mich, dass ich bei vielen Predigten heute den Eindruck gewinne, Gott spiele in dieser Kirche keine aktuelle Rolle mehr. Durch den Kreuzestod Jesu und seine Auferstehung sei das Jenseitige geregelt (wir kommen alle, alle in den Himmel) und damit kann man sich dem Diesseitigen widmen, mit dem man eher Beifall der Menge gewinnen kann. 1577

Glaube als Voraussetzung der Umkehr und Barmherzigkeit erst als Frucht dieser Umkehr werden so nicht mehr gesehen. Mehr und mehr wandelt sich die Kirche zu einem Verein für Soziales und Folklore (vgl. Reinhard Dörner, S. 47).

Kein Wunder, wenn sich viele abwenden; denn das können andere besser! Ein solcher Verein braucht keine Priester, nur die Kirchensteuer! Wenn Dyba sagte „Alles kommt und geht, die Kirche aber ist geblieben“ (S. 47), meinte er weniger die äußere Erscheinung, die „gruppendynamischen Prozesse“ und Synoden, sondern die „Gemeinschaft der Gläubigen“, die auch in Katakomben überleben kann, wie wir z.B. aus Albanien wissen. Und für diese Gemeinschaft ist uns der Beistand des Heiligen Geistes zugesagt.

Parallelen zwischen Galen und Dyba

„Die Kriegserklärung gegen die Religion“ ist das zentrale Anliegen unserer Zeit (Inge Thürkauf) und der Beitrag zeigt, welcher Personen und Institutionen sich der Satan heute bedient. Erforderlich wären „Streiter Christi mit beispielhaftem Mut“, die man heute in der organisierten Kirche nur noch selten findet. Haben unsere Bischöfe vielleicht mehr Angst vor den Medien als ihre Vorgänger vor Hitlers KZ?

Wie die Bischöfe Kardinal Galen ab 1945 für ihr eigenes Schweigen (S. 46) als Alibi benutzt und auf ein Denkmal in Münster gestellt haben, so wird sich die bischöfliche Gemeinschaft in vielleicht 50 Jahren auf Dyba berufen, wenn eine neue Generation von ihnen verlangt, sich für die Heutigen an die Brust zu schlagen.

Und so vergleicht Reinhard Dörner Erzbischof Dyba mit Kardinal Galen. Beiden ging es um das Leben, von der Zeugung bis zum Tod. Dyba kämpfte gegen die Abtreibung; Galen  –  der dieses Problem nicht hatte –  gegen die Euthanasie. Auch Dyba wusste schon, dass diese auf uns zukommen wird.

Aber es gibt auch andere Gemeinsamkeiten. Galen durfte das Ende der Nazizeit erleben, Dyba den Fall der Mauer, den er so sehr gewünscht hatte (Kirchenrat Sauerzapf, S. 153). Beide starben eines plötzlichen Todes: Galen nach einer Predigt gegen das Verhalten der Siegermächte, Dyba nach Predigten gegen den Zeitgeist.

Kampf um die Jugend

Dass man gezielt der Jugend die „Andockstellen“ des Glaubens schon in der Kita raubt und damit eine glaubenslose Generation züchtet, zeigt der erschreckende Beitrag von Konrad Badenheuer (S. 23). Frau Meves erinnert sich, dass Dyba entsetzt über die „nicht tolerierbaren Auswüchse der Sexualmoral“ in der Jugendarbeit seiner Diözese war. __Erzbischof_Dyba

Auch ich war als ehrenamtlicher Jugendführer (KJG) nach 1968 damit konfrontiert und versuchte, meine Erfahrungen in der Novelle „Steffens letzte Ferien“ in Form einer Erzählung zu verarbeiten. Hierzu wäre ein Beitrag der KPE, welcher Erzbischof Dyba so nahe gestanden hat, wünschenswert gewesen.

Frau Kuby hebt hervor, dass Dyba staatlich tolerierte Störungen des Gottesdienstes erleben musste, wie sie sich in der Nazi-Zeit nicht ereignet haben. Mich entsetzt der Gedanke, dass so manches Predigt-Thema in jenen – Gott sei Dank – vergangenen Tagen (Ehe, Familie, Abtreibung, Homosexualität, radikaler Feminismus) keine staatliche Stelle gestört hätte; heute aber durchaus den Staatsanwalt auf den Plan rufen kann.

Die Befürchtung von Konrad Badenheuer (S. 22) ist real und bedroht nicht nur den predigenden Priester, sondern auch die gläubigen Hörer. Die kürzlich in juristische Mode gekommene „Neuinterpretation des Beihilfebegriffes“ ermöglicht es, alle Gläubige zu belangen, die bei einer neuerdings strafrechtlich relevanten Predigt die Kirche nicht unter Protest verlassen haben.

Unmissverständliches Zeugnis

Pater Groppe SJ erinnert an Dybas Mahnung, dass wir nicht für die Verbrechen der Nazizeit, sondern für unser eigenes Tun und Lassen von heute Rechenschaft abzulegen haben. Lassen wir uns nicht von nachkonziliaren Priestern beruhigen, es gäbe bei Gott kein Gericht! Wir werden nicht dadurch gerechtfertigt, dass wir im Entschuldigungswahn unseren Vorfahren an die Brust schlagen, um damit zu zeigen, was wir für „tolle Christen“ sind.

Nahezu alle Verfasser erwähnen und loben die glasklare Sprache, die den Erzbischof von seinen Mitbrüdern im Bischofsamt unterschied und diese und andere provozierte. Dass seine juristische Kompetenz bei der Berufung wirklich eine Rolle gespielt hat (S. 45), bezweifle ich.

Doch dürfte seine juristische Ausbildung, welche dem Theologiestudium vorangegangen war, zu seiner deutlichen Rede beigetragen haben. Denn als Jurist lernt man, dass die Wortwahl derart eindeutig sein muss, dass verbal keine andere Auslegung möglich ist. Darin unterscheiden sich Juristen von solchen Theologen, die sich gerne so vage ausdrücken, dass ihnen jeder zustimmen und sie niemand greifen kann.

Die Würdigung von Kardinal Lehmann (S. 48) ist für mich eher ein Kompromiss zwischen Anstand und Ehrlichkeit, jene des „Spiegel“ (S. 44) dagegen konsequent und jene von Scharping (S. 75) glaubwürdig. Auch ich hätte gerne gewusst (Konrad Badenheuer, S. 20), was Erzbischof Dyba zu den Fragen unserer Zeit sagen würde. Eines ist sicher: die Linke würde sein Bild nicht auf ihre Wahlplakate kleben.

Ich bewundere Frau Küble, welche sich diese Herkules-Arbeit praktisch allein aufgeladen hat, nicht nur, um den Erzbischof zu ehren, sondern um unverzichtbares Wissen über unsere Zeit für die Zukunft zu erhalten.

[1] Dass es in höchsten Kreisen Leute gibt, die im Konzil eine Zäsur zwischen alter und neuer Kirche sehen, geht deutlich aus der Erwiderung von Uwe C. Lay auf die Schrift von Kardinal Marx „Kirche überlebt“ in „Theologisches“ 11-12/2015 hervor.

Unser Autor Günter Mayer aus Kaiserslautern ist Justizoberamtsrat i.R., Sachbuchautor und Verfasser christlicher Kinder- und Jugendliteratur; außerdem ist er stellv. Vorsitzender des Christoferuswerks, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Sarrazin rechnet in seinem neuen Buch „Wunschdenken“ mit der Asylpolitik ab

Der frühere SPD-Politiker und Bestseller-Autor Thilo Sarrazin hat die Asylpolitik der Bundesregierung scharf attackiert. In seinem neuen Buch „Wunschdenken“, das am kommenden Montag erscheint, wirft der ehemalige Bundesbanker einen Blick in die europäische Zukunft. AfD_Plakat_A0_Deutschland_RZ_500

„Die Rückgewinnung der Kontrolle über unsere Grenzen, seien es die Deutschlands oder die des Schengenraums, wird zur Existenzfrage für unsere Kultur und das Überleben unserer Gesellschaft“, veröffentlichte die Bildzeitung vorab aus Sarrazins Buch.

Bei den Einwanderern handele es sich zum größten Teil um Moslems aus Afrika oder dem Nahen Ostens, also zumeist Ländern mit niedriger Bildungsleistung, schreibt Sarrazin: „Ihr kulturelles und kognitives Profil ähnelt dem der muslimischen Zuwanderer aus diesen Herkunftsländern, die bereits in Europa sind.“

Es sei daher anzunehmen, daß sie sich hinsichtlich Bildungsleistung, Arbeitsmarktintegration, Sozialleistungsbezug, Kriminalität und Anfälligkeit für fundamentalistisches Gedankengut ähnlich entwickelten.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2016/thilo-sarrazin-wir-schaffen-das-nicht/


Unionsfraktion: BKA bleibt im Kampf gegen islamistischen Terror unverzichtbar

Am heutigen Mittwoch hat das Bundesverfassungsgericht seine Entscheidung in den Verfassungsbeschwerden gegen das „Gesetz über das Bundeskriminalamt und die Zusammenarbeit des Bundes und der Länder in kriminalpolizeilichen Angelegenheiten (BKA-Gesetz)“ verkündet. Dazu erklärt der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Stephan Mayer:   fahne1

„Das Bundeskriminalamt ist und bleibt ein unverzichtbarer Baustein im Kampf gegen den internationalen Terrorismus.

Das Bundesverfassungsgericht hat in seiner heutigen Entscheidung eine Reihe von Vorschriften des BKA-Gesetzes insbesondere wegen eines Verstoßes gegen den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz für verfassungswidrig erklärt.Zu begrüßen ist allerdings, dass das Gericht die im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus neu eingeführten Befugnisse sämtlich als mit den Grundrechten vom Grundsatz her für vereinbar erklärt hat. Dies ist gerade für den verdeckten Eingriff in informationstechnische Systeme (sogenannte Online-Durchsuchung) und die Überwachung verschlüsselter Kommunikation (sogenannte Quellen-Telekommunikationsüberwachung) besonders wichtig.

Zum einen ermöglichen es gerade diese Befugnisse dem Bundeskriminalamt, mit den Terroristen technisch auf Augenhöhe zu bleiben. Zum anderen hatten die Beschwerdeführer – ähnlich wie seinerzeit bei den Mindestspeicherungsfristen – die verfassungsrechtliche Zulässigkeit solcher neuen technischen Ermittlungsbefugnisse grundsätzlich bestritten. Dem ist das Bundesverfassungsgericht zu Recht nicht gefolgt.

Die betroffenen Regelungen gelten bis Mitte 2018 fort. Damit hat das Bundesverfassungsgericht der hohen terroristischen Bedrohung unseres Landes Rechnung getragen. Die detaillierten Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts ermöglichen es dem Gesetzgeber, rasch eine Novellierung dieser Regelungen vorzunehmen. Diesen gesetzgeberischen Auftrag gilt es nun schnellstmöglich zu erfüllen.“


Gott lasse sein Angesicht über uns leuchten

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 67 (66),2-3.5.

Gott sei uns gnädig und segne uns.
ER lasse sein Angesicht über uns leuchten,
damit auf Erden sein Weg erkannt wird
und unter allen Völkern sein Heil.

Die Nationen sollen sich freuen und jubeln.
Denn du richtest den Erdkreis gerecht.
Du richtest die Völker nach Recht
und regierst die Nationen auf Erden.