Parteienlandschaft im Umbruch: Große Zustimmung für eine bundesweite CSU

Mathias von Gersdorff

Ganze 28 Prozent der Bürger würden eine bundesweite CSU begrüßen, so informiert ein Studienbericht des Instituts für Demoskopie Allensbach, der in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom 20. April 2016 abgedruckt ist. Podium5

Die Studie des Allensbach Instituts konnte teils dramatische Veränderungen in den Vorlieben der deutschen Wähler feststellen. Das Potential der sog. Volksparteien ist in den letzten sechs Monaten dramatisch gesunken.

So ist das Potential der Union auf 31 Prozent im Jahr 2016 geschrumpft, im August 2015 lag es noch bei 44 Prozent. (Mit Potential sind die Personen gemeint, die prinzipiell bereit sind, die Union zu wählen, ohne sich dessen sicher zu sein.)

Das Potential der SPD ist im Jahr 2016 auf 25 Prozent gesunken (2013: 37%, 2015: 32%).

Interessanterweise stellt die Studie aus Allensbach fest, dass auch die potentiellen Wähler der Grünen und der Linken abgenommen haben. Der Erfolg der Grünen in Baden-Württemberg verdeckt, dass diese Partei in den anderen Bundesländern an Popularität verloren hat.

Der Anteil derjenigen, die gar keine Angabe machen, ist von 12 Prozent im Jahr 2013 auf 28 Prozent im Jahr 2016 gestiegen.

Lediglich FDP und AfD sind in der Wählergunst gestiegen: 8 bzw. 10 bis 11 Prozent würden zurzeit diese Parteien wählen.

Diese neue Vielfalt im deutschen Parteienspektrum wird von den Wählern begrüßt.

Was die CSU angeht, wünschen sich vor allem AfD- und FDP-Wähler eine bundesweite Ausdehnung, doch auch überdurchschnittlich viele CDUler.

46 Prozent der Wähler begrüßen es, dass die AfD erfolgreich bei den letzten Landtagswahlen war. Eine sehr hohe Zahl, die in Kontrast zu der meist negativen Medienberichterstattung steht.

Allerdings ist der Anteil der eigentlichen Sympathisanten mit 11 Prozent viel niedriger. Die AfD sei notwendig als Denkzettel für die anderen Parteien und wird als Protestpartei wahrgenommen, so die Studie. Die Tatsache, dass die Politik der etablierten Parteien zur Flüchtlingskrise nicht von der Mehrheit der Wähler unterstützt wurde, kam insbesondere der AfD zugute.

Ob sich auch langfristig die Einstellung der Wähler ändern würde, könne aus den letzten Umfragen nicht abgeleitet werden. Die Zustimmung für Union und SPD lag im Jahr 2009 bei nur 56,8 Prozent. Das ist fast genau der aktuelle Wert von 56 Prozent.

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt ist katholischer Publizist und Leiter der Aktion „Kinder in Gefahr“; er schreibt aktuelle Beiträge hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/


3 Kommentare on “Parteienlandschaft im Umbruch: Große Zustimmung für eine bundesweite CSU”

  1. Die Hoffnung auf eine bundesweite CSU kommt mir eher wie „unser guter König Richard“ im Robin-Hood-Film vor: ein imaginierter Hoffnungsträger bar jeder Wahrscheinlichkeit. Die CSU wird niemals ihr originär bayerisches Image aufgeben – abgesehen davon: Ob diejenigen, die Merkels Projekte am Kabinettstisch zuverlässig brav abnicken, nun bayern-oder bundesweit organisiert sind – wen interessiert’s?

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  2. Bernhard sagt:

    Normalerweise bin ich ja gegen eine bundesweite CSU. In dieser speziellen Situation bin ich aber dafür. Die Gründe dürften manchen Lesern allerdings nicht gefallen. Mir scheint, dass sich die Parteienlandschaft immer mehr zuspitzt. Das ist in mehreren Ländern zu beobachten: Clinton versus Trump in den USA, FPÖ versus Grüne in Österreich, und andere. In solchen Situationen wüsste ich wirklich nicht was ich wählen sollte. Die CSU kann ich zumindest halbwegs guten Gewissens wählen, deswegen bin ich unter gegenwärtigen Umständen für eine bundesweite CSU. Einen „Siegeszug der bürgerlichen Mitte“ oder dergleichen braucht man sich davon aber nicht erwarten.

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  3. CONNYgirlY sagt:

    Das ist Politik
    Das SICHTBARE daran,
    die Wähler haben keine eigene Meinung,
    wählen auf blauen Dunst hin,
    die Partei,die die besten Versprechungen gibt
    und nicht halten KANN.
    Verfahrene Weltsituation,
    die ,auch wenn ich mich wiederhole,
    nur EINER lösen kann,GOTT .
    Nicht von Ungefähr schreibe ich dies.
    Es ist die VOLLE Wahrheit.

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