Die SPD im Bund reagiert anders als in Bayern auf Integrations-Forderungen der CSU

Die CSU lädt SPD zum Integrationskurs im Freistaat ein

„Beim Thema Integration spricht die SPD mit gespaltener Zunge“, stellt Josef Zellmeier, Parlamentarischer Geschäftsführer der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag fest. „Während die Genossen im Bund unseren bayerischen Ansatz ‚fördern und fordern‘ loben und übernehmen, fährt die Landtags-SPD mal wieder ihren eigenen Kurs. Der heißt: ‚Hauptsache gegen die CSU‘.“ 400px-Csu-logo.svg

„Integration muss gelebt werden“, erklärt Zellmeier. Der stellv. CSU-Fraktionschef betont zugleich, dass es ein Gesetz brauche, das den nötigen Rahmen vorgebe:

„Dort steht geschrieben, wie wir die Flüchtlinge und Migranten fördern, die dauerhaft bei uns bleiben werden. Sei es beim Erwerb der deutschen Sprache, bei der Bildung, oder bei der Integration in den Arbeitsmarkt. Wer sich diesen Angeboten verweigert, muss aber mit Sanktionen rechnen. Wir wollen keine Ghettos, in denen Integration unmöglich wird. Wer dauerhaft bei uns bleiben möchte, muss sich in unsere Gesellschaft integrieren.“

Die Bundes-SPD hat den Ansatz fördern und fordern verstanden. So lobte Parteivorsitzender Sigmar Gabriel den Entwurf des Bundesintegrationsgesetzes als „echten Paradigmenwechsel“.

„Dass die Landtags-SPD gegen den bayerischen Gesetzentwurf mit der gleichen Zielsetzung trommelt, wundert mich nicht. Die bayerische SPD hat Integration nicht verstanden“, so Zellmeier. „Das sind die üblichen Reflexe von Sozialdemokraten, wenn eine staatliche Leistung an Bedingungen geknüpft wird.“

Dass der Freistaat bundesweit Vorreiter bei Integration ist und u. a. 489 Millionen Euro in das Sonderprogramm „Zusammenhalt fördern, Integration stärken“ investiert, knapp 1100 neue Lehrerstellen schafft und die Übergangsklassen ausbaut, ignoriere die Landtags-SPD dabei geflissentlich.

Auch den Begriff „Leitkultur“ möchte Zellmeier der SPD-Fraktion gerne näher bringen: „Leitkultur heißt, sich zum Fundament unserer Gesellschaft zu bekennen – mit Grundrechten wie Religionsfreiheit, Gleichberechtigung, Rechtsstaatlichkeit, Trennung von Staat und Religion und vielem mehr. Wenn die Landtags-SPD das nicht versteht, darf sie gerne selbst einmal einen Integrationskurs im Freistaat besuchen.“

Quelle: Pressemitteilung der CSU-Landtagsfraktion

 


Der Komet Churyumov-Gerasimenko enthält Bausteine für Leben

Pressemitteilung der Universität Bern:

Das ROSINA-Messinstrument auf der Raumsonde Rosetta hat Aminosäure und Phosphor – beides wichtige Bestandteile von DNA, RNA und Zellmembranen – in der Staub- und Gaswolke nachgewiesen, die den Kometen Churyumov-Gerasimenko (siehe Foto) umgibt.  Comet_wide-angle_view_l

Seit langem wird die Möglichkeit diskutiert, dass Wasser und organische Moleküle durch Kometen auf die frühe Erde gebracht wurden. Mittlerweile ist dank dem Berner Massenspektrometer ROSINA bekannt, dass Kometen beim Entstehen des irdischen Wassers eine weniger grosse Rolle spielten als angenommen.

Ob sie hingegen organische Moleküle auf die Erde brachten und damit zur Entstehung des Lebens beitrugen, konnte bisher nicht geklärt werden.

Unter den über 140 verschiedenen Molekülen, die im interstellaren Medium – der Materie im Raum zwischen den Sternen – bereits identifiziert werden konnten, befanden sich keine Aminosäuren. Einzig in Staubproben des Kometen Wild-2, welche die Stardust-Mission der NASA zurückbrachte, fanden sich Spuren von Glyzin, der einfachsten aller Aminosäuren.

Wegen verunreinigter Proben konnte allerdings nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um irdische Aminosäure handelte. Nun konnte das Massenspektrometer ROSINA erstmals Glyzin direkt in der Gas- und Staubwolke des Kometen Churyumov-Gerasimenko nachweisen.

Entdeckt wurde das Glyzin bereits im Oktober 2014, und am häufigsten gemessen wurde es kurz vor dem Perihelion, dem sonnennächsten Punkt der Umlaufbahn des Kometen – zu der Zeit, als seine Ausgasung am stärksten war.

«Dies ist der erste direkte Nachweis von Aminosäuren in der dünnen Atmosphäre eines Kometen», sagt Prof. Kathrin Altwegg vom Center for Space and Habitability (CSH) der Universität Bern, Projektleiterin des Massenspektrometers ROSINA und Co-Autorin der Studie. Die Erkenntnisse werden nun im Fachjournal «Science Advances» publiziert.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: http://www.unibe.ch/aktuell/medien/media_relations/medienmitteilungen/2016/medienmitteilungen_2016/rosettas_komet_enthalt_bausteine_fur_leben/index_ger.html


Verbindet mit eurem Glauben die Tugend!

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: 2 Petr 1,2-7:

Liebe Brüder! Gnade sei mit euch und Friede in Fülle durch die Erkenntnis Gottes und Jesu, unseres HERRN. Alles, was für unser Leben und unsere Frömmigkeit gut ist, hat seine göttliche Macht uns geschenkt; sie hat uns den erkennen lassen, der uns durch seine Herrlichkeit und Kraft berufen hat. Tagesimpuls

Durch sie wurden uns die kostbaren und überaus großen Verheißungen geschenkt, damit ihr der verderblichen Begierde, die in der Welt herrscht, entflieht und an der göttlichen Natur Anteil erhaltet.

Darum setzt allen Eifer daran, mit eurem Glauben die Tugend zu verbinden, mit der Tugend die Erkenntnis, mit der Erkenntnis die Selbstbeherrschung, mit der Selbstbeherrschung die Ausdauer, mit der Ausdauer die Frömmigkeit, mit der Frömmigkeit die Brüderlichkeit und mit der Brüderlichkeit die Liebe.

 


Israel will die restlichen Qumran-Rollen aus der Wüste retten

Die Israelische Antikenbehörde hat in Kooperation mit dem „Kulturerbe-Projekt“ im Jerusalem-Ministerium und Kulturministerin Miri Regev einen nationalen Plan für umfangreiche Ausgrabungen in der Judäischen Wüste entwickelt, der die Höhlen retten soll, in denen die sog. Qumran-Rollen entdeckt wurden.

Der Generaldirekter der Antikenbehörde, Israel Hasson, erklärte:

„Seit Jahren werden unsere wichtigsten kulturellen Güter in den Höhlen in der Jüdäischen Wüste aus Habgier illegal ausgegraben und geplündert. Das Ziel des nationalen Plans, den wir vorstellen, ist es, ein für alle Mal alle Rollen zu finden und auszugraben, die noch in den Höhlen sind, und sie dadurch zu retten und durch den Staat zu konservieren.“

Die Antikenbehörde hat in der vergangenen Woche in einem ersten Schritt in Nachal Tze’elim Ausgrabungen begonnen und sucht dort nach verbliebenen Schriftrollen.

Inspekteure der Antikenbehörde versuchen seit Jahren, Plünderungen in den Höhlen zu verhindern und sind dabei auch immer wieder erfolgreich:

So wurden im November 2014 Plünderer auf frischer Tat ertappt, die gerade dabei waren, wichtige archäologische Artefakte aus der Zeit der Römer vor 2000 Jahren sowie aus der neolithischen Periode vor 8000 Jahren zu entwenden. Die Täter mussten ins Gefängnis und wurden zudem noch zu einer Geldstrafe von 100.000 Shekel (etwa 26.000 Euro) verurteilt.

2009 war bei einer verdeckten Operation bei einem Treffen mit Antiquitätenhändlern ein Papyrus beschlagnahmt worden, der etwa auf 139 n. Chr. datiert wird. Der Händler hatte den Papyrus für 2 Millionen Dollar zum Kauf angeboten; dieser stammt wohl ebenfalls aus Nachal Tse‘elim.

Trotz dieser Erfolge sei der einzige Weg, die Plünderung der Höhlen wirklich nachhaltig zu bekämpfen, eine vollständige Hebung der darin noch verborgenen Schätze, so Hasson. Daher seien die gegenwärtigen Grabungen mit zahlreichen Experten und etwa 500 Freiwilligen so außerordentlich wichtig.

Es handele sich, so Amir Ganor, der Leiter der Einheit zur Verhinderung von Antiquitätendiebstahl, um äußerst komplexe Ausgrabungen in schwierigem Gelände:

„Es gibt Hunderte von Höhlen in den Klippen in der Region, zu denen der Zugang sowohl gefährlich ist als auch eine große Herausforderung darstellt. In beinahe jeder Höhle, die wir untersucht haben, finden wir Spuren illegaler Interventionen, es bricht einem das Herz.“ 

Die zwischen 1947 und 1956 entdeckten „Schriftrollen vom Toten Meer“ (auch Qumranrollen genannt) gehören zu den ältesten schriftlichen Zeugnissen des Judentums.


Zur Empörungswelle gegen Gauland: Hat er Boateng wirklich beleidigt?

Von Dr. Josef Bordat

Die Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zitiert AfD-Vize Alexander Gauland mit den Worten: „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ zeitungen

Gemeint ist Jérôme Boateng aus Berlin, Sohn einer deutschen Mutter und eines ghanaischen Vaters. Er spielt beim FC Bayern München und gilt bei Kennern des Fußballsports seit Jahren als einer der besten Innenverteidiger der Welt.

Nun ist die Empörung groß: Gauland habe Boateng beleidigt. Ich bin zwar eher der Meinung, Gauland habe mit seiner Aussage viel eher „die Leute“ beleidigt, indem er ihnen kollektive Fremdenfeindlichkeit unterstellt (soweit ein in Berliner geborener und in der Bundesliga tätiger deutscher Nationalspieler überhaupt als Beispiel für „Fremdheit“ taugt), aber was soll’s. Deutschland ist sich einig wie selten zuvor: Gauland hat Boateng beleidigt.

Man könnte nun eine ketzerische Frage stellen: Hat Gauland recht? Also dann, wenn man die Aussage so versteht, dass er meinte, es gäbe in Deutschland Menschen, die einen dunkelhäutigen jungen Mann nicht gerne in ihrer Umgebung haben wollten, wenn sie denn die Wahl hätten.untitled

Solche Fragen („Hätten Sie diese Menschen gerne als Nachbarn?“ – Gezeigt werden Bilder von Schwarzafrikanern, orthodoxen Juden, Frauen mit Kopftuch etc.) stellen normalerweise Soziologen, die zum Thema Rassismus und Fremdenfeindlichkeit forschen. Im Rahmen einer Allensbach-Studie (2008) wollten Feldforscher genau dies wissen: „Hätten Sie Menschen mit anderer Hautfarbe gerne als Nachbarn?“

Kirchgänger sind toleranter gegenüber Schwarzen

Das Ergebnis zeigt zweierlei: Ja, es gibt Menschen, die lieber keine dunkelhäutigen Nachbarn hätten. Es gibt dabei einen großen Unterschied zwischen Kirchgängern und Nicht-Kirchgängern (es handelte sich um eine religionssoziologische Studie). Während bei den Nicht-Kirchgängern sechs von 100 „Leuten“ sagten, „einen Boateng“ hätten sie nicht gerne als Nachbarn, war es bei den Kirchgängern nur einer von 100.

Wenn wir nun unterstellen, dass die Zahl der praktizierenden Christen in Deutschland vielleicht bei 7 Prozent der Bevölkerung liegt, kommt man insgesamt auf ein Potenzial an Fremdenfeindlichkeit von mindestens 5 Prozent. Das bedeutet: Für mindestens vier Millionen Deutsche gilt, was Gauland sagt: „Sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben“.

Wäre nun Alexander Gauland nicht bei der AfD, sondern bei den Grünen, lobte man ihn heute morgen bundesweit dafür, das Thema Rassismus und Fremdenfeindlichkeit so deutlich angesprochen zu haben.

Quelle und vollständiger Artikel hier: https://jobo72.wordpress.com/2016/05/30/nach-der-empoerung/


Der bekannteste Hauptmann der Welt

Von Felizitas Küble

Am heutigen Sonntag hörten wir in der katholischen Messe das Evangelium nach Lukas 7,1-10, in welchem der Hauptmann von Kafarnaum erlebt, wie Christus seinen schwerkranken Knecht heilt.  Herz-Jesu_01

Sein bescheidenes Wort  –  für einen römischen Militär nicht selbstverständlich  –  wird milliardenfach von Christen aus aller Welt im Gottesdienst nachgesprochen, sei es vor der hl. Kommunion oder vor dem Abendmahl bei den Protestanten: „HERR, ich bin nicht würdig, daß Du eingehst unter mein Dach, aber spricht nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.“  – Beim Hauptmann hieß es entsprechend: „So wird mein Knecht gesund.“

Was an diesem heidnischen Mann neben seiner Demut beeindruckt, ist nicht allein sein riesengroßes Vertrauen in Christus, sondern auch seine Nächstenliebe, denn er setzt sich für seinen Diener ein, obwohl er diesen jederzeit locker durch einen anderen ersetzen könnte. Aber offenbar hat er für seinen Knecht geradezu freundschaftliche, zumindest aber väterlich-fürsorgliche Empfindungen entwickelt.

Der römische Hauptmann ist ein Exempel an Bescheidenheit

Und obwohl er es in seiner Stellung gewohnt ist, zu kommandieren und zu bestimmen, tritt er gegenüber Jesus sehr bescheiden auf und ist von tiefer Hochachtung erfüllt, so daß er es nicht einmal wagt, ihm seine Bitte selber vorzutragen. Stattdessen schickt er einen jüdischen Ältesten vor, damit dieser das Anliegen bei Christus vorträgt. Der jüdische Religionsdiener erklärt dem HERRN zugleich, daß dieser Römer seine Hilfe wohl verdient hat, „denn er liebt unser Volk und hat uns die Synagoge gebaut“.

Unser Heiland geht auf das Haus des Hauptmanns zu, doch dieser schickt seine Freunde vor und läßt ihm ausrichten: „HERR, bemüh dich nicht! Denn ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst. Deshalb habe ich mich auch nicht für würdig gehalten, selbst zu dir zu kommen. Sprich nur ein Wort, dann muss mein Diener gesund werden.“

Was für ein Mann! Welche Demut! Welche Seelengröße! Welche Nächstenliebe! Welcher Einsatz! Welcher Glaube! Welches Vertrauen! Welche Großherzigkeit!

Entsprechend reagiert der HERR: „Jesus war erstaunt über ihn, als er das hörte. Und er wandte sich um und sagte zu den Leuten, die ihm folgten: Nicht einmal in Israel habe ich einen solchen Glauben gefunden.“

Mit Recht ist er daher der berühmteste Hauptmann der Weltgeschichte, dessen demutsvollen Worte milliardenfach wiederholt werden.

Aufschlußreich ist auch, daß Christus den Hauptmann nicht etwa auffordert, seinen Beruf als Soldat aufzugeben, obwohl das römische Weltreich gewiß keine Vereinigung frommer Chorsänger war. Ähnlich reagierte auch Johannes der Täufer, als Soldaten von ihm die Bußtaufe empfingen. Das Christentum lehnt den Beruf des Soldaten nicht grundsätzlich ab, auch wenn dies manche pazifistische Sekten in Vergangenheit und Gegenwart anders beurteilen.

 

 


Das herausragende Wirken katholischer Kleriker in Kunst, Wissenschaft und Kultur

Von Prälat Ulrich KüchlPrälat Küchl

Das Versagen der kirchlichen Hierarchie, wenn es um die Beurteilung des Verhältnisses zwischen Kultur und Religion ging, ist sozusagen ein Dauerbrenner für die Kritiker der Kirche.

Vergleichsweise unbeachtet geblieben sind dagegen die das europäische Kulturleben prägenden Verdienste des Klerus auf den Gebieten von Kunst, Kultur und Wissenschaft. Auch der Versuch des Autors Sebastian Brunner, durch sein 1863 in Wien erschienenes Buch „Die Kunstgenossen in der Klosterzelle“ die Verdienste des Klerus zu würdigen, hatte in dieser Hinsicht wenig Erfolg.

Mit einem kurzen und bei weitem unvollständigen Überblick möchte ich versuchen, die Verdienste einiger bedeutender Priester und Kleriker entsprechend zu würdigen:

Niklas Koppernigk (lateinisiert Nikolaus Kopernikus) lebte von 1473 bis 1543 im Ermland, einem heute nicht mehr bestehenden Kleinstaat (nunmehr als „Warmia“ Bestandteil der Republik Polen) und war Domherr bei seinem Onkel, dem Fürstbischof Lucas von Watzenrode. Mit seinem astronomischen Werk „De revolutionibus orbium coelestium“ schuf er ein neues Weltbild, das heliozentrische, noch vor Galilei und Kepler. Ein gedrucktes Exemplar seines Werkes konnte er kurz vor seinem Tod erhalten.

Friedrich Spee SJ, ein Rheinländer, lebte von 1591 bis 1635. Er war Priester und Jesuit  –  und als solcher ein hingebungsvoller Seelsorger. Mit seinem epochemachenden Buch „Cautio criminalis“ bekämpfte er die damaligen Wahnideen der Hexenverfolgung. Darüber hinaus war er einer der bedeutendsten Lyriker der Barockzeit. Nur Wenige wissen, dass zB. die Lieder „O Heiland reiß die Himmel auf“ und „Zu Bethlehem geboren“ aus seiner Feder stammen. flyerstralsund2

Andrea Pozzo SJ aus Trient, lebte von 1642 bis 1709. Er  war Jesuit, aber kein Priester. Seine perspektivischen Deckenmalereien in Sant Ignazio in Rom und in der Jesuitenkirche in Wien zählen zu den großartigsten Kunstwerken des Barock. Sein Lehrbuch „Perspectivae pictorum atque architectorum“ wird heute noch geschätzt.

Antonio Vivaldi, ein venezianischer Priester, lebte von 1678 bis 1741. Er zählt zu den bedeutendsten Komponisten des Barock. Selbst Johann Sebastian Bach hat seine Werke bewundert, die heute noch weit verbreitet sind. Zu seinen bekanntesten Kompositionen zählen seine Violinkonzerte und das Orchesterwerk „Die 4 Jahreszeiten“.

Franz Liszt (ungar. Liszt Ferenc) wurde 1811 in Raiding (Deutsch-Westungarn) geboren und starb 1886 in Bayreuth. Er ist einer der größten Pianisten und Komponisten des 19. Jahrhunderts, sein Werk umfasst 702 Titel. Nach einem sehr bewegten Leben wurde er 1865 ein Kleriker durch den Empfang der Niederen Weihen, führte den Titel Abbe und trug fortan stets geistliche Kleidung.

Gregor Mendel, 1822 in Österreichisch-Schlesien geboren und gestorben 1884 in Brünn (Brno), war Priester und Abt von St. Thomas in Brünn. Als Naturforscher entdeckte er die nach ihm benannten Erbgesetze. Obwohl zu seiner Zeit kaum beachtet, war er doch der Begründer der epochemachenden Genforschung und gilt als „Vater der Genetik“.

Pierre Teilhard de Chardin SJ, lebte von 1881 bis 1955. Er war Priester und Jesuit. Berühmt wurde er durch sein Wirken als Paläontologe, Archäologe, Philosoph und Schriftsteller. Seine naturwissenschaftlichen Erkenntnisse verarbeitete er philosophisch-theologisch zu einem grandiosen, aber auch umstrittenen Weltbild der Zukunft.media-FZMqzvujo1V-2

Georges Lemaitre, lebte von 1894 bis 1966 in Belgien. Er war Priester und Physiker, Prälat und Univ.-Professor sowie Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften; er wurde von Albert Einstein als Kollege sehr geschätzt. Seine bedeutendste wissenschaftliche Leistung stellt die „Urknall-Theorie“ vom Beginn des Weltalls dar. Noch kurz vor seinem Tod erfuhr er von der Bestätigung seiner Theorie, die bis heute von der Mehrheit der Physiker und Astronomen anerkannt wird.

Johann Pretzenberger, geboren 1897, gestorben 1973, stammt aus Niederösterreich. Er war Priester, Prälat, Komponist und Domkappellmeister in St. Pölten. Einige seiner kirchenmusikalischen Werke sind noch heute Bestandteil des Repertoires vieler Kirchenchöre.

Josef Elter, ein in Kernei (heute serbisch) geborener Donauschwabe, lebte von 1926 bis 1997. Er war Priester, Pfarrer und Dechant im niederösterreichischen Traunstein und zugleich Graphiker und Bildhauer. Zahlreiche Ausstellungen seiner Werke in ganz Europa machten ihn zu einem international bekannten Künstler.

Augustinus Franz Kropfreiter war nicht Priester, aber Augustiner-Chorherr im oberösterreichischen Stift St. Florian. Er lebte von 1936 bis 2003 und wirkte als Stiftsorganist und Komponist. Er zählt zu den bedeutendsten Orgelkomponisten des 20. Jahrhunderts und schrieb neben 3 Symphonien auch zahlreiche Werke für Kammermusik und Chöre.