Im Labor erzeugte Embryonen entfachen eine neue bioethische Debatte

Von Dr. med. Edith Breburda

Es ist leicht, eine Regel zu beachten, wenn man nicht das nötige Wissen besitzt, sie zu umgehen. Seit langem haben sich Forscher darauf geeinigt, Embryonen, die derdr-breburda1 Forschung zur Verfügung stehen, am 14. Lebenstag abzutöten. Bisher war das kein Problem, weil sie höchstens sieben Tage nach der In-Vitro-Fertilisation überlebten.

Am siebten bis neunten Tag nistet sich ein Affen- oder Menschen-Embryo in der Gebärmutter ein. Deshalb ist es bisher keinem Wissenschaftler gelungen, Embryos über den 7. Tag hinaus das lebenserhaltende Nährmedium bereitzustellen.

Jetzt ist dies jedoch zwei Forschungsgruppen gelungen, was die alte Debatte um die „14-Tage- Regel“ neu entfacht.

Der Embryo muss das Blastozystenstadium erreichen, bevor er sich einnisten kann. In den Tagen nach der Befruchtung wandert der Embryo normalerweise den Eileiter hinunter, um sich später im Uterus (Gebärmutter) zu implantieren. Im Acht-Zellenstadium bzw. am dritten Tag sind seine Zellen omnipotent. In der Tierzucht kann man den Embryo teilen und auf diese Weise acht Zwillingstiere erhalten, wenn Leihmütter-Tiere die Trächtigkeit fortsetzen.

Die Blastozyste ist das Stadium, in dem sich der Embryo ab dem fünften Tag befindet. Ein «Präimplantation’s Embryo» besitzt 150 Zellen.

Die Blastozyste sieht aus wie ein Siegelring. Die Siegelringstruktur stellt den Embryoblasten dar. Es handelt sich um eine Anhäufung von etwa 30 Zellen, die man auch «inner cell mass» nennt und woraus wir uns entwickeln.  Tube 1

Die Zellen des Embryoblasten sind pluripotent, weil sich die Zellen in mehr als 220 Körperzellen differenzieren können. Um daraus Stammzelllinien für die Forschung gewinnen zu können, muss der Embryo zerstört werden.

Wie man Stammzellen differenziert, ist nach wie vor schwierig herauszufinden. Sobald dies erreicht ist, sei man am Ziel der Forschung angelangt. Die Forscher könnten es sich leichter machen, indem sie „Embryos“ länger am Leben erhalten. Am 14. Tag der menschlichen Embryogenese fangen die Zellen an, sich in die drei Grundformen Mesoderm, Ektoderm und Entoderm zu differenzieren.

Weil die weitere „Ernährung“ des Embryos außerhalb des Uterus – und damit ohne eine Einnistung – bisher noch nicht gewährleistet werden konnte, war es bis jetzt technisch nur möglich, Embryos so lange im Labor am Leben zu erhalten, wie sie entwicklungsphysiologisch ohne Nahrung auskommen können  –  also bis zum Tag ihrer Implantation.

Die Blastozyste besteht zudem aus dem Trophoblasten, einem äußeren Ring von Zellen, welche die Zellhöhle, auch Blastocoel genannt, umgeben.

Aus der Ringstruktur, dem Trophoblast, bildet sich die Plazenta und die Eihäute. Der Trophoblast dringt in die durch Hormone vorbereitete Uteruswand ein: Zellproliferation, Uterusdrüsenbildung, Gefäßneusprossungen sind auf Hochtouren, um die Einnistung des Embryos zu gewährleisten. Die Plazenta übernimmt die Ernährung, womit die embryonale und fötale Entwicklung gewährleistet wird.

Das ganz spezielle Uterine-Environment und die Plazentation, die für ein Weiterleben des Embryos notwendig ist, im Labor nachzuahmen, ist eine große Herausforderung an Wissenschaftler.

Seit 1990 darf man in Großbritannien im Kontext der Fertilitätsforschung mit bis zu 14 Tage alten menschlichen Embryos experimentieren. Verwendet werden durften paragraph_300x3001allerdings nur gespendete Embryos, die bei der In-Vitro-Fertilisation übriggeblieben waren und ansonsten vernichtet worden wären. In England wurden mehr Embryos erzeugt, als eigentlich gebraucht wurden. Der Anspruch der Wissenschaftler entzündete schon damals eine enorme bioethische Debatte.

Man einigte sich, den Embryo bis zum Erscheinen eines markanten Entwicklungsstadiums, der Primitivrinne, die am 14. Tag nach der Befruchtung vorliegt, wachsen zu lassen. Danach sind die Entwicklungsstufen ineinander übergehend.

Wenn Biomediziner diese Einigung nicht akzeptieren, kann es passieren, dass Forscher den Zeitpunkt der Zerstörung des Embryos hinauszögern in der Hoffnung, dass sich der Embryo von selbst differenziert. Forscher argumentierten schon damals, dass der festgesetzte Termin ein Hindernis für sie sein könnte, um den Weg der Zelldifferenzierung herauszufinden (1).

Magdalena Zernicka-Goetz, Entwicklungsbiologin an der englischen Cambridge-Universität, war die erste Wissenschaftlerin, der es vor vier Jahren gelang, Mäuseembryonen über ihr Einnistungsstadium hinaus am Leben zu erhalten. Allerdings ist das natürlich nicht der 14. Tag, weil Mäuse überhaupt nur 21 Tage trächtig sind.

Seitdem hat sie ihre Methode modifiziert und konnte in Kooperation mit dem Stammzellforscher Ali Brivanlou von der New-Yorker Rockefeller-Universität die Lebensdauer von humanen Embryos verlängern.

Beide Forscherteams entfernten die äußere Membran, welche den Embryo umgibt und kultivierten ihn anschließend in zwei verschiedenen Nährmedien. Eines der Medien bestand aus Kälberserum. Forscher konnten eine Art Anhaftung des Throphoblasten auf dem transparenten Plastikmedium dokumentieren. Sie hatten damit ein Modell, um die Einnistung selber zu studieren. Book

Viele Entwicklungsdefekte gehen auf eine fehlerhafte Nidation zurück. Eine Alternative dazu boten bisher histopathologische Untersuchungen an Affen- bzw. am Primaten-Embryo, der sich zum selben Zeitpunkt einnistet.

Nach der Pseudo-Einnistung reorganisierten sich Mäuseembryonen. Ein humaner Embryo wurde auf Gebärmuttergewebe gegeben und entwickelte verschiedenen Zelltypen, obwohl die Ernährung durch das tote Gewebe nicht gewährleistet war.

Beide Forschungsgruppen stellten ihre Versuche nach 14 Tagen ein. Wie sie beobachteten, boten Mäuseembryonen keinen adäquaten Ersatz. „Wir müssen diese Forschung an humanen Embryos durchführen, um sie richtig deuten zu können. Die „14-Tage-Regel“ hält uns davon ab, die Eigenheiten eines menschlichen Embryos und seine spätere Entwicklung zu studieren. Aber die Regelung hat es uns auch ermöglicht, überhaupt Forschung mit menschlichen Embryos durchzuführen“, sagt Zernicka-Goetz.

Mit der neuen Methode der beiden Forscherteams fordern Wissenschaftler jetzt, die sogenannte „14-Tage-Regel“ neu zu überdenken.

George Daley, Stammzellforscher der Harvard-Universität, berichtete:

„Embryos besitzen so etwas wie einen Autopiloten. Sie länger am Leben zu erhalten, könnte Wissenschaftlern helfen, wichtige Fragen zu erforschen, z.B. wie sich das Nervensystem aufbaut. Die 14-Tage-Schwelle abzusetzen, würde eine ausführliche Diskussion erfordern, nicht nur mit Politikern. Die Gesellschaft müsste der Wissenschaft ihr Vertrauen entgegenbringen.“

Insoo Hyun, Bioethiker der Case-Western-Reserve-Universität von Cleveland im US-Bundestaates Ohio, ist Kommentator eines Artikels in der Fachzeitung „Nature“. Er ruft dazu auf, mit der 14-Tage-Regel zu brechen:media-389705-4

„Wir sind eher da, als wir dachten. Wenn wir Embryos länger am Leben erhalten können, müssen wir uns darüber unterhalten, ob die „14-Tage-Regel“ wissenschaftlich noch tragbar ist. Sie wurde eingeführt, um der Forschung zu helfen  –  und war nicht als absolut feststehende moralische Aussage gedacht. Doch wenn wir die Regel ändern wollen, brauchen wir viele Fürsprecher.“

Man kann Stimmen hören, dass nicht mit dem Zeitpunkt der Befruchtung, sondern mit der Erscheinung der Primitivrinne menschliches Leben beginnt. Deshalb besteht man auf der „14-Tage-Regel.“

Pfarrer Tadeuz Pacholcyzk vom Nationalen Katholischen-Bioethischen-Zentrum in Philadelphia nennt die Regel ein „Lippenbekenntnis, um Embryonen eine Art moralischen Status zu geben. Man hätte von Anfang an dagegen sein sollen.“

Literatur:BookCoverImage
Edith Breburda: Verheißungen der neuesten Biotechnologien, Christiana-Verlag: ISBN-10: 3717111728, ISBN-13: 978-3717111726 oder Ebook. 2010
Patrick Monahan: Why this lab-grown human embryo has reignited an old ethical debate. Science 4. May 2016

 

Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin).

Weiterführende Literatur, Artikel und Bücher von Dr. Edith Breburda: http://scivias-publisher.blogspot.com/p/blog-page.html

Ediths Buch-Neuerscheinung REPRODUKTIVE FREIHEIT vom Juni 2015: https://charismatismus.wordpress.com/2015/06/20/neuerscheinungbuch-empfehlung-reproduktive-freiheit-von-dr-edith-breburda/

Dieses sachkundige und zugleich verständliche Buch “Reproduktive Freiheit” (viele bioethische und aktuelle Themen) kann portofrei für 22,30 Euro bei uns bezogen werden: felizitas.kueble@web.de (Tel. 0251-616768)


Sensationsfunde in Israel: Taucher entdeckten uralte Schätze unter Wasser

Zwei Taucher haben vor Pessach im Hafen von Caesarea einen spektakulären Fund gemacht: Sie entdeckten die Ladung eines antiken Schiffswracks, das wohl während der spätrömischen Ära vor etwa 1600 Jahren gesunken ist.

Sobald sie aufgetaucht waren, informierten die beiden Taucher Ran Feinstein und Ofer Ra’anan aus Ra’anana die Israelische Antikenbehörde und berichteten von ihrem Fund.

BILD: Statue der Göttin Luna (l.) und Bronzelampe mit dem Bild des Sonnengottes Sol. (Foto: Clara Amit, courtesy of the Israel Antiquities Authority)

Ein gemeinsamer Tauchgang mit Archäologen von der Antikenbehörde zeigte, dass durch einen Sandrutsch ein Schiff freigelegt worden war:

Sie fanden eiserne und Holzanker sowie Überreste dessen, was zum Bau und zum Betrieb des Segelschiffs benötigt wurde. Unterwasser-Ausgrabungen während der vergangenen Wochen brachten dann verschiedene Teile der Ladung des antiken Handelsschiffs zutage, darunter Statuen und tausende Münzen.

Es handelt sich um den größten maritimen Fund in den vergangenen dreißig Jahren. Die beiden Taucher werden mit einer Anerkennungsmedaille der Antikenbehörde ausgezeichnet.

Viele der Artefakte sind aus Bronze und außergewöhnlich gut erhalten. Darunter sind etwa eine Bronzelampe mit dem Bildnis des Sonnengottes Sol, eine Figur der Mondgöttin Luna, eine Lampe mit dem Bild des Kopfes eines afrikanischen Sklaven, Fragmente dreier lebensgroßer Statuen, Objekte in Tiergestalt, wie ein Wal und ein Bronzewasserhahn in der Form eines Wildschweins mit einem Schwan auf dem Kopf.

Zudem wurden Bruchstücke großer Gefäße gefunden, die genutzt wurden, um Trinkwasser für die Besatzung zu transportieren. Eine der größten Überraschungen war die Entdeckung zweier insgesamt 20 Kilo schwerer metallischer Klumpen aus tausenden Münzen, welche die Form der Tongefäße angenommen hatten, in denen sie transportiert worden waren.

Jacob Sharvit, Leiter der Einheit für Meeresarchäologie bei der Antikenbehörde, und sein Stellvertreter Dror Planer erklären: 1426245_577880468934571_1029821405_n

„Es handelt sich um sehr aufregende Funde, die, abgesehen von ihrer außerordentlichen Schönheit, auch historisch signifikant sind. Die Lage und Verteilung der antiken Funde auf dem Meeresgrund legen nahe, dass ein großes Handelsschiff mit einer Ladung von Metall, das eingeschmolzen werden sollte, an der Ausfahrt zum Hafen in einen Sturm geriet und abdriftete, bis es an den Felsen zerschellte.“

Eine erste Untersuchung der Eisenanker zeigt, dass versucht wurde, das Abdriften des Schiffes durch Setzen der Anker zu verhindern, diese aber zerbrachen. Sharvit und Planer betonen:

„Einen solchen Unterwasser-Fund hat es in Israel in den vergangenen dreißig Jahren nicht gegeben. Statuen aus Metall sind seltene archäologische Funde, weil sie immer eingeschmolzen wurden. Wenn wir Bronze-Artefakte finden, geschieht dies in der Regel unter Wasser. Da diese Statuen gemeinsam mit dem Schiff gesunken sind, wurden sie vor dem Einschmelzen ‚gerettet‘.“

Sharvit und Planer fügen hinzu: „Bei den vielen Unterwasser-Ausgrabungen, die in Caesarea durchgeführt wurden, wurden nur sehr wenige Bronzestatuen gefunden, während bei dem jetzigen Fund eine große Anzahl spektakulärer Statuen gefunden wurde, die sich in der Stadt befunden hatten, und auf dem Seeweg abtransportiert werden sollten. Der Sand hat sie geschützt; daher befinden sie sich in einem großartigen Zustand – obwohl sie bereits vor 1.600 Jahren gegossen wurden.“

Die gefundenen Münzen tragen die Konterfeis von Konstantin dem Großen und Licinius, römischen Eroberern, die im 4. Jahrhundert n. Chr. regierten. Licinius war ein Rivale Konstantins, bis er von diesem besiegt wurde.

Sharvit erklärt: „In den vergangenen Jahren gab es im Hafen von Caesarea viele Zufallsfunde. Dafür gibt es hauptsächlich zwei Gründe: Weniger Sand auf dem Meeresgrund führt dazu, dass alte Artefakte freigelegt werden. Darüber hinaus sind mehr Taucher vor Ort.

Bei dem jetzigen Fund haben die Taucher sich als gute Bürger erwiesen und verdienen unser Lob. Sie erhalten eine Anerkennungsmedaille und sind eingeladen, die Lagerräume der Antikenbehörde zu besichtigen. 

Die Öffentlichkeit sollte sich darüber im Klaren sein, dass sie alle Funde sofort der Einheit für Unterwasserarchäologie in der Antikenbehörde melden muss, um uns maximale archäologische Erkenntnisse über den jeweiligen Ort zu ermöglichen.“

Quelle: Israelische Antikenbehörde


Kardinal Müller auf Mallorca: Die Gebote Gottes nicht „herunterhandeln“ lassen

Kurienkardinal Gerhard Müller hat bei seinem Besuch auf Mallorca am Donnerstag (19.5.) eine Messe in der Basilika von Sant Francesc in Palma abgehalten. Bei seiner Predikt betonte er die Bedeutung des Priestertums für die Kirche. AL-0005

In einer Zeit der Identitätskrise dürfe man auf keinen Fall von den strengen Glaubensgrundsätzen der Kirche abweichen, erklärte der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation:

„Es kann nicht darum gehen, sich wie bei einem Sommerschlussverkauf herunterhandeln zu lassen bei den Auflagen der Sakramente, dem Leben als Christ, den Geboten oder der Seligkeit: Ein ‚Christentum light‘ interessiert niemanden.“

Offiziell besuchte Kardinal Müller die Insel, um an einer Feier anlässlich des Gedenkjahres zum 700. Todestag des mallorquinischen Denkers Ramón Llull teilzunehmen.

Quelle und vollständiger Text hier: http://www.mallorcazeitung.es/gesellschaft/2016/05/20/christentum-light-interessiert-niemanden/43279.html


Der Apostel Jakobus über die Krankensalbung im Namen des HERRN

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Jak 5,13-20:

Brüder! Ist einer von euch bedrückt? Dann soll er beten. Ist einer fröhlich? Dann soll er ein Loblied singen.

Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Presbyter der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des HERRN mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten und der HERR wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben. P1020947

Darum bekennt einander eure Sünden und betet füreinander, damit ihr geheiligt werdet. Viel vermag das inständige Gebet eines Gerechten.

Elias war ein Mensch wie wir; er betete inständig, es solle nicht regnen, und es regnete drei Jahre und sechs Monate nicht auf der Erde. Und er betete wieder; da gab der Himmel Regen und die Erde brachte ihre Früchte hervor.

Meine Brüder, wenn einer bei euch von der Wahrheit abirrt und jemand ihn zur Umkehr bewegt, dann sollt ihr wissen: Wer einen Sünder, der auf Irrwegen ist, zur Umkehr bewegt, der rettet ihn vor dem Tod und deckt viele Sünden zu.