Zur Empörungswelle gegen Gauland: Hat er Boateng wirklich beleidigt?

Von Dr. Josef Bordat

Die Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zitiert AfD-Vize Alexander Gauland mit den Worten: „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ zeitungen

Gemeint ist Jérôme Boateng aus Berlin, Sohn einer deutschen Mutter und eines ghanaischen Vaters. Er spielt beim FC Bayern München und gilt bei Kennern des Fußballsports seit Jahren als einer der besten Innenverteidiger der Welt.

Nun ist die Empörung groß: Gauland habe Boateng beleidigt. Ich bin zwar eher der Meinung, Gauland habe mit seiner Aussage viel eher „die Leute“ beleidigt, indem er ihnen kollektive Fremdenfeindlichkeit unterstellt (soweit ein in Berliner geborener und in der Bundesliga tätiger deutscher Nationalspieler überhaupt als Beispiel für „Fremdheit“ taugt), aber was soll’s. Deutschland ist sich einig wie selten zuvor: Gauland hat Boateng beleidigt.

Man könnte nun eine ketzerische Frage stellen: Hat Gauland recht? Also dann, wenn man die Aussage so versteht, dass er meinte, es gäbe in Deutschland Menschen, die einen dunkelhäutigen jungen Mann nicht gerne in ihrer Umgebung haben wollten, wenn sie denn die Wahl hätten.untitled

Solche Fragen („Hätten Sie diese Menschen gerne als Nachbarn?“ – Gezeigt werden Bilder von Schwarzafrikanern, orthodoxen Juden, Frauen mit Kopftuch etc.) stellen normalerweise Soziologen, die zum Thema Rassismus und Fremdenfeindlichkeit forschen. Im Rahmen einer Allensbach-Studie (2008) wollten Feldforscher genau dies wissen: „Hätten Sie Menschen mit anderer Hautfarbe gerne als Nachbarn?“

Kirchgänger sind toleranter gegenüber Schwarzen

Das Ergebnis zeigt zweierlei: Ja, es gibt Menschen, die lieber keine dunkelhäutigen Nachbarn hätten. Es gibt dabei einen großen Unterschied zwischen Kirchgängern und Nicht-Kirchgängern (es handelte sich um eine religionssoziologische Studie). Während bei den Nicht-Kirchgängern sechs von 100 „Leuten“ sagten, „einen Boateng“ hätten sie nicht gerne als Nachbarn, war es bei den Kirchgängern nur einer von 100.

Wenn wir nun unterstellen, dass die Zahl der praktizierenden Christen in Deutschland vielleicht bei 7 Prozent der Bevölkerung liegt, kommt man insgesamt auf ein Potenzial an Fremdenfeindlichkeit von mindestens 5 Prozent. Das bedeutet: Für mindestens vier Millionen Deutsche gilt, was Gauland sagt: „Sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben“.

Wäre nun Alexander Gauland nicht bei der AfD, sondern bei den Grünen, lobte man ihn heute morgen bundesweit dafür, das Thema Rassismus und Fremdenfeindlichkeit so deutlich angesprochen zu haben.

Quelle und vollständiger Artikel hier: https://jobo72.wordpress.com/2016/05/30/nach-der-empoerung/


14 Kommentare on “Zur Empörungswelle gegen Gauland: Hat er Boateng wirklich beleidigt?”

  1. Dornröschen sagt:

    Wie wichtig ist eigentlich eine solche Frage bei einem Boateng, der um die Aufmerksamkeit der Medien bettelt – und nebenbei Millionen kritisch denkender Menschen von Medien mit Pauschalurteilen denunziativ in eine Ecke geschoben werden? Unsere politischen Götter sind unfehlbar, den Eindruck hat der Bürger nicht.

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  2. Fledermaus sagt:

    Wiso sind die Hahnenkämpfe und Ausschlachtung durch die Presse so bedeutend, wo doch viel schlimmere Dinge in diesem Land schief laufen! Eben las ich einen Artikel, wie ein deutscher IS-Kämpfer (wer den auch immer eingebürgert hat) Sexsklavinnen verkauft, angeblich nur Jessidinnen. Dabei liegt es doch sehr nahe, dass auch Handel mit deutschen Mädchen getrieben wird, die verblendet und hörig von der ersten Liebe, von ihrem sozialromantischen Gerechtigkeitssinn, alles tun würden, was ihr Loverboy von ihnen will. Es gibt sogar einen Mann, der Eltern hilft, die Situation zu erkennen mit der ersten Liebe und versucht zu verhindern, dass die ahnungslosen Mädchen als Sexsklavinnen verkauft werden, die glauben, als Freiheitskämpferinnen die Flucht nach Syrien oder Irak antreten zu müssen. Die Fluchtrouten bekommen sie vom Loverboy. Eltern, seid nicht so naiv, nicht jede große Liebe ist ungefährlich! Natürlich gibt es auch glückliche deutsch (atheistisch oder christlich) muslimische Partnerschaften, aber eben auch radikale Muslime, die gezielt Teenagern die große Liebe vorgaukeln, aber sie in Wahrheit als Sexsklavinnen verkaufen. Diese armen Opfer vor der Hölle ihres Lebens zu schützen, ist doch viel wichtiger, als das alberne Gezoffe um saudämliche Aussagen. Warum es da noch keinen Aufschrei gegeben hat, wundert mich und die Frühsexualisierung der Kinder soll wohl das Gewissen der mitverdienenden erleichtern?

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  3. "GsJC" sagt:

    „Zur Empörungswelle gegen Gauland: Hat er Boateng wirklich beleidigt?“

    ——————

    … ist am Ende wieder einmal ein Zeichen dafür, wie sich Politiker von blöden Fragen einzelner Journalisten überrumpeln lassen, die den Namen Boateng erst ins Spiel gebracht haben.

    Was hätte unsere oberste „Wirtschaftsasylantenretterin“ Angela Merkel (60% sind Wirtschaftsasylanten) wohl auf eine ähnlich lautende Frage antworten müssen, ob sie einen dunkelhäutigen Flüchtling oder Wirtschaftsasylanten bei sich zu Hause aufnehmen würde und somit in ihrer direkten Umgebung und nicht nur in ihrer Nachbarschaft?

    Antwort hier:
    Die Frage, ob sie sich vorstellen könne, bei sich zu Hause Flüchtlinge aufzunehmen, verneinte die Kanzlerin: „Auch wenn ich großen Respekt für die Menschen habe, die das tun, könnte ich mir das für mich derzeit nicht vorstellen.“

    Quelle:
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article147483856/Frau-Merkel-wuerden-Sie-Fluechtlinge-bei-sich-aufnehmen.html

    Herr Gauland, – ich nehme ihnen ab, dass sie den Namen Boateng nicht kannten. Nicht jeder muss die „Fußballgötter dieser Zeit“ kennen, – auch nicht die, die hier in Deutschland für Ihre überbezahlten Spielereien Steuern zahlen, – mögen sie auch noch so sympathisch sein.

    Ich kann mir gut vorstellen, wie sie ihre Antwort verstanden haben möchten, – nur das zählt heute nicht. Sie wissen jetzt, dass Sie reingelegt wurden.

    MfG

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  4. A. Gernandt sagt:

    Ich bin kein Anhänger der Linken, wohl eher auf der anderen Seite, aber Frau Wagenknecht hat den Tortenangriff einer linken Rebellengruppe ohne Realitätssinn als das bezeichnet, was es ist, saudämlich! Sie hatte es nicht nötig, daraus eine Staatsaffäre zu machen, das hat Haltung, sondern sie setzt sich mit Kritikern auseinander. Herr Boateng wird allmählich zur Mimose stilisiert, weil er über alle Verletzungen, die Menschen sich zufügen, erhaben ist? Manche beten Fußballspieler an , ich nicht und die Hautfarbe ist keine Krankheit, wo man sich vor lauter Rücksicht verbiegen muss, es sind Menschen unter uns ohne Sonderstatus, der hier versucht wird, zu zelebrieren. Was soll ich denn da sagen, wenn man mich als Bleichgesicht beschimpft, winseln, ich hab nen Sonderstatus, man kann es auch übertreiben.

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  5. Nur Jesus ist der Herr sagt:

    Boating spielt möglicherweise für den falschen Verein, aber er hat eine sympathische Ausstrahlung, hat zudem einen gut bezahlten Job und zahlt in Deutschland seine Steuern.

    Warum verletzt Herr Gauland mit einer solchen Aussage die Würde eines Menschen?

    Oder gibt es tatsächlich Menschen, welche ihren Namen in einem solchen negativen Zusammenhang genannt haben wollen?

    Es zeichnet Herrn Boateng aus, dass er diese Art von übler Nachrede so gelassen hinnimmt. Vergebung ist eine christliche Tugend.

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  6. Thomas Lutz sagt:

    Allerdings sagt Herr Gauland auch, dass er sich nicht mehr genau erinneren könne, was er gesagt habe.
    Am deutlichsten wird hier allerdings, welches perfide Spiel die Presseleute hier spielen.
    Es geht darum, die AFD zu diskreditieren, sie unmöglich zu machen, ihr Stimmen zu rauben und da kommt die EM und ein Fussballer, der eine braune Hautfarbe hat, gerade recht.
    Jérôme Boateng ist hier nur das Spielzeug, mit dem man ja beweisen kann, dass die von der AFD Rassisten sind.
    In Wahrheit muß man aber fürchten, dass wenn das Asyl-Spiel immer so weiter geht, gerade Menschen wie Jérôme Boateng immer mehr auch unter der aufkommenden Fremdenfeindlichkeit zu leiden haben.
    Die Aussage, Gauland habe Jérôme Boateng beleidig, setzt der Sache noch die Krönung auf,
    Gauland dementiert und spricht davon, dass Boateng für sein christliches Bekenntniss und seine gelungene Integration bekannt sei.
    Worte. die Boateng für mich im positiven Sinn interesannt machen.
    Ein Herr Maas schaltet sich ein, seines missbrauchtes Amtes Bundes Justitzminister und faselt etwas von „man könne sehen, wessen Geistes Kind Gauland sei.“
    Man darf fragen, welchen Geistes Kind Journalisten, die sich offen einer Verleumdung oder gar Übler Nachrede schuldig machen, und ein SPD-Mitglied, das ein hohes Amt begleitet und übel nachtritt. eigentlich sind ?!

    Fazit: Jérôme Boateng und Gauland sollten sich mal auf einen Kaffee mit mir treffen.
    Dann können wir das ganze und den Maas zusammen belächeln.

    Wünsche Jérôme Boateng noch Gottes Segen und einige gute Treffer oder vorlagen bei der EM.
    Und der AFD 10% mehr bei den Umfragen während der EM.

    PS: Ich habe durchaus schön öfter die AFD besucht und unterstützt.

    MFG Thomas Lutz

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  7. Fledermaus sagt:

    Ich finde diesen ganzen Zirkus überzogen und natürlich hätte Herr Boateng Herrn Gauland zur Rede stellen können und es nicht als Aufschrei der Medien forcieren müssen und Petry hat sich entschuldigt. Wieso dürfen sich Kranke Menschen, alte Menschen, behinderte Menschen noch viel schlimmere Beleidigungen einfangen und da schreit niemand auf, aber ja….. Frauen müssen sich inzwischen antun lassen, bespuckt, angepöbelt werden o.ä. von Gästen und da kommt kein Aufschrei? Sollen wir nun vielleicht ……

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  8. klimaleugner sagt:

    Interessant fand ich, wie abfällig sich Gaulands ehemalige Parteichefin über ihn geäußert hat. Eine Frau, zu deren wichtigsten Partnern ein türkischer Rassist zählt.

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  9. Johann Gunka sagt:

    Ich finde die Bemerkung des Herrn Gauland mehr als entbehrlich! Was sagt die Bibel? Was im Herzen ist kommt sehr leicht zum Mund heraus – das war also ein derbes „Foul“, Herr Gauland!

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    • Ute sagt:

      Nun ja, ich kann da nun wirklich keine Beleidigung des Herrn Boateng erkennen, eher eine Beleidigung der „Gutmenschen“. Aber es ist doch so, man engagiert sich, wählt entsprechend, aber weh,e der Sohn spielt mit dem Kind eines Hartz-IV-Empfängers, oder es droht die Einschulung, an der Schule im sozialen Brennpunkt, wo man die Immobilie ach so günstig erworben hat, und sich so nett engagieren kann!
      Genau das, was man doch tausendfach belegen kann, hat der Herr Gauland doch angesprochen!
      Im übrigen, wenn ich mir das Film- und Medienschaffen so anschaue, da ist viel übles im Herzen, aber das ist ja hohe Kunst, oder wie?

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    • Nur Jesus ist der Herr sagt:

      Ganz treffend ausgedrückt. Genauso ist es,

      Alles beginnt mit Gedanken, welche zu Worten und möglicherweise auch zu Taten werden.

      Deshalb auch das Sündenbekenntnis in der katholischen Kirche, welches das Bekennen sündiger Gedanken, Worte und Taten beinhaltet.

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  10. Adolf Breitmeier sagt:

    Ich habe, nachdem ich in meiner abonnierten Tageszeitung „Offenbach Post“ zwei Artikel gelesen hatte, einen Leserbrief geschrieben:
    An die Leserbriefredaktion der Offenbach Post
    leserbriefe@op-online.de

    Ich beziehe mich auf die Artikel: Eigentor von rechts (Leitartikel Seite 2 vom 30. Mai 2016 von Ralf Enders und Bewährte Populisten-Masche Seit 2 vom 30. Mai 2016 von Tim Braune

    Guten Tag, sehr verehrte Damen und sehr geehrte Herren der Leserbriefredaktion!

    Da weist in einem eigentlich vertraulichen Gespräch ein führender AfD-Politiker darauf hin, dass es gerade unter Moralisten, die sich besonders für die ,,Flüchtlinge“ einsetzen, Leute gibt, die noch nicht einmal einen Herrn Boateng in ihrer Nachbarschaft dulden würden – und was wird daraus gemacht? Ein Totschlagargument! Stellen Sie sich vor, Frau Dr. Merkel, Herr Gabriel oder ein sonstiger für die Flüchtlingskatastrophe Mitschuldiger hätte diesen Ausspruch getan? Jeder hätte den Vergleich sofort als das erkannt, was er wirklich war: Ein Vergleich – und hätte wohlwollend mit dem Kopf genickt. Man bedenke: Ein vertrauliches Gespräch UND nur ein Böswilliger kann den Vergleich mit Herrn Boateng nicht als Vergleich verstehen. Gleich zwei Brüche in der Darstellung, das wirft kein gutes Licht auf die Informationsfähigkeit der Presse. Von den Redakteuren der OP hätte ich eine sachgerechte Darstellung erwartet. Ich bin in keiner Partei Mitglied und hätte den Brief auch geschrieben, wenn man so mit Frau Dr. Merkel oder Herrn Gabriel umgegangen wäre – jedoch an die traut sich keiner ran. Eigentlich ist das, was man Herrn Gauland antut, sehr üble Nachrede. Aber anscheinend ist jedes Mittel recht, um der AfD zu schaden, echte Argumente scheinen zu fehlen, da muss man mit Dreck werfen

    Mit freundlichem Gruß
    Adolf Breitmeier

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  11. W. Richter sagt:

    Die AFD sollte sich immer 3x überlegen, wie sie was und wie sie es sagt, sie müssen doch immer mit einkalkulieren, wie eine Aussage ausgelegt und manipuliert werden kann und wird.
    Wenn dann Herr Gauland noch gefragt wird: Wie z.B. Herr Boateng? und er sagt: Ja z.B.
    ist er gleich doppelt in der Falle. Wenn ich so einen Satz sagen würde, wäre es mit Sicherheit nicht gewollt missverstanden worden. In der Politik muss die AFD dieses perfide Spiel erst noch lernen.

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