Wie Medien hierzulande Papst Franziskus für ihre Zwecke vereinnahmen

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Wer die Medien kritisch begleitet, der weiß, die meisten haben mit der Katholischen Kirche nicht viel am Hut. Vielmehr geht es ihnen darum, sie auf das Maß jener kirchlichen Gemeinschaften einzunivellieren, die vor dem Mainstream kapituliert oder sich bereits zum Medienecho gemacht haben. 0000009699_3

Zur Medienstrategie zählt auch eine verwirrende Berichterstattung, um selbst jene Katholiken zu spalten, die zur Lehre der Kirche stehen wollen. Um dieses Ziel zu erreichen, versuchen Medien, Papst Franziskus zu instrumentalisieren. Die Kommentierung der Römischen Bischofssynode, des postsynodalen Schreibens des Papstes und seiner Aussagen zum Frauendiakonat sind ein Lehrstück dafür.

FOTO: Prof. Gindet leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“

Den Katholiken müsste auffallen, dass die Medien dem Papst Aussagen nachsehen, die sie im Übrigen strikt ablehnen, z.B. über den Teufel, über die „dämonische“ Genderideologie, über die Auswüchse einer kapitalistischen Wirtschaft mit Kinderarbeit, Menschenhandel, die brutale Entsorgung unerwünschter Menschen durch Abtreibung oder Euthanasie.

Warum wird Papst Franziskus dort „geschont“, wo seine Vorgänger heftig attackiert wurden? Der Grund ist einsichtig. Würden sie ihn heruntermachen, könnten sie ihn schwerlich für ihre Zwecke einspannen, um so die Katholiken zu verwirren und gegeneinander aufzubringen.

Wir konnten jüngst hören, natürlich würde Franziskus Frauen zum Diakonat und sogar zur Priesterweihe zulassen, wenn da nicht der konservative Präfekt der Glaubenskongregation und andere reaktionäre Kurienkardinäle im Wege stünden. In diesem Verwirrspiel der Medien mischen auch katholische Verbände, wie das Zentralkomitee der deutschen Katholiken, der Bund der Deutschen Katholischen Jungend und katholische Frauenverbände mit.

Daniel Wirsching von der Allgemeinen Augsburger Zeitung, der bisher nie durch Sympathien für die katholische Kirche aufgefallen ist, sondern sie oft als „überholt“ und „weltfremd“ apostrophierte, bringt die Medienstrategie auf den Punkt, wenn er schreibt:

“Außerhalb der katholischen Kirche verfügt er (Franziskus) über eine bemerkenswerte Strahlkraft, innerkirchlich hat er an Glanz verloren. …Franziskus ist ein bedeutender Papst, etwa weil er die Wichtigkeit von Barmherzigkeit und Seelsorge betont und dadurch die Kirche den Menschen näher bringt. Ein Revolutionär ist er nicht. Wer das noch glaubt, ist naiv. …

Wirklich sensationell ist etwas anderes, und zwar, dass sich dieser Papst auch Diskussionen nicht verschließt, die in der Kirche seit Jahrzehnten geführt werden (aus Vatikansicht als beendet galten). In dem Sinn ist er Reformer. Unter Reform versteht er allerding nicht einen abrupten Kurswechsel, sondern das Lostreten eines Prozesses. In dessen Verlauf oder an dessen Ende kommt es ja vielleicht zu einem Umdenken.“ (AZ, 23.5.16)

Katholiken, die zur Kirche stehen und die glauben, einen Grund zu haben, päpstliche Aussagen zu kritisieren, sind, um mit Lenin zu sprechen, keine „nützlichen Idioten“. Sie werden sich nicht in eine öffentliche Antihaltung gegen den Papst hineinziehen lassen und immer beachten, in welchem Kontext ein Wort gefallen ist, und ob ihnen der präzise Wortlaut vorliegt, den sie ansprechen.

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4 Kommentare on “Wie Medien hierzulande Papst Franziskus für ihre Zwecke vereinnahmen”

  1. Zausel sagt:

    Der Iran (Persien) wurde nach der Rückkehr von Ajatolah Khomeni wieder in das finstere Mittelalter verbannt und Atatürk, der die Türkei zum modernen Land geformt hat, würde sich im Grabe rumdrehen, wenn er wüsste, dass die Türkei mit Erdogan den Rückschritt einleitet, der inzwischen schon den Verzehr und die Schweinefleischverarbeitung unter Strafe gestellt hat, das Christentum immer weiter zurückdrängt und ein fanatischer Mohammedaner ist. Er sieht Christen als Ungläubige und der Papst in seiner globalen Utopie muss sich nicht wundern, wenn er als Ungläubiger in den Augen der Mohammedaner eines Tages gelyncht wird. Rom dürfte wieder in großer Gefahr sein, in die es sich in einer utopischen globalen Wahrnehmung bringen ließ. Ist der Papst wirklich schon so verblendet, dass er das nicht sieht, auch dass die Türkei zum neuen Krisenherd werden könnte?

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  2. Tafelspitz sagt:

    Von wegen der arme Papst, der seine christliche Herde nicht beschützt und Tebarz von Elst ein neues Evangelium schreiben lässt mit der Absicht, eine globale Einheitsreligion zu schaffen. Wer geht den aus und ein im Vatikan, die mächtigsten Politiker und vera… kann man sich selber. Papst Benedikt, wie ich schon vermutete, wurde aus dem Amt genötigt, wie ich irgendwo im Netz lesen konnte. Mit christlichem Glauben hat dieser Papst wenig am Hut, sondern eher mit dem weltlichen Glauben, die sich einer menschlichen Ideologie unterwirft. Wer den Wind sät, wird den Sturm ernten und ein Stürmen des Vatikans halte ich nicht für ausgeschlossen, bei dieser Verantwortungslosigkeit gegenüber den Christen. Die Herde. die den Gang zur Schlachtbank genießen darf, sofern keine Umkehr erfolgt, wird wohl kaum sich zornig erheben, eher wohl……

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  3. Pumuckel sagt:

    Ich sehe es nicht so, dass Papst Franziskus ein Opfer der Medien ist, eher dass er gerne seine theologische Berufswahl gegen die eines Gesellschaftspolitikers und Reformers mit der ehrgeizigen Utopie einer globalen Weltordnung, wozu er sich 2015 vor der UNO bekannte, tauschen würde. Würde er fest im theologischen Sattel sitzen, dann hätte er der modernen Völkerwanderung nicht noch Auftrieb gegeben, sondern die Hilfe in den Ländern vor Ort angemahnt. Auch hat er nicht die globale Christenverfolgung zu seinem Auftrag gemacht, sondern einfach zur Einladung aller aufgefordert, auch die, die in anderen Ländern schon die Christen verfolgen. Ich denke, Osterglocke hat recht, er wird der letzte Papst vermutlich sein, da er auch das christliche Europa in akute Lebensgefahr gebracht hat. Ich mag Kirchen, sie sind aber auch auf Leid und Blut gebaut auf der einen Seite und Zuflucht und Geborgenheit auf der anderen Seite gewesen. Papst Franziskus hat den Rahmen des Christentums gesprengt, wo er die Tür für diesen Multi-Kulti-Wahn aufgestoßen hat. Welcher Christ soll einem Papst noch vertrauen, der die christlichen Werte mit Gender zum Beispiel für ungültig erklärt, anstatt die Geschöpfe Gottes, egal wie sie sexuell geprägt sind, anzunehmen. Papst Franziskus hat mit seiner naiven Vorstellung und Utopie dieses Chaos heraufbeschworen und viele Christen werden sich auch besinnen, dass Christus eine Unterwerfung der Menschen untereinander abgelehnt hat, aber es werden vermutlich nicht die Christen sein, die den Vatikan eines Tages stürmen, sondern die beleidigten Mohammedaner, wo die Wissenschaft eigentlich schon auf der Spur ist, dass es im Koran keinerlei humanistische Aufklärung wie im Judentum und Christentum gegeben hat und zudem ist Mohammed selbst in der Kritik unter aufgeklärten Muslimen und die sind eine absolute Minderheit.

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  4. Sorge sagt:

    Zum Bespiel, ich betrachte diese Analyse von einem besorgten Katholik nicht als „Instrumentalisierung“ oder bloßen Hirngespinste.

    Pope’s rhetoric against ‘fundamentalist’ Catholics could help pave way
    for active persecution
    https://www.lifesitenews.com/blogs/popes-rhetoric-against-fundamentalist-catholics-could-help-pave-way-for-act

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