Wenn der Hirte sich als Schaf verkleidet, um mit den Wölfen zu heulen…

Predigt von Prälat Wilhelm Imkamp am 3. Juli 2016bc9b165a98

Wer an diesem Sonntag im Gottesdienst das Evangelium hört, wird ihn nicht hören, wer das Evangelium des heutigen Tages in einem neueren Gebetbuch liest, wird ihn nicht lesen, den Satz: „Wer Euch hört, der hört mich und wer Euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet, verachtet den, der mich gesandt hat“. Es ist der Vers 16 aus der heutigen Tagesperikope, Lk 10, 1 – 20.

Die Verse 13 – 16 sind gestrichen worden; es sind die Verse, die erstens bestätigen, dass Jesus die Möglichkeit zur Verdammnis sehr, sehr ernst nimmt und die zweitens deutlich machen, dass die ausgesandten Jünger nicht auf einem therapeutischen Selbsterfahrungstrip mit Suche nach Gemeinschaftserfahrung sind, sondern dass sie in authentischer Stellvertretung des HERRN selbst handeln.

In diesem „Legitimationswort“ wird schon spürbar, was später als das Handeln „in persona Christi“ bezeichnet wird.

Nur deswegen, weil nämlich die Ablehnung der Heilsvermittlung die Ablehnung des HERRN selbst, ja des Vaters ist, „wird es Sodom erträglicher gehen an jenem Tag, als jener Stadt“. Es gibt sie also, die Ablehnung der Botschaft, die vom Botschafter des HERRN die klare Kante, den klaren Schnitt verlangt! Osternacht2012_Maria_Vesperbild_009_01

Die echten Botschafter des HERRN werden wie „Lämmer mitten unter die Wölfe“ gesandt. Hier wird ein scharfer Gegensatz aufgezeigt, der sich nicht dadurch auflösen lässt, dass man die Wölfe zu Schafen erklärt. „Wer mit dem Wolf tanzt“, der wird gefressen oder selbst ein Wolf.

BILD: Altar von Maria Vesperbild mit der Pieta (Madonna mit dem toten Christus auf ihrem Schoß)

Natürlich ist die Botschaft vom Reich Gottes wunderbar tröstend, aber bitte vollständig: „Wer euch hört, der hört mich…“, fordert vom Hörer Bekehrung, Hingabe, ja Unterwerfung: Weil nämlich die Ablehnung der Jünger Ablehnung der Heilsvermittlung, Ablehnung des HERRN selbst, ja des Vaters ist, „wird es Sodom erträglicher gehen an jeden Tag als jener Stadt“.

Natürlich zählen diese Verse „zweifellos zu den erschreckendsten des ganzen Neuen Testaments“ (Drewermann), deswegen werden sie ja auch in der Verkündigung oft wie Schmutzwäsche behandelt, vorsortiert, weichgespült, durchgeschleudert und luftgetrocknet.

Der HERR bestimmt die Modalitäten der Verkündigung. (…) Eine Botschaft, die nicht verstümmelt verdampfen, sondern in voller Tiefe verkündet werden sollte.

Gott schütze uns vor Menschen, die nicht hören wollen und vor Hirten, die sich als Schafe verkleiden, um besser mit den Wölfen heulen zu können! Deshalb noch einmal die Einladung, in Ihrer Bibel zu Hause das Evangelium des heutigen Tages, Lukas 10, 1 – 20 vollständig (!) zu lesen.

Prälat Dr. Wilhelm Imkamp leitet den Wallfahrtsort Maria Vesperbild im bayerischen Schwaben (Bistum Augsburg)


INSA-Umfrage zur EU-Frage: Mehr Deutsche für Volksabstimmung als dagegen

Das Erfurter INSA-Institut wollte mittels einer repräsentativen Umfrage erfahren, ob die Deutschen  –  ebenso wie kürzlich in Großbritannien  – gerne über einen Verbleib in der EU oder Austritt aus der EU abstimmen wollen. ecb

Knapp die Hälfte der Befragten (46 Prozent) plädieren für eine Volksabstimmung zur EU-Mitgliedschaft. 37 Prozent der Befragten, darunter 41 Prozent der Männer und 33 Prozent der Frauen, lehnen dies ab. 

Beim Blick auf die Parteipräferenz zeigt sich, dass die Wähler der AfD mit 85 Prozent eine Volksabstimmung begrüßen würden, gefolgt von den Wählern der Linken (50 %), FDP (46 %), Bündnis 90/Die Grünen (39 %), SPD (35 %) und CDU/CSU (34 %). Die Mehrheit der befragten Wähler von CDU/CSU (54 %), SPD (55 %), Bündnis 90/Die Grünen (50 %) und FDP (51 %) sprechen sich hingegen nicht für eine Abstimmung durch das Volk aus.

Hier geht es zum erwähnten INSA-Institut: www.insa-consulere.de


Schluß mit dem § 218? – JA, aber anders…

Pressemeldung der Initiative Nie wieder:

Die „Initiative Nie wieder!“ aus Weinheim ist erfreut über die Pressemeldung des „Bündnisses für sexuelle Selbstbestimmung“, die im Vorfeld der vom 9. – 10. Juli 2016 in Berlin stattfindenden Konferenz veröffentlicht wurde. Das Bündnis aus Berlin möchte eine Debatte um den § 218 StGB wieder entfachen mit dem Ziel, den § 218 StGB aus dem Gesetz zu streichen.  images (2)

Die „Initiative Nie wieder!“ unterstützt diese Forderung: Günter Annen, Sprecher der Initiative, erklärt dazu:

„Es ist wirklich an der Zeit, daß wir allen Menschen, den geborenen wie ungeborenen, den gleichen Lebensschutz in unserem Staat, ja in der Europäischen Union gewährleisten. Dazu ist es notwendig, den § 218 StGB aus dem Gesetzbuch zu streichen.

Es ist nicht einsichtig, warum die Tötung eines Menschen vor der Geburt strafrechtlich anders bewertet wird (§ 218) als bei der Tötung nach der Geburt (§§211 – 213). Das Menschenrecht auf Leben wächst nicht mit den Lebenstagen eines Menschen, sondern gehört mit Beginn seiner Existenz im Mutterleib absolut dazu. Das Lebensrecht ist ein Teil der Menschenwürde und darf niemals eine mindere Schutzpflicht haben.

Mit den §§ 211 – 213 StGB haben wir eine ausreichende Gesetzgebung im Strafrecht, die den Richtern genügend Spielraum überläßt, zwischen Mord und Tötung zu unterscheiden und um außerdem bei der Strafzumessung besondere Umstände zu berücksichtigen. Der § 218 ist als Unterparagraph ohnehin überflüssig.

Erst wenn ein Staat seinen Schutzbedürftigsten in der Gesellschaft, den ungeborenen Menschen, tatsächlich gleiches Lebensrecht zugesteht und dies verteidigt, wie das der bereits geborenen Menschen, kann man von einem Rechtsstaat sprechen, in welchem es keine „Menschen zweiter Klasse“ gibt.

Daß das „Bündnis Sexuelle Selbstbestimmung“ den § 218 ebenfalls abschaffen will, wenngleich aus völlig anderen Gründen, ist immerhin ein Anlaß, dieses heiße Eisen endlich öffentlich zu debattieren. Also:  Weg mit dem § 218!“

Initiative Nie wieder!
Günter Annen, Cestarostraße 2 in 69469 Weinheim
Telefon: 06201/2909929  –  Fax: 06201/2909928
E-Mail: info@babycaust.de


Johannes Dyba: Würdigung eines herausragenden Bischofs und Cartellbruders

Von Ehrendomherr Edmund Dillinger

Buch-Daten: Küble, Felizitas (Hg.): Der Löwe von Fulda. Ökumenische Würdigung eines guten Hirten, Komm-Mit-Verlag, Münster 2015, 207 S., Euro 14,80, ISBN 978-3-921090-98-5.  Fürs CF verwenden
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Im Dezember 2015 haben 33 Autoren ihre Begegnungen und Erfahrungen mit dem bekannten und allseits ver­ehrten Erzbischof von Fulda, Cbr Dr. Johannes Dyba, des Urmitglieds der KDStV Fredericia Bamberg, in ­einem Buch veröffentlicht.
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Viele Cartellbrüder sind unter den ­Autoren, z.B. Bischof Heinz Josef Algermissen (G-S), Prof. Hubert Gindert (Alf), Prof. Dr.Dr. Wolfgang Ockenfels OP (Tt), Prof. Dr. Cornelius Roth (PM), Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Cp), Leo Lennartz (ArH) und weitere.
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Berichtet wird über einen Bischof im ausgehenden 20. Jahrhundert, der alle Freuden und ­Traurigkeiten erlebte, die man in Deutschland als Mann der Kirche durchstehen muss. Er war dem überlieferten Glauben treu, stand zum Nachfolger des Apostels Petrus und verteidigte die ­Morallehre, selbst wenn das manchen Zeitgenossen  –  auch inner-
halb der Kirche  –  nicht mehr passte.
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Er wurde der landesweit bekannte Beschützer der ungeborenen Kinder, er kämpfte gegen die Abtreibung und gegen die missbräuchliche Anwendung des Be­ratungsscheines.
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So stand Cbr Erzbischof Dr. Dyba, dem der Cartellverband sehr viel bedeutete (und der auch danach handelte), stets im Kreuzfeuer der Kritik. 200px-Dillingern_PB_Rom
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Vor dem Fuldaer Dom wurden Demonstrationen gegen ihn angezettelt. In Marburg wurde er angegriffen und in Tübingen wurde ihm die Tür zur Kirche, in der er für die CV-Verbindungen die heilige Messe zelebrieren sollte, durch eingespritzten Lack verschlossen.
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BILD: Papst Benedikt und Pfr. Edmund Dillinger auf dem Petersplatz
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In allen Schwierigkeiten und verbalen Angriffen auf seine Person, so schreibt einer der Autoren, „behielt er sein jungenhaftes Lachen“. Er unterstützte die Gründung des „Forum Deutscher Katholiken“, das immer wieder in Fulda tagt(e). 
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Erzbischof Dyba ist eine herausragende Bischofsgestalt der katho­lischen Kirche in Deutschland. Er erinnert an den heiligen Bonifa-­tius. Er hat den Priestern, die heute wie Soldaten an der Front des ­Unglaubens kämpfen müssen, Mut zugesprochen.
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Gabriele Kuby schreibt in diesem Buch: Die Priester „sollen Seelsorger sein und gleichzeitig effiziente Manager immer größerer Seelsorgseinheiten. Sie sollen gute Hirten sein, aber ihre priesterliche Autorität mit ­anspruchsvollen Pastoralreferentinnen und Laienräten teilen (…).  Die Priester werden angegriffen und im Ordinariat angeschwärzt, wenn sie fromm sind“ (S. 99 f.).            
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Diese Buchbesprechung von Ehrendomherr Edmund Dillinger wurde in der aktuellen Ausgabe der ACADEMIA (Nr. 3/2016) veröffentlicht, der Zeitschrift des Cartellverbandes der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV).
Siehe hier (S. 57)http://www.cartellverband.de/index.php?eID=dumpFile&t=f&f=2806&token=00d0228b17bb3218ffeb42c4765341527fa9875c
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Wir danken Chefredakteur Dr. Veit Neumann für die freundliche Abdruckerlaubnis.

Junge Erwachsene erhalten nun ein verbessertes Visum nach Israel

Seit Februar dieses Jahres gilt zwischen Israel und Deutschland das Abkommen zum Working-Holiday-Visum. Es soll jungen Menschen zwischen 18 und 30 Jahren ermöglichen, das jeweils andere Land und seine Kultur kennenzulernen und die Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu stärken.

Das Visum bietet eine ideale Möglichkeit, Israel zu besuchen und seine offene und gastfreundliche Gesellschaft kennenzulernen.

Junge Menschen sind eingeladen, in Israel zu reisen und zu arbeiten und so nicht nur die israelische Kultur kennenzulernen, sondern den Israelis zugleich die eigene Kultur näherzubringen.

Mehr Infos hier (auf englisch): www.workingholiday.org.il

Quelle: Israelische Botschaft in Berlin


Die Wege des HERRN sind gerade, die Gerechten gehen auf ihnen

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Hosea 14,2-10.

So spricht der HERR: Kehr um, Israel, zum HERRN, deinem Gott! Denn du bist zu Fall gekommen durch deine Schuld. Kehrt um zum HERRN, nehmt Worte der Reue mit euch und sagt zu ihm: media-390606-2 - Kopie

Nimm alle Schuld von uns und lass uns Gutes erfahren! Wir danken es dir mit der Frucht unserer Lippen. Assur kann uns nicht retten. Wir wollen nicht mehr auf Pferden reiten und zum Machwerk unserer Hände sagen wir nie mehr: Unser Gott. Denn nur bei dir findet der Verwaiste Erbarmen.

Ich will ihre Untreue heilen und sie aus lauter Großmut wieder lieben. Denn mein Zorn hat sich von Israel abgewandt. Ich werde für Israel da sein wie der Tau, damit es aufblüht wie eine Lilie und Wurzeln schlägt wie der Libanon. Seine Zweige sollen sich ausbreiten, seine Pracht soll der Pracht des Ölbaums gleichen und sein Duft dem Duft des Libanon. Sie werden wieder in meinem Schatten wohnen; sie bauen Getreide an und gedeihen wie die Reben, deren Wein so berühmt ist wie der Wein vom Libanon.

Was hat Ephraim noch mit den Götzen zu tun? Ich, ja ich erhöre ihn, ich schaue nach ihm. Ich bin wie der grünende Wacholder, an mir findest du reiche Frucht.

Wer weise ist, begreife dies alles, wer klug ist, erkenne es. Ja, die Wege des HERRN sind gerade; die Gerechten gehen auf ihnen, die Treulosen aber kommen auf ihnen zu Fall.