Gesunde Ernährung – die neue Religion, die ewiges Leben auf Erden verspricht

Von Dr. med. Edith Breburda

Superfood, Rohkost, Vegetarisch, Vegan, Brain Food, Glutenfreie Diät, figurbesorgte Ökomenschen, Locavores, Low Carb und so viele andere neue Trends der gesunden Ernährung huldigen unserem Körper. Dr. Breburda

Erklärt man Ernährung zu einer neuen Religion, deren Mitglieder schlank, fit, schön sind? Man gilt schon fast als asozial, wenn man nicht in einen Fitnessclub eingeschrieben ist.

In den Gesundheitstempeln werden die neuesten Hip-Hop Kurse und natürlich Yoga angeboten. Ein hochdotierter persönlicher Trainer steht den manchmal auch eingebildeten Übergewichtigen zur Verfügung, hässliche Pfunde loszuwerden. Sie seien nicht nur ungesund, sondern können auch krank machen.

Im Internet liest man, wie man sich ernähren muss, um Alzheimer oder Krebs loszuwerden. Essen wird als ungesund deklariert. Ratgeber erregen mit ihrem wissenschaftlichen Anhauch die Gemüter. Es heißt, Wurst und Fleischwaren verursachen Darmkrebs; Zucker zerstört Darmbakterien. Auch Milch kann krank machen.

Auswege aus der Fehl-Ernährung werden uns von selbsternannten Experten angeboten. Ihre Anweisungen schüchtern uns so ein, dass wir unüberlegt ihren Ratschlägen folgen und dafür tief in die Tasche greifen.   IMG_2852

Wir verzichten ungezwungen auf Nahrungsmittel, die wir eigentlich lieben. Veganer meiden sämtliche Lebensmittel tierischen Ursprungs, während es bei Vegetariern nur Fisch und Fleisch ist. Die Paläo-Diät verbietet, Getreide und Milch aufzunehmen und die Clean-Food-Anhänger verabscheuen industriell zubereitete Nahrung. Die Regale in den Geschäften sind vollgestopft mit Gluten- und Lactosefreien Produkten, obwohl in Deutschland nur geschätzte 15 Prozent an einer Lactose-Intoleranz leiden und nur 1:500 kein Gluten vertragen.

Dr. Weil, dessen Trufood Restaurants von ernährungsbewussten Kunden überrannt werden, vermarktet sich, wie so viele andere, als „spiritueller Führer“. Kritik ist bei den Anhängern des US-Mediziners sowie des Wirtschaftsingenieurs Nico Richter oder der Physikerin Attila Hildmann unerwünscht. Alle drei sind keine Köche. Sie bereichern sich persönlich mit ihren Gesundheitstipps, die sie leichtgläubigen Verbrauchern geben. Der vollendete Körper, ein Trainingsarmband, das jede Sünde registriert, vereint Fitnessbesessene in einer Art Glaubensgemeinschaft.

Fasten und sich im Trainingsraum zu geißeln, sind Forderungen, die man früher Mönchen zukommen ließ. Fast schon dogmatisch wird die inhaltstoffarme Nahrung verteidigt. Man dichtet ihr eine Heilwirkung an, obwohl sie bei näherer Betrachtung ungesund ist. Intoleranz trifft jeden, der seinen Körper nicht perfektioniert. Dennoch herrscht Unsicherheit darüber, wie man denn nun seinen Leib behandeln muss, um ewiges Leben schon hier auf Erden zu erhalten.

Die Ernährung muss vor allem die benötigten Nährstoffe enthalten und satt machen. Fett, Zucker, Zusatzstoffe, aber auch Getreide und tierische Produkte sollen dennoch fehlen. Markenzeichen ist oft der Preis der Nahrung, ganz so, als ob dies eine Garantie für die Wirkung sei. Die Qualität lässt trotzdem zu wünschen übrig. Nur sehr selten berichtet man darüber, wie sehr z.B. Chiasamen und Quinola mit Umweltgiften belastet sind [1]. Kalif. Framer Market

Auf Genuss und Freude am Essen, welches man früher in der Gemeinschaft aufnahm, wird in Amerika verzichtet. Dass die Familie zum Essen zusammenkommt, das gibt es an Thanksgiving in Amerika; dem Land, wo man sich selbst um die gesunde Nahrung der Haustiere Sorgen macht.

Auch der Hund soll ernährungsbewusst fressen. In kalifornischen Restaurants gehört eine Speisekarte für Fifi zum guten Ton. Man bedankt sich vielmals bei dem Hund, wenn dieser das ihm auf einem Teller gereichte Essen auffrisst.

Vergessen sind die Menschen, die nichts zu essen haben; die versuchen, irgendetwas auf den Teller zu bekommen. Im übersättigten Kalifornien ist man allerdings entsetzt, wenn in Süd-Korea Hunde auf der Speisekarte stehen. Wahrscheinlich ist es nicht das einzige Land, das pro Jahr 2,5 Millionen Hunde und Katzen als Nahrungsmittel verarbeitet.

Wir kennen Korea als den Produzenten von Samsung, Hyandai, Kia, LG, Sk und Daewoo. Wie kann so ein Land Hunde in verlausten, engen Käfigen halten? Von Geburt an kennen diese Tiere nichts anderes als Schmerz. Vor ihren Augen werden ihre Leidensgenossen erhängt, geschlagen, sie bekommen ihre Kehlen durchgeschnitten und werden oft noch lebend verbrannt oder in heißes Wasser geworfen.

Der Mythos, je mehr der Hund leide, desto besser schmecke sein Fleisch, steigert die Phantasie der Schlächter, die Tiere zu quälen. Katzen müssen für ein Gesundheitselixier immer lebend gekocht werden.Bernhard

Jedes Tier kann so enden. Selbst Jindos, eine besondere und unter Artenschutz stehende Hunderasse, die als Nationaler Schatz gilt, werden nicht verschont. Viele Besitzer haben auf diese Weise schon ihren Hund verloren. Sie wissen, wo ihr geliebter Begleiter gelandet ist. Der Endverbraucher hat keine Ahnung, welches Tier er konsumiert. Es war vielleicht der Hund des Nachbarn.

Ein anderes Problem besteht für die Leute, die in Korea neben einer sehr unsanitären Hundefarm leben. Das Wasser ist verschmutzt und ein Gestank liegt in der Luft. Das Zitat von Mahatma Gandhi: „Die Größe einer Nation und sein moralischer Fortschritt wird danach beurteilt, wie sie ihre Tiere behandeln“, kommt Protestlern auch nicht zugute. Die Farmen überschatten das Leben aller Menschen. Kinder werden unbewusst zu Zeugen der Grausamkeiten; denn manchmal werden die Hunde gleich neben einer Schule gehalten.

Die Hauptfrage bleibt, wie gesund es ist, sich mit Fleisch von diesen Hunden zu ernähren, die mit meist verdorbenen, von Parasiten befallenen Essensabfällen gefüttert wurden und zahlreiche Medikamente und Antibiotika verabreicht bekamen.

Das hochtoxische Fleisch beeinträchtigt die Gesundheit der Menschen, was Diabetes und Krebs auslösen kann. Das Nahrungsmittel ist prädestiniert, Lebensmittelvergiftungen beim Endverbraucher hervorzurufen. Es ist zwar eine alte Tradition, Hundefleisch zu konsumieren, trotzdem sollte man damit brechen.

Normalerweise verbindet uns Stolz und Freude, Gebräuche aufrecht zu erhalten. Sie sollten genossen werden von den Menschen, die sich damit identifizieren. Hundefleisch zu essen, erfüllt keines dieser Ansprüche. Es passt nicht zu dem Bild, das wir von Korea haben. Das Gewerbe wird geduldet, unterliegt aber keinen offiziellen Regulierungen, man sollte es auch niemals legalisieren. ???????

Tierschützer aus den USA prangern an, dass führende Mitglieder der Koreanischen-Gesellschaft damit angeben, Hundefleisch zu essen. Damit verharmlost man das Übel, was einen Rückschritt der Kultur bedeutet. In einer modernen, aufgeschlossenen Kultur sollte man keine Hunde oder Katzen verspeisen. In den Philippinen und Thailand ist dies bereits verboten.

Die Hoffnung der Protestler ist es, auch China, Vietnam und Indonesien dazu zu bewegen, mit dem grausamen Töten der Tiere aufzuhören. Das würde nicht nur den Tieren im Land zugute kommen, sondern allen Tieren, die momentan irgendwo auf der Welt unter den inhumanen Bedingungen leiden [2].

Die moderne Küche orientiert sich allerdings mehr, als uns lieb ist, an den alten Gebräuchen. Nicht dass es sich überall um Hundefleisch handelt. Nein, in der Stadt Mexico City können Touristen des City’s Ferstin de Insectos Comestibles (des City-Festes der essbaren Insekten) lange schwarze Insekten, die in Schokolade gehüllt sind, verkosten. Die Würmer sind tot, und wenn man nicht so sehr darauf achtet, was man sich auf der Zunge zergehen lässt, kann man es fast genießen.

Zumindest haben die Lebensmittel der Ureinwohner sehr viel Proteine. Mexico hat die kulinarische Tradition seiner Vorfahren wiederentdeckt. „Wollen sie Fliegen mit ihrem Gericht?“, fragen sie ihre Kunden. Es gibt Honig-Ameisen, die auf einem Schokoladenstückchen liegen, Pizzas, verziert mit gegrillten Grasshüpfern, Brötchen mit Fliegenlarven und Tocos mit „escamoles“. Die Ameiseneier sind eine Delikatesse, die man auch als Mexikanischen Kaviar bezeichnet.

„Wir versuchen, unsere aztekisch-gastronomischen Wurzeln wiederzuentdecken“, sagt Laurencio Lopez Maya, der Besitzer des Restaurants Tlacoyotitlán. Als Delikatesse findet man auf seiner Speisekarte eine besondere Käfersuppe und chinicuile (Maguye Wurm).

Früher aßen die Azteken 92 verschiedene Insekten. Viele von ihnen galten als Delikatesse. „Als Mexikaner zierten wir uns, sie zu essen, aber nun liegen wir im Trend, sie unseren Kunden anzubieten“, sagt Lopez [3].

Viele schauen bei der Nahrung, die als gesund deklariert wird, am besten nicht so sehr hinter die Kulissen. Nicht alles, was wir konsumieren, fördert unser Wohlbefinden. Die Unverträglichkeit kann auch schon bei Rohkost und Vollkornprodukten auftreten. Man muss dazu keinen kulinarischen Trip in ferne Länder unternehmen.  

Auszug aus dem demnächst erscheinenden Buch „Gentopia, das gelobte Land“ von E. Breburda

Anmerkungen:
[1] Urologenblog: „Ich bin Klempner von Beruf“, Ideologischer Eifer. 2.7.2016BookCoverImage
[2] Koreandogs.com, The south Korean dog meat trade. Compassion through action, 2016
[3] Kroth M.: You want flies with that? Sampling the fare at the Mexican capital’s edible insect celebration. Hemisphere, June 2016

Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin).

Weiterführende Literatur, Artikel und Bücher von Dr. Edith Breburda: http://scivias-publisher.blogspot.com/p/blog-page.html

Ediths Buch-Neuerscheinung REPRODUKTIVE FREIHEIT vom Juni 2015: https://charismatismus.wordpress.com/2015/06/20/neuerscheinungbuch-empfehlung-reproduktive-freiheit-von-dr-edith-breburda/

Dieses sachkundige und zugleich verständliche Buch “Reproduktive Freiheit” (viele bioethische und aktuelle Themen) kann portofrei für 22,30 Euro bei uns bezogen werden: felizitas.kueble@web.de (Tel. 0251-616768)


3 Kommentare on “Gesunde Ernährung – die neue Religion, die ewiges Leben auf Erden verspricht”

  1. Wölfchen sagt:

    Ohne diese Dienstleistungsjobs, die teilweise an den Haaren herbeigezogen sind, wären noch viel weniger Menschen in Brot und Lohn, da durch die Maschinen viele Jobs aus dem produzierendem Gewerbe weggefallen sind. Aber irgendwann ist auch da ein kritischer Punkt für die Wirtschaft erreicht.

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  2. Tafelspitz sagt:

    Dass soviel Ernährungs- und Fitnessapostel Hochkonjunktur haben, liegt einfach daran, dass zu viele Arbeitsplätze im produzierenden Bereich durch Maschinen weggefallen sind und daher ist auch der Ruf nach noch mehr Arbeitskräften durch Massenzuwanderung eine haarsträubende Auslegung zum Rentendilemma, im Gegenteil, das wird noch verschärft durch eine explodierende Arbeitslosenstatistik. Ohne die aus dem Boden gestampften Dienstleistungsjobs wären noch viel mehr Menschen arbeitslos. Ratschläge, die einem der Hausarzt auch geben kann, werden lediglich von Ernährungsaposteln aufgegriffen und entsprechend lobbyistischer Interessen vermarktet. Wozu braucht man eine Schmuckberatung, eine sexologische Beratung, wo Funktionäre den Intimbereich kontrollieren, eine Stylingberatung, wenn es um das alltägliche Leben geht usw.
    Bestes Beispiel für diese unsinnige Entwicklung sind die Grünen, die vor Merkel in der Regierungsverantwortung mit zugestimmt haben, dass unsere Wasserrechte an einen französischen Konzern verkauft wurden, so viel ich informiert bin, und auch für die Massentierhaltung (das ausgerechnet als Öko Partei) gestimmt haben. Das Resultat war, dass viele kleine Landwirte zu Gunsten der Konzerne ihr Land verkaufen oder verpachten mussten, weil sie davon nicht mehr existieren konnten, obwohl sie eine ökologische Landwirtschaft im Gegensatz zur Massentierhaltung (jetzt können die Grünen durch die unverantwortlich geschaffenen Ballungsräume alle Tiere als Klimakiller denunzieren, obwohl es sich hier um ein künstlich geschaffenes Problem handelt) betrieben haben. Der unehrliche Aufschrei der Grünen wegen der Massentierhaltung, wo sie maßgeblich mit dafür gestimmt haben als Juniorpartner der SPD, ist unglaubhaft und warum wurden nicht Subventionen und Fördermittel für die ökologisch arbeitenden Landwirte beantragt, als Stütze der Versorgungs- und Ernährungswirtschaft? Nein, die wurden alle gestrichen und von Gassenhauer zu Gassenhauer an Fördermitteltöpfchen teilweise aus Brüssel umverteilt.
    Bleiben wir bei der Landwirtschaft und ich könnte vor Wut platzen, wenn ich sehe, wie viele fruchtbare Acker- und Waldflächen für diesen Fördermittelboom der Energiestromwende trotz negativer ökologischer Auswirkungen grenzenlos verpulvert wurden, anstatt eine Umweltverträglichkeitsprüfung einzufordern. Die Öko-Partei hat wahrscheinlich im Biologie-Unterricht geschlafen und wichtige Grundkenntnisse verpasst und einen neuen Geschäftszweig erfunden, die sexologische Genderfunktion, die Sexologen als Gouvernanten ermächtigt, in unserem Intimleben zu schnüffeln. Warum ist so viel Hunger in Afrika, weil Kinder nicht unbedingt aus Liebe geboren werden, sondern nach rückschrittlicher religiöser Überzeugung (Clanschaffung) nach Anzahl ein Statussymbol darstellen, wo der Testestorongesteuerte Mann und Gebieter sich rühmen kann, sein Saatfeld (Sure 9, seine Frau) gut bestellt zu haben, obwohl man sie nicht ernähren kann !
    Dies wird irgendwann auf diesem Kurs in Deutschland dazu führen, wird ja kräftig gesponsert dieses Verhalten, dass wir ähnlich wie in China, zwar noch ein wenig Zeit hin, aber trotzdem eine Geburtenkontrolle einführen müssen, um afrikanische Verhältnisse, wo der Hunger tobt, zu vermeiden und auch hier sollte man an die als Sexualobjekte unterdrückten Frauen und die ohne Liebe geborenen Kinder denken und nicht Clans von 10 und mehr Kindern noch kräftig unterstützen. Mit der Degradierung der Kinder als Sexualobjekte und der Verwirrung in ihrer sexuellen Identität versucht man, dem entgegen zu wirken, ohne Skrupel die Würde des Menschen zu verletzen. So wie manche Grüne in der Statur gebaut sind, sind sie weder Veganer noch Vegetarier, aber sie schicken ihre Hungerhaken als Demomodell vor, um den Leuten einzubläuen, fleischlos zu leben, aber verschweigen, dass die Veganer und Vegetarier zum Erhalt ihrer Lebensfunktionen Ergänzungspillen nehmen müssen, die die fehlenden Proteine aus dem Fleisch ersetzen.
    Würde mich nicht wundern, wenn sie jetzt noch von der Pillenindustrie kräftig gesponsert werden und wie war das früher beim Adel, die schlemmten ohne Grenzen von den Gaben der Natur, während der kleine Bürger früher starb und manchmal sich nur an einer Schwarte Speck aus der tierischen Ernährung laben konnte und ein Festtagsbraten war rar. Der Mensch braucht zur Ernährung Proteine aus dem Fleisch und es ist unverständlich, wenn weit entwickelte Industrienationen ihr Wissen der Fleischproduktion gegenüber den asiatischen Ländern vorenthalten haben, die diesbezüglich was Tiere und Tierquälerei angeht, zu Barbaren wurden. Natürlich hat die Fleischindustrie die asiatischen Länder im Visier, so dass wir für diese Profitgier den Gürtel in unserer Ernährung enger schnallen sollen. China ist teilweise überbevölkert und es wäre so einfach, den Asiaten zumindest den Weg für eine ordentliche Landwirtschaft zu zeigen, damit sie sich selbst ohne Tierleid und Tierquälerei versorgen könnten. Dies würde aber die Profite schmälern und während wir demnächst im ungünstigsten Fall Halal werden, sollten wir zum muslimischen Land erklärt werden und diesen Ernährungsvorschriften unterworfen, Schweinefleisch tabu, wird in Asien der Schweinebraten vielleicht zur neuen Blüte und zu neuem Ruhm kommen. Wir werden auch in Sachen Ernährung kräftig manipuliert.

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