Berlin: Beim judenfeindlichen Al-Quds-Marsch waren Hisbollahfahnen verboten

Von Michael Leh

Auf der anti-israelischen Al-Quds-Demonstration in Berlin waren dieses Jahr Hisbollah-Flaggen verboten. Etwa 800 Anhänger der Organisation, deren militärischer Arm auf der EU-Terrorliste steht, zogen über den Kurfürstendamm.

Dort fand zuvor eine Gegendemonstration von Israel-Freunden mit etwa der gleichen Teilnehmerzahl statt. 640 Polizisten mussten dafür sorgen, dass es zu keFoto 1 - Leh für PAZ - Burkas schn DSC_0305inen gewaltsamen Zwischenfällen kam.

Seit 1996 findet jedes Jahr dasselbe üble Spektakel mitten in Berlin statt: Anhänger des Teheraner Mullah-Regimes und der von ihm finanzierten libanesischen Hisbollah („Hizb Allah“ = „Partei Gottes“) demonstrieren mit ihrem Al-Quds-Marsch aggressiv gegen Israel.

BILD: Burka- und Kopftuch-Trägerinnen bei der Demonstration auf dem Kudamm (Foto: M. Leh)

Der Al-Quds-Tag (nach dem arabischen Namen für Jerusalem al-Quds) wurde 1979 vom iranischen „Revolutionsführer“ Ajatollah Ruhollah Chomeini propagiert. Chomeini erklärte die „Befreiung“ Jerusalems zur religiösen Pflicht eines jeden Muslims. Iran und Hisbollah negieren das Existenzrecht Israels und rufen zu dessen gewaltsamer Beseitigung auf.

In den Auflagen des Berliner Innensenats für die diesjährige Al-Quds-Demonstration hieß es aufgrund von Erfahrungen der Vorjahre:

„Es ist untersagt, während der Dauer des Aufzugs Gegenstände – insbesondere Fahnen, Puppen und ähnliche Gegenstände – im öffentlichen Verkehrsraum zu verbrennen. Des Weiteren ist untersagt, Gewalttaten, die darauf gerichtet waren oder sind, Menschen zu töten, zu verletzen oder zu entführen, in Wort, Bild oder Schrift zu verherrlichen oder gutzuheißen bzw. zu solchen Taten aufzufordern. Untersagt ist das Rufen von Parolen wie ,Tod Israel!´ bzw. ,Tod (den) Israelis!´ ,Tod Israel, verflucht seien die Juden und Sieg für den Islam!´ und ,Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein.´“

Untersagt wurde außerdem jedes Werben für die Hisbollah und ihr nahestehende Organisationen: „Kennzeichen, Symbole oder Embleme dieser Organisationen dürfen weder auf Fahnen und Transparenten noch an der Kleidung der Teilnehmer noch auf sonstige Weise gezeigt werden.“  Foto 3 Leh - Gegendemonstration der Israel-Freunde auf dem Kurfürstendamm schn

Ohne die genannten speziellen Verbote wäre es wohl erneut zu offenen antisemitischen Schmähungen und Gewaltaufrufen gekommen.

BILD: Pro-jüdische Demonstration gegen den Al-Quds-Marsch (Foto: M. Leh)

Gezeigt wurden Plakate, auf denen der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und US-Präsident Barack Obama als Mörder bezeichnet oder zum Boykott israelischer Waren aufgerufen oder Israel als „Terrorist“ und „Der wahre Menschenfeind“ bezeichnet wurde.

Demonstranten trugen das Konterfei Chomeinis auf T-Shirts, ganze  Kopftuchgeschwader nahmen teil, auch vollverschleierte Frauen.  Unentwegt skandiert wurde „Zionismus ist Rassismus“. Auch kleine Jungen und Mädchen, unmündige Kinder, hatte man mit solchen Plakaten ausgerüstet.

Palästinensische Fahnen waren häufig. Eine Kopftuchfrau trug die verbotene Hisbollah-Fahne zusammengewickelt um den Hals. Auf der gelben Fahne der Hisbollah ist in der grünen Farbe des Islam eine stilisierte Kalaschnikov abgebildet, in einer Faust erhoben über der Weltkugel.

Wie in den Vorjahren nahmen auch türkische Islamisten an der Kundgebung teil. Wieder waren auch aus Hamburg noch Hisbollah-Unterstützer mit Bussen angereist.

Wie jedes Jahr ließ man zur Staffage dieselben drei ultraorthodoxen Juden auftreten, die den Staat Israel ablehnen und sich willig vor den Karren des Teheraner Regimes spannen lassen, drei bleiche sinistre Gestalten mit Schläfenlocken und riesigen Pelzmützen auf dem Kopf. Da sie am Schabbat nicht reden dürften, verlese man die vorgefertigte Rede von einem der Dreien, erklärte ein Al-Quds-Organisator. RTEmagicC_Frau_Verschleiert_jpg

Auf der Gegenkundgebung am Kranzlereck erklärte Israels Botschafter Yakov Hadas-Handelsman, erst im März 2016 habe der Iran Langstreckenraketen getestet, auf denen stand: „Israel muss ausradiert werden“.

Beim Al-Quds-Tag gehe es angeblich um die Befreiung Jerusalems. „Aber in Wahrheit“, so der Botschafter, „geht es darum, Jerusalem zu islamisieren.“ Jerusalem solle nicht nur „judenrein“, sondern auch „christenrein“ werden.  Bei der Al-Quds-Demonstration am Vortag in Teheran seien auch Fahnen westlicher Staaten verbrannt und Bilder westlicher Staats- und Regierungschefs mit Steinen beworfen worden.

Das American Jewish Committee (AJC) hatte im April enthüllt, dass die künstlerische sowie die pädagogische Leiterin des „Refugee Club Impulse“ (RCI), Nadia Grassmann und Maryam Somaya  Grassmann,  seit Jahren an der Al-Quds-Demonstration in Berlin beteiligt sind.

Der Vater der beiden, Jürgen Grassmann, ein Berliner Ikonenhändler, ist ein Anmelder des Al-Quds-Marsches. Das RCI, ein Theaterprojekt für Flüchtlinge, hatte beim Projektfonds Kulturelle Bildung des Landes Berlin eine Fördersumme von 100.000 Euro beantragt.

Erst nach dem Hinweis des AJC auf die Al-Quds-Aktivitäten der Grassmann-Töchter verweigerte der Berliner Senat die Förderung. Auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters zog erst nach den AJC-Informationen die Nominierung des RCI für einen „Sonderpreis für kulturelle Projekte mit Flüchtlingen“ zurück. „Inwieweit es systematische Versuche der Einflussnahme von Hisbollah-Anhängern auf Flüchtlinge in Deutschland gibt, bleibt indes ungeklärt“, so das AJC.

Unser Autor Michael Leh ist Journalist und lebt in Berlin; Erstveröffentlichung dieses Beitrags in der PAZ (Preußischen Allgemeinen Zeitung)

 


3 Kommentare on “Berlin: Beim judenfeindlichen Al-Quds-Marsch waren Hisbollahfahnen verboten”

  1. Kassandra sagt:

    Die Kanzlerin hat im Schock ein ganz schönes Eigentor geschossen, als sie voller Mitgefühl Erdogan das Bedauern versicherte und gegen die Putschisten wetterte, die ihr Verhandlungsfreund rachelustig wie Vieh behandelt. Erdogan hält nicht viel von Menschenrechten, aber ja, nach dem Putsch wurde fröhlich dieser Tatbestand ignoriert….

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  2. Kassandra sagt:

    Wer die ideologische Geisteshaltung des Ehepaars Erdogan sieht, sie plädiert für den Harem als Schule des Lebens, er hält sich für göttlich und terrorisiert die Christen in seinem Land und hält am Glaubensbild des Propheten Mohammed fest, der alle anders denkenden Menschen zu Ungläubigen erklärt. Die Türkei ist dabei, wie der Iran einst in der Zivilisation eine Rolle rückwärts zu machen und die noch frei erzogene Jugend des Landes wird sich dem Wertebild Erdogans beugen müssen, vorbei mit der Freiheit, die Atatürk einst durchsetzte.
    Auswüchse dieser Geisteshaltung sehen wir auch in Deutschland, wo von der Türkei gesteuerte Islamverbände keine Scheu haben, ihren Judenhass öffentlich zum Ausdruck zu bringen und mit der vollständigen Vermummung der Frauen uns offen die Verachtung unserer hart erkämpften zivilisatorischen Werte zeigen, auch gegenüber den aufgeklärten Muslimen, die sie ebenfalls als Ungläubige betrachten.
    Der deutsch-ägyptische Autor Sammad hat auch in Deutschland Fatwas bekommen (Erlaubnis der Muslime, ihn zu töten) und wenn die Toleranzbesoffenheit so weiter geht, vor der Ex-Muslime und aufgeklärte freiheitliche Muslime warnen, dann sind wir tatsächlich in Gefahr, ein muslimischer Gottesstaat zu werden. Warum beugen einige Richter die Werte der Verfassung zu Gunsten des Scharia Rechtes? Von wem werden sie bezahlt. AK Schmidt warnte vor dieser katastrophalen Entwicklung der Parallelgesellschaften in Deutschland, die Mord und Totschlag bringen werden, und da hilft nur eines konsequente Abschiebungen derer, die unser Gastrecht missbrauchen wollen. Der Schutz des Asylrechtes muss dahingehend auch aufgehoben werden und Banden aus Eritrea (die mehrfach Landfriedensbruch schon in Afrika begangen haben und eben Muslime mit mohammedanischen Wertebild), egal welche Zustände in ihren Heimatländern herrschen, konsequent und schnell abgeschoben werden. Kein friedlich aufgeklärter Muslime noch anders Gläubige sind auch in Deutschland, dank türkischer Steuerung einiger Islamverbände noch sicher. Erdogan hasst alle Ungläubigen in seinem Werteverständnis, will seine einzig wahre Religion durchzwingen und wird Europa noch viel Kummer machen, weil die Türkei in dieser rückschrittlichen Werteauffassung als Beitrittskandidat der EU ein Garant dafür sein wird, dass das Pulverfass Europa endgültig explodiert.
    Die Menschen in der Türkei selbst, die sich ein freiheitliches Werteverständnis erarbeitet haben, werden die ersten Opfer sein. Ungläubige sind im Christentum Menschen, die als Schöpfungskinder die Schöpfung mit Füßen treten und sich nach ihrem Tod vor dem universellen Schöpfervater dafür verantworten müssen und Mohammed hat als Feldherr diesen Begriff so verdreht, dass sich alle Menschen seinem Wertebild unterwerfen müssen, er war ein Plagiator. Unsere Politiker sollten nebst Medien aufhören, diese greifbare Gefährdung der Sicherheit unserer Bevölkerung zu verklären und Frau Käsmann, Bischof und Co. sollten auch mal ihren theologischen Verstand wieder einschalten und die Gefahr für die Christen nicht weiter leugnen, denn sonst klebt das Blut unschuldiger Opfer auch an ihren Händen.

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  3. Adolf Breitmeier sagt:

    Grenzenlose Toleranz führt unweigerlich zur Selbstzerstörung, und WIR sind TOLLLERANT!

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