Vatikan: Wird Kardinal Gerhard Müller nach Mainz abgeschoben?

Die Tageszeitung Oberbayerisches Volksblatt (OVB) berichtet in seiner Internetversion „OVB-online“ vom heutigen 6. August über verschiedene Personalgerüchte im Vatikan, die nicht zuletzt deshalb ins Kraut schießen, weil im September üblicherweise neue Ernennungen oder Postenwechsel an der römischen Kurie stattfinden. 0022

Wie der Autor Ingo-Michael Feth schreibt, ranken sich die „wildesten Spekulationen“ um Kardinal Gerhard Müller, Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre  – und damit dritthöchster Mann in der katholischen Weltkirche (nach dem Papst und dem Leiter des Staatssekretariats).

Laut OVB solle Glaubenshüter Müller  –  den Gerüchten zufolge  –   durch den Wiener Kardinal Christoph Schönborn ersetzt werden. Sodann heißt es weiter: „Der gebürtige Mainzer Müller solle im Gegenzug mit dem  (…) vakanten Bischofsstuhl zu Mainz abgefunden werden. Es wäre eine Sensation, die nicht überall Begeisterung auslösen würde.“

Diese Spekulationen seien einerseits „mit Vorsicht zu genießen“,  erklärt der Autor, andererseits erwähnt er: „Hinter vorgehaltener Hand geben Prälaten jedoch zu, dass die Überlegungen durchaus plausibel scheinen.“

Der Grund hierfür: „Hardliner“ Müller sei dem Papst „bereits mehr als einmal in die Parade gefahren“:

„So soll er vor kurzem dem Redenschreiber des Papstes intern gar „Häresie“ vorgeworfen haben.“ – Zudem habe der Glaubenspräfekt erklärt, seine Kongregation habe die Aufgabe, das päpstliche Lehramt „theologisch zu strukturieren“  –  und das sei, so der OVB-Redakteur, als „Affront“ zu werten.

Abschließend stellt er fest:

„Auffällig ist, dass alle wichtigen Papiere aus der Kurie seit geraumer Zeit am obersten Glaubenshüter vorbeigehen. Auf Beobachter macht der Kardinal seit Monaten einen zunehmend resignierten Eindruck.“

Quelle für die Zitate: http://www.ovb-online.de/politik/vatikan-spekulationen-kardinal-mueller-6641451.html

Foto: Bistum Regensburg


13 Kommentare on “Vatikan: Wird Kardinal Gerhard Müller nach Mainz abgeschoben?”

  1. Zausel sagt:

    Nun ja, Kardinal Müller hat vielleicht noch etwas Glück, wenn er einem Giftmord a la Borgia Clan entgeht oder nicht in ein fremdes Kloster zwangsmäßige eingewiesen wird, um ihn zu kontrollieren.

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  2. Horst sagt:

    Es mag spekuliert sein. Aber vielleicht hat Papst Franziskus an den „Katakomben-Pakt“ erinnern wollen, der am 16. November 1965 von einer Gruppe von Bischöfen während des Zweiten Vatikanischen Konzils in den Domitilla-Katakomben in Rom beschlossen wurde, worin sich die geistlichen Würdenträger „für einen einfachen Lebensstil und zum Dienst an den Armen“ selbst verpflichteten.

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  3. Dorrotee sagt:

    @kassandra
    Der Papst gehört in die Zimmern des Vatikans. Diese sind eigens für den Papst, schon jahrhundertelang, vorgesehen und kosten sicherlich weniger, als eine eigens angemietete Wohnung mit erhöhtem Sicherheitspersonal und Sicherheitsvorkehrungen.
    Jeder Vermieter weiß, leerstehende Räume müssen genauso gepflegt und beheizt werden wie unbewohnte. Selbst das Wasser muss angestellt werden, um nicht Leitungsschäden zu bekommen. Gerade in den alten Gebäuden. Für mich ist das keine Bescheidenheit, sondern eigensinniger Egoismus.
    Es erinnert mich bildlich an eine Familie, die in einem Haus wohnt, und der Vater möchte nebenbei gerne noch eine Wohnung für sich haben. Dieser lebt nun da und die Familie muss für beides die Kosten mittragen. Ist das Bescheidenheit?
    Ich glaube, das können die Menschen am Existenzminimum eher nicht schätzen, wenn sie genauer darüber nachdenken.
    Wasser predigen und Wein trinken, so sehe ich das.

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    • Stella sagt:

      Liebe Dorrotee,
      ja, warum residiert er nicht dort, wo er eigentlich müsste, für mich jetzt gar nicht sooo rätselhaft.
      Abgesehen davon ist nach meiner ganz persönlichen Meinung ohnehin alles nur Show, was er so veranstaltet, aber damit huldigt er andererseits dem Zeitgeist, dem er anscheinend dient.
      Auch mit der demnächst geplanten Heiligsprechung von Mutter Theresa scheint der Himmel nicht ganz einverstanden zu sein:
      http://www.wetteronline.de/wetterticker?postId=post_201608071420989

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    • anonym sagt:

      Papst Franziskus wird wohl am Besten wissen, welche Wohnung für ihn die Richtige ist und wie er Jüngerschaft Jesu leben kann. Ein einfacher Lebensstil ohne Prunk ist sicherlich nicht verkehrt, wenn der Papst damit ein Zeichen für den von Jesus praktizierten und gebotenen bescheidenen Lebensstil setzt.

      Ich denke, dass der Heilige Geist Papst Franziskus bei allen seinen Entscheidungen leitet und unterstützt.

      Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass Gott mit Papst Franziskus das Antlitz seiner Kirche erneuert hat. Papst Benedikt hat zur Erneuerung der Kirche sein Amt freiwillig niedergelegt.

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      • Guten Tag,
        offenbar ist Ihnen die Argumentation von „Dorrotee“ entgangen, wonach die wahre Bescheidenheit darin bestände, sich an den gegebenen Rahmen anzupassen, statt eigenwillige Sonderwünsche anzumelden, welche zusätzliche (!) hohe Kosten erfordern.
        Übrigens gibt es keine katholische Lehre, wonach der Heilige Geist die Päpste „bei allen Entscheidungen leitet und unterstützt“ – ganz unabhängig von der jeweiligen Person des Papstes. Was soll also dieser unkatholische Personenkult?
        Unfehlbar und damit ohne jeden Zweifel sicher vom Heiligen Geist geleitet ist der Papst allein dann (vgl. Unfehlbarkeitsdogma), wenn er im Namen der ganzen Kirche ex cathedra eine göttliche Offenbarung verkündet (ein sog. Dogma), woran alle Katholiken zu glauben haben.
        Ein solches Dogma wurde in den letzten 100 Jahren ein einziges Mal erlassen (Aufnahme Mariens in den Himmel), wobei Papst Pius XII. vorher alle katholischen Bischöfe der Welt befragte, die dazu gerne ihre Zustimmung gaben (obwohl er zu dieser Umfrage nicht unbedingt verpflichtet war).
        Zudem hat Papst Benedikt – eigenen Aussagen zufolge – sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt und nicht, weil etwa seine weitere Amtsführung einer „Erneuerung“ der Kirche im Wege gestanden hätte.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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      • "GsJC" sagt:

        Es ist schon ein Zeichen von Bescheidenheit, wenn eine Straßenbahn in Warschau extra für den Papst umlackiert werden muss, die Fahrt in der Bahn großartig angekündigt und somit zum Medienspektakel wird. Aber der Papst wollte ja nur ganz bescheiden und unauffällig ein Zeichen für den Umweltschutz setzen – mit Lack!

        Zitat
        … wenn der Papst damit ein Zeichen für den von Jesus praktizierten und gebotenen bescheidenen Lebensstil setzt.
        Zitat Ende

        Dann hätte er auf einem Esel reiten müssen und wenn das wegen seiner Hüfte nicht mehr geht, dann mit einem kleinen Zweisetzer hinter dem Esel.

        ————–

        Da liegt der „kölsche Franziskus“ Woelki auf der gleiche Linie. Der lässt auch für viel Geld ein Boot durch Europa karren, um den Leuten dann zu erzählen, dass er die Unterwäsche bei all dem Überfluss an Bekleidung noch nicht mitgezählt hätte.

        MfG

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    • Kassandra sagt:

      Dorrotee, danke, diesen Blickwinkel hatte ich bei dem ganzen Medienrummel um den ach so bescheidenen Franziskus nicht in Betracht gezogen, er ist aber richtig. Wahrscheinlich hält es dieser Papst nicht aus, in den für ihn gedachten Räumen zu leben, wo er doch Christie Botschaft für seine eigenen Machtinteresse einer einheitlichen Weltkirche (befürwortet 50 Gebote der UNO, anstatt die 10 Gebote der Bibel zu achten, unterstützt die ehrgeizigen Ziele der UNO, die sich über die Menschheit als Wächter erheben will, anstatt seine christliche Herde zu schützen und zu verteidigen). Seine Unbescheidenheit sprengt jeden Rahmen, wenn auf die Umlackierung der Straßenbahn Staatsgelder fließen müssen, obwohl der Vatikan Finanzen hortet usw.) durchzwingen will, entgegen der Botschaft Christie. War er einmal in den Ländern verfolgter Christen, um sie zu trösten, wie es seine Aufgabe wäre, nein, trotz Bitte irakischer Christen um Beistand.

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  4. Anonymous sagt:

    Interessanter Fakt ist doch, dass Kardinal Müller dem Redenschreiber des Papstes „Häresie“ vorgeworfen hat.
    Interessant auch der Satz über Kardinal Müller, er sei dem Papst mehr als einmal in die Parade gefahren.
    Parade ist die richtige Ausdruckweise für das Auftreten unseres arm daherkommenden Franziskus, der es nicht nötig hat, in den Vatikan zu ziehen und auf dem Weltjugendtagtag unbedingt mit der S-Bahn von Krakau fahren muss.
    Der Sicherheitsapparat wird dann um einiges aufgestockt und verängstigt, und das Papamobile steht gepanzert am Strassenrand. Ganz zu schweigen von den grottenschlechten Interviews des Papstes.

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  5. zeitschnur sagt:

    Gerüchte sind erst mal Gerüchte. Warten wir es ab. Wir haben allerdings in den vergangenen dreieinhalb Jahren immer wieder mal Nachrichten gehört, in denen F. den Kardinal Müller offenbar mit Imperatorgehabe zurückgepfiffen hat; wenn es sein musste, ließ er ihn auch mitten aus einer von ihm zelebrierten Messe herausrufen, um ihm am Telefon der Sakristei irgendetwas an den Kopf zu knallen…

    Kardinal Müllers Bemerkung jedoch, die Glaubenskongregation müsse das päpstliche Lehramt theologisch strukturieren, ging tatsächlich fomal zu weit. Diese Demütigung wird F. mit Sicherheit nicht einfach geschluckt haben. Müller hätte damals entweder den Mut haben sollen, öffentlich zu erklären, dass die päpstlichen Äußerungen unhaltbar weil häretisch sind, oder er hätte schweigen müssen. Entweder oder.

    Es ist m.E. die Tragik unserer Tage, dass die Kardinäle, die am ehesten das Recht und die Autorität hätten, die Häresien, die F. entweder selbst vertritt oder durch Redenschreiber vertreten lässt und absegnet, nicht wirksam und deutlich öffentlich als solche benennen. Es sind Andeutungen, Gegrummel oder Stellvertreterkriegerei: Ganz schräg finde ich dabei Kardinal Burke, der partout zwar „meckert“, aber die Schuld und Verantwortung grundsätzlich denen zuschiebt für die Misere, die dafür nun nicht oder nur unter ferner liefen verantwortlich sind: die Laien und insbesondere die Frauen, obwohl letztere in Lehramtsfragen ja bekanntlich vollkommen ausgegrenzt sind… Die Hauptübeltäter, nämlich den Großteil des irregeleiteten Klerus und den Papst spart er dagegen sorgsam aus. Und bei einer solchen Art von „Widerstand“ kann nichts herauskommen.

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  6. Sorge sagt:

    Bevor wir in die Endzeitstimmung übergehen, wie ich impulsiv bereit bin zu tun, sollen wir vielleicht in demütiges Gebet begeben, um Erkenntnis vom Heiligen Geist zu bitten: was will Gott uns damit mitteilen? Und was will ER von uns? Was sollen wir tun?
    „Damit“ meine ich den Zustand unserer Kirche, und der Zustand unserer Welt mit dem drohenden Islam.

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  7. Kassandra sagt:

    Wen wundert es, wenn der Vatikan nach immer mehr Reichtum strebt, dem naiven Volk Armut und Barmherzigkeit predigt, aber selbst die Tantiemem hortet, um dem Globalisierungsziel etwas näher zu kommen? Die Bescheidenheit von Franziskus, nur weil er sich nicht in den protzigsten Zimmern des Vatikans aufhält, aber immer noch komfortabel im Luxus, wissen besonders die Menschen am Existenzminimum sehr zu schätzen, ein Lacher.

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