Muslimischer Prinz und jüdischer Theologe verteidigen Christen im Nahen Osten

Das Christentum gehört zum Nahen Osten und darf dort nicht ausgelöscht werden. Das schreiben der muslimische Prinz Hassan von Jordanien (er erhielt 2008 den Augsburger Friedenspreis) und der jüdische Theologe Edward Kessler in einem gemeinsam verfaßten Beitrag für die britische Zeitung „Telegraph“. Kreuzkuppel

Sie betonen, daß das Christentum im Nahen Osten entstanden ist und seit 2000 Jahren ein wesentlicher Bestandteil dieser Region sei. Christliche Gemeinschaften seien für die Entwicklung der arabischen Kultur und Zivilisation wesentlich gewesen. Deswegen sei es abstoßend, grausame Angriffe auf die Christen  –  etwa durch die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS)  –  sehen zu müssen.

Wenn das Christentum an seiner Geburtsstätte verloren ginge, wäre dies, so die beiden Verfasser, „ein Hammerschlag für unser gemeinsames Erbe“ im Nahen Osten. Es sei nun die wichtigste Aufgabe, einen Beitrag zur Beendigung des haßerfüllten und selbstzerstörerischen Konfliktes zu leisten.

Quelle und vollständiger Text hier: http://www.idea.de/menschenrechte/detail/prinz-von-jordanien-zerstoerung-des-christentums-waere-ein-hammerschlag-98045.html

Foto: Petrusbruderschaft

 


6 Kommentare on “Muslimischer Prinz und jüdischer Theologe verteidigen Christen im Nahen Osten”

  1. zeitschnur sagt:

    Schauen wir uns die Regionen an, in denen der Islam alle anderen Religionen ausgelöscht hat. Schauen wir einmal dahin, wo einst Christen waren und heute nur noch Muslime:
    Etwa an der Seidenstraße weit im Osten – früher blühende mulitkulturelle Städte mit hohen Christenanteilen, buntes Leben, hohe Geistesleistungen, Weltläufigkeit und Schönheit – heute ist dort nur noch Wüste, Öde und Islam.
    Schauen wir uns das so hochtrabend angestrebte Heimatland der indischen Muslime an. Einst lebten sie mit den Hindus, Jainas und Christen und den Sikhs, die ihr penetrantes Dominanzgehabe lange schon konterkarierten, und wie in Indien heute erging es ihnen vergleichsweise gut. Schauen wir ihre Sonderheimat in Pakistan an: geistiger und wirtschaftlicher Niedergang von Anfang an, Mord und Totschlag, ja, selbst ihre eigenen positiven mystisch-islamischen Sufi-Traditionen haben sie inzwischen fast zum Erlöschen gebracht.
    Schauen wir weiter, überall dahin, wo keine Christen mehr sind: Niedergang, Öde, Mord und Hass.

    Wenn der vordere Orient christenleer wird, wird er anschließend in wenigen Jahren oder Jahrzehnten untergehen. Der Islam hat so wenig Kraft. Immerzu lebte er vom Konto anderer Kulturen, insbesondere der christlichen, der jüdischen, aber auch der Hindukultur und selbst vom Buddhismus. Die letzte Erinnerung an den Buddhismus in Afghanistan wurde von ihnen gesprengt (Bamiyan), und seither ist noch mehr Unfrieden dort als je zuvor.

    Sehen wir uns diese Realitäten an: Wo der Islam alleine ist und alles andere ausgerottet hat, ist Niedergang und Tod. Sehen wir nach Somalia, sehen wir, wie Indonesien sich radikalisiert, seine letzten Christen und Hindus ausrottet … und in Chaos und Terror versinkt.

    Nein, es sieht nicht gut aus, nicht für die durch den Islam Gequälten, vor allem nicht gut für die islamischen Völker. Sie suchen neue Länder, in denen sie deren Kontostand für sich aufzehren können…

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    • Bernhard sagt:

      Bei aller Empörung über die Vorgänge im Nahen Osten: Das ist doch sehr übertrieben und einseitig.

      Die Seidenstraße bzw. ganz Zentralasien hat einen Niedergang erlebt. Die Gründe sind vielfältig, wie z.B. die Eroberung durch die Mongolen, die Abschottung und zeitweise Schwäche Chinas und nicht zuletzt die Eroberung durch Russland und die Sowjetherrschaft. Den Niedergang kann man m.E. keineswegs dem Islam allein anlasten.

      In vielen islamischen Ländern gibt es heutzutage viel Gewalt, und der Islam mag „wenig Kraft“ haben. In der Vergangenheit war das aber ganz anders. Im europäischen Mittelalter lag Europa in weiten Bereichen kulturell darnieder (es gab Ausnahmen, z.B. in der Architektur und der Buchkunst), in den muslimischen Gebieten blühten hingegen Wissenschaften, Medizin und Philosophie. Nach der Rückeroberung Andalusiens und der Vertreibung aller Juden und Muslime kam es in ganz Spanien zu einer geistigen Erstarrung und Verarmung, und in der weiteren Entwicklung zu der grausamen Ausplünderung und Versklavung eines ganzen Kontinents. Die Conquistadores waren mindestens so grausam wie heutzutage muslimische Extremisten.

      Nicht vergessen werden darf, dass die islamische Welt mindestens einhundert Jahre, teilweise noch viel länger, von europäischen Mächten beherrscht wurde. Was haben die Kolonialherren dann an Kultur und Fortschritt gebracht? Wenig. Vielmehr haben sie diese Länder klein und ungebildet gehalten und ausgeplündert.

      Die Aussage, dass Indonesien „seine letzten Christen und Hindus ausrottet“, ist auch reichlich übertrieben. Zwar hat es in der jüngsten Vergangenheit mehr Angriffe gegen religiöse Stätten und auch Menschen gegeben, von „Ausrottung“ kann aber keine Rede sein.

      Ich will die gegenwärtigen Probleme und die Bedrohung durch den gegenwärtigen Islam, die real existiert, nicht kleinreden. Trotzdem sollte man aber fair bleiben.
      Ich bin auf diesem Gebiet etwas empfindlich, weil ich in asiatischen Internetforen von besonders „patriotischen“ Zeitgenossen ganz ähnliche Vorwürfe gegen Christen gelesen habe, wie hier pauschal gegen Muslime und den Islam erhoben werden.

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      • zeitschnur sagt:

        Sie mögen es übertrieben finden – ich habe aber den Eindruck, dass Sie das, was ich meinte, nicht ganz verstanden haben. Ich sagte ja nicht, dass in einen Niedergang nicht auch andere Faktoren einfließen. Auch sagte ich nicht, dass Christen weniger grausam waren als Muslime. Um all das geht es nicht. Im übrigen eine Korrektur: Europa hat die islamische Welt nicht 100 Jahre kolonisiert. Das ist schlicht historisch falsch: das Osmanische Reich ging erst 1918 unter, und wenn Europäer im Nahen Osten waren, dann als Schutzmächte der dortigen Christen bzw. im Maghreb, nachdem von dort aus jahrhundertelang Raubüberfälle und Sklavenzüge an die europäischen Küsten durchgeführt worden waren. Was heute viele nicht wissen wollen: islamische Piraten haben regelmäßig Christen geraubt und versklavt. Frankreich besetzte daraufhin diese sogenannten „Barbareskenstaaten“, die ausschließlich von der Piraterie und dem Sklavenhandel lebten. Seither wurden keine Europäer mehr versklavt…

        Ich sagte jedoch etwas anders: Der Islam lebt vom Konto derer, die er unterjocht. Ist das Konto leergefressen, geht dort alles nieder. Er hat selbst irgendwie keinen fruchtbaren Geist. Was immer in Spanien an Ungutem passiert, ist nach der Reconquista (Frage nach Ursache und Wirkung aber bitte nicht vergessen – die Muslime waren nicht durchweg tolerant – das sind historische Legenden!), Spanien bzw. ganz Europa, wie Sie ja sinnigerweise behaupten (!), ist deshalb nicht niedergegangen, sondern erlebte neue Blütezeiten. Und das ist der Unterschied. Hat der Islam einmal alles vernutzt, was er vorfand, gibt es keinen Fortgang mehr. Das Land versink in Chaos und Erstarrung.

        Wenn Sie die ach so fortschrittlichen islamischen Wissenschaften im Mittelalter erwähnen – auch das ist ein altes Märchen, das längst widerlegt ist. Erstens zehrte die islamische Welt damals immer noch reichlich vom antiken und christlichen Erbe! Und ihre großen Wissenschaftler waren in aller Regel sogar Juden oder Christen in islamischen Diensten. Dass es auch ein paar kluge Muslims gab, steht dem ja nicht entgegen. Aber der Trend dieser Religion verhindert ein solches Fortkommen. Klar wusste der eine oder andere Kalif, dass Wissen Macht ist…

        Die abendländische Selbstabwertung zugunsten einer angeblichen islamischen Überlegenheit ist nur typisch für unsere Zeit. Man muss all diese Dinge diffenrenzierter sehen: sicher kam Aristoteles wieder nach Europa über die Araber (aber Vorsicht: deswegen war er kein Muslim!!!). Seine totale Integration in die Scholastik aber hat uns vielleicht auch mehr Probleme als Hilfen eingebracht? Wie viele Irrtümer schleppte die abendländische Gesellschaft aufgrund dieser Irrlehren weiter – angefangen von der Unbeseeltheit des Fötus über die Behauptung, die Frau sei kein eigenständiger Mensch bis hin zu… Eine unkritische Hochlobung „der“ Scholastik hat doch ebenfalls zu einer Erstarrung der Theologie geführt – auch das verdanken wir also den „Arabern“, wenn auch mit einer jahrhundertelangen Verspätung…

        Gut erkennbar ist aber an dem Beispiel, dass der Islam benutzte, was er vorfand. Zeigen Sie mir, ob er eine vergleichbare Philosopie wie die Scholastik hervorbrachte, die ja auch große Fortschritte erzielen konnte zu ihrer Zeit…

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      • Guten Tag,
        ich stimme Ihnen völlig zu und zitiere hierzu aus meiner Besprechung des Buches „Muslime und Christen“ des für seine differenzierte Sichtweise bekannten vatikanischen Islam-Experten Prof. Samir Khalil Samir:
        „Vielmehr liefert dieses fundierte Interview-Buch auch neue Informationen über den bislang kaum bekannten (allenfalls in fachwissenschaftlichen Kreisen geläufigen) enormen Beitrag arabischer Christen in kultureller, sprachlicher und literarischer Hinsicht – und dies beginnend mit der Spätantike über Mittelalter und Neuzeit bis in unsere Gegenwart.
        Vieles, was nach der durchaus unzutreffenden Devise „arabisch = islamisch“ leichthin dem Islam als Leistung angerechnet wird, geht in Wahrheit auf das kulturell und philosophisch hochstehende Wirken von Christen arabischer Sprache und Herkunft zurück. Dieser äußerst wichtige, auch für den interreligiösen Dialog bedeutsame Aspekt wird in diesem Buch präzise herausgearbeitet.“

        Quelle: https://www.amazon.de/Muslime-Christen-Geschichte-Perspektiven-Nachbarschaft/dp/3867441804
        Was im Westen zudem auch oft vergessen wird: Fast ganz Ostafrika wurde jahrhundertelang von arabischen Sklavenhändlern ausgebeutet. – Wir haben meist nur den europäischen oder amerikanischen Kolonialismus im Auge, daher diese ständige Verklärung der islamischen Vergangenheit.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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      • Bernhard sagt:

        Muslime haben vieles von früheren Kulturen übernommen, muslimische Reiche sind aufgestiegen und wieder verfallen. Genau so wie alle anderen Kulturen und Reiche vor und nach ihnen. Ob da ein wesenhafter Unterschied ist, wage ich zu bezweifeln.
        Und zumindest in manchen Bereichen gibt es sehr wohl eine typische islamische Kultur. Immerhin gibt es die typische islamische Baukunst, islamische Dichtung etc. Dass auch viele Christen und Juden in muslimischen Diensten waren, ändert daran nur bedingt etwas.
        Die „christlichen“ Reiche nach der Völkerwanderung hingegen ließen große Teile des antiken Erbes erst einmal vergammeln.

        Was Sie über den Islam behaupten, trifft nach meiner Einschätzung genau so auf das „katholische“ Südamerika zu: Anfangs profitierten die Eroberer noch von den Einheimischen und auch von der mitgebrachten Kultur, jetzt scheint dieses Erbe aufgebraucht, und es ist nichts mehr geblieben als Anarchie, Korruption und Gewalt.

        Einige andere Punkte möchte ich nur kurz ansprechen:

        Manche arabische Länder waren sehr wohl 100 Jahre lang Kolonien. Algerien zum Beispiel kam 1847 endgültig unter französische Herrschaft und wurde erst 1962 unabhängig.

        Man muss auch unterscheiden zwischen dem antiken und dem christlichen Erbe. Vieles an zivilisatorischen Leistungen (siehe Aristoteles) stammt aus der „heidnischen“, vorchristlichen Zeit.

        Man kann den Islam schlecht für Fehlentwicklungen in der Scholastik verantwortlich machen. Der Überbringer einer Idee ist nicht dafür verantwortlich, was der Empfänger daraus macht.

        Zu guter Letzt, und ohne das als Totschlagargument zu verstehen:
        In Deutschland hat schon einmal eine Ideologie einer Volksgruppe genau das vorgeworfen, selbst nichts hervorzubringen, sondern auf Kosten anderer Zivilisationen zu leben.

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  2. verratener Christ sagt:

    Ich kann nur sehr begrüßen, das Menschen mit Vernunft sich auch trotz religiöser Unterschiede zu einer Kultur und ihren historischen Wurzeln bekennen. In Deutschland, wenn wir nicht aufpassen, werden die historisch kulturellen Wurzeln, aus der viele Humanisten hervorgingen, leider brutal durch manch Politiker immer mehr zerstört.

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