Cannabis ist keine „sanfte“ Droge – Kritik am Ruf nach einer Legalisierung von Hasch

Von Christa Meves

Am Rande eines mit hohen Latten umgrenzten Feldes steht ein alter Kirschbaum. An einem seiner breiten Äste hängt eine menschliche Gestalt: ein als Ökobauer ins Strafregister eingetragener Mann. Der Termin für die Verhandlung im Gericht findet sich noch in seiner Hosentasche. Er wird des langjährigen Anbaus von Cannabis bezichtigt – zu Recht, wie er wusste. Meves

Er hinterlässt eine zerstörte Familie. Er selbst und seine drei Söhne waren bis heute jahrelang abhängig von einer hohen Dosis Hasch. Einer davon ist bei einem Unfall umgekommen. Entzugsversuche durch Behörden in entsprechenden Einrichtungen haben die Kinder nicht clean gemacht bzw. ihnen Schulabschlüsse ermöglicht. Die Mutter lebt in einem psychotischen Zustand in psychiatrischen Kliniken.

„Aber Hasch ist doch das Wundermittel gegen depressive Zustände und Schmerzen aller Art“, sagt einer der Jugendlichen zu mir. Seine eigenen Panikattacken hält er für psychisch bedingt, da er der Erste war, der den erhängten Vater entdeckte. Dass langjähriger Haschkonsum die Leistungsfähigkeit des Gehirns mindert, ist ihm angeblich noch nie untergekommen…

Das ist nur einer der oft dramatischen Fälle einer an die Droge ausgelieferten Familie.

Zur Zeit ist die Diskussion darüber nun aus der lange unter der Decke gehaltenen Debatte in die Öffentlichkeit gelangt: Da ist eine Lobby mit dem Schrei nach Entkriminalisierung des Umgangs und des Anbaus von Hasch sogar unter manchen Richtern und Rechtsgelehrten. Da gibt es zwar endlose Anträge an die Regierung zur Verschärfung der Rauschgiftgesetze. Aber andere plädieren für die vollständige Freigabe der „sanften Droge“.

Die Regierung unter Federführung des Gesundheitsministers Hermann Gröhe hat sich jetzt zum Plädoyer für die partielle gesetzliche Freigabe der Droge durchgerungen: Allerdings allein als Medikament und mit Hilfe staatlicher Kontrollen soll der Anbau von Cannabis in Zukunft erlaubt sein.  prolifeusa

Niedersachsen ist das Bundesland, in dem seit Jahren der illegale Anbau von Hanf – angeblich sogar in Großplantagen – boomt, womit sich bereits ein lukratives Geschäft entwickelt habe; noch im Januar diesen Jahres seien in Hannover, Lüneburg, Leer etc. große Anbauflächen von der Polizei entdeckt und ausgehoben worden, wird von dort berichtet.

Ist die Entkriminalisierung des Cannabis durch die Regierung darauf eine angemessene Reaktion? Muss an das Ministerium also nicht eher die Frage gerichtet werden, ob damit nicht abermals mit scheinbar plausibler Begründung ein weiterer Rubikon überschritten ist: einer zur allgemeinen Legalisierung der süchtig machenden Droge und damit der Schritt zu einer weiteren Schädigung der allgemeinen Gesundheit der Bevölkerung? Gehen wir damit nicht auf philippinische Verhältnisse zu?

Sind solche Vorgänge in unserer Republik nicht schon oft genug mit ähnlichen positiv scheinenden Begründungen eines wirksamen staatlichen Schutzes enthoben worden? Man denke nur an das Tolerieren der Abtreibung, an das Plausibel-Machen der Euthanasie und jetzt den Eingriff ins Genom mit der Begründung einer dadurch scheinbar verbesserten Gesundheit der Nachkommen?
 
Wir sollten aus der Erfahrung lernen. Vor 1969 gab es hierzulande keine Rauschgiftprobleme. Wäre es nicht damals nötig gewesen, die Tore vor den Massentransporten aus Afghanistan etc. zu schließen? Wachen wir in später Stunde nicht endlich auf in Bezug auf das Einschleichen hintergründiger Böswilligkeiten, die nicht der Gedeihlichkeit unserer Gesellschaften in Europa dienen, sondern letztlich ihre Vernichtung anstreben?

Unsere Autorin Christa Meves ist Psychagogin und Bestseller-Autorin; sie leitet den Verein „Verantwortung für die Familie“, online finden Sie dort weitere Artikel: http://www.vfa-ev.de/newsl.htm

Weitere Infos zu Cannabis und Co:
https://charismatismus.wordpress.com/2014/10/26/suchtexperte-warnt-vor-cannabiskonsum/
https://charismatismus.wordpress.com/2014/07/09/mega-studie-schadliche-folgen-von-cannabis-konsum-vor-allem-bei-jugendlichen/


3 Kommentare on “Cannabis ist keine „sanfte“ Droge – Kritik am Ruf nach einer Legalisierung von Hasch”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Zeit-Fragen > 2019 > Nr. 2, 15. Januar 2019 > Goldgräberstimmung in der Cannabisindustrie Goldgräberstimmung in der Cannabisindustrie von Dr. rer. publ. Werner Wüthrich

    https://www.zeit-fragen.ch/de/ausgaben/2019/nr-2-15-januar-2019/goldgraeberstimmung-in-der-cannabisindustrie.html

    Cannabis-Legalisierung– wer profitiert davon? von Prof. Dr. med. Jürg Barben, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, speziell Lungenerkrankungen

    https://www.zeit-fragen.ch/de/ausgaben/2019/nr-2-15-januar-2019/cannabis-legalisierung-wer-profitiert-davon.html

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  2. Adolf Breitmeier sagt:

    Haschisch führt zur Idiotie, zu Gehirnmatsch. Jede Freigabe von Rauschgiften ist eine Versündigung an den (labilen) Menschen. Gegen Alkohol und Nikotin kann man wohl nichts mehr unternehmen, aber man sollte keine ,,neuen“ dazu kommen lassen, Alkohol und Nikotin richten schon genug Unheil an.

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  3. zeitschnur sagt:

    Das ist alles bedenkenswert, aber zu sagen, es habe vor 1969 keine Rauschgiftprobleme gegeben, ist doch etwas sehr beschönigend…

    Nicht nur der Niedergang zahlreicher Morphiumsüchtiger schon im 19. Jh, nein, auch der Opiumkonsum war im Westen bekannt, einige römische Kaiser waren nach dem Stand der Wissenschaft opiumsüchtig, etwa Nero… und ich denke, dass der Alkohol mindestens genauso viele Familien zerstört,… wer kennt nicht das gewöhnliche Familiendrama, bei dem die Mutter die ganze Familie mit Geld und allem anderen versorgen muss, während der Vater jeden Abend säuft und anschließend zu Hause noch gewalttätig agiert, keiner geregelten Tätgikeit mehr nachgeht und auch äußerlich verkommt? Unsere Geschichtsbücher sind voll von diesem Drama, Wilhelm Busch hat es zynisch gezeichnet… Und in anderen Ländern ist das viel gravierender als bei uns, vor allem in Russland, aber auch den Nordstaaten und auch Japan. Ich habe in Asien männliche Säufer gesehen – das war ein totales Grauen, so was hab ich hier noch nie in der Öffentlichkeit am hellichten Tag gesehen. Und was ist mit den Pilzdrogen, die auch lange vor 1969 konsumiert wurden hier? Und wie war das mit dem suchtkranken Hermann Göring?
    Mescalin war vor 1967 noch legal und verbreitet als Heilmittel.

    Es wäre eher zu fragen, ob Cannabis „zwingend“ süchtig macht, womöglich schon nach einmaliger Einnahme, wie Opium und Mescalin, oder ob es in Maßen genossen wie der Wein einfach nur das Leben etwas versüßt. Immerhin rauchen im Orient sehr viele Männer ein wenig „Kiff“, trinken aber dafür nicht – und sie sind nicht alle zerstörte Existenzen.
    Und was ist mit den vielen Leuten hier, die esssüchtig sind und doppelt soviel wiegen, als sie wiegen dürften? Auch diese Sucht hat rasant zugenommen. Ich kann mich nicht erinnern, in meiner Kindheit so viele wirklich extrem adipöse Leute gesehen zu haben wie heute, auch gerade unter ganz jungen Leuten…

    Es hat schon etwas Absurdes, wenn man Cannabis übermäßig kriminalisiert, all das was ihm möglicherweise aber vergleichbar wäre, verharmlost und damit gute Geschäfte macht.

    Für uns Christen gilt: Maß zu halten in allen Dingen und das zu meiden, was uns nachweislich und aufgrund der sicheren Erfahrung und objektiven Forschung IMMER schaden. Eine solche übereinstimmende Forschung zu Cannabis liegt aber nicht vor, sondern eine umstrittene Einschätzung, die etwa der des Konsums von Alkohol und Tabak entspricht.

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