Bischof Paul Hinder will lieber ein islamisches als ein religionsloses Europa

Von Felizitas Küble

Wie die evangelikale Webseite „Jesus.ch“ am 12.9.2016 berichtet, hat Paul Hinder, ein aus der Schweiz stammender katholischer Bischof von Süd-Arabien, in diversen Interviews erklärt, er halte ein islamisches Europa für ein kleineres Übel als ein religionsloses.bildma1

Abgesehen davon, daß diese „Alternative“ nach einer Wahl zwischen Pest und Cholera riecht, erscheint es mir äußerst fraglich, ob uns Christen ein islamisches Europa „lieber“ sein sollte als ein atheistisches.

Erinnern wir uns: Dieser katholische Oberhirte der „Vereinigten Arabischen Emirate“ hat noch im Dezember 2008 den Muslimen in der von ihm betreuten Region „dringend“ von einem Übertritt zum Christentum abgeraten.

Gegenüber der Schweizer „Weltwoche“ erklärte er, ein solcher Schritt sei für einheimische Muslime viel zu gefährlich, denn diese Personen könnten ihren christlichen Glauben nicht ausüben und müßten mit beruflichen Schwierigkeiten rechnet. Wenn jemand trotzdem Christ werden wolle, bleibe ihm nur die Auswanderung.

Obwohl die Arabischen Emirate im Vergleich etwa zu Saudi-Arabien oder dem Iran (ganz zu schweigen von der Schreckensherrschaft des IS) noch als gemäßigt erscheinen, rät also ein katholischer Bischof sogar in jener Gegend von einem Glaubenswechsel ab. (Quelle: http://www.jesus.ch/content/bischof-von-arabien-r%C3%A4t-vom-glaubenswechsel-ab)

Derselbe Oberhirte erzählt aber acht Jahre später, ein islamisches Europa sei nicht so schlimm wie ein religionsloses, obwohl sich die islamische Welt in der Zwischenzeit weiter radikalisiert hat.

Der Bischof hat zwar recht, wenn er seine Besorgnis darüber äußert, „dass Europa seine christlichen Wurzeln allmählich preisgebe“.  –  Aber die Klagen über eine Verweltlichung des einstmals „christlichen Abendlandes“ dürfen nicht dazu führen, den Islam als eine Art unausweichliches Schicksal hinzunehmen oder gar noch als vermeintlich kleineres Übel schönzureden. IGFM_Scharia

Als der Bischof darauf hingewiesen wurde, daß es auch in einem verweltlichen, religionslosen Europa noch moralische Werte geben könne wie Gewaltfreiheit oder Solidarität, stimmte er einerseits zu, gab aber zugleich zu bedenken, ob solche Werte ohne ihre christlichen Grundlagen auf Dauer Bestand hätten.

Zudem stellte er klar, wenn ihm der Islam  lieber sei als der Atheismus, habe er einen „positiven Islam“ vor Augen (was immer das sein mag?!). Er räumte freilich ein, daß man im Islam noch „Gewaltpotential aufarbeiten“ müsse, wie es die Christen bereits getan hätten.

Meiner Ansicht nach verniedlicht der Bischof dennoch den Islam, einmal abgesehen davon, daß es leichter ist, einen Atheisten zum Christentum zu führen als einen Moslem. Der Atheist weiß, daß er ungläubig ist, das Christentum also für ihn noch infrage kommen könnte, die Tür zum Glauben ist nicht grundsätzlich verschlossen. Der Religionslose empfindet vielleicht durchaus sein Vakuum, seine metaphysische „Leerstelle“, vor allem, wenn er ein Agnostiker ist.

Der überzeugte Moslem hingegen ist in einer anderen Situation und ein „Abfall“ vom Islam äußerst schwierig  – nicht nur äußerlich (weil der Koran dies strikt verbietet), auch von den inneren Voraussetzungen her. 

Dazu kommt, daß bei einem islamisches Europa  – im Unterschied zu einem „nur“ religionslosen  – neben den Christen auch Juden, Ungläubige und Homosexuelle unterdrückt oder gar verfolgt würden – ganz zu schweigen von der Knechtschaft für die Frauen. Daher wäre ein atheistisches Europa sehr wohl unterm Strich das kleinere Übel – aber zweifellos auch ein ÜBEL.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


5 Kommentare on “Bischof Paul Hinder will lieber ein islamisches als ein religionsloses Europa”

  1. D sagt:

    Langsam frage ich mich, wer eigentlich unsere humanistischen Werte verscherbelt, die neue
    Linke oder die unterwanderte SPD und die Grünen sowieso. Dabei würde ich niemanden von den dreien wählen.

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  2. Osterglocke sagt:

    Peter Scholl- Latur hat mal irgendwann im Fernsehen gesagt, dass den Muslimen Christen lieber sind als ein nicht an Gott glaubendes Volk.

    Muslim, Jude oder Christ – in erster Linie sollten die Menschen in Frieden miteinander leben.

    Die Mehrheit der Christen befindet sich im Dornröschenschlaf und nicht einmal die „eigenen“ können sie wecken. Da will ich keinen Unterschied zwischen dem Papst und jedem Kirchgänger machen.

    Jetzt kommen die fanatischen Islamisten und bisher schaffen es noch nicht mal die, die Christen wachzurütteln.

    Ich mag keine extreme, keine fanatischen Menschen – sondern einfach das „bißchen Frieden“ im Alltag.

    Auf der einen Seite steht die bis auf die Augen verhüllte Frau und auf der anderen Seite die Frau, die nichts anhat außer dem Gurt ☺ Dies ist nur ein Beispiel.

    Das ganz Normale liegt irgendwo in der Mitte.

    Gibt es einen Schöpfer oder nicht? Diese Frage beantworten immer mehr Menschen mit NEIN und darin liegt das Problem.

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  3. Adolf Breitmeier sagt:

    Ich bin Agnostiker (oder glaube es zu sein). Dem Bischof kann man in einer Sache zustimmen: dass es für einen Mohammedaner lebensgefährlich ist, sich in einer islamischen Umwelt zum Christentum zu bekennen. Aber ein islamisches Europa käme einer kulturellen Wüste gleich. ,,Unser“ Rechtsystem, unsere ethischen und moralischen Werte mit griechischen, römischen, germanischen, jüdischen und christlichen Wurzeln (können alle problemlos zurückverfolgt werden) bedingen und fördern eine völlig andere Lebensart als der Islam.
    Fortschritt und Wandel gab es nur im NICHTISLAMISCHEN Teil der Welt, Freiheit der Gedanken und Freiheit des Lebensstils, Individualität, Neugier auf Veränderung, Wissensdrang, Gleichberechtigung (die eine Hälfte der Menschen, nämlich die Frauen, wären vom öffentlichen Leben, von Bildung und Wissenschaft, im Prinzip ausgeschlossen, es gäbe für sie keine freie Partnerwahl und damit entfiele ein wesentlicher Teil der genetischen Auslese) – und wer weiß was noch für ,,Kleinigkeiten“ würden entfallen.
    Islam und Menschenrechte (die ja auf den Pfeilern der oben genannten ,,Traditionen“ beruhen) passen einfach nicht zusammen. Selbst die ,,islamischen“ Menschenrechte NEGIEREN die Grundrechte aller Andersgläubigen – und ,,knebeln“ sogar die eigenen Anhänger.
    Kairoer Menschenrechte, Artikel 24 und 25 besagen:
    Alle Rechte und Freiheiten, die in dieser Erklärung genannt wurden, unterstehen der islamischen Scharia.
    UND: Die islamische Scharia ist die einzig zuständige Quelle für Auslegung oder Erklärung jedes einzelnen Artikels dieser Erklärung.
    Was bleibt da von der Freiheit übrig???
    Heute vor genau 63 Jahren habe ich meine Frau kennengelernt. In einer islamischen Gesellschft wäre das gar nicht möglich gewesen, denn unsere Eltern kannten sich nicht und hatten keine Berührungspunkte. Und unter einer ,,Burka“ hätte ich gar nicht gesehen, wie schön und attraktiv sie (für mich) war und noch immer ist.
    Lasst uns für die Freiheit streiten, ob Christ oder Agnostiker, wo Freiheit herrscht – und sei es die der Atheisten, die sich nicht um Glauben scheren – da kann man nach seiner Auffassung leben, sofern man nicht andere unter einen Glauben, eine mörderische Ideologie zwingen will.

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  4. Nero sagt:

    Vor der großen Fluchtwelle haben sich die Minderheiten eingewanderter Menschen in Bedacht auf ihren finanziellen und sozialen Vorteil integriert, aber sich schon in der Mehrheit wiegend, erklären sie unverholen, dass wir unsere deutsche Identität, zumindest europäische Identität für die neue Gesellschaft über Bord zu werfen haben, um eine neue Identität in der Bevölkerung zu schaffen. Es ist auch in Deutschland fünf vor oder fünf nach zwölf, wenn wir unsere hart erkämpften humanistischen Werte und Kultur bewahren wollen. Unsere Altparteien haben nur Interesse, an der Macht zu bleiben, und es ist erschreckend, dass sie dafür alles in Kauf nehmen. Man muss ja einen Atheisten nicht gleich zum frommen Christenlamm umerziehen, aber die humanitäre Lehre Jesu anzunehmen, dürfte auch ihm nicht schwerfallen. Asyl muss wieder Asyl-Schutzstatus sein und kein Sprungbrett für Multi-Kulti-Irrsinn, der uns Jahrzehnte zurück wirft.

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