Hamet Abdel-Samad über die Wurzeln der Gewalt in der islamischen Welt

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Was hat der Terror von Islamisten mit dem Koran zu tun? – Diese Frage wird in Westeuropa und Deutschland heftig diskutiert. Der Politikwissenschaftler Hamet Abdel-Samad gilt als einer der „streitbarsten Islamkritiker“. 0000009699_3

Er studierte in Augsburg und war Mitglied der Islamkonferenz. Sein Buch „Der Koran – Botschaft der Liebe. Botschaft des Hasses“ wurde mit dem Sacharow-Preis ausgezeichnet.

Der aus Ägypten stammende Autor Abdel-Samad gab der Augsburger Allgemeinen Zeitung  vom 15. Oktober 2016 ein aufschlußreiches Interview mit der Überschrift „Was hat Terror mit Religion zu tun?“

BILD: Prof. Dr. Hubert Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“

Er äußert sich dazu wie folgt:

„Selbstverständlich hat der Terror mit Geopolitik, mit ungelösten Konflikten in der Arabisch-Islamischen-Welt und sozialen Fragen zu tun…Aber das Ganze wäre nicht so gefährlich und bedrohlich für die gesamte Welt, wenn nicht dahinter eine Ideologie der Gewalt stehen würde. Diese Ideologie kommt leider aus dem Herzen des Islams. …

Im Koran sind tatsächlich, wie in einem Supermarkt, alle möglichen Produkte enthalten… Es gibt darin Hass und Vergebung. Es gibt Mitgefühl und Ausgrenzung. Es gibt Frieden und Krieg. …

Das Problem ist nicht, was im Koran im Einzelnen steht, sondern der Stellenwert, der dem Koran als solches gegeben wird. Alles, was im Koran steckt, gilt als eine absolute Wahrheit, die Gott an die Menschheit geschickt hat. Als seine letzte Äußerung, als Manifest einer Gesellschaftsordnung, mit einer Rechtsordnung, mit einer politischen Weltordnung. Der Koran verlangt von den gläubigen Muslimen, dass sie das Wort Gottes in die Tat umsetzen. …  Bonn-Moschee-0312-2

Die Religion wird gebraucht, sie wird benutzt. Leider bietet sie sich dafür geradezu an. Der Islam ist beides zugleich: Eine Religion und eine politische Ideologie. Eine Ideologie, die Ungläubige für Unmenschen hält, sich über alle Religionen stellt und nicht den Menschen für den Gesetzgeber hält, sondern Gott höchstpersönlich. …

BILD: Große Moschee mit Minarett in Bonn (Foto: Dr. Bernd F. Pelz)

Durch diesen Stellenwert wird der Koran zu einem machtpolitischen Instrument, der Krieg zu einem Gottesdienst erklärt und aus Hass eine heilige Mission macht… Natürlich ist die große Mehrheit der Muslime in der Welt friedlich… Das Problem ist aber, dass auch die friedliche Mehrheit darauf beharrt, dass das Buch unantastbar ist…

Wenn ich mir Europa und Deutschland anschaue, gibt es bestimmte Entwicklungen, die mir Sorgen machen. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Ich bin sehr enttäuscht von meiner Universität Augsburg. Ich habe hier studiert und wurde mehrfach ausgezeichnet. …Damals hat sich die Universität mit mir geziert. Jetzt wollte ich dort mit Studenten und Dozenten den politischen Diskurs führen über das Gewaltpotential des Islam. Aber man wollte mich nicht.

Auch an der Münchner Universität, wo ich früher selbst gelehrt habe, bekomme ich keine Räume für eine Veranstaltung. Ich wurde 2015 für mein Engagement gegen Antisemitismus und Rassismus geehrt. Doch man rückt mich in die Nähe von Rechtspopulisten.“

Schließlich gibt der Politikwissenschaftler den Lesern zu bedenken: „Wenn die Mitte der Gesellschaft aus falsch verstandener Rücksicht nicht über die Probleme des Islams diskutieren will, überlässt sie den Diskurs den Rändern.“

Der französische Schriftsteller Michel Houellebecq hat 2015 das Buch „Unterwerfung“ (Soumission) geschrieben, das einen Transformationsprozess für Frankreich beschreibt. Tatsächlich gilt er für viele westeuropäische Länder, auch für Deutschland, wie das Interview mit dem Deutsch-Ägypter Hamed Abdel-Samad zeigt.

Das ist nicht nur so, weil die christlich-humanistischen Ressourcen verbraucht scheinen. Es ist auch die Selbstaufgabe der Zivilgesellschaft vor der drohenden Gefahr. Zu welchem Grad an freiwilliger Unterwerfung sind wir schon gekommen, wenn selbst Universitäten, die Leuchttürme der Freiheit sein sollten, bereits das Licht abdrehen?

Man kann dieser Bedrohung nur entgegentreten, wenn die Menschen in Westeuropa den Mut und die Kraft zurückgewinnen, die aus dem christlichen Glauben kommen.


4 Kommentare on “Hamet Abdel-Samad über die Wurzeln der Gewalt in der islamischen Welt”

  1. Rumpelstilzchen sagt:

    Ich bin dankbar und froh, dass Menschen wie Hamed Abdel Samad trotz Todesdrohungen und das mitten in Deutschland weiter dafür kämpfen, damit Europa sich noch aus den Klauen einer brandgefährlichen Ideologie befreien kann. Er ist ein Beispiel für die Muslime, die ebenfalls unter der radikalen Terrorideologie und Unterwerfungsideologie deklariert als Ungläubige zu leiden haben und unsere Politiker lassen sich teilweise für die Götzenanbetung Mohammeds vereinnahmen.
    Es muss endlich Klartext in Europa gesprochen werden, so geht es nicht, dass Mohammedaner sich einbilden, sie könnten den europäischen Kontinent erobern. Die EU, wo auch SPD-Mann Schulz mit die Hände im Spiel hat, ist unverantwortlich mit ihrer Flüchtlingspolitik, die Europa immer mehr zum Sprengstoffgürtel macht und es grenzt an Größenwahn, der islamischen Welt die Verantwortung abzunehmen und Afrikaner massenweise hier einmarschieren zu lassen. Die Hilfe muss zum Schutz aller auf dem Heimatkontinent, Afrika, geleistet werden und nicht die Konflikte nach Europa verlagert. Es wird Zeit, über Abschiebungen nachzudenken und Abenteurer zum Wiederaufbau auf ihren Heimatkontinent zurück zu schicken, wobei Ausnahmen immer wieder die Regel sind.

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  2. Christoph Rebner sagt:

    worin unterscheidet sich der Zionismus außer, dass er nur einen Teil der Erde will?

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    • zeitschnur sagt:

      … darüber denken Sie selber mal nach, wenn möglich:

      1. Was ist der Unterschied zwischen einem Land, das die Größe Baden-Württembergs hat, und der GANZEN Welt?

      2. Was ist der Unterschied zwischen einem Land, das vielen Religionen Rechte zugesteht und deren Anhängern die Gleichberechtigung (also: Israel) und einer politischen Ideologie, die die ganze Welt unterwerfen will und alle, die sich nicht dem Islam anschließen wollen, zu Bürgern zweiter Klasse macht, die – nach der Scharia – nicht mal ein Anrecht auf eigenen Besitz zugestanden bekommen müssen?

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  3. Hans-Werner Wanie sagt:

    Der brit. Arzt und Autor Theodore Dalrymple vertritt in seinem Buch „Der Untergang Europas“, Lichtschlag, Grevenbroich 2016, auch die Ansicht, daß es sich beim Islamismus sehr wohl auch um eine „Ideologie“ handelt.

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