Evangelikaler ABC-Kreis in Bayern: Auch den Juden die Botschaft Christi bezeugen

Im Vorfeld der Tagung der EKD-Synode Anfang November wendet sich der Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC) gegen die Forderung nach einer strikten Absage an die sog. „Judenmission“. Der Begriff selbst sei aus verschiedenen Gründen problematisch und sollte im Kontext abendländischer Geschichte nicht weiter verwendet werden, sagte der ABC-Vorsitzende Till Roth bei einer Tagung des ABC in Nürnberg. 013_10a

Es gehöre jedoch unaufgebbar zum Wesen der Kirche, allen Menschen, und damit auch Juden, das Evangelium von Jesus Christus zu bezeugen. Dies sei auch Bestandteil eines aufrichtigen Dialogs der Religionen.

Zugleich unterstützt der ABC Initiativen, in denen die Evangelische Kirche deutlich ihre Stimme gegen latent vorhandene und neu aufkeimende antisemitische Haltungen und Vorurteile erhoben hat und immer wieder erhebt.

Ein entsprechendes Votum, das von den Mitgliedern des ABC-Rates einstimmig unterstützt wurde, wird der Leitung der EKD zur Verfügung gestellt sowie als Eingabe in die bayerische Landessynode eingebracht.

FOTO: Christus an einem (unsichtbaren) Kreuz mit einem jüdischen Gebetsschal in der St-Bernhard-Kirche von Münster

Hintergrund ist insbesondere die Forderung des Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, der von der Evangelischen Kirche im Vorfeld des 500-jährigen Reformationsjubiläums eine klare Absage an die „Judenmission“ gefordert hatte – und zwar „nicht nur wegen der deutschen Geschichte, sondern vor allem wegen der jüdischen Wurzeln des Christentums“.

Diese Forderung sei jedoch theologisch differenziert so sehen, erklärt der ABC-Vorsitzende Roth: Die Überzeugung von der bleibenden Erwählung Israels durch Gott dürfe jedenfalls nicht gegen den Glauben an das rettende Handeln Gottes in Jesus Christus ausgespielt werden. Die Kirche könne angesichts des klaren biblischen Zeugnisses die Heilsbedeutung von Jesus als Messias Israels nicht leugnen.

Ein solch differenziertes Votum erwartet der ABC auch von der EKD bzw. der bayerischen Landessynode. In diesem Zusammenhang unterstützt der ABC ebenfalls eine Eingabe der „Lebendigen Gemeinde München“ an die bayerische Landessynode, die vor allem die biblische Begründung dieser Sichtweise darlegt.

Im ABC Bayern haben sich Verantwortliche aus rund 20 kirchlichen Gemeinschaften, Verbänden und Werken zusammengeschlossen, so die landeskirchlichen Gemeinschaftsverbände, die Geistliche Gemeindeerneuerung und der CVJM. Erster Vorsitzender ist Dekan Till Roth aus dem unterfränkischen Lohr am Main.

Der ABC im Internet: http://www.abc-bayern.de
Kontakt: info@abc-bayern.de


5 Kommentare on “Evangelikaler ABC-Kreis in Bayern: Auch den Juden die Botschaft Christi bezeugen”

  1. Zur Frage der Stellung des jüdischen Volkes als Volk des alten vom neuen Bund abgelösten Bundes mit Gott nach Moses

    Die endgültige Rettung Israels: 9,1 – 11, 36

    Die gesamte lange Passage ist wichtig – aber in Kürze zusammengefasst:

    „Ich frage also:Hat Gott sein Volk verstossen? Keineswegs! Denn auch ich bin ein Israelit, ein Nachkomme Abrahams, aus dem Stamm Benjamins. Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er einst erwählt hat.“ Römer 11,1-3 „Es ist jedoch nicht so, als ob das Wort Gottes versagt hätte. Denn nicht alle, die von Israel
    abstammen, sind wirklich „Israel“. Auch sind sie nicht alle Kinder, weil sie Abrahams Same sind, sondern: „Was ‚dein Same‘ genannt werden wird, wird durch Isaak kommen.“ Das heißt nicht, die Kinder des Fleisches sind wirklich die Kinder Gottes, sondern die Kinder der Verheißung werden als der Same gerechnet. […]
    Wenn nun Gott, obwohl gewillt, seinen Zorn zu zeigen und seine Macht kundzutun, die Gefäße des Zorns, die zur Vernichtung passend gemacht sind, mit viel Langmut duldete, damit er den Reichtum seiner Herrlichkeit an Gefäßen der Barmherzigkeit kundtun könnte, die er zur Herrlichkeit im voraus bereitet hat, nämlich uns, die er nicht nur aus den Juden berufen hat, sondern auch aus den Nationen, was dann? Es ist so wie er auch in Hosea sagt: „Die nicht mein Volk sind, will ich ‚mein Volk‘ nennen und sie, die Nichtgeliebte, ‚Geliebte‘; und an dem Ort, wo zu ihnen gesagt wurde: ‚Ihr seid nicht mein Volk‘, dort werden sie ‚Söhne des lebendigen Gottes‘ genannt werden.“ Ferner ruft Jesaja in bezug auf Israel aus: „Obwohl die Zahl der Söhne Israels wie der Sand am Meer sein
    mag, ist es der Überrest, der gerettet werden wird.“ Jesaja aber erkühnt sich und sagt: „Ich wurde von denen gefunden, die mich nicht suchten; ich wurde
    denen offenbar, die nicht nach mir fragten.“ In bezug auf Israel dagegen sagt er: „Den ganzen Tag habe ich meine Hände nach einem Volk ausgebreitet, das
    ungehorsam ist und widerspricht.“ Ich frage also: Gott hat doch nicht etwa sein Volk verworfen? Das geschehe nie! Denn auch ich bin ein Israelit, vom Samen Abrahams, vom Stamm Benjamin. Gott hat sein Volk nicht verworfen, das er zuerst anerkannt hat. Nun wisst ihr nicht, was die Schrift in Verbindung mit Elia sagt, wie er vor Gott gegen Israel vorstellig wird? „Jehova, sie haben deine Propheten getötet, sie haben deine Altäre ausgegraben, und ich allein bin übrig geblieben, und sie trachten mir nach der Seele.“ Doch was sagt ihm der göttliche Ausspruch? „Ich habe siebentausend Männer für mich übrigbleiben
    lassen, Männer, die das Knie nicht vor Baal gebeugt haben.“ So hat sich nun auch in der gegenwärtigen Zeitperiode ein Überrest gemäß einer Auserwählung
    zufolge unverdienter Güte gezeigt. Wenn es nun durch unverdiente Güte ist, ist es nicht mehr zufolge von Werken; sonst erweist sich die unverdiente Güte nicht
    mehr als unverdiente Güte. Was nun? Gerade das, was Israel ernstlich suchte, hat es nicht erlangt, die Auserwählten aber haben es erlangt. Die übrigen hatten ihr Empfindungsvermögen abgestumpft, so wie geschrieben steht: „Gott hat ihnen einen Geist tiefen Schlafes gegeben, Augen, um nicht zu sehen, und Ohren, um nicht zu hören, bis auf den heutigen Tag.“
    Römer 9:6-8, 22-28; 10:21; 11:1-8;

    Die Juden sind also nicht vollständig verworfen, Paulus ist schließlich selbst ein Jude. Allerdings müssen sie, wie alle anderen Menschen auch, Glauben an
    Christus ausüben, um gerettet zu werden. Als Nation sind sie nicht mehr Gottes auserwähltes Volk, nur ein „Überrest“ der fleischlichen Juden hat auch das
    Vorrecht, zum „Israel Gottes“ zu gehören (Galater 6:16). Dazu müssen sie, wie Paulus auch, Christus annehmen.
    Denkt doch auch in diesem Zusammenhang an das Gleichnis vom Weingarten aus Markus, Kapitel 12.

    quote:
    ——————————————————————————–
    „Wer nicht auf meiner Seite ist, ist gegen mich, und
    wer nicht mit mir sammelt, zerstreut“
    Matthäus 12:30 und Lukas 11:23
    ——————————————————————————–

    sowie
    ——————————————————————————–
    Denn wer nicht gegen uns ist, ist für uns.
    Markus 9, 40

    ——————————————————————————–

    Dies scheint ein Widerspruch zu sein; wichtig ist aber, wie immer, der Kontext:
    Im ersten Text argumentiert Jesus mit den Pharisäern (Jüdische Schriftgelehrte). Ihm wurde vorgeworfen, dass sein Heilungswunder, welches er gerade eben
    vollbracht hatte, durch den Teufel geschehen war. Jesus kontert daraufhin scharf, denn seine Gegner waren alle mit den Schriften vertraut, hätten also
    wissen können, wer Jesus war, und konnten ausserdem ein Wunder „live“ miterleben. Da sie trotzdem Jesus als Verbündeter Satans ansahen, ging Jesus mit ihnen ziemlich hart ins Gericht und sagte dabei diesen oberen Satz. Wer Gott erlebt, und ihn trotzdem ablehnt, ist gegen Gott.

    Die zweite Stelle: Hier redet Jesus über Leute, die Gott dienen und Kontakt zu Jesus Christus bzw. eine spirituelle Verbindung und Beziehung haben und an ihn glauben, ohne explizit einer apostolischen Gemeinde zuzugehören bzw. den Jüngern nachfolgen. Leute, die Gutes tun und nicht gegen Gott sind, sind für Gott.

    Mir erscheint diese Deutung der beiden Stellen auch im Zusammenhang mit dem Liebesgebot Jesu viel überzeugender. Sagte Jesus nicht auch über den fremden Wundertäter, der in seinem Namne wundervollbrachte und den die Jünger dann daran hindern wollten, weil er sich ihnen nicht anschließen wollte, sie sollten ihn nicht hindern?

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  2. zeitschnur sagt:

    Die Haltung gegenüber dem Judentum hat sich in den letzten 50 Jahren um 180 Grad gedreht.

    Davor war die Haltung der Kirche zum Judentum durch zwei Merkmale gekennzeichnet: einmal durch Genugtuung, das Judentum unterworfen zu haben und die Juden demütigen zu können. Sie waren nicht nur im Islam, sondern auch bei uns „Untertanen zweiter Klasse“.
    Nun hat aber ihre Diskriminierung zum Gegenteil geführt: Diskriminierung führt psychologisch gesehen immer zu einer Stärkung der Betroffenen. Sie gelten als Outlaws oder Fast-Outlaws, als Spinner, Idioten oder Dreck. Ist man in der Rolle, hat man weniger soziale Hemmnisse und entwickelt experimentell Verfahrensweisen des Überlebens, des Erfindens und Gestaltens, die auf Dauer der diskriminierenden Gesellschaft gegenüber überlegen machen. Wer nichts zu verlieren hat, ist nicht mehr befangen, wagt viel mehr und macht viel eher alle seine ressourcen fruchtbar als der, der sich in der Sicherheit vermeintlicher Überlegenheit wähnt. Darüber kamen bisher noch immer alle selbsternannten Eliten zu Fall.

    Mit Schrecken erkannten das auch die Katholiken und Protestanten, als die Judenemanzipation politisch endlich umgesetzt wurde: die Jahrhunderte der Diskriminierung haben die Juden in fast jeder Hinsicht zu Überlegenen gemacht.
    Das Weltbild der Kirche verrutschte dermaßen heftig, dass im 19. Jh ein geradezu bösartiger Antijudaismus unter Katholiken, aber auch Protestanten, ausbrach.
    Die Überlegenheit der Juden in der Wissenschaft, der Wirtschaft und der Kunst konnte nur „satanisch“ sein. Schließlich waren doch „wir“ die Überlegenen und sie die ewig verworfenen „Gottesmörder“.
    Das zweite kirchliche Handlungs-Merkmal gegenüber den Juden bestand in ihrem Wahn, sie müsse die Welt vor den Juden „schützen“ – Ausgrenzung aus dem öffentlichen Leben, zugleich aber die Juden auch in einem begrenzten Umfang vor der selbstentfachten hasserfüllten Ablehnung seitens der eigenen Herde ihnen gegenüber zu „schützen“: Ghettoisierung, Zwangspredigten im Kirchenstaat, die sich die Juden jede Woche anhören mussten, Kennzeichnung des Juden anhand der Kleidung. Ganz schlimm der christliche Zwang, den Juden im Karneval als Narren auftreten zu lassen, über den sich alle lustig machen durften… Die Kirche förderte die Verachtung der Juden, trat aber auch wieder für deen begrenzung ein, wenn es denn gar „zu dolle“ wurde – schließlich sollten sich dieser „Dreckhaufen“ eines Tages doch noch mal bekehren. Solange musste man sie wenigstens irgendwie am Leben erhalten…

    So hatte die Kirche den perfekten Boden für die Shoah vorbereitet. Die ewige Apologetik, der Antisemitismus sei ja was gaaaanz anderes als der kirchliche Antijudaismus, ist Augenwischerei. Das ist zwar insofern etwas anderes, als der ältere Antijudaismus die rassische Komponente nicht nicht so stark in den Blick genommen hatte und „nur“ eine gnadenlose Demütigung, nicht aber die Vernichtung der Juden propagiert hatte, aber der christliche Antijudaismus stimmt inhaltlich zu 80% mit dem modernen Antisemitismus überein. Die rassische Theorie wurde aber auch bereits lange zuvor v.a. in katholischen Organen propagiert, etwa der Civiltà Cattolica am Ende des 19. Jh und lange lange davor durch die Jesuiten und ihre unselige Haltung gegenüber allen „rassischen Fremdkörpern“ (ein Relikt aus der Reconquista-Zeit).

    Eine vulgäre Substitutionstheologie tat das ihre dazu. Und in der FSSPX wird sie bis heute schamlos vertreten.

    Die Kirche konnte aber nach 1945 so nicht weitermachen. Nun kippte man ins Gegenteil um und ersann so etwas wie einen „jüdischen Sonderweg zum Heil“. Ein Jude kommt auch ohne Taufe und ohne Christus zu Christus, um es mal überspitzt zu sagen.

    Zu fragen wäre hier: Wie war die frühchristliche Praxis? Waren die Apostel nicht getauft? Waren Christusanhänger aus Israel nicht getauft, und sahen sie Jesus nicht als den einzigen Weg zum Heil an?
    Die Tatsache, dass irgendwann kaum noch Juden sich bekehrten und die Kirche eine bestimmte historische Entwicklung nahm, lässt dennoch offen, wie die Bekehrung ganz Israels, von der Paulus spricht, am Ende der Zeiten vor sich gehen wird. Es steht durchaus nicht fest, dass diese Bekehrung im Zukreuzekriechen vor der Hierarchie der Kirche geschehen wird. Das kann auch ganz anders kommen.

    Ich gehe davon aus, dass die sichtbare Kirche in ihrem bodenlosen jahrhundertelangen Hochmut dabei tatsächlich umgangen werden könnte. Das Maß ihrer schweren Verfehlungen ist noch viel voller als das Israels, das den Herrn immerhin erst gar nie erkannt hatte, also auch nicht in ganz derselben hohen Verantwortung haften muss, wie das auf die Kirche zutrifft, die den Herrn doch erkannt hatte und mit einer bestürzenden Perfidie immer wieder versucht hat, zu vertreiben. Erzählungen wie die vom „Großinquisitor“ sollte man nicht in ihrer Bedeutung umkehren, wie Guardini es tat….

    Wir erleben das Gericht über die sichtbare Kirche derzeit so intensiv, dass niemand es mehr leugnen kann.

    Eines allerdings kann in der wirren Lage nicht verleugnet werden: Jesus Christus ist der Messias und der Herr. Ohne ihn kann niemand zum Vater kommen. Wie das in die Herzen der Juden kommt, ist aber ein Geheimnis, das Gott sich ganz offenkundig vorbehalten hat. Der treulosen sichtbaren Kirche oder besser gesagt ihrer hochmütigen Hierarchie aber hat er das offenbar entzogen – das jedenfalls drängt sich mir als Eindruck auf.

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    • Graf Dracula sagt:

      Eine sehr treffende Analyse und mich überkommt jedes Mal Wut, wo Teile unserer christlichen Hirten Jesus und die christliche Botschaft für ihre eigenen Machtinteressen ideologisch missbrauchen. Martin Luther ist jetzt das Bauernopfer, dessen Judenhass nicht hinnehmbar ist, aber er war ein Kind dieser Zeit und hat diesen vom Klerus als Theologe für sich persönlich übernommen, aber die Bibel nach bestem Gewissen sachlich und ohne persönliche Ansichten übersetzt. Er brachte vielen Christen auch die Freiheit von der Unterwerfung der Christen unter den Klerus. Man könnte sogar so weit gehen, dass er trotz seinem persönlichen Irrtum als Theologe gerade die Tür mit der Übersetzung für die Annäherung von Christentum und Judentum geöffnet hat. Dies machte die humanistische Aufklärung auch möglich und den Machtrausch der kirchlichen Obrigkeit zu durchschauen.

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  3. Graf Dracula sagt:

    Ich finde es langsam von einigen Theologen reichlich verlogen, im Ehrgeiz den ideologischen Globalisierungskriterien zu entsprechen, das auch noch zu verteidigen. Wir müssen in den Glaubensbildern reichlich differenzieren und endlich begreifen, je mehr wir Mohammeds Gotteskrieger hofieren, desto mehr erhöhen wir die Wahrscheinlichkeit eines neuen Religionskrieges auch mitten in Deutschland.
    Diese blauäugige fehlende Professionalität, sich mit Religionen auseinander zu setzen, bringt auch aufgeklärte Muslime mit freiheitlichem Weltbild in Lebensgefahr und ja, manche Islamverbände streben nach Glaubensvorherrschaft und Unterwerfung von uns Ungläubigen, selbst im Gastland.
    Sind IS, Boko Haram und Christenverfolgung keine Warnzeichen, das zu begreifen? Unsere Verräter des Glaubens im christlichen Gewand werden eines Tages damit leben müssen, dass viel unschuldiges Blut, vor allem der Christen auch in Europa an ihren Händen klebt. Wo waren diese Theologen, wo Muslime teilweise voll verschleiert für Antisemitismus demonstriert haben, nirgends, und setzten damit alle Christen unter den Generalverdacht, Judenhass zu schüren, aus, das verbitte ich mir entschieden. Sie haben in ihrer Arroganz selbst auch den Reformator Martin Luther als Kind seiner Zeit in Verruf gebracht und die Botschaft der Humanisten der Aufklärung ignoriert. Dieser Judenhass von Martin Luther als persönliche Weltanschauung, die mit einer sachlichen Bibelübersetzung wenig gemein hat, ist natürlich abzulehnen, aber hatte er die Möglichkeiten zu einem Kenntnisstand, der ihn vom persönlichem Irrglauben hätte abbringen können?
    Herrn Schuster vom Zentralrat der Juden kann ich nicht Recht geben, sich einer Annäherung im Dialog zu den Christen zu verweigern, aber zu verdanken haben wir es jenen hochnäsigen Theologen, die als Nestbeschmutzer lieber für Demos Christen gegen Christen gesorgt haben, anstatt die menschlichen Fehleinschätzungen Luthers aufzuarbeiten, nein, sie holen noch selber mit der Keule gegen ihren eigenen religiösen Glaubensauftrag aus, der eben nicht den Judenhass Luthers rechtfertigt, aber durchaus nach historischem Kenntnisstand erklärbar ist.
    Unser politischer Oberpfarrer ist ja das allerbeste Vorbild, die Schuld einiger nach Macht strebenden Politiker auf ein ganzes Volk zu schieben, wie es eben der Vatikan bei der Kreuzigung Jesu getan hat, um sich selbst von Schuld rein zu waschen, anstatt ehrlich zu sein, dass es logisch und historisch nicht sein kann, dass ein ganzes Volk die Kreuzigung Jesu gefordert hat, sondern nur eine Minderheit, worunter auch Besatzer der Römer waren, die ihre Macht nicht in Frage stellen lassen wollten.
    Wozu strengen sich Christen an, um historische Irrtümer aufzuarbeiten, wenn selbstgefällige Theologen in Funktionärsebene ihre ideologische Verblendung durchzwingen wollen? Es wäre ihre Pflicht gewesen, auch durch das traurige Kapitel deutscher Geschichte den Generalverdacht gegen ein ganzes Volk abzuwenden und mit den Juden gegen die antisemitische Freiheit der einwandernden fundamentalen Muslime die Stirn zu bieten.
    Stattdessen lassen sie sich von der Götzenanbetung Mohammeds verführen und öffnen neuen blutigen religiösen Auseinandersetzungen alle Türen.
    Viele Wissenschaftler sagen zu Recht, Christentum und Judentum haben eine Aufklärung erfahren, wobei ich Herrn Schuster frage, wenn wir als Christen und Juden Jesus lieben, seine Lehre respektieren, wie so sollen wir dann Feinde sein? Wir respektieren, dass das Judentum unsere Mutter ist und nicht wie bei den Mohammedanern, wo die religiöse Familie geleugnet wird. Natürlich wenn man den traurigen Klerusadel der EKD sieht , der sich an antisemitischen Demos der neuen Freunde nicht stört, ist Wut berechtigt, aber man kann doch diese ideologische Dummheit nicht pauschal auf alle evangelischen Christen beziehen, die auch kritisch, aber sachlich zu dem Wirken Luthers stehen, und es war eine große Leistung von ihm, den von dem Klerus unterdrückten Menschen Hexenverbrennung, Inquisition u.a. unter Verfolgung und Bedrohung an Leib und Leben den Zugang zur heiligen Schrift zu ermöglichen. Sein persönliches Weltbild, wo man ihm auch in punkto Judenhass nicht beipflichten kann, ist ein anderes Blatt, aber machen wir als Kinder unserer Zeit nicht auch Fehler, weil wir eben Menschen und unvollkommen als Schöpfungskinder sind ?

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