Von Bischof Kamphaus bis Papst Franziskus: Soll der Staat die Häftlinge begnadigen?

Warum eine falsche Gnade gnadenlos ist

Wie die „Vorarlberger Nachrichten“ vom 7.11.2016 berichten, hat Papst Franziskus bei einem Treffen mit rd. 1000 Häftlingen im Petersdom die Regierungen in aller Welt zu einer Amnestie bzw. einem allgemeinen Straferlaß für Gefangene aufgerufen. (Quelle: http://www.vorarlbergernachrichten.at/welt/2016/11/06/papst-feiert-messe-mit-ueber-1000-gefangenen.vn)

Das paßt zu seinem Zauberwort von der „Barmherzigkeit“. Aber wie gnadenlos ist in Wirklichkeit eine solche Gnadenpolitik? Foto Michaela Koller

Oder macht sich der Pontifex nicht klar, was es bedeutet, Mörder, Vergewaltiger, Einbrecher, Drogendealer, Kinderschänder etc. zu amnestieren und auf die Menschheit loszulassen?! Sind dann nicht gerade die Schwächsten am meisten gefährdet, die sich am wenigsten gegen Verbrecher schützen und wehren können?

Der hl. Paulus schreibt in seinem „Brief an die Römer“ bzw. die römische Christengemeinde: Tust du aber Böses, so fürchte dich; denn die Obrigkeit trägt das Schwert nicht umsonst; sie ist Gottes Dienerin und vollzieht das Strafgericht an dem, der Böses tut.“ (Röm 13,4) 

Dabei ging es Paulus nicht konkret um die Todesstrafe, sondern grundsätzlich um das sog. „Gewaltmonopol“ des Staates, um seine ureigene Aufgabe, für Recht und Ordnung zu sorgen, Unrecht zu ahnden, Verbrechen zu bestrafen und die Gesellschaft vor Übeltätern zu schützen, weil nur so ein geregeltes Zusammenleben der Menschen möglich ist.

Etwas ganz Anderes, nämlich echt Mutiges wäre es gewesen, wenn der Papst islamische, kommunistische oder sonstige Diktaturen aufgefordert hätte, die politischen Gefangenen und inhaftierten verfolgten Christen freizulassen. Auf solch einen Appell warten wir schon lange!

Aber diese bestenfalls weltfremde, eigentlich direkt gefährliche Begnadigungs-Idee von Franziskus ist nicht neu. Es gibt dazu ein ähnliches Beispiel, das zwar älter, aber sehr aufschlußreich ist:

Bischof Kamphaus und die RAF-Terroristin Möller

Der Limburger Oberhirte Franz Kamphaus, bundesweit bekannt für seine links-katholischen und theologisch liberalen Ansichten, forderte im Herbst 1994 öffentlichkeitswirksam die Begnadigung der RAF-Terroristin Irmgard Möller, die wegen dreifachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt war. Der Staat solle „ein Zeichen der Friedfertigkeit setzen“. Der Bundespräsident kam diesem Ruf aus Limburg tatsächlich nach. 039_36A - Kopie

Doch die vorzeitig haftentlassene Frau Möller setzte genau das entgegengesetzte „Zeichen“ und erklärte frank und frei in Interviews, ihr damaliger Mordanschlag in Heidelberg sei „legitim“ gewesen: „Aber ja, gar keine Frage!“

Dem Staat wurde seine weiche Welle sogar als eigensüchtige Taktik ausgelegt, denn die nach wie vor verblendete Begnadigte erklärte: „Ich glaube nicht, daß der Staat humanitär sein kann. Er hat einfach abgewogen: Wo bin ich ihm lästiger? Drinnen oder draußen?“   –  Dazu paßt das Sprichwort: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen!

Doch Bischof Kamphaus beließ es damals nicht bei seinem Appell für Irmgard Möller, sondern erklärte in einem KNA-Interview, lebenslange Haftstrafen seien sowieso abzulehnen. Er gab zu bedenken, „daß viele Menschen durch eine Gefängnisstrafe erst richtig in ein kriminelles Milieu geführt werden“.

Seltsame Logik allerdings: Wenn „viele Menschen“ im Knast erst so richtig kriminell werden, wie kann man sie dann vorzeitig freilassen?!  Dann wäre „lebenslänglich“ erst recht nötig, um weitere Verbrechen zu verhindern.

Wie wir sehen, hat der Limburger Oberhirte im römischen Pontifex nun einen würdigen Nachbeter für seine „gnädigen“ Ansichten gefunden.

Foto: Michaela Koller

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7 Kommentare on “Von Bischof Kamphaus bis Papst Franziskus: Soll der Staat die Häftlinge begnadigen?”

  1. Ester sagt:

    Man tut gerade so, als sei der Staat ein Unrechtsstaat und alle Gefangenen gute Menschen, die wegen ihrer Gutheit einsitzen. Das ist das eine.
    Das andere ist, diese Leute, die pauschal hier Begnadigung fordern, was sie ja von mir aus dürfen, die sind dann aber nicht bereit, für die auf ihren Wunsch Begnadigten eine Bürgschaft bzw die Verantwortung zu übernehmen, was mich ärgert.

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  2. Alfred A. Jarke sagt:

    Zum einen möchte ich doch um Nachsicht bitten bei so harten bis geringschätzigen Äußerungen über den Papst.
    Zum anderen sollte auch die Kurie bedenken, dass etwa bei 80 % der ehemaligen Strafgefangen wieder rückfällig werden. Da sollte man genau hinschauen, wen man auf die Menschheit losläßt.
    Solche Äußerungen vom Papst kann ich auch nicht gut heißen; ein Mörder oder vielfacher Mörder oder erwiesener Triebtäter kann nicht einfach begnadigt werden. Bei solchen Menschen neige ich wohl eher zur Anweisung aus dem Alten Testament.

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    • Romulus sagt:

      Respekt und Achtung hätte ich vor einem Papst, der seine christliche Herde schützt und an grünen Wiesen labt. Dass der amtierende Papst Franziskus in seiner Großmannssucht das nicht tut, sondern auch Christenschlächter einlädt, verdient nicht meinen Respekt, sondern Verachtung für so viel gelebte Menschenverachtung. Warum fahren unsere muslimisch angehauchten Kirchenvertreter nicht in italienische Städte, wo der Bürgerkrieg zwischen Einheimischen und Neubürgern ausgebrochen ist, um den Christen beizustehen? Glück hat, wer schon in Frieden gestorben ist, um sich das Elend seiner Heimat nicht antun zu müssen, insofern bin ich dankbar, dass unsere italienischen Freunde vor diesem Leid verschont sind. In Turin, im Norden Italiens, drohen unsere afrikanischen Neubürger der Bevölkerung: „Für jeden von uns (nehme an, dass damit auch die Invasoren über das Mittelmeer gemeint sind), werden wir einen von Euch töten.“ Diese Herrschaften sind nur das Nehmen, aber nicht das Geben gewöhnt. Wenn Franziskus dabei umkommt, er hat es so gewollt, indem er wider jeder Vernunft die Bedrohung Europas in Kauf genommen hat.

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  3. schwarzes Schaf sagt:

    Wenn dieser Papst ein bekennender Christ sein soll, dann kann man gleich den Besen fressen, denn so wie Franziskus sich verhält, ist er eher ein Kämpfer gegen das Christentum.

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  4. Dorrotee sagt:

    Es ist nicht zu fassen. Man erweist mit dieser Begnadigung keinem Verbrecher einen Gefallen.
    Dazu ein Beispiel:
    Ich kenne einen Mann, der eine Bank ausgeraubt und dabei Menschen verletzt hat.
    Er ist als Familienvater ins Gefängnis gekommen. Die Familie durfte den Bankräuber besuchen.
    Als er seine Strafe abgesessen hat, war er als anderer wieder in der Gesellschaft. Nämlich mit der Einstellung, für sein Geld arbeiten zu gehen, und man lässt sich nichts zuschulden kommen.
    Er selbst ist jedoch mit dem Strafmass im nachhinein sehr zufrieden gewesen. Er sagt: Ich brauchte es, um mich zu besinnen.
    Er sagt auch, dass er seine Strafe im vollen Maß abgesessen hat und somit gut mit den Mitmenschen klarkommt, wenn diese danach fragen. Er fühlt sich wohl, diese Jahre im vollen Maß abgesessen zu haben. Keiner kann ihn auf irgendeine Begnadigung oder sonst was ansprechen.
    Er arbeitet jetzt auf einem evangelischen Friedhof als Gärtner und versorgt seine Familie.

    Klar muss auch geprüft werden, wer evtl unschuldig hinter Gittern sitzt. Mehr aber nicht.

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  5. Hat dies auf Des katholischen Kirchfahrters Archangelus unbotmäßige Ansichten – ob gelegen oder ungelegen. rebloggt und kommentierte:
    Interessant.
    Derartige Ansichten vernimmt man in der Regel von Kindern und Jugendlichen (oder kindlich gebliebenen Erwachsenen), die Realität und Wunsch (noch) nicht zu trennen vermögen und über keine geschulte Urteilsfähigkeit verfügen. Fanatiker oder geistig schlichte Menschen, die nicht im Stande sind, ihre Lebenserfahrung oder Berichte anderer zur Grundlage der eigenen Einschätzung zu machen, sondern stattdessen lieber ein illusionäres Wunschbild pflegen, dem sich die Realität doch bitteschön anzupassen hat, reagieren auf reale Widrigkeiten stets gleich: Nicht der Ansatz der Realitätsbewältigung ist bereits falsch, sondern die jeweilige Anstrengung muß vervielfacht werden (heißt. Mehr Betreuer, mehr Sozialarbeiter, mehr Therapeuten).

    Abgesehen davon, dass der Heilige Vater im Bereich des weltlichen Strafrechtes bzw. -vollzuges keine Zuständigkeit hat (von Kritik an Mißständen natürlich abgesehen) scheint seine persönliche juristische Expertise doch sehr fragwürdig. Das er wohl generell geistig seichte Gewässer bevorzugt, ist bisher bereits hinreichend deutlich geworden, auf diesem Gebiet kann unüberlegtes Geplapper aber die gefährlichen Auswirkungen haben, welche die Autorin ja kurz skizziert hat.

    Wie gut muß es um die Kirche bestellt sein, wenn deren Oberhirte scheinbar die Muße hat, sich um derart für sein Amt abseitige Fragen zu kümmern…

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  6. Octopuss sagt:

    Opfer von Gewalt werden es dem barmherzigen Papst Franziskus danken, wenn sie wieder Angst haben und als Freiwild für die Täter freigegeben werden. Nehmen die jetzt alle LSD oder Kokain, wenn sie Gewalt anderer Menschen lobpreisen? Dieser Papst hat einen Schuss, wenn er gefährliche Straftäter auf die Menschheit loslassen will. Da kann er ja gleich Nagel und Hammer nehmen und Christus sinnbildlich erneut kreuzigen… Ach nein, der Papst macht die blutige Arbeit nicht selber, wenn sein Herz voll Barmherzigkeit für Verbrecher überquillt, warum beruft er nicht Bedford-Strohm oder Woelki für diese ehrenamtliche Aufgabe? Der Kopf von Johannes dem Täufer wurde ja der schönen Salome auch auf dem Tablett serviert. Allein dieser Gedanke, charmant geköpft zu werden als Ungläubige, lässt mich schaudern, aber ja wir sind barmherzig…

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