Frankreich: Bei Online-Beratung gegen Abtreibung bis zu zwei Jahren Haft

Mathias von Gersdorff

Internetseiten, die Frauen von einer Abtreibung abhalten wollen, sind von nun an in Frankreich verboten. Eine entsprechende Gesetzvorlage der sozialistischen Regierung fand eine Mehrheit im Parlament. gersdorff

Das Gesetzesprojekt kommt aus dem Gleichstellungsministerium, welches unter der Leitung der Sozialistin Laurence Rossignol steht. Abtreibung sei ein Recht der Frau, und man dürfe keinen „moralischen Druck“ im Internet ausüben, so die Begründung des Gesetzes.

Für die Behinderung von Abtreibung sieht das neue Gesetz Strafen von bis zu zwei Jahren Haft oder eine Geldstrafe von 30.000 Euro vor.

Über das haarsträubende Vorhaben der französischen Linken gab es im Vorfeld eine heftige Debatte, an der sich auch die katholischen Bischöfe beteiligt haben.

Georges Pontier, Erzbischof von Marseille und Vorsitzender der Bischofskonferenz, erklärte, dass das neue Gesetz „die Fundamente unserer Freiheiten und vor allem der Redefreiheit in Frage“ stellt: „Das Recht auf Rede- und Meinungsfreiheit ist eine der tragenden Säulen unserer Demokratie.“

Zur Abtreibung erklärte der katholische Oberhirte:

„Wir erleben das sukzessive Vordringen einer Stimmung, die in sehr vielen Fällen dem starken Ermutigen oder sogar dem Erzwingen von Abtreibung vorarbeitet. Die dafür eingerichteten Internetseiten, auf denen die Menschen in einen Dialog eintreten und diskutieren können, werden jetzt unter Generalverdacht gestellt… Dass Menschen sich an diese Internetseiten wenden, zeigt auch, dass sie sonst keine andere Anlaufstelle kennen, an die sie sich mit ihren Fragen und Sorgen wenden könnten!“ 

Foto: CDL, M. LöhrIn Deutschland gab es in den letzten Jahren ebenfalls immer wieder Versuche, Lebensrechtler zu kriminalisieren. Dem „Lebenszentrum München“ etwa wurde verboten, sogenannte „Gehsteigberatungen“ von Frauen vor Abtreibungskliniken zu organisieren. Aber der Verein wehrte sich gerichtlich  –  und erhielt recht.

Google verbietet jegliche Werbung für Lebensrechts-Seiten. Trotz massiver Kritik von Lebensrechtsorganisationen, die darin eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit erkennen, hat der Internetriese seine Unternehmenspolitik in dieser Hinsicht bislang nicht geändert.

Die französischen Sozialisten gehen mit ihrem Gesetz zur „digitalen Behinderung des Schwangerschaftsabbruchs“ nun noch einen Schritt weiter. Darin wird definiert, welche Darstellung von Fakten richtig und welche falsch ist. Doch damit wird die Meinungsfreiheit bzw. das Recht, gegen Abtreibung zu sein, eingeschränkt.

Der Europäische Menschengerichtshof in Straßburg kam in einem Urteil zu einem anderen Ergebnis: An Betreibern von Internetseiten gegen Abtreibung sei nichts zu beanstanden. Es gelte erst dann einzuschreiten, wenn zur Gewalt aufgerufen werde oder der Tatbestand einer persönlichen Beleidigung gegeben sei.

Französische Lebensrechtler sind dabei, auf die Barrikaden zu gehen. So hat die Organisation „Droit de Naitre“ eine Protestaktion an den Fraktionsvorsitzenden der Sozialisten in der Nationalversammlung, Bruno Le Roux, angekündigt.

Unser Autor Mathias von Gersdorff leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ (Frankfurt) und die Internetseite http://kultur-und-medien-online.blogspot.de/

Infos über praktische Wege zur Internetberatung gegen Abtreibung hier: https://charismatismus.wordpress.com/2016/12/17/wie-gelingt-ehrenamtliche-internetberatung-fuer-frauen-in-schwangerschaftskonflikten/

Fotos: Gersdorff, Mechthild Löhr


6 Kommentare on “Frankreich: Bei Online-Beratung gegen Abtreibung bis zu zwei Jahren Haft”

  1. Dieter sagt:

    Mein Entsetzen, den ich beim Lesen diesen Berichts empfand, lässt sich nur schwer ausdrücken.
    Und leider ist es in vielen Teilen dieser Welt auch nicht anders.
    Wenn Gott hier nicht bald straffend eingreift, wird er sich einst, am jüngsten Tag, bei der Bevölkerung von Sodom und Gomorrha entschuldigen müssen.
    (Ich glaube allerdings scho,n dass er „Hand“ angelegt hat – Flüchtlingsmassen ??? )
    Man möge sich das Beispiel „Adolf Hitler“ vergegenwärtigen. Hätten die Menschen vor seiner Zeit sich an Gott gehalten, dann hätte er niemals aus dem Millionenheer herausragen können.
    Die Aussagen der Mutter Gottes an die Kinder von Fatima bestätigen es.
    „Wenn die Menschen weiter gegen Gottes Gesetze verstießen, wird ein noch schlimmerer Krieg
    kommen, als er jetzt ist.“ (1917).

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    • Anonym sagt:

      Jesus hat uns Gott-Vater im Gleichnis über den verlorenen Sohn als einen liebenden Vater vorgestellt. Gott sorgt sich um seine Kinder, selbstverständlich auch wenn diese auf Abwege geraten.

      Am Ende der Zeit wird Gott über die Taten der Menschen urteilen, mit Liebe und nach seiner Gerechtigkeit.

      So steht es in der Bibel geschrieben.

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    • Niemand sagt:

      Ich glaube nicht, dass die Menschen damals so gottlos waren wie heute, eher dass durch den Mangel an Informationsmöglichkeiten und Gehirnwäsche durch die Propagandamaschinerie die Menschen in ihr Unglück liefen, da ja die unwahre Nachricht, polnische Partisanen hätten Deutschland angegriffen und Greueltaten angestellt, arglos geglaubt wurde. Der erste Radio Empfänger, die Goebels Schnauze, kam zirka 1933 auf die Masse und nur tausend Leute konnten sich im Gesamtdeutschland anfangs auch außerhalb der Lügenpresse informieren.
      Zudem hatte Adolf Hitler die NSDAP in der Hierarchie so undurchsichtig aufgebaut, dass die obere wirklich gottlose Herrscherelite den Rest des naiven Volkes gnadenlos verdummen konnte. Heute läuft es umgekehrt, indem man durch Informationsüberflutung und Klatschpressenachrichten bewusst dem Bürger die Möglichkeit nimmt, sich auf den Kern der Sache zu konzentrieren. Wie lange hat man uns eingetrichtert, der gesamte Islam sei ja so friedlich, Vorzeige-Statisten bemüht und damit kritische Stimmen unterdrückt, und jetzt wachen wir so langsam auf, weil die ausufernde Gewalt von radikalen Muslimen nicht mehr zu übersehen ist.
      Wenn jemand gottlos war, dann war es auch zu Hitlers Zeiten die Elite, die ihr Volk für eigene Macht- und Wahnideen gnadenlos verheizt hat. Der Sohn der von mir sehr bewunderten Künstlerin Käthe Kollwitz ging, nachdem man den Menschen durch die Informationsarmut und Propagandapresse eingeimpft hatte, dass das deutsche Volk von Kräften von Außen überfallen wurde, zur Verteidigung seiner Heimat und Familie an die Front, ohne zu ahnen, dass er Kanonenfutter im Spiel der Macht-Lobby wurde.
      Es war Adolf Hitler, der den Freundschaftspakt mit Russland eigenmächtig gebrochen hat, und die Soldaten in der Stalingrader Hölle brachen beim Anblick der Stalingrader Madonna von Kurt Reuber in Tränen aus. Man muss die Geschichte kennen, um aus ihr zu lernen, das wird aber im Bildungssystem komplett unterdrückt, damit die Menschen manipulierbare Marionetten der Mächtigen bleiben. Der Sohn von Käthe Kollwitz fiel an der Front, und dadurch, dass Künstler aus verschiedenen Regionen vor allem in Berlin zusammenfanden und Nachrichten austauschen konnten, die immer mehr Menschen erkennen lies, wie sie getäuscht und belogen wurden, ist auch Käthe Kollwitz in den Widerstand gegangen. Wäre ihr die Wahrheit verborgen geblieben, sie wichtige Informationen nicht erhalten hätte, einer Mutter, die den Schmerz über ihren geliebten Sohn nie verwand, auch das warum wie eine Folter auf der Seele, ohne dass man sich wehren kann, noch drückender gewesen.

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  2. ester sagt:

    Nun denn, sagen wir es knapp, Zukunft haben all diese Abtreibungsfans allerdings nicht.
    Irgendwann sind sie und die von ihnen protegierten alt und alleine, weil das mit dem Trank der ewigen Jugend wohl doch nichts wird.

    Aber es ist schon verrückt, wie sehr jemand, der nur schreibt im Internet: „Ach überleg doch mal, ob du das Kind nicht doch bekommen willst, sind ja so goldig, die Kleinen und überhaupt sprechen die und die Gründe doch dafür!“ als furchtbar böse kriminalisiert werden soll.
    Einfach verrückt!
    Demnächst werden wir den Pharao aus dem Buch Mose noch als Wohltäter an den israelitischen Frauen, der sie von der Last des Kinderkriegens befreien wollte, es jedoch etwas dusselig angestellt hat, präsentiert bekommen.

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  3. Dornröschen sagt:

    Euthanasie pur, um die Abtreibungsquoten in Brüssel zu erfüllen? Dezimierung der Europäer, um die Ausbreitung der afrikanischen Bevölkerung in Europa zu fördern? Wer nimmt sich eigentlich das Recht, Menschen zu selektieren, weil er sich als göttlich empfindet, diese Pläne sind einfach nur krank und Menschen verachtend !
    Die Ungarn hatten eine humane Lösung für ungewollte Kinder, die Babyklappe, wo die ungewollt schwangeren Mütter ihre Kinder anonym abgeben konnten, die dann in liebevolle Hände weiter vermittelt worden. Gerade in Deutschland haben es vor allem die Grünen geschafft mit ihrem Genderwahn, das ob nun durch die Grünen gefördert oder nicht, denn um Straffreiheit für Sex mit Kindern haben sie sich stark gemacht, ein Pädophilen-Ring sich schutzloser Kinder bedienen kann. Die europäische Zivilisation und Moral hat Tiefstwert so langsam erreicht, und macht die Babyklappe noch Sinn, wenn die pädophile Mafia ähnlich wie bei den Organspende-Skandalen sich schamlos bedienen kann? Ich empfinde nur noch Wut über so viel Menschenverachtung, deshalb wähle ich AFD.

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