Universität Greifswald legt Namen des Dichters Ernst Moritz Arndt ab

Der Senat der Universität Greifswald hat am vorigen Mittwoch für eine Umbenennung der Hochschule gestimmt. Der Dichter Ernst Moritz Arndt (1769 – 1860), der im 19. Jahrhundert an der Universität lehrte, wird damit als Namensgeber gestrichen. Arndt

Eine Zwei-Drittel-Mehrheit der zwölf Professoren, Mitarbeiter und Studenten sprach sich für einen Verzicht des Namenszusatzes aus. Hermann Göring hatte der Universität 1933 als preußischer Ministerpräsident den Beinamen des Historikers und Dichter verliehen.

Innerhalb der Universität habe es vor allem unter Medizinern, Juristen und Professoren eine breite Mehrheit für die Beibehaltung des Namens gegeben, erläuterte der Politikwissenschaftler Niels Hegewisch dem NDR. Die Diskussion sei in den vergangenen Jahren aber mit neuen Mitarbeitern und neuen Studenten immer wieder hochgekocht.

Weil sowohl Nationalsozialisten als auch die DDR immer wieder auf Zitate von Arndt zurückgegriffen hätten, stelle er für viele Gegner einen „Stolperstein in der deutschen Geschichte dar“.

Die AfD kritisierte die Namensstreichung als „ein verheerendes Signal“:

„Die Namensänderung wird die Universität geschätzt etwa 300.000 Euro kosten. Dabei fehlt es schon jetzt an allen Ecken und Enden. Veranstaltungen müssen ausfallen und viele Uni-Gebäude sind Sanierungsfälle“, gab der hochschulpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Ralph Weber, in einer Pressemitteilung zu bedenken. Die ohnehin angespannte finanzielle Lage der Universität würde sich durch die Namensänderung „noch weiter verschlechtern“.

Quelle und weiterer Text hier: https://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2017/uni-greifswald-streicht-ihren-beinamen-ernst-moritz-arndt/

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3 Kommentare on “Universität Greifswald legt Namen des Dichters Ernst Moritz Arndt ab”

  1. M.04 sagt:

    Was soll man über diese selbstgefälligen Zugereisten noch viele Worte verlieren. Ich war immer der Meinung, daß ein Studium, welcher Art auch immer, sehr Zeit- und Aufwandsintensiv wäre. Diese Leute stellen alles an den Pranger, was auch nur im geringsten Maaße mit deutscher Geschichte vor 1945 in Zusammenhang gestanden haben könnte und erinnern uns ständig daran, dass wir doch bitte ein schlechtes Gewissen haben sollten bezüglich unserer Deutschen Geschichte. Die Initiatorin dieser Aktion stellt sich vor die Kamera und sagt „Wir sind alle überglücklich“. Herzlichen Glückwunsch!

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  2. Renomenitis (die; nur Singular)
    Begriffsdefinition: Zwanghaft kollektive Manie zur Umbenennung von öffentlichen Plätzen und Gebäuden, in der Regel verbunden mit der Zielsetzung, vermeintlich historisch belastete Namen und Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Gedächtnis zu tilgen. Renomenitis™ ist ein vorwiegend deutsches Phänomen, das verstärkt seit Beginn des 21. Jahrhundert auftritt, es gibt indessen auch schon Belege aus dem letzten Jahrtausend.

    Motivation und pathologische Ausprägung: Ursächlich ist das übersteigerte Bedürfnis der Akteure, sich dem jeweiligen politischen Zeitgeist (→Mainstream) stromlinienförmig anzupassen. Die zugrunde liegende Weltsicht ist stets eindimensional dualistisch: Gut und Böse. Von Renomenitis erfasste versprechen sich als verantwortlich Handelnde eine moralische Selbsterhöhung in dem Sinne: „Seht her, wir sind die Guten. Denn wir streifen ab und tilgen Spuren böser Vergangenheit.“ Damit wird die kritische Auseinandersetzung mit dem historischen Kontext unterbunden. Renomenitis geht einher mit einem ausgeprägten →Konformitätsdruck.

    Historie: Die Tilgung der Namen von missliebig gewordenen Vorfahren hatte schon im alten Ägypten Tradition. Deren Hieroglyphen wurden aus Tempeln und Statuen ausgemeißelt. Später verewigten sich die neuen Potentaten auf den jeweiligen Monumenten. Siehe auch: →Damnatio Memoriae

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  3. Adolf Breitmeier sagt:

    Immer mehr befällt mich der Gedanke, in einem Irrenhaus zu leben. Die Schatten der Vergangenheit werden anscheinend immer länger. Eigentlich müssten wir die deutsche Sprache abschaffen, denn die NationalSOZIALISTEN sprachen sie. Auf dem amerikanischen Kontinent wurden die Indianer entrechtet und nahezu ausgerottet, kein Mensch käme dort auf den Gedanken, Historisches zwecks Selbstzerfleischung zu ändern. Es ist sicher nicht falsch, sich auch unschöner und bösartiger Dinge zu erinnern, damit sie sich nicht wiederholen (obwohl bei uns die Zensur gerade wieder fröhlich Urständ feiert!!), aber deshalb in Panik zu verfallen – das zeugt doch von einer gewissen Irrationalität.
    Arndt lebte in einem deutschen ,,Flickenteppich“, und wollte ein ,,einig deutsches Vaterland“, er war glühender Patriot und schrieb im Geiste seiner Zeit, er wollte aufrütteln (und musste auch eine ganze Menge dafür einstecken).
    Er hat sich stark gemacht für eine ganz normale Sache (so wie Verdi in Italien). Wer sich allerdings schämt, einen Freiheitskämpfer (nur weil ihn die Falschen gelobt haben), der sich für sein Vaterland – oder Mutterland oder seine Nation, sein Volk, also auch für unser heutiges Leben, für unsere (zur Zeit jedoch kränkelnde) Demokratie eingesetzt hat, der hat halt kein geschichtliches Verständnis und engt deutsche Geschichte auf zwölf böse Jahre ein.
    Jeder normale Mensch weiß, dass das Quatsch ist, dass es nicht wieder zu einer Diktatur in Deutschland kommen darf, wo der Führer allein bestimmt, was getan wird, und die Vasallen (gleichgeschaltete Parteien) zustimmen oder nicht ,,rebelliren“. Doch halt, ich habe die illegalen Grenzöffnungen vergessen, den Unsinn mit dem vorzeitigen Abschalten der Atomkraftwerke, was den Verbraucher mittlerweile schon fast Milliardenbeträge kostet, dass nur 40% der weltweit frei zugänglichen Internetbeiträge in Deutschland gehen werden dürfen (in Spanien sind weniger als 5% gesperrt, in Nordkorea allerdings mehr!), dass es mittlerweile sogar zwei von der Regieung beauftragte private Institutionen gibt, die das Internet auf ,,regierungskritische“ und ,,gesellschaftskritische“ Äußerungen und Beiträge untersucht und überwacht und löscht, was es nur zu löschen geht.
    Donnerwetter, ich merke gerade, dass wir in eine Meinungsdiktatur rennen. Da MUSS man natürlich den Namen Arndt bannen, um regierungs- und mainstreamkonform zu sein. Mal sehen, ob der Beitrag ,,zensiert“ wird und ein Rüffel an unsere Betreuerin erfolgt. Denn wer böswillig ist, kann hier schon Patriotisches finden, und es wird eher gestattet, „Deutschland verrecke“ zu sagen, als sich kritisch zu äußern, fürchte ich.

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