Nach dem DBK-Papier fordern Progressisten weitere „Reformen“ in der Kirche

Mathias von Gersdorffgersdorff

Eines muss man dem Progressisten lassen: Sie haben nicht den Hang, sich mit wenig zu begnügen; sie streben stets nach maximalen Zielen. 

So auch nach der Veröffentlichung des Wortes der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) mit dem Titel: „,Die Freude der Liebe, die in den Familien gelebt wird, ist auch die Freude der Kirche‘. Laut diesem Papier sollen wiederverheiratete Geschiedene unter gewissen Bedingungen zur Kommunion zugelassen werden.

Dass dies dem Progressismus nicht reichen würde, war von vornherein klar. Die Kirchenzeitung des Bistums Limburg hat wenige Tage nach der Veröffentlichung des DBK-Schreibens die Frage aufgeworfen, ob nun nicht auch Ausnahmen für homosexuelle Paare und wilde Ehen gewährt werden müssten.

Aber das ist noch längst nicht alles in der „reformkatholischen“ Agenda:

Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ ist nun der Auffassung, das Diakonat und Priesteramt müsse für Frauen geöffnet und der Zölibat abgeschafft werden.

Es sei nämlich an der Zeit, „die Siebenmeilenstiefel zu schnüren, falls die Kirche wieder in Kontakt zu den Gläubigen treten will. Sonst sind nämlich bald keine mehr da“, prophezeit die FAS.

Das klingt zwar überheblich und anmaßend, doch so haben deutsche progressistische Kirchenleute selber argumentiert: Man müsse die Lehre mit der Realität in Harmonie bringen. Manche Bischöfe, katholische Medien, wie etwa katholisches.de (Internetportal von Bischofskonferenz) und Organisationen wie das „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“ haben gebetsmühlenartig diese These wiederholt.

Kann man sich dann wundern, dass auch viele Leute im Kirchenvolk  –  oder eben die FAZ  –  nicht mehr die christliche Wahrheit, sondern die abweichende Praxis in den Mittelpunkt stellen?

Jene deutschen Bischöfe, denen die Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland noch am Herzen liegt, müssen jetzt handeln und zwar energisch.

Die Geschichte zeigt ganz klar: Wenn man hinsichtlich der Lehre kleine Zugeständnisse gewährt, kommt man nicht umhin, immer mehr und größere zu machen. Irgendwann ist vom katholischen Glauben nichts mehr übrig und es hat sich eine andere Denomination gebildet. Historische Beispiele gibt es genügend, gerade in Deutschland.

Es ist dringend nötig, dass in dieser Krisensituation glaubenstreue Bischöfe ihre Stimme gegen die rasante Zerstörung der katholischen Kirche und des katholischen Glaubens erheben.

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt ist katholischer Publizist und leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“; er veröffentlicht seine aktuellen Kommentare hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/

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5 Kommentare on “Nach dem DBK-Papier fordern Progressisten weitere „Reformen“ in der Kirche”

  1. ester sagt:

    Ich weiß überhaupt nicht, wie ich mich richtig ausdrücken soll, aber mir scheint, dass gerade die konservativen Kräfte auch nicht mit dem lieben Gott rechnen, der gesagt hat, dass er bei uns bleibt bis ans Ende der Welt.
    War nicht die Kirche schon mal und immer wieder in der Situation, dass „die, denen der Glaube egal war“, die Macht, die Gebäude und die Institutionen hatten? (ist ein aus dem Gedächtnis zitiertes Zitat des hl. Athanasius).
    Uns bleibt der Glaube!
    Von daher ja es ist schlimm, aber was soll denn das ständige Gejammer?
    Lasst uns doch einfach unseren Glauben leben und „die“ grad machen mit ihrem Haus auf Sand!

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  2. Egbert W Gerlich sagt:

    Das erscheint mir hervorragend formuliert; es ist wirklich die Schlüsselfrage, ob „theozentrisch“ oder „anthropozentrisch“! Das gilt für den Glauben, das gilt für das Leben.

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  3. Hat dies auf Des katholischen Kirchfahrters Archangelus unbotmäßige Ansichten – ob gelegen oder ungelegen. rebloggt und kommentierte:
    Solange man auf der Grundlage des von Progressisten gezielt inszenierten Aggiornamento, also der Anpassung an heutige Verhältnisse, argumentiert, wird man den verderblichen Trend nicht stoppen können. Bereits vor 5 Jahrzehnten legte man damit den modernen Zeitgeist quasi als Schablone über die kirchliche Überlieferung und begann beharrlich damit, alles den „modernen Menschen“ störende daran abzuhobeln. Derzeit ist man halt damit nur die besagten 5 Jahrzehnte weiter, das ist alles.

    Wer Laien am Altar generell toleriert, wird zu weiblichen Laien nicht Nein sagen können, wer Mädchen als Messdienerinnen toleriert, wird schlußendlich (Schrittchen für Schrittchen) sich auch an sog. „Priesterinnen“ gewöhnen, wer Messen grundsätzlich für „gestaltbar“ hält, wird sog. „Narrenmessen“ höchstens individuell aus ästhetischen Gründen ablehnen können, aber nicht mehr im Grundsatz.

    Kurz und gut: Die Schlüsselfrage lautet für jeden einzelnen Gläubigen, ob der Glaube theozentrisch oder antropozentrisch ist. Wenn Gott dem Menschen offenbart hat, wie er von ihm verehrt werden will, dann hat der Mensch sich daran zu halten und nichts zu „gestalten“. Argumentiert man hingegen antropozentrisch, sprechen wir von einer anderen Religion, nicht mehr vom katholischen Glauben…

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    • zeitschnur sagt:

      Interessant, dass Sie vom eigentlichen Thema abkommen – es geht hier ja um die Zulassung von Leuten, die eine Zweitehe führen, zur hl. Kommunion und nicht um Messdienerinnen und Priesterinnen…

      Man kann aber die beiden Themen nicht vergleichen.
      Auch ist ein Ministrant kein Weiheträger und kann niemals auch nur entfernt mit ihm verglichen werden. Auch wenn nun Extrem-Ultramontane wieder Zeter und Mordio deswegen brüllen wollen. Das Thema ist objektiv, d.h. dogmatisch nebensächlich.
      Es werden immer nur Prinzipien geritten, aber erklärt werden sie nicht. Und vielleicht ist manches auch nicht zu erklären.
      Ich kann nachvollziehen, dass weibliche Ministranten irgendwie der Ästhetik der tridentinischen Zelebration querliegen. Aber deswegen sind sie kein dogmatisch ernsthaftes Problem! Wenn Männer nur Priester werden, weil Frauen von ihnen weggehalten werden, dann sollte man auf sie ohnehin pfeifen. Es kommt dabei nichts heraus – ich habe die Nase so voll von all den Pädophilie- und Päderastenskandalen, die ja keine Erfindungen sind und an denen alleine eine verquere sexuelle Entwicklung der Priester verantwortlich sein muss! Das ist das Ende vom männlichen Arkandisziplin-Lied, dieser gnostischen Abirrung, die seltsamerweise keiner bemerkt…

      Die Zulassung von Ehebrechern zur Hl. Kommunion ist dagegen ein echtes dogmatisches Problem.

      Allerdings – und da muss man Ester oben rechtgeben – hat die Kirche sich darum eigentlich früher schon nicht geschert. Man ließ zwar keine Zweitehe zu, aber ich möchte nicht wissen, wie viele hurerische Priester, Bischöfe und Päpste schon zelebriert und kommuniziert haben unter dieser Sonne, ohne dass es in Rom auch nur einen gejuckt hätte. Von den vielen promiskuitiven Adeligen ganz zu schweigen, denen kaum die Kommunion verwehrt wurde…

      Hören wir endlich mit dem Gejammer auf und sehen den Tatsachen ins Auge. Was heute geschieht, ist das, was auch früher in Barock- und Renaissancegewändern geschah. Bloß schied man sich nicht offiziell, sondern nahm halt inoffiziell Mätressen und Lustknaben hinzu.

      Wenn wir nicht abkommen von einem Kirchenbild, das um den Preis universaler Gewalt auch noch die letzten hartnäckigen Sünder und Gewalttäter im Boot halten will, nur um sich nicht einzugestehen, dass die Kirche selbst den Kreuzweg hätte gehen müssen, den sie dann so verlogen ungläubigen Herzen zufügte, dann tragen wir selbst auch nur zum Glaubenszerfall bei.

      Was nützen uns Gläubige, die von selbst nicht glauben wollen?
      Was haben sie uns je genützt?

      Wir haben damit Bitterkeit, Verlogenheit und Heuchelei gezüchtet.
      Und das ist viel schlimmer als Ehebruch.

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      • ester sagt:

        Ich muss sagen, sehr interessant,
        aber sagen wir so, „früher“ scheint mir das Motto gewesen zu sein: „Alle machen es, aber drüber reden tut man nicht“.
        Heute scheint mir das Motto zu sein: „Auch die, die es nicht machen, meinen, beständig drüber reden zu müssen“.
        Interessant finde ich Ihre These, dass sowohl früher als auch heute es einfach darum geht, alle im Boot zu halten.
        Mag dem nicht so recht zustimmen, weil man ja auch in genug Fällen ganz schnell bei der Hand war mit Ausschlüssen und Anathemen.
        Richtig ist allerdings, wenn man in einem Urlaub „einen auf Kultur macht“, Schlösser und Burgen besucht, dann fällt man schier in Ohnmacht ob der Mätressenwirtschaft „katholischer“ Fürsten.
        Viel Heidnisches, der Häuptling als im Wortsinn potenter Anführer, der das auch beständig unter Beweis zu stellen hat, scheint mir da lange, viel zu lange mitgeschleppt worden zu sein.
        Ich denke, das Problem der Kirchen ist einfach eine Verwechselung der Kategorien.
        Gott ist gut, dass lehrt uns die Schrift und die Tradition und seien wir ehrlich, darauf kommt man keineswegs von selber, gerade angesichts all der Leiden und des Elends, das es schon immer in der Welt gab und gibt und wohl auch weiter geben wird.
        Genau das, dass Gott gut ist, das ist die frohe Botschaft, die wie gesagt verkündet werden muss, weil man von selber genau darauf nicht kommt.
        Nun haben wir aber genau das verinnerlicht, setzen das, was verkündet werden muss, als gegeben voraus und denken deshalb, dass das, was wir gerade so als gut definieren, dann auch im Sinne des guten Gottes sein muss.
        Und diesen Fehler machen alle Fraktionen und schon länger als seit dem 2. Vatikanum, und genau das ist das Problem.
        Im Grunde die alte Versuchung aus dem Paradies: es kann doch nicht sein, dass der gute Gott nicht will, dass wir klug werden, weil klug werden ist doch was gutes!
        Was aber der konkrete Fall angeht, die Zulassung der wiederverheirateten Geschiedenen zu den Sakramenten, es ist komplett klar, dass genau das nicht geht, solange die nicht beschließen, zu ihrem eigentlichen Partner zurückzukehren, oder eben auf den Sex zu verzichten, aber es ist leider genauso klar, dass die Mehrheit derjenigen, die da zur Kommunion rennen, auch nicht gehen dürften, weil ihnen die Grundvorrausetzung fehlt, dass sie nämlich glauben, dass in der gewandelten Hostie Christus in seiner Menschheit und Gottheit gegenwärtig ist. Nur dieses Hindernis ist nicht in irgendwelchen Standesämtern hinterlegt.
        Fazit: Würde die Kirche ihre Doktrin ernst nehmen, so würde sie zu dem schrumpfen, wovon alle irgendwie träumen, einer kleinen, unwichtigen, armen, aber ernsthaften Kirche und genau das, das will ja ernsthaft keiner.

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