Ungeborene mit Down Syndrom werden noch stärker zum Abschuß freigegeben

Mathias von Gersdorff

M. von GersdorffDiese Meldung des „Ärzteblattes“ vom 16. Februar 2017 scheint auf dem ersten Blick alltäglich und harmlos:

„Die Mitglieder des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) haben Versicherteninformationen zur nicht invasiven Pränataldiagnostik (NIPD) zur Bestimmung des Risikos autosomaler Trisomien 13, 18 und 21 mit Hilfe von speziellen Tests in Auftrag gegeben. Das zuständige Institut für Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) soll die Informationen für werdende Eltern in den kommenden Monaten zusammenstellen.

Übersetzt man den Text ins Umgangsdeutsche, wird die Tragweite der oben erläuterten Entscheidung des Gremiums, in welchen Krankenkassen, Ärzte und sonstige Personen, die im Gesundheitswesen involviert sind, deutlicher:

Die deutschen Krankenkassen haben eine Informationsbroschüre für schwangere Mütter in Auftrag gegeben. Diese Broschüre wird über die existierenden Bluttests, die das Risiko angeben, dass das eigene Kind an Down-Syndrom oder einer ähnlichen genetischen Krankheit leidet, informieren.

Das deutsche Gesundheitswesen macht also in gewisser Weise Werbung für Bluttests, deren Hauptfunktion das Auffinden von Gendefekten ist.

Was das konkret bedeutet, sagt uns die Statistik, also eine kalte Zahl: Ca. 95 Prozent der Kinder mit Down-Syndrom (Trisomie 21) werden abgetrieben, also vor der Geburt getötet.

Richtigerweise müsste man sagen, 95 Prozent der Kinder, die möglicherweise Down-Syndrom haben, werden abgetrieben, denn absolute Sicherheit können auch die Bluttests nicht geben.

Foto: M. von GersdorffDer Schritt der Krankenkassen (sie vor allem wollen die Bluttests mehr oder weniger zu einer Standarduntersuchung bei Risikoschwangerschaften machen) scheint ein kleiner Schritt zu sein. Was kann man schon gegen Information haben?

Doch in der Tat ist es ein gewaltiger Schritt, der unternommen wird. Denn es geht um die endgültige Akzeptanz der fast kompletten Tötung einer Bevölkerungsgruppe durch unseren Gesundheitsapparat.

Kurz: Das deutsche Gesundheitssystem findet sich damit ab, dass fast alle diese Menschen mit bestimmten Gendefekten getötet werden.

Und es wird nicht bei dieser Broschüre bleiben. Angestrebt wird die Übernahme dieser Bluttests in den Katalog der regulären Krankenkassenleistungen.

Was machen unsere Politiker währenddessen?

Am 27. Januar 2017 lauschte der Bundestag beim Gedenktag der Opfer des Holocaust dem Schauspieler Sebastian Urbanski. Dieses Jahr wurde vor allem an die Opfer des NS-Euthanasieprogramms, das sog. „lebensunwertes Leben“ vernichtete, erinnert. Urbanski, der das Down-Syndrom hat, las einen Brief eines 1945 in diesem Vernichtungsprogramm Ermordeten.

Und unsere Medien? Die RTL-Serie „Unter uns“, eine der erfolgreichsten überhaupt, legt dieses Jahr einen Schwerpunkt auf Trisomie 21 (Down-Syndrom).

Ist das nicht makaber? Während Menschen mit Down-Syndrom in Politik und Medien sichtbar gemacht werden, verschwinden sie aus dem tatsächlichen Leben. Unser „Gesundheitssystem“ sorgt dafür.

Tun wir was dagegen! Erheben wir unsere Stimme gegen diese himmelschreiende Ungerechtigkeit.

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ sowie SOS Leben – und schreibt regelmäßig hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/
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4 Kommentare on “Ungeborene mit Down Syndrom werden noch stärker zum Abschuß freigegeben”

  1. Diese Bluttests sind doch nur die Spitzes des Eisberges. Entscheidend ist vielmehr: Warum will niemand diese Kinder haben? Warum töten Eltern ihre ungeborenen Kinder überhaupt? DAS ist die Kultur des Todes.

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  2. Hat dies auf Des katholischen Kirchfahrters Archangelus unbotmäßige Ansichten – ob gelegen oder ungelegen. rebloggt und kommentierte:
    Es empfiehlt sich halt immer, zwischen der medialen Inszenierung von „Wirklichkeit“ und der Realität der harten Fakten zu unterscheiden. Auf der TV-Mattscheibe und Politikerforen wie dem Bundestag werden Kindern, alten Menschen, Behinderten etc. ein derart übertriebenes Maß an aufgesetzter „Wertschätzung“ entgegengebracht, dass man alleine deshalb Verdacht schöpfen sollte. Blickt man auf „heikle“ Themen wie Sterbehilfe/Euthanasie, Abtreibung oder eben PID, wird ohne rosarote Brille schnell klar, dass diese genußorientierte Hedonisten-Gesellschaft klammheimlich, aber knallhart alles buchstäblich aus dem Weg räumt, was für sie nicht mehr profitabel nutzbar ist oder ein Leben ohne Verantwortung gefährden könnte.
    Innerhalb dieser perversen Logik werden die Überreste abgetriebener Föten an Kosmetikkonzerne verkauft, um wenigstens noch etwas Geld rauszuschlagen, allem verlogenen „Kinder-sind-unsere-Zukunft“-Gesäusel zum Trotz. Wird ein 45jähriger arbeitslos, stellt er schnell fest, dass er für unsere Arbeitswelt zu alt gehalten wird und sein Leben von ALG II fristen muß, kindische Beschäftigungstherapien inklusive.
    In der Zeit, in der wir leben, lohnt es sich, bei Schein und Sein etwas genauer hinzuschauen…

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  3. Wie unterscheidet sich die „Selektion“ an der Rampe in Auschwitz von dieser Selektion? Moralisch jedenfalls überhaupt nicht.

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