Warum die „Erscheinungen“ von Amsterdam auch formal einen Sonderfall darstellen

Von Felizitas Küble

Auf der kath. Webseite Gloria-TV übernehmen User bisweilen Artikel aus unserem CHRISTLICHEN FORUM oder verweisen darauf, wobei es sich häufig um Beiträge über sog. Privatoffenbarungen handelt.  Scannen0004

Jetzt schrieb dort eine „Gerti Harzl“ unter dem ironischen Titel „Was täten wir, wenn wir den Küble-Blog nicht hätten“ in der ihr eigenen Weise bzw. Weisheit über einen unserer Anti-Medjugorje-Berichtesiehe hier: https://gloria.tv/article/snpe4mpmzsXV6Sz4B7QpgBMYU

Das ist nicht weiter bemerkenswert, gäbe es dort unter dem Artikel nicht einen Kommentar eines mir unbekannten „Winfried“, der folgendes zu berichten weiß:

„Frau Küble ist bekannt dafür, dass sie sich bevorzugt gegen nicht-anerkannte Marienerscheinungen wendet, wie z.B. Medjugorje, welches von dem zuständigen Bischof, bzw. der jugoslawischen Bischofkonferenz abgelehnt wurde. Daraufhin fragte ich sie, was es denn mit der bischöflichen Anerkennung von Amsterdam auf sich hätte. Dies sei etwas anderes, sagte sie. Auch ein Bischof [eine Bischofskonferenz] könne irren.“

Dieser Leser wirbelt einige Zusammenhänge durcheinander, vielleicht fehlt es ihm auch an der nötigen Information.

Diese wollen wir für ihn und seinesgleichen gerne nachliefern:Radio Vatikan

Die „Marienerscheinungen“ von Amsterdam (dort präsentierte sich die „Madonna“ in den 40er und 50er Jahren als „Frau aller Völker“) wurden jahrzehntelang von den zuständigen Ortsbischöfen des niederländischen Bistums Haarlem abgelehnt, außerdem mehrfach von der vatikanischen Glaubenskongregation, so etwa 1974: https://charismatismus.wordpress.com/2015/01/19/vatikan-glaubenskongregation-hat-amsterdamer-erscheinungen-1974-abgelehnt/

Diese Notifikation wurde von Kardinal Joseph Ratzinger am 2.4.1987 erneut bestätigt, indem er die Botschaften der „Frau aller Völker“ ablehnte und ihre Verehrung untersagte.

Bischof Josef Maria Punt gefiel es dann aber im Jahre 2002, sich über den Standpunkt Roms und die kritische Haltung von Vorgänger-Bischöfen hinwegzusetzen und die Erscheinungen der „Frau aller Völker“ zu billigen.

Der Vatikan hat dies gleichsam „geschluckt“, aber immerhin noch die Notbremse gezogen und die von den Amsterdamer Fans propagierte Anrufung der „Frau aller Völker, die einst Maria war untersagt. Es muß laut römischer Verordnung heißen: „…möge die selige Jungfrau Maria…“.

Wer also gerne darauf herumreiten will, daß der gegenwärtige Oberhirte von Amsterdam die Erscheinungen „anerkannt“ habe, sollte nicht verschweigen, daß sowohl die Glaubenskongregation wie auch Amtsvorgänger Punts hierüber ganz anders geurteilt haben.

Weitere Artikel von uns über die Amsterdamer Botschaften: https://charismatismus.wordpress.com/category/irrgeistige-erscheinungen/amsterdam-frau-aller-volker/

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7 Kommentare on “Warum die „Erscheinungen“ von Amsterdam auch formal einen Sonderfall darstellen”

  1. Die Anerkennung der Erscheinung der Frau aller Völker durch Bischof Punt erfolgte 2002 nach einer Romreise des Bischofs, der in Rom mit den „allerhöchsten Spitzen der Kirche“ sich beraten hatte, wie man mir in Amsterdam versicherte. Die allerhöchsten Spitzen konnten aber in Rom in dieser Frage nur Kardinal Ratzinger und der heilige Johannes Paul II. gewesen sein.
    Bischof Punt wollte ohne Rom keine Anerkennung aussprechen, da damit ja auch – wie bekannt – die Frage der „Miterlöserin“ verbunden ist.
    Der Vatikan hat das also nicht nur geschluckt sondern ganz bewusst zugestimmt. Offensichtlich ist in diesen 15 Jahren eine Änderung in der Auffassung der Glaubenskongregation eingetreten; denn weder Kardinal Ratzingen noch der heilige Johannes Paul waren Persönlichkeiten, die sich nicht überfahren ließen.
    Wenn Sie, liebe Frau Küble, hier die Botschaften zitieren, so muss man dazu sagen, dass man sie im Zusammenhang sehen muss. Sie haben oft eine symbolisch-verschlüsselte Sprache.
    Hier einige andere Zitate: Die Muttergottes hat den Bau und den Fall der Mauer angekündigt, die Errichtung des Staates Israel, das verheerende, eine große Fläche in Sibirien verstrahlende Atomunglück, das im Gegensatz zu Tschernobyl bis heute weitgehend totgeschwiegen wird.
    Vor allem aber hat sie die Los-von Rom-Bewegung in der deutschen Kirche vorhergesagt mit der Erläuterung: „Ich habe meinen Fuß auf Deutschland gesetzt.“
    Damals hat man die Seherin Ida für verrückt erklärt. Eine Los-von-Rom-Bewegung, wie wir sie heute haben (Kard. Marx: „Wir sind keine Filiale von Rom“), hielt man zur Zeit Pius XII. für ausgeschlossen. Maria hat in Amsterdam gesagt: Es werden Bischöfe gegen Bischöfe und Kardinäle gegen Kardinäle stehen. Auch das erleben wir heute und man hielt das damals für undenkbar.
    Hier noch eine Aussage der Muttergottes vom 1.4.51, die mir besonders gut gefällt:
    „Ich habe gesagt, Theologie muss weichen vor der Sache meines Sohnes. Damit will ich sagen: Theologen, der Sohn sucht immer das Kleine und Einfache für seine Sache! Glaubt ihr an das Kleine und Einfache, so wie ihr das auch anderen vorhaltet? Einfach glauben. Wir haben keine Zeit, um lange zu warten. Diese Zeit ist unsere Zeit!“
    Man muss auch immer bedenken, dass solche Botschaften durch einfache menschliche „Kanäle“ zu uns gelangen.

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  2. zeitschnur sagt:

    Die Geschichte der Erscheinungen der Frau aller Völker und der Art, wie sie in der Kirche widersprüchlich beurteilt wurden und werden, ist für mich ein besonders guter Hinweis darauf, dass all dieses Erscheinungsgedöhns einen politischen Grund hat: Man versucht so, eine kirchenpolitische Linie populistisch durchzusetzen. Populistisch deshalb, weil man offenbar mit Erscheinungen und Wundern einem großen Bedürfnis der Menschen entgegenkommt. Knüpft man daran eine bestimmte politische Botschaft, hat man sie schon fast ganz durchgesetzt…

    In Amsterdam geht es um irgendein globales Friedensgeklingel, das man dann nach Belieben spezifizieren kann – die Leute werden es nun schlucken, wei es ja schließlich Bischof Punt auch gesagt hat und die Gottesmutter sowieso.

    Es ist unschwer zu erkennen, dass das Merkmal schon auf ältere Erscheinungen zutraf:
    La Salette traf den Ton des beginnenden reaktionären Ultramontanismus unter Gregor XVI. + Pius IX.
    Lourdes bestätigte den an sich nicht wirklich erlaubten Alleingang eines Papstes bei der Dogmatisierung der Immaculata (wobei es inhaltlich eh weder in Frage stand noch der Kirche irgendwelche Beschwerden machte!). Das Unbehagen der Bischöfe, dass sie in der Dogmenformel selbst völlig ausgelassen wurden als solche, mit denen der Papst im Einklang steht, wurde durch Lourdes schnell aufgehoben – wenn die Muttergottes das bestätigt, muss es ja recht sein.
    Dann Pius IX. mit seinen Visionen, die ihn angeblich geheißen hatten, seine eigene Unfehlbarkeit zu dogmatisieren, Bestätigung durch Erscheinungen Don Boscos, aber auch himmlischer Eingebungen der Seherin Louise Beck, die vermutlich durch Bischof Reisach angefragt worden war.
    Fatima: Kampf der Freimauererei auf der iberischen Halbinsel!
    Faustyna – Barmherzigkeit ohne Gerechtigkeit, billige Gnade, seltsame Selbstüberschätzung auch dieser Schwester, ähnlich wie bei dem, was man Pius IX. sagte – Selbsterhöhung durch angebliche Visionarität.
    Medjugorje – im Prinzip passgenau für JP II. Assisi-Kurs bei ultrakonservativer Sexualmoral. Mit Sexmoral verkuppelt kann man die Leute von allem anderen leicht überzeugen…
    Medjugorje – ein altes politisches Problem des kroatischen Klerikalfaschismus im Widerstreit mit dem nach-pianischen römischen Kurs andererseits.

    Ich glaube gewiss an Wunder, aber wenn sie seltsamerweise immer dann auftauchen, wenn entweder Rom selbst oder ein bestimmter Flügel innerhalb der Kirche bestimmte machtpolitische Interessen durchsetzen will – nee, darauf pfeif ich.

    Dass man mit dem Kram auch viel Geld macht an den Erscheinungsorten, ist noch ein anderes Phänomen, das man nicht außer acht lassen sollte.

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    • Guten Tag,
      ja, auch die Amsterdamer Erscheinungen haben eine politische und kirchenpolitische Dimension, wobei es diesmal zur Abwechslung bzw. zeitgeistpassend andersherum geht, denn die selbsternannte „Frau aller Völker“ scheint eher eine „linke“ Richtung (viel Lob für „Sozialismus“) einläuten zu wollen, verbunden mit marianischem Maximalismus („Miterlöserin“) – eine auf den ersten Blick merkwürdige Mischung.

      Nehmen wir die „Botschaft“ vom 29. August 1945:

      „Ich sehe „die Frau“ stehen. Sie bedeutet mir, dass ich in meine Hand sehen soll. Ich sehe gleich seltsame Dinge aus der Hand kommen… Danach sehe ich Strahlen, helle Strahlen aus den Händen kommen. Dann sehe ich große Gebäude und Kirchen. Es kommen lauter Kirchen. „Die Frau“ sagt: „Es muss eine grosse Gemeinschaft werden.“
      Meine Hand schmerzt sehr. Es kommen Stürme über diese Kirchen. „Die Frau“ zeigt jetzt drei Päpste. Links in der Höhe steht Papst Pius X. Unser Papst steht in der Mitte und rechts sehe ich einen neuen Papst. „Diese Drei“, sagt „die Frau“, „das ist ein Zeitabschnitt.“ Sie zeigt nach diesen dreien. Dann sagt „die Frau“: „Dieser Papst und der Neue sind ‚die Kämpfer‘.“
      Dann zeigt sie einen neuen, doch seltsamen Krieg an, viel später, der schreckliches Unheil verursachen wird. Es muss jedoch viel verändert werden in der Kirche. Die Ausbildung der Geistlichen wird verändert werden müssen. Ich sehe jetzt Reihen junger Geistlicher vorbeiziehen. „Modernere, der heutigen Zeit angepasste Ausbildung“ sagt „die Frau“ ausdrücklich. „Doch gut, mit dem guten Geist.“ Ich sehe plötzlich eine Taube um meine Hand fliegen, die noch immer festgehalten wird. Die Taube sendet neue Strahlen aus. Dann weist „die Frau“ auf den Papst und sagt: „Weite muss kommen, mehr sozial. Allerlei Strömungen gehen über zum Sozialismus, was gut ist; doch es ist (nur) möglich unter Leitung der Kirche.
      „(…)

      Jetzt ist also „Sozialismus“ angesagt, freilich unter kirchlicher Leitung. Auch hier finden sich wieder papalistische Tendenzen (siehe die drei Päpste zu Beginn).
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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  3. Osterglocke sagt:

    Hallo Frau Küble,

    wenn der Winfried sie was gefragt hat und sie ihm was gesagt haben, müssen sie ja mal gesprochen haben😀

    Wenn wir abwarten, wie sich der Papst entscheidet kann das ja im Enddeffekt auch eine falsche Entscheidung sein, denn auch ein Papst kann sich irren.

    Weder Winfried, noch Bonifatius, auch wir kennen die Wahrheit, höchstens ein Engel und auf jeden Fall Jesus.

    Eins muß ich diese Seite hier lassen. Seid dem ich hier lese, wäre meine Enttäuschung nicht mehr ganz so groß falls Medjugorie ein Betrug ist.

    Ich habe niemals Johannes Dyba so gegen Medjugorie sprechen hören.

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    • Guten Tag,
      wenn sich irgendjemand nur „Winfried“ (Nickname!) nennt und weiter nichts, dann kenne ich ihn nicht, denn der einzige „Winfried“, den ich kenne, surft nicht im Internet.
      Natürlich sind päpstliche Entscheidungen in puncto Erscheinungen nicht unfehlbar, aber immerhin bekommt der Papst die Unterlagen der Untersuchungskommission vorgelegt sowie die Beurteilung der Glaubenskongregation, fängt also nicht am Punkte Null an.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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      • Osterglocke sagt:

        und ich kenne auch einen „Winfried“ , der kennt sich wohl besser aus im Internet als ich☺

        Jesus ist ja nicht sauer, wenn wir nicht an Medjugorie und Co. glauben können.

        Es ist ja viel wichtiger ein gewisses Urvertrauen zum Vater im Himmel, zum Leben zu haben
        und im täglichen Miteinander uns friedlich und liebevoll zu verhalten.

        Andere Menschen müssen uns vertrauen können, damit sie uns Vertrauen schenken.

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