Medizin-Professor Freyschmidt will eine „Männerquote“ beim Arztberuf

Der ehem. Professor der Medizinischen Hochschule Hannover, Jürgen Freyschmidt, hat sich für eine Männerquote unter Ärzten ausgesprochen. Die Teilzeitarbeit der Frauen nach dem Medizinstudium verschärfe die Versorgungsproblematik drastisch, warnte er in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

„Es ist die Angst, ins Fettnäpfchen zu treten, wenn es darum geht, das eigentliche Problem anzufassen – und das liegt in dem unausgeglichenen Geschlechterverhältnis zwischen Ärztinnen und Ärzten“, schrieb Freyschmidt. Auch die von jungen Ärzten angestrebte „Work-Life-Balance“ stelle das derzeitige Gesundheitssystem vor große Probleme.

Über 65 Prozent aller Studienanfänger seien derzeit weiblich, da Frauen im Schnitt bessere Abiturnoten hätten als Männer. Doch viele von ihnen würden das Studium vorzeitig abbrechen oder nach dem Staatsexamen durch eine Familiengründung ihren Beruf nicht oder nur teilweise ausüben: „Von den ärztlich tätigen Ärztinnen arbeiten zahlreiche nur halbtags, was besonders die Kliniken zu spüren bekommen, wenn nachmittags Stationen nicht mehr ausreichend besetzt sind.“

Der einstige Chefarzt fordert anstelle von guten Noten für die Aufnahme in das Medizinstudium einen psychologischen Eignungstest und eine Quote von 50 Prozent weiblichen und 50 Prozent männlichen Anfängern. 

Quelle: Wochenzeitung „Junge Freiheit“

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