Frankfurt: Stephanuspreis für mutige pakistanische Menschenrechtlerin Anthony

„Unermüdlich, selbstlos und in ständiger Gefahr für ihr eigenes Leben“ setzt sich die katholische Menschenrechtsanwältin Aneeqa Maria Anthony aus Lahore für verfolgte Christen und die Schwächsten in Pakistan ein: Dafür ist sie am vergangenen Samstag mit dem „Stephanus-Preis für verfolgte Christen“ in Frankfurt geehrt worden.

Laudatorin Michaela Koller, Vorstandsvorsitzende der Stephanus-Stiftung, überreichte in der Frankfurter Jesuitenhochschule St. Georgen den diesjährigen Preis mit der Begründung, dass die christliche Anwältin erstmals in einem Fall von Lynchmord gegen ein der Blasphemie verdächtiges Ehepaar im November 2014 erfolgreich für Gerechtigkeit gekämpft hat.

BILD: Preisträgerin Aneeqa Maria Anthony (rechts) und Laudatorin Michaela Koller bei einer Papstaudienst in Rom

Dabei habe sie sich nicht einmal durch eine Fatwa, einem islamischen Rechtsgutachten, das zu ihrer Ermordung aufrief, davon abschrecken lassen und weiter die Interessen der drei überlebenden Kinder des christlichen Ehepaars vertreten.

Zudem stehe die Menschenrechtsverteidigerin fest im Glauben. Dies belege ihre Antwort auf die Frage nach dem Quell ihrer Kraft, trotz aller Anfeindungen fortzufahren:

„Unsere Stärke gibt uns Gott. Er ist die einige Waffe, die wir haben. Bei schwierigen Ermittlungen wird mir oft geraten, mich zu bewaffnen. Aber Gott wird uns immer, wenn wir große Dinge zu tun bereit sind, beschützen.“

Mit einem Sonderpreis wurde außerdem  –  zusammen mit Max Klingberg und Ron Kubsch  –  Bischof Thomas Schirrmacher, stellv. Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz, für die Herausgabe des doppelten Jahrbuches über Religionsfreiheit sowie Diskriminierung und Verfolgung von Christen ausgezeichnet.

An der festlichen Übergabe beteiligte sich auch der Stifter und neue Ehrenvorsitzende des Vorstands, Wolfgang Link, der seit mehr als vier Jahrzehnten menschenrechtsaktiv ist.

Im September übergab er sein Amt als Vorsitzender an die Frankfurter Journalistin und Menschenrechtsexpertin Michaela Koller und am 25. März ernannte der Vorstand den Frankfurter Philosophen und Menschenrechtler Emmanuel Ogbunwezeh, geboren in Nigeria, zum neuen stellv. Vorsitzenden.

„Das Recht kann wie die Musik Menschen zusammenführen und versöhnen. Zu seiner Durchsetzung bedarf es jedoch furchtloser Menschenrechtsverteidiger wie Aneeqa Maria Anthony“, sagte Michaela Koller in ihrer Laudatio.

Die musikalische Umrahmung der Feierstunde gestaltete die Hamburger Komponistin Gloria Bruni, die mit ihren eingespielten Werken und ihrer Sopranstimme das Publikum, insbesondere die Preisträgerin Anthony fesselte.

Quelle: https://de.zenit.org/articles/stephanuspreis-an-pakistanische-menschenrechtlerin/

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One Comment on “Frankfurt: Stephanuspreis für mutige pakistanische Menschenrechtlerin Anthony”

  1. zeitschnur sagt:

    Ich habe mir mal die Website von dieser Stiftung angesehen. Das ist interessant. Irgendwie landete ich bei einer Stellungname des orientalischen Jesuiten Samir Khalil Samir, der die milliardenschwere Übermacht des wahabitischen Königreiches Suadi-Arabien als den Hauptgrund ansieht für das unerklärliche Schweigen der islamischen Gelehrten zum Thema „Islam und Gewalt“.

    „Er (Samir) erkennt ein wesentliches Versäumnis des Mainstream-Islam bei der Klärung des Verhältnisses zur Gewalt, wie sie heute die Terrororganisation Islamischer Staat ausübt. „Diese Würdenträger verherrlichen nicht Gewalt, aber die klassische Lehre kann hingegen in die Arme des IS treiben. Die Kämpfer sagen, sie seien echte Muslime und handelten genauso wie ihr Prophet. Alles, was die Kämpfer tun, hat seine Wurzeln im Koran oder in der islamischen Tradition.“

    Es ist eine Tatsache, dass die Araber ihre milliardenschwere Unterstützung für die Al Azhar-Universität strichen, als Gelehrte den Wahabismus als Irrlehre benannten. Die gewaltverherrlichenden Passagen des Koran müssten „ins Heute übertragen werden“, meint Samir und sieht neben einer Zunahme des extremen Koranismus auch eine Abkehr von einer ungefilterten Lesart, etwa in Marokko, das Apostaten nun nicht mehr mit der Todesstrafe, aber auch nicht mehr mit Haftsstrafen bedroht.

    Ich finde es sehr gut, dass standhafte Christen geehrt werden. Nur nimmt die Öffentlichkeit leider fast keine Notiz davon.

    http://www.vaticanista.info/2017/02/28/alles-was-die-kaempfer-tun-hat-seine-wurzeln-in-koran-oder-tradition/

    Gefällt mir


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