Prof. Dr. Jörg Meuthen: Deutschland als endloser Dauerzahler maroder Euro-Staaten?

Zur Eurokrise erklärt der AfD-Vorsitzende Prof. Dr. Jörg Meuthen (siehe Foto):

„Seit nunmehr sieben Jahren begleitet uns die Eurokrise. Angela Merkel hat Deutschland zum Dauerzahler für die maroden Eurostaaten, allen voran Griechenland, gemacht. Unzählige Milliarden an Steuergeldern hat sie verschleudert, weitere Milliardenverluste deutscher Sparer hat sie mit zu verantworten.

Das, was die SPD dazu im Angebot hat, ist noch katastrophaler. Schulz geht die Vergemeinschaftung der Schulden in Europa noch nicht weit genug. Nach dem Motto: Wenn wir schon in die verkehrte Richtung fahren, dann aber auch mit Vollgas.

In seiner Zeit als EU-Parlamentspräsident war er es, der immer noch mehr Geld für Griechenland gefordert hat. Er hat sich für Eurobonds ausgesprochen und das Anleihenkaufprogramm der EZB (Europäische Zentralbank) befürwortet. Schulz will also die vollständige Schuldenunion.“

 


Niedersachsen: Streit zwischen CDU und Grünen über „Kinderehen“ ausgebrochen

Niedersachsens Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz hat sich gegen ein generelles Verbot von Kinderehen ausgesprochen. Die Ehen minderjähriger Kinder und Jugendlicher müßten „differenziert betrachtet“ werden, sagte die Grünen-Politikerin.

Sie kritisierte damit den Gesetzentwurf der Großen Koalition, der Kinderehen verbietet und Ehen, zwischen Partnern, die bei der Trauung jünger als 16 Jahre waren, für ungültig erklärt.

„Es ist nicht gerechtfertigt, die im Ausland geschlossenen Ehen unter Jugendlichen generell unter den Verdacht eines Verstoßes gegen den Ordre public zu stellen“, kritisierte Niewisch-Lennartz. So müßten beispielsweise die Motive, die Eltern dazu veranlaßten, ihre minderjährigen Töchter vor einer Flucht aus dem Krisengebiet zu verheiraten, berücksichtigt werden.

Eine Annullierung von Kinderehen könne „dem Schutz der Kinder zuwiderlaufen, insbesondere wenn aus der Verbindung bereits Kinder hervorgegangen sind“. Eine Ehe als nicht existent zu behandeln, verhindere, „daß besondere Interessen der Kinder und Jugendlichen Berücksichtigung finden“, warnte Niewisch-Lennartz.

Niedersachsens CDU-Fraktionschef Björn Thümler bezeichnete die Äußerungen der Politikerin als „skandalös“. Wenn junge Mädchen als Kinderbräute älteren Männern sexuell ausgeliefert und ihrer Kindheit beraubt würden, gebe es nichts zu differenzieren. Die Justizministerin müsse sich fragen lassen, ob sie für das Amt die richtige Besetzung sei.  

Quelle: http://www.jungefreiheit.de

Foto: IGFM


Prof. Dr. Helmut Moll informierte über die Seligsprechung in der katholischen Kirche

Von Felizitas Küble

Pfarrer Ewald Spieker begrüßte den Kölner Prälaten Prof. Dr. Helmut Moll am Sonntag, dem 26. März 2017, im Gemeindesaal von St. Clemens in Münster-Hiltrup. Der pensionierte Pfarrer ist Herausgeber des Sammelbandes „Kaplan Bernhard Poether (1906 bis 1942). KZ-Priester des Bistums Münster“. 

Allein im KZ Dachau waren mehr als 3000 katholische Priester inhaftiert, weit über tausend von ihnen wurden ermordet oder starben an den Folgen der Schikanen und Entbehrungen.

Auf der Veranstaltungen wurden Unterschriften für eine Seligsprechung von Kaplan Bernhard Poether gesammelt, der in Hiltrup zur Schule ging und in Münster zum Priester geweiht wurde. Dieser Geistliche, der sich seelsorglich besonders um die in der Nazi-Zeit unterdrückten Polen in Deutschland kümmerte, bezahlte seinen heroischen Einsatz am 5. August 1942 im KZ mit dem Leben.

Prof. Moll (siehe Foto) hielt einen Vortrag über das grundsätzliche Thema: „Die Bedeutung einer Seligsprechung und ihre Durchführung auf der diözesanen Ebene“.

Der Prälat ist ein ausgewiesener Experte hierzu: Er war über zehn Jahre theologischer Konsultor an der römischen Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsverfahren. Im Auftrag der Dt. Bischofskonferenz brachte er das „Deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts“ heraus, das 2015 bereits in sechster Auflage erschien.

Unter den Zuhörern der Veranstaltung befand sich auch Monika Kaiser-Haas mit ihrem Mann; sie ist die Nichte des ebenfalls im KZ Dachau verstorbenen Priesters Karl Leisner und stellv. Leiterin des Internationalen Karl-Leisner-Kreises. Unser zweites FOTO zeigt das Ehepaar aus Münster-Hiltrup im Gespräch mit Prälat Moll nach dieser Tagung.

Zu Beginn seines Vortrags erwähnte Professor Moll, daß Papst Johannes Paul II. im Jahre 1983 den „advocatus diaboli“ bei den Selig- und Heiligsprechungs-Verfahren abgeschafft hat. Dieser  –  wörtlich übersetzt  –  „Anwalt des Teufels“ war damit beauftragt, alles Mögliche an skeptischen Infos, Einwänden und bedenklichen Tatsachen über den zur Debatte stehenden Selig-/Heiligsprechungs-Kandidaten zusammenzuschen, was er auftreiben konnte. 

War es also vorher eher ein kirchenjuristisches Pro-und-Contra-Verfahren, so liegt seit 1983 der Schwerpunkt eher auf einer historischen Vorgangsweise. Neben Geschichtswissenschaftlern werden auch theologische und medizinische Fachgutachten von sog. Konsultoren eingeholt, um ein umfassendes und durchaus ggf. auch kritisches Bild über die betreffende Persönlichkeit zu gewinnen. 

Die Untersuchung konzentriert sich  – so Prof. Moll –  vor allem auf die letzten zehn Lebensjahre des Kandidaten, der einen heroischen (heldenhaften) Tugendgrad aufweisen sollte, zumal bei den drei göttlichen Tugenden (Glaube, Hoffnung, Liebe), aber auch den vier Kardinaltugenden: Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Mäßigkeit.  – Dieser außergewöhnliche Tugendgrad bedeutet aber nicht eine Art moralische Vollkommenheit, die ohnehin GOTT selbst vorbehalten bleibt.

Der Referent bedauerte, daß bislang nur zwölf Persönlichkeiten aus Südamerika zur „Ehre der Altäre“ erhoben wurden. Etwas ironisch fügte er an, Europa sei zwar voller Heiliger, zugleich aber auch voll von „leeren Kirchen“.

Manche Persönlichkeiten wie der Schweizer Einsiedler Klaus von Flüe oder Albertus Magnus haben sehr lange auf ihre Heiligsprechung „gewartet“, der letztgenannte gar ca. 500 Jahre. Manche Selig- bzw. Heiligsprechungen seien in der Öffentlichkeit umstritten, sagte Prälat Moll, etwa jene des letzten österreichischen Kaisers Karl I., von Papst Pius IX. oder dem Opus-Dei-Gründer Escriva de Balaguer.

Der Redner plädierte für einen größeren Anteil von Laien, zumal von Ehepaaren. Er berichtete, daß vor allem Papst Johannes Paul II. besonders viele heiliggesprochene Eheleute wünschte. In diesem Sinne hat Prälat Moll ein neues Buch mit dem Titel „Selige und heilige Ehepaare“ veröffentlicht.

Reguläre Seligsprechungsverfahren gibt es erst in der Neuzeit seit Papst Urban VIII.; im Altertum und Mittelalter habe man allein die Heiligsprechung gekannt; in der christlichen Antike geschah dies dadurch, daß der Bischof die Gebeine bzw. Reliquien vorbildlicher Christen oder Märtyrer in die Bischofskirche übernahm und so gleichsam „zur Ehre der Altäre erhob“. Die orthodoxe Kirche kennt bis heute keine Seligsprechungen, verehrt aber sehr wohl auch ihre Heiligen (manche von ihnen, wie z.B. den hl. Nikolaus, gemeinsam mit der kath. Kirche).  index

BILD: Titel des Deutschen Martyrologiums des 20. Jahrhunderts (Blutzeugen der Kirche unter dem Kommunismus, Nationalsozialismus, Missionsgebiete, Märtyrer der Reinheit).

Damit ein Seligsprechungsverfahren erfolgreich läuft, müssen von neun Gutachten der hinzugezogenen Konsultoren sieben positiv beschieden sein, also für eine Beatification (Seligsprechung) plädieren. Die sog. Relatoren üben ergänzend noch eine beratende Funktion aus. Der Postulator leitet im Auftrag des Bischofs das Verfahren. Dies zeigt, daß ein solcher „Prozeß“ von seiner Struktur her sehr gründlich durchgeführt werden soll.

Voraussetzung für eine Verfahrenseröffnung ist die auf diözesaner bzw. bischöflicher Ebene erfolgte Erklärung, daß der Betreffende ein „Diener Gottes“ ist, was eine private Verehrung durch die Gläubigen ermöglicht. Etwa ein Drittel der Verfahren scheitern oder „bleiben hängen“ (kommen nicht weiter), führen also nicht zur Seligsprechung.

Eine amtskirchliche bzw. liturgische Verehrung in der ganzen Kirche beginnt erst nach einer Heiligsprechung  –  nach einer Seligsprechung nur räumlich begrenzt (in einem bestimmtem Bistum oder einer Ordensgemeinschaft). Bei einigen Seligsprechungen hat die Kirche den liturgisch-öffentlichen Kult zurückgedrängt, etwa beim „Anderl von Rinn“. Bei den Abbildungen erhalten allein die Heiligen einen Nimbus, die Seligen „nur“ eine Gloriole.

Für eine Seligsprechung ist zusätzlich zum positiven Abschluß des Verfahrens normalerweise ein Wunder nötig, für eine Heiligsprechung ein weiteres Wunder; diese müssen im Falle von Heilungen jeweils von medizinischen Gutachten bestätigt sein. (Eine solche Wunderheilung muß schnell geschehen, vollständig und dauerhaft sein.) Bei Märtyern ist ein postmortales (nach dem Tod erfolgendes) Wunder  für die Seligsprechung nicht erforderlich, weil das Blutzeugnis selber bereits als Wunder gilt, das durch Gottes Gnade ermöglicht wird. Die Heiligsprechung eines Märtyrers bedarf aber eines Wunders.

Abschließend erwähnte Prof. Moll, daß Papst Franziskus, der dem Jesuitenorden angehört, den relativ unbekannten, seliggesprochenen Jesuitenpater Peter Faber, der ein Gefährte des Ordensgründers Ignatius von Loyola war, erstaunlicherweise einfach per Dekret zum Heiligen erklärt habe  –  also ohne das übliche kirchliche Prozedere und ohne das sonst nach der Seligsprechung zusätzlich erforderliche Wunder.

Der Redner erläuterte abschließend die Bedeutung der Heiligen als „Leuchttürme des Glaubens“, als Zeugen für Christus und als Fürsprecher für uns.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Jugendverlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.