Papst Franziskus ist nicht nur vom Redetext abgewichen, sondern von jeder Vernunft

Von Dr. David Berger

Eigentlich hätte es eine Gedenkfeier für moderne christliche Märtyrer werden sollen, denn die Zahl dieser Glaubenszeugen steigt nahezu minütlich und parallel zur Islamisierung. Alle fünf Minuten wird ein Christ wegen seines Christseins getötet, titelte die „Welt“ vor einiger Zeit und führte aus: 

„Millionen von Muslimen werden derzeit angestachelt zu tödlichen Hasstiraden auf alles Westliche. Von der Verfolgung von 100 Millionen Christen in vielen islamischen Staaten spricht kein Mensch.“ 

Auch der Papst nicht  – ja noch schlimmer: Der Pontifex Maximus betreibt immer öfter eine fatale Islam-Anpassung und fällt damit gerade den von der Christenverfolgung am meisten betroffenen orthodoxen Christen, aber auch den Juden, unseren älteren Brüdern, permanent in den Rücken.

Jetzt hat er noch eines „drauf“ gesetzt. Ausgerechnet bei der angesprochenen Gedenkfeier wich er von seinem Redetext ab – und relativierte in einer Mischung aus Dummheit und unsensiblen Verhalten eines der größten Verbrechen der Menschheit, den Holocaust, der in der Hölle der nationalsozialistischen Konzentrationslager seinen Höhepunkt fand.

Er kritisierte zunächst die europäischen Länder, die  –  im Unterschied zu Italien und Griechenland  –  zu wenige Flüchtlinge aufnähmen. Es sei katastrophal, dass die Europäer ihre Türen vor Migranten abschlössen – führte er unkundig aus.

Völlig unvermittelt begann er dann die Flüchtlingslager in der EU mit den KZs der Nazis zu vergleichen, ja gleichzusetzen. Wörtlich sagte er: „Viele Flüchtlingslager sind Konzentrationslager“.

Wer um die höchstmögliche humane Aufnahme von Flüchtlingen, die freiwillig in die EU einreisen, weiß  –  und wer zugleich auch nur ein wenig Ahnung von der Hölle von Auschwitz und all den anderen Konzentrationslagern hat, in die Menschen wie Vieh transportiert und dort systematisch gefoltert und vernichtet wurden, der erkennt:

Hier hat ein Papst den Holocaust öffentlich relativiert – in einer Weise, die der Leugnung nahe kommt.

Ich habe länger überlegt, ob ich fähig bin, zu diesen Aussagen etwas zu schreiben. So tief war die Scham und der Ekel bei mir, mit denen ich mich von diesen Aussagen des Papstes erst einmal abwenden musste.

Quelle und vollständiger Text hier:

Papst Franziskus relativiert Holocaust: „Flüchtlingslager sind KZs“

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17 Kommentare on “Papst Franziskus ist nicht nur vom Redetext abgewichen, sondern von jeder Vernunft”

  1. Anonymous sagt:

    Reaktion auf Kritik

    Papst Franziskus: „KZ-Vergleich war kein Versprecher“

    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/papst-franziskus-haelt-an-kz-vergleich-fest-14994796.html

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    • Osterglocke sagt:

      Viele von Euch sprechen negativ über den Papst.

      Was würde Jesus an seiner Stelle anders machen?

      Könnt Ihr mir bitte 10 Punkte nennen?

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      • Anonymous sagt:

        Ich rate Ihnen, dringend zum Hl. Geist (ernsthaft) um Erkenntnis zu beten.
        F. ist keineswegs das, wofür er gehalten werden soll: Nämlich, der rechtmäßige Papst!
        Wirklich schade (und schade ist sehr, sehr untertrieben), wer dass nach 4 Jahren noch nicht gemerkt hat/haben will!!!
        Mit F.habe ich absolut nichts am Hut. Er ist der Falsche Prophet aus der Bibel. Da beisst die Maus keinen Faden ab!!
        LG, Gaby

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  2. Claus Stephan Merl sagt:

    Vergleiche mit dem systematischen Massenmord an den europäischen Juden durch die Schergen der NSDAP mit dem Ziel der Ausrottung der Juden sind IMMER falsch. Das scheint Herr Jorge Mario Bergoglio SJ nicht zu wissen. Der Begriff „Konzentrationslager“ ist seit der Naziherrschaft klar besetzt mit Vernichtungslager und damit mit dem gezielten massenhaften Ermorden von Menschen. Der einzige Vergleich, über dessen Zulässigkeit ich noch zu diskutieren bereit wäre, wäre zu sagen, Truman habe mit den Atombombenabwürfen über Hiroshima und Nagasaki diese japanischen Städte im übertragenen Sinne zu Konzentrationslagern gemacht.

    Nun zeichnet sich der jetzige Papst im Gegensatz zu seinem emeritierten Vorgänger leider nicht durch intellektuelle Schärfe und sprachliche Exzellenz aus. Da war man schon etwas verwöhnt. Er macht darüberhinaus extrem widersprüchliche Aussagen und versucht, mit dem Begriff „Barmherzigkeit“ Toleranz für schriftwidriges Verhalten zu etablieren. Sehr aufschlussreich hat sich Matthias Matussek dazu geäußert:

    http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2017-14/artikel/papst-allerlei-die-weltwoche-ausgabe-142017.html

    Daraus zitiere ich einen Schlüsselsatz:

    „Dass Jesus sagte: «Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; keiner kommt zum Vater ausser durch mich» (Johannes 14,6), scheint für den gegenwärtigen Oberhirten der katholischen Kirche nur ein frommer Kalenderspruch zu sein.“

    Das Dilemma des Papsttums – das es ja zumindest in dieser absolutistischen Form im NT entgegen anders lautenden Meinungen schlicht nicht gibt – ist aber nicht zuerst an der Frage festzumachen, ob ein Papst gerade „gut“ oder „schlecht“ ist, sondern daran, dass diesem problematischen Amt eine noch viel problematischere Machtfülle gegeben wurde. Diese Machtfülle wirkt sich natürlich nicht im Verhalten von Katholiken aus – die machen ohnehin privat, was immer sie wollen, lesen dabei keine Enzykliken und auch nicht den Katechismus. Das gilt übrigens auch für viele Priester. Nein, da hat der Papst entgegen der Meinung vieler seiner Kritiker keinerlei praktische Macht inne.

    Nein, seine Macht betrifft den Apparat, der ihm unterworfen ist; also die Organisation der römisch katholischen Kirche im eigentlichen Sinn. Der Heilige Geist, der tut, was er will, kann sich dort nicht entfalten.

    Wenn ich mich nicht täusche – und ich hoffe, dass ich mich täusche – dann wird dieser Papst seiner Kirche schwerste Schäden zufügen. Die Macht dazu hat sie ihm selbst an die Hand gegeben.

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  3. Gerd sagt:

    „Das Problem ist der strukturelle päpstliche Absolutismus, der uns in einem Fall untragbarer Päpste keinerlei Möglichkeiten in die Hand gibt.“

    @zeitschnur
    Welche Möglichkeiten sollten das sein? Abwahl? Verbannung? Neuwahl? Öffentliches Konklave? Kirche sucht den Superpapst?

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    • Osterglocke sagt:

      Immerhin weiß ich jetzt, daß es den Begriff Konzentrationslager in der Geschichte schon lange gibt.

      Ursprünglich waren damit Auffanglager für eine große Menge von Menschen bezeichnet,
      die ihren Heimatort verlassen mußten.

      In der deutschen Geschichte wurden die Konzentrationslager dann zu Vernichtungslager umfunktioniert.

      Die heutigen Flüchtlingslager kann man wohl mit Auffangstationen vergleichen, aber nicht mit Vernichtungslageen.

      Trotzdem wissen wir, wenn wir im gemütlichen zu Hause sitzen nicht, was in so manchem Flüchtlingslager so „abgeht“

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    • zeitschnur sagt:

      Offenbar sind manche Katholiken politische Analphabeten… Oder wieso schaffen Sie es nicht, sich ein geregeltes Amtsenthebungsverfahren vorzustellen?
      Selbst Thomas von Aquin konzipiert ein solches auf der Basis eines übergeordneten Rechts im Falle untreuer, verheerender Monarchen…
      Aber nota bene: bei Thomas muss man sich das vorher überlegen, bevor man Könige und Monarchen installiert und ein vernünftiges Recht schaffen, dem alle unterworfen sind, auch der Monarch. Macht man die Person der Monarchen zum Recht in person, ist man selber schuld, wenn diese Person einem zum Teufel wird.

      Und der Herr Kirchfahrter Archangelus sollte dann bitteschön auch aufhören, dauernd herumzulamentieren über das böse Vat. II und den schlimmen F. – macht euch klar, dass ihr euch das mit der Einstellung selber einbrockt. Jeder bekommt politisch das, was er verdient. Seid also mannhaft und ertragt dann auch eure selbstgewählten unstürzbaren Könige, ohne kindisch zu greinen.

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    • Claus Stephan Merl sagt:

      Hallo,

      die Abwahl wäre doch schon mal eine Möglichkeit. Dann würde dem Papst klar werden, dass er nicht nur Gott, sondern auch Menschen Rechenschaft geben muss. Zwingend zeitgleich mit der Abwahl sollte aber eine Neuwahl stattfinden, um ein Machtvakuum zu vermeiden. Auf längere Sicht sollte das Papstamt strukturelle Macht verlieren zugunsten einer Stärkung der Bischöfe, die als Gremium zu entscheiden hätten.

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  4. Anonymous sagt:

    Mich erschreckt nichs, was F. tut, sagt und dgl.!
    Vom ersten Tag an konnte man sehen, wessen Geistes Kind er ist.
    Beten sollte man allerdings dafür, dass es Gott verhindern möge, Seelen durch ihn verloren gehen zu lassen…

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  5. zeitschnur sagt:

    Das ist nur die postmoderne Version des zeitgeistigen Papsttums, wie es sich seit mindestens 1000 Jahren entwickelt hat hat – und auf einen solchen menschlichen Schwachsinn wollten sich die Maximalisten des Vaticanum I gründen!
    Danke, Ihr ultramontanen Hardliner – die böse Saat, die ihr gesät habt, ist aufgegangen!
    Aber Jesus hat uns auch angekündigt, dass faule Bäume keine gesunde Frucht tragen werden.
    Das Problem in der Kirche sind gewiss nicht Richtungsstreitereien – die sind normal. Das Problem ist der strukturelle päpstliche Absolutismus, der uns in einem Fall untragbarer Päpste keinerlei Möglichkeiten in die Hand gibt. Diese Struktur garantiert uns ja keine halbwegs vernünftigen oder gar gläubige Päpste wie Benedikt. Die Struktur garantiert uns nur, dass der Papst in der Kirche nahezu allmächtige Befugnisse hat und keiner ihn richten dürfte. Selbst Kritik ist fast unmöglich, jedenfalls erfolgreiche Kritik…

    Aber ich denke, der wirkliche Petrus hatte auch recht, als er sagte, man müsse sich jeder menschlichen Obrigkeit unterodnen, auch der schlechten…
    Warum?
    Weil wir in diesem Äon keine Verheißung auf die Erfüllung von Utopien haben. Deswegen.
    Trotzdem wäre eine vernünftigere Kirchenverfassung, als das Vaticanum I sie uns eingebrockt hat, wünschenwert gewesen. Diese Verfassung hat uns den Tod gebracht.

    Im übrigen glaube ich nicht, dass F. die deutschen Vernichtungslager mit den Flüchtlingslagern in eins setzen wollte. Er wollte vermutlich sagen, dass die Lebensbedingungen dort unmenschlich sind. Präzision ist nicht sein Ding. Nach manchem, was man über diese Lager hört, kann man durchaus sagen, dass das unmenschlich ist.

    Warum er allerdings nicht Ross und Reiter nennt, steht auf einem anderen Blatt: für Christen ist es vor allem unmenschlich, die in vielen Lagern von den Muslimen schikaniert werden, gewalttätig bedroht und angegriffen werden etc. etc. Und warum man überhaupt Menschen dazu angereizt hat, zu Millionen einen aussichtlosen Weg zu unternehmen, das hat mir bislang auch keiner erklären können.
    F. labert hier herum wie der typische feige Spießer, der allen Wohl und niemandem Wehe tun will. Er rudert um das Überleben der weltlichen Macht der Kirche – ganz päpstlich.

    Tradis sollten das anerkennen – das wars doch, was Ihr euch immer erträumt habt: Hauptsache an der Macht und immer politisch oben, egal wie.
    Also: keine Aufregung, es ist alles ganz im Rahmen der Polittradition der Kirche.

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    • Osterglocke sagt:

      Bei dem Vergleich hatte der Papst einen Flüchtling vor Augen, dessen Ehefrau vor den Augen des Mannes getötet wurde, weil sie das Kreuz nicht abgelegt hat.

      Wenn ein Mensch aufgrund seines Glaubens getötet wird, beschäftigt das den Papst halt.

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      • Dorrotee sagt:

        @Osterglocke
        Von dem, was Sie schreiben, habe ich noch nichts gehört. Finde auch, dasd dieser angebliche Vergleich des Papstes hinkt.
        Ich habe gehört, dass der Papst selbst so ein Flüchtlingslager in/auf Griechenland besuchte und über die engen Zustände des engen Zusammenlebens erschrocken war.

        Ich empfehle dem Papst jetzt dringend, sich Ausschwitz anzusehen und dann nochmal neu nachzudenken. Ebenfalls die vielen anderen KZ`s und Arbeitslager, die es auf der Welt gibt. Diese sind freiheitsberaubend und dort wird gefoltert. Oft gibt es dort Dunkelkammern und Einzelhaft über Jahre hinweg.
        Wird er sicherlich nicht machen. Geschweige seine Aussage revidieren.
        Es ist beschämend, was der Papst sich da herausgenommen hat.
        Viel zu selten spricht er von seinem „Erschrocken sein“, wenn es um verfolgte Christen geht.

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      • Osterglocke sagt:

        Hallo Dorotee,

        Diese junge ermordete Frau war ja wohl eine Christin, jedenfalls hat sie ein Kreuz getragen.

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      • zeitschnur sagt:

        Zur Versachlichung:
        Der Papst sprach allerdings nicht von Vernichtungslager, sondern von Konzentrationslagern.
        Ein Konzentrationslager ist ein Arbeitslager. ein Internierungslager oder eine Strafkolonie, die nicht primär den Zweck hat, Menschen zu vernichten, sondern deren Arbeitskraft auszubeuten (Status von Sklaven oder Sträflingen).
        Die Nazis haben dem Begriff eine zugespitzte Bedeutung auch im Sinne von regelrechten Vernichtungslagern gegeben.

        Was F. genau assoziierte, weiß der geneigte Leser ja mal wieder nicht.

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  6. Dorrotee sagt:

    Ein guter Artikel von David Berger.
    Auch ich habe mich sehr erschrocken über diese Wortwahl des Oberhirten. Wie kann man nur Aufnahmelager für Flüchtlinge mit den ideologisch errichteten und vernichtenden KZ`s der Nazizeit vergleichen?
    Hat der Papst sich gar nicht mit der deutschen Geschichte beschäftigt? Wohl weniger.
    Richtig führt Hr. Berger aus, dass somit der Holocaust relitiviert wird.
    Ebenso keine Rede von der Christenverfolgung durch terroristische Gruppen.
    Immer wieder entgleißt der Papst verbal, und wird bald nicht mehr ernst genommen.
    Allmählich ist dieser Mann „peinlich“.

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  7. Hat dies auf Des katholischen Kirchfahrters Archangelus unbotmäßige Ansichten – ob gelegen oder ungelegen. rebloggt und kommentierte:
    Die Aussagen des Papstes zur politischen Gegenwart waren bereits bisher nur schwer erträglich. Nicht nur für gläubige Menschen, welche sich oftmals von ihm und seinen Aftervasallen als bornierte, sich wie Karnickel vermehrende, geistig rückwärts orientierte Pharisäer abgelehnt fühlen konnten. Auch eher dem Glauben fernstehende Menschen konnten bei seinen Gleichsetzungen von barbarischem Völkermord durch den IS mit getöteten Schwiegermüttern oder von zwischenmenschlichen Lästereien mit terroristischem Bombenterror nur verständnislos mit dem Kopf schütteln.
    Nach dieser neuen Entgleisung kann man allerdings nur noch schamvoll schweigen.

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