Jüngste Medjugorje-Botschaft: Opferseelen retten sich selbst und die Welt?

Von Felizitas Küble

Seit sage und schreibe 36 Jahren erscheint angeblich die himmlische Madonna regelmäßig einer Schar von Seher/innen in Medjugorje, einer katholischen Pfarrei in Bosnien-Herzegowina (siehe Foto). 

Obgleich jene Privatoffenbarungen kirchlich nicht anerkannt und vom zuständigen Bischof sogar entschieden abgelehnt werden, sind bereits Millionen Gläubige, Abergläubige und Neugierige aus aller Welt an diesen Pilgerort gefahren, dessen Phänomene kein Ende nehmen wollen. 

Nun wurde die heutige „Privatbotschaft“ Mariens vom 2. Mai 2017 veröffentlicht, die von der Visionärin Mirjana Dragicevic-Soldo bekanntgegeben wurde: http://89583.eu1.cleverreach.com//m/6811161/596291-6c2efe9256a92e68539331d744d5323b

Darin heißt es (Linien zur Hervorhebung von uns):

„Liebe Kinder! Ich rufe euch auf, zu beten, nicht zu ersuchen, sondern Opfer darzubringen – euch selbst zu opfern… Ich bitte meinen Sohn für euch, für euren Glauben, der zunehmend in euren Herzen kleiner wird…Meine Kinder, ihr müsst besser sein. Nur diejenigen, die rein, demütig und mit Liebe erfüllt sind, erhalten die Welt – sie retten sich selbst und die Welt. Meine Kinder, mein Sohn ist das Herz der Welt.“

Dazu ist aus katholischer Sicht Folgendes anzumerken:

  1. Der Glaube der „Seherkinder“ (die natürlich alle längst erwachsen sind) wird also  – der „Madonna“ zufolge  –  immer kleiner. Aha – und das nach 36 Erscheinungsjahren? Wozu dann der ganze fromme Zirkus, wenn sich der Glaube der „Botschaftsempfänger“ trotzdem nicht verstärkt, sondern sogar verringert?!
  2. Daß jene Menschen, die „rein, demütig und mit Liebe erfüllt“ sind, die Welt „erhalten“ – und zugleich „sich selbst und die Welt retten“ –  das ist nicht nur blühender Unsinn, sondern läuft auf eine gefährliche Selbsterlösungslehre hinaus  – wobei diese tugendsamen Leute sogleich die ganze Welt „retten“. Wozu es dann noch der Erlösung durch Christus bedarf, steht in den Sternen.
  3. Christus ist keineswegs das „Herz“ der Welt (was immer dies auch heißen mag), vielmehr ist Satan der Fürst dieser Welt – und Christus ist gekommen, um der verlorenen Menschheit das Tor des Himmels zu öffnen. Er ist also der ERLÖSER der Welt. Wer an IHN glaubt und IHM nachfolgt, wird gerettet, denn in IHM allein ist das Heil.
  4. Es ist richtig, daß alle Christgläubigen dem höchsten Gott z.B. das „Opfer des Lobes“ darbringen sollen, zudem sonstige Verzichtleistungen für Gott und andere Menschen, Selbstüberwindungen, gute Werke  – all dies gehört zum glaubwürdigen Christsein dazu. Wenn sich dieser Aufruf, „Opfer zu bringen“, aber in einen problematischen Kontext (Zusammenhang) befindet, nämlich daß man sich durch derartige Opfer und Tugenden selbst „retten“ könne (ja: gar die ganze Welt), dann handelt es sich offensichtlich um eine Irreführung, die unter dem täuschenden Mantel frommer Worte einhergeht…

FOTO: Das faktenstarke Buch „Der Medjugorje-Betrug“ kann bei uns sehr preisgünstig statt für 19,80 € (Ladenpreis) für nur 14,80 € bezogen werden. Das fundierte Werk ist über 700 gr. schwer und ein echter Augenöffner.  – Bestellungen bitte per Mail: felizitas.kueble@web.de – oder Tel. 0251-616768

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18 Kommentare on “Jüngste Medjugorje-Botschaft: Opferseelen retten sich selbst und die Welt?”

  1. Gemach, gemach – warum nicht einmal nachschauen, was ein Fachmann zu Privatoffenbarungen zu sagen hat?
    https://kirchfahrter.wordpress.com/2017/05/05/was-sind-privatoffenbarungen-httppetrusbruderschaft-demediainfoblaetteralte_ausgaben2017_05-pdf/
    😉
    Beste Grüße!

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  2. "GsJC" sagt:

    “Jüngste Medjugorje-Botschaft: Opferseelen retten sich selbst und die Welt?”
    ————

    Die ganze Aktion zur Rettung der Seelen und der Welt hätte auch schief gehen und vollkommen aus dem Ruder laufen können. Dazu sei die hochdramatische „Botschaft“ aus dem Jahr 1992 liebevoll in Erinnerung gerufen.

    Die „lieben Kinder“ schritten demnach und damals – zumindest bis zum Jahr 1992 – einmütig und beklagenswert auf dem „Weg des Verderbens“, ohne sich bewusst gewesen zu sein, wie viele Wunder sie mit „Gottes“ Hilfe hätten wirken können.

    Der Fall war insofern klar, da die Anhänger es freiwillig zugelassen haben, dass der Satan mit ihren Seelen spielen durfte. Ganz vorsichtig und ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, lässt dieses Verhalten Rückschlüsse darauf zu, dass zumindest in den Jahren von 1981 bis 1992 von den Anhängern ein sehr laxer Umgang mit den Sakramenten gepflegt worden sein muss.

    Ob die vielen Beichten in Medjugorje – dem größten Beichtstuhl der Welt – da so alle recht von Herzen abgelegt wurden, darf zumindest und nach der Klage der „Gospa“ bezweifelt werden.
    Wie lange die Anhänger weit weg vom Herzen der „Gospa“ ihre geistigen Zelte in der Nähe des Satans aufschlugen, muss in einer späteren Recherche, den „Botschaftswald“ sichtend, noch geklärt werden.

    Nachstehend das bedrückende „himmlische Dokument“ dieses selbstverschuldeten Ausflugs in die „geistige Wüste“, deren Auswirkungen noch heute zu spüren sind und in dem selbst die „Gospa“ (!) eingestehen muss, dass auch sie nicht helfen konnte.

    Diese Aussage der „Gospa“ lässt nur erahnen, wie dramatisch und beinahe aussichtslos es in dieser Zeit nicht nur um das Seelenheil der Anhänger bestellt war, sondern auch das Geschehen an diesem Ort auf der Kippe stand, der von so vielen Würdenträgern ob seiner Früchtchen gelobt wird.

    Botschaft vom 25.03.1992
    […] Ich bin zu euch gekommen, um euch zu helfen, und deshalb rufe ich euch auf, euer Leben zu ändern, denn ihr habt einen beklagenswerten Weg eingeschlagen – den Weg des Verderbens.
    […] Gott wollte, daß ihr durch eure Liebe und mit Seiner Hilfe Wunder wirkt und so ein Beispiel gebt.
    Deshalb sage ich euch folgendes: Der Satan spielt mit euch und euren Seelen und ich kann euch nicht helfen, denn ihr seid weit weg von meinem Herzen. Deshalb betet, und lebt meine Botschaften! Dann werdet ihr Wunder der Liebe Gottes in eurem alltäglichen Leben sehen. […]

    ———————————

    Deshalb wohl dem, der erst nach 1992 seine Bekehrung (?) in Medjugorje erfahren durfte.
    Diese Bekehrten können selbstverständlich nicht unter die schwerwiegende Klage der „Gospa“ fallen.

    Wohingegen sich die Anhänger und besonders eifrigen Pilger – nebst Würdenträgern – aus den Vorjahren schon fragen müssen, was sie in der Nähe Satans auf dem „Weg des Verderbens“ getrieben haben, wo sie doch in der gleichen Zeit so viele Wunder hätten wirken können.

    In dieser Zeit, die die Anhänger nutzlos mit dem Dämon verbrachten, werden viele Seelen verloren gegangen sein und nicht nur die von Anhängerseite so oft beklagte Bekehrung der Kritiker ist dem Umstand geschuldet, dass die Anhänger so grob fahrlässig mit Gnadengaben, Aufrufen des Himmels und Erscheinungen umgegangen sind.

    Fazit:

    Ich habe für mich nach reiflicher Überlegung beschlossen, nicht nach Medjugorje zu fahren. Zu groß ist die Gefahr, sich als Pilger dem Vorwurf auszusetzen, bisher nur auf dem „Weg des Verderbens“ gegangen zu sein.
    Denn wer kann schon genau sagen, was da in Zukunft aus der dritten oder vierten Sehergeneration noch alles vom „Himmel“ auf die braven Pilger niederprasselt.

    Ganz ehrlich: “Ihr Anhänger habt keine anderen Botschaften als solche albernen „himmlischen Primitivklatschen“ verdient, weil ihr es auch nicht anders wollt, es vielleicht auch gern habt und braucht, wenn man euch vom „Himmel“ her mit Zuckerbrot und Peitsche, einmal in die eine und dann wieder in die andere Gefühlsecke treibt.“

    Wenn es auf einigen privaten und öffentlich rechtlichen Sendern seichte, niveaulose und am Fließband produzierte Billigserien gibt, sind es in Medjugorje die am Fließband produzierten „Billigbotschaften“, die dem Hirn niveauloser Regisseure entspringen.

    MfG

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    • Osterglocke sagt:

      Nach der Auferstehung hatten ja selbst die Jünger Schwierigkeiten, Jesus zu erkennen.
      Damit ist sicher nicht nur die Optik gemeint.
      Wie will man denn seine Mutter erkennen?
      Jesus ist gestorben, damit er uns seinen Heiligen Geist schicken konnte.
      Der Heilige Geist hilft Jesus.
      Mit dem Heiligen Geist geht’s mit Jesus weiter auf der Erde.
      Da gibt’s kein Stillstand und da ist nichts abgeschlossen.
      Jesus begleitet uns sogar auch auf dem Weg durchs Internet.
      Medjugorie ist eigentlich nicht sooooooo extrem wichtig.

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  3. "GsJC" sagt:

    Der Glaube und die rechte Bitte darum, war bei den Anhängern aus Medjugorje noch nie besonders groß.

    Nachstehend nur eine Klage der „Gospa“ aus dem Jahr 2002.

    Botschaft vom 25.08.2002
    […]
    Meine lieben Kinder, euer Glaube ist klein und ihr seid euch nicht einmal bewusst wie sehr ihr trotzdem nicht bereit seid, von Gott die Gabe des Glaubens zu erbitten.
    […]

    ——————–

    MfG

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  4. Gerd sagt:

    „Aha – und das nach 36 Erscheinungsjahren? Wozu dann der ganze fromme Zirkus, wenn sich der Glaube der „Botschaftsempfänger“ trotzdem nicht verstärkt, sondern sogar verringert?!“

    Das dürfte kein Kriterium für Wahrheit oder Lüge in Medjugorje sein. Zeit spielt für Gott keine Rolle. In Medjugorje können auch in 200 Jahren noch „Seherkinder“ Botschaften empfangen. Wenn es Gott so gefällt dann wird das auch so sein. Und das der Glaube empfangene Gnade ist, dürfte wohl hier jedem bekannt sein. Dass man den Glauben auch verspielen kann ist ebenso eine Tatsache, Das beginnt meistens damit, dass der Glaube geringer wird, weil das Ringen um ihn nachlässt. Absolut menschlich und nichts besonderes. Das gilt natürlich auch für Seherkinder. Das gilt und galt sogar für Petrus, der die Wunder des Herrn als Augenzeuge erlebte, Totenerweckungen, Krankenheilungen und Teufelsaustreibungen, der sogar übers Wasser wandelte und den Herrn verriet, als er Farbe bekennen sollte. Für ihn war der fromme Zirkus den der Herr veranstaltete dann wohl auch nicht zuträglich für seinen Glauben.

    „Christus ist keineswegs das „Herz“ der Welt (was immer dies auch heißen mag),“

    >Herz Jesu, Du Sehnsucht der Schöpfung von AnbeginnWenn man tut, was ich euch sage, werden viele Seelen gerettet werden, und es wird Friede sein.<
    Hier verlangt die Gottesmutter aktives Tun, damit viele Seelen gerettet werden. Die eigene natürlich eingeschlossen.

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    • Dorrotee sagt:

      @Gerd
      Petrus war mitten im Zeitgeschehen um Jesu Heilswerk hier auf Erden. Er hat bekanntlich bitter die Verleugnung, als man ihn auf seine Gefolgschaft ansprach, bereut. Die Auferstehung Jesu folgte drei Tage später. Zunächst gab es noch viele Zweifel, ob die Geschichte um die Auferstehung stimmt. Man hatte noch nicht das NT. Das alles musste aus den Ankündigungen des Alten Testamentes erarbeitet werden. Nach seiner Verleugnung und der bitteren Reue, mit der bezeugten Auferstehung seines Herrn, war Petrus bekanntlich ein glühender Verkünder und Apostel.

      Die Seherkinder müssten die Heilsgeschichte und Offenbarungen aus der Bibel kennen. Diese Offenbarungen sind mit dem Tod des letzten Apostel abgeschlossen. Also kennt ein heutiger lebender Katholik die ganze Jesus-Geschichte mit seinen Offenbarungen aus der Hl. Schrift.
      Also viel einfacher, als es Petrus und den Jüngern ergangen ist. Über 2000 Jahre Verkündigung und Kirchenlehre macht den Glauben meines Erachtens einfacher, wenn nach der Wahrheit gesucht wird, wie es Petrus auch tat.

      Ihr Zitat:
      In Medju. können „Seherkinder“ auch nach 200 Jahren noch Botschaften empfangen.

      Mit klarem Verstand (auch eine Gabe des Hl. Geistes) ist es nicht annehmbar.
      Angesichts der Botschaften, die auch nach 36 Jahren noch widersprüchlich sind, und immer häufiger irreführende Aussagen beinhalten, hoffe ich auf das längst überfällige Urteil aus Rom, damit der Spuk endlich aufhört. Dieses römische Schweigen um diese Erscheinungen und Botschaften muss doch mal aufhören.

      Das Buch „Der Medjugorje-Betrug“ zeigt klare Fakten und Beweise auf, dass an dem Ort was nicht stimmt. Besonders die Marienerscheinungen sind von Anfang an durch die Tonaufnahmen der Kinderaussagen unglaubwürdig.

      Gefällt 1 Person

  5. zeitschnur sagt:

    Zuerst mal:
    Diese Botschaft ist so flach wie viele zuvor, ähnelt aber „assoziativ“ dem typischen Botschaftstenor der Seher der letzten 200 Jahre.
    Die Kritik an dieser aktuellen Botschaft möchte ich dennoch so nicht ganz unterstützen:

    ad 1.
    Die Aussage, der Glaube werde „in den Herzen kleiner“ ist natürlich in der Logik der Botschaft nicht auf die Seher gemünzt – das sollte einem unvoreingenommenen Leser eigentlich klar sein. Der Seher ist ja nicht der Adressat, sondern das Medium der Botschaft der Gospa an die ganze Welt. Der Glaubensschwund meint hier eindeutig den Glaubensschwund der Welt. Wäre es eine Klage an Marjana, ginge sie die Welt nichts an. Bei aller gebotenen Skepsis gegen Medju – aber man muss fair bleiben.

    Die Klage über den Verfall des Glaubens bzw. der Macht der Kirche oder des Papstes ist typischer Baustein aller Botschaften nach der franz. Revolution. Und diese Klage ist so banal, wie sie wahr ist, ja, sogar biblisch begründbar, fragt doch Jesus schon, ob er noch Glauben finde, wenn er kommt.

    Da aber Jesus das schon so sagte, ergibt es wenig Sinn, es Jahrhunderte lang in „Botschaften“ wie je neue, allerneueste „Geheimnisse“ zu verkaufen.
    Warum nicht einfach Bibellesen?
    Das wäre sicher gehaltvoller.

    Und: wenn man zum tausensten Mal den Doktor ruft, obwohl man doch nicht krank ist, wird er dann nicht mehr kommen, wenn man ihn braucht…
    Diese 200jährigen Unkenrufe haben die Welt inzwischen so ermüdet, dass sie kontraproduktiv sind und eben nicht mehr wachsam machen.

    ad 2.
    Der „blühende Unsinn“ ist jedoch typisch katholische Kryptolehre seit ebenfalls 200 Jahren, und die Hierarchie hat diesen Irrtum von den „Sühneseelen“ und der ganzen und ständigen „Aufopferei“ kräftig gefördert. Wer die Literatur des 19. Jh kennt, weiß, dass man das Kirchenvolk mit dieser Perspektive förmlich „abgefüllt“ hat. Dass das oft theologisch ungebildete Volk das in den falschen Hals bekam, darf nicht wundern. Die Schuld für diesen „Unsinn“ ist in Rom zu suchen, das selbigen förderte, um seine eigenen Macht zu konsolidieren. Wir haben darüber ausführlich schon neulich auf einem anderen Thread, auf dem es um eine solche „Sühneseele“ ging, debattiert. Seltsamerweise ist der blühende Unsinn eher in den Herzen hängen geblieben als der gesunde Glaube.

    Ferner: der Gedanke, dass die Welt durch Gerechte gestützt wird bzw. nur deshalb dem Zorn Gottes nicht anheimfällt, weil es diese wenigen Gerechten gibt, ist eine jüdische Lehre (Einstiegsinfos hier: https://de.wikipedia.org/wiki/36_Gerechte)
    Das Motiv ist also auch kein genuiner „Unsinn“ aus Medju, sondern Bestandteil abendländischer Religionsideen, denen man kirchlicherseits durch die Förderung des Sühneseelenkultes selbst durch Päpste Vorschub leistete.
    Schon in den Visionen Margarete Alacoqes wabern solche Ideen mit herum, schließlich eifrig gefördert vom Jesuitenoden, und Rom hats ja auch erlaubt… hier gälte es den Bezugsrahmen dieses Aberglaubens zu erkennen, der eindeutig in Rom selbst liegt.

    ad 3.
    Ach hier finde ich die Kritik unfair, weil sie, das, was doch offenbar gemeint ist in der Botschaft, doch etwas mutwillig verdreht.
    Ganz offenbar will Mirjana nicht sagen, dass Jesus der Satan sei oder ihn mit ihm in Verbindung bringen.
    Die Formulierung soll – nach rhetorischen Methoden – die Menschen „ergreifen“. Also wird vom Herzen geredet (zum zweitenmal in der Botschaft!).
    Wenn eine Mutter für ihren Sohn eintritt und sagt, dass doch er das Herz aller Dinge sei – ja: da gehen viele Herzen auf, weil der Mensch sentimental ist. Das sind einfach gängige PR-Methoden.
    Christus ist davon abgesehen tatsächlich, in einem gewissen Sinne, das „Herz“ aller Dinge. denn durch ihn sind alle Dinge gemacht und nichts ist ohne ihn gemacht. Was sich seiner entledigt, ist nichtig.
    Wenn in der Schrift steht, dass der Satan der Fürst der Welt sei, heißt das nicht, dass der Satan das Herz aller Dinge sei. „Welt“ meint in dem zugespitzten Sinn: die Welt, die sich ihres herzens, dessen, aus dem sie doch ist, entledigt hat. Der Begriff „Welt“ ist theologisch mehrdimensional.
    Ein bisschen mehr sprachliche Differenz ist also schon nötig. .
    Natürlich sind die Formulierungnen der Botschaft geradezu absurd-kitschig, aber wir dürfen nicht den Fehler machen und mit einer Art „Kaffeesatzleserei“ deren verbale Ungeschicklichkeit aufspießen, als verberge sich dahinter noch etwas. Es ist schlicht sprachliche Unzulänglichkeit, Aber was sie meint, ist dennoch klar. Und das ist nicht das, was Sie dahinter sehen wollen.
    es geht hier um eine suggestive Redeweise und emotionale Erpressung.

    ad 4.
    Das ist natürlich im Fazit dann vollkommen richtig – es ist theologisch eine Irreführung.
    Aber nota bene, wie ich es ebenfalls seit langem sage: man lehnt sich zu weit aus dem Fenster, wenn man diesen „Botschafsttyp“ kritisiert und dabei ausblendet, dass Rom selbst das aus Machtgründen im 19. Jh gefördert hat und heute nicht mehr los werden kann oder will. Ich lese ja gerade das von Ihnen mit Recht empfohlene Medju-Buch (herzlichen Dank dafür!), Und auch hier geht klar hervor, dass auch Medju letztendlich an den Machtinteressen Roms „genesen“ konnte. Man hat in Rom bewusst die negativen Urteile der Ortsbischöfe auf Eis gelegt und nun wird man auch heute wieder die Geister nicht los, die man selbst rief.
    Das Lehramt trägt an der Misere mindestens genauso viel Schuld wie die hysterischen oder betrügerischen Seher und ihre Seelenführer selbst.

    Das Medjugorjebuch, das Frau Küble hier empfiehlt, ist wirklich empfehlenswert und sollte ein Mus have für alle Kritiker, aber auch fans sein! Greift also zu, solange es nicht vergriffen ist!

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    • Guten Tag,
      kurz zu Ihren Einwänden bezüglich meiner Kritik:
      1. Es handelt sich hier nicht um jene Mirjana-Botschaften, die gleichsam „an die ganze Welt gerichtet“ sind, sondern ausdrücklich um eine der sog. „Privatbotschaften“ (es heißt im Artikel auch wörtlich so: „Privatbotschaft“), die zwar veröffentlicht werden, aber sich vor allem als persönliche Botschaft an Seher/innen und ihr Umfeld verstehen – und eben gerade nicht als „Botschaft an die Welt“. (Siehe dazu die näheren Hinweise im verlinkten Medju-Artikel.) Den von Medjugorje selbst genannten Unterschied zwischen den beiden „Ebenen“ habe ich seit Jahren in Artikeln x-mal erwähnt und dachte, ich müsse es nicht erneut wiederholen (zumal es im Link steht). Zudem beginnt die Botschaft mit „Liebe Kinder“, eine Bezogenheit auf die „Welt“ ist nicht erkennbar – und der Glaube der sog. „Welt“ kann ohnehin schon deshalb nicht kleiner werden, weil die Welt gar nicht (christlich-)gläubig ist, nicht einmal mehrheitlich.
      2. Bei meiner Kritik an Christus als „Herz der Welt“ ging es nicht darum, Jesus werde in jener Botschaft „mit dem Satan in Verbindung gebracht“ oder gar mit ihm identifiziert (der Teufel wird dort gar nicht erwähnt), sondern darum, daß Christus der ERLÖSER der Welt ist, was durch „herz“-ige und damit fromm klingende Formulierungen nicht verdrängt werden darf.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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      • zeitschnur sagt:

        Ihr Einwand zu ad 1. – okay! Rein privat verstanden aber trifft dennoch die Kritik nicht zu. Es ist Rhetorik. Mirjana suggeriert hier „Demut“ und „Hochmut“ zugleich. Sie ist noch nicht gut genug, muss aber „besser“ werden, um die „Welt zu retten“.

        Ihr Einwand zu ad 3. – nicht einverstanden, denn Sie selbst haben doch den Satan ins Spiel gebracht als „Fürsten der Welt“, weil Ihnen das bei der Wendung „Herz der Welt“ einfiel. Sie selbst haben diese Assoziationskette doch hergestellt.
        Ich sehe nicht, dass in dieser Botschaft Christus als Erlöser „verdrängt“ wird – das unterlegen auch Sie selbst, nicht die Botschaft in ihrem Wortlaut.
        Der Wortlaut ist:

        „Meine Kinder, mein Sohn ist das Herz der Welt. Man soll Ihn lieben und bitten, und nicht immer von neuem verraten. “

        Nicht dass ich dieser Botschaft auch nur irgendetwas abgewinnen könnte, aber es ist schlicht unzulässig, einem Text, der irgendetwas nicht nennt, zu unterstellen, er meine damit, dass er das Nichtgenannte verdrängen wolle.
        Man muss und kann nicht immer alles sagen. Wenn man etwas nicht fokussiert, heißt das nicht, dass man es ablehnt. es heißt sachlich nur: Jetzt nennt man es nicht.
        Daraus folgt noch gar nichts.
        Dass das „Gerechtsein“ hier ein wenig auf Selbsterlösung abzielt, mag sein.
        dennoch ist die Aussage, dass Jesus das „Herz der Welt“ sei deshalb nicht falsch.
        Falsch ist ausschließlich der Sühneseelen- und Selbstopfer-Weltretter-Aspekt.

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      • Guten Tag,
        natürlich ist meine Kritik am „Herz der Welt“ im Zusammenhang mit den ebenfalls beanstandeten Selbsterlösungs-Aussagen zu sehen: diese werden nämlich nicht einmal dadurch relativiert, daß Jesus wenigstens an dieser Stelle als Erlöser (!) der Welt – statt nur als ihr „Herz“ – bezeichnet wird.
        Ich hatte übrigens in meiner Antwort nicht bestritten, daß ich den Satan als „Fürsten dieser Welt“ erwähnte (das kann sowieso jeder lesen und ich muß es nicht noch einmal wiederholen!), aber das ändert ja nichts an dem Faktum, daß ich in meinem Artikel keineswegs behauptet habe, in jener Botschaft werde Satan mit Jesus identifiziert oder „in Verbindung gebracht“.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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      • zeitschnur sagt:

        Nun ja, sehen wir uns an, Sie schrieben – sehen wir es uns sprachwissenschaftlich an:

        „Christus ist keineswegs das „Herz“ der Welt (was immer dies auch heißen mag), vielmehr ist Satan der Fürst dieser Welt – und Christus ist gekommen, um der verlorenen Menschheit das Tor des Himmels zu öffnen.“

        Also rhetorisch und auch grammtisch gesehen bringen Sie das „Herz der Welt“ sehr wohl mit dem „Fürsten der Welt“ in Verbindung.
        Das „vielmehr“ ersetzt hier grammtisch ein „sondern“, und „sondern/vielmehr“ ist grammatisch ein Bindewort, eine Konjunktion, verbindet also inhaltlich und führt weiter von einem Hautpsatz zu einem Nebensatz oder einem weiteren Hauptsatz. Andernfalls ergeben weder ein „vielmehr“, noch ein „sondern“ überhaupt Sinn.

        Der Bezugspunkt zum „nicht dies, sondern das“ ist der Genitiv, zum Subjekt, hier „die Welt“, wobei Sie das Subjekt auch noch wechseln, also eine grammatische und inhaltliche Verwirrung auslösen – ist nun Christus das Herz oder der Fürst der Welt, oder ist Christus nicht das Herz und der Satan der Fürst der Welt…, oder was soll diese Verbindung in einem Satz?! Das ist widersprüchlich und uneindeutig formuliert. Besser wäre es gewesen, keine Konjunktion einzusetzen oder einen Punkt zu setzen und ohne „vielmehr“ fortzufahren.

        Hinzukommt, dass man auch dann, wenn ein Aspekt verkürzt ist (also Jesus nicht ausschließlich „nur“ das Herz der Welt ist), nicht sagen kann, er sei nicht das Herz der Welt.

        Wenn einer sagt „Anna ist das Herz der Familie“, ohne zu erwähnen dass sie mit ihrem Mann gemeinsam ein Geschäft führt, das auf ihrem Vermögen aufbaut, ist der Satz 1 deswegen nicht zu verneinen!

        Ich finde es sehr gefährlich, wenn man in den Sätzen der Botschaften zu viel herumpuhlt. Das sind einfache und ungeschickte menschliche Sätze. und sehr schnell stürzt man in dieselbe menschliche Sprach-Unzulänglichkeit ab, die man den Sehern beim Reden vorwirft.

        Ich finde es sehr wichtig, dass Sie über falsche Mystik und den Charismatismus aufklären. Ich bin dafür sogar regelrecht dankbar. Aber ich rate dennoch zur Vorsicht, wenn es um die Formulierungen geht.
        Mit scholastischem 1.-2.-3. kommt man dem unscharfen Sprechen der Seher ohnehin nicht bei.
        Eher wird man in dieselbe Unschärfe mit hineingerissen.
        Oder anders: einem, der ohnehin am Boden liegt, tritt man am besten nicht in den Bauch.

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      • Guten Tag,
        ich habe in meiner Kommentar, auf den Sie nun reagieren, doch klar geschrieben, was Sie mir nun sprachwissenschaftlich und-so-weiter beweisen wollen (völlig unnötig also, weil Sie damit offene Türen einrennen):
        „Ich hatte übrigens in meiner Antwort nicht bestritten, daß ich den Satan als „Fürsten dieser Welt“ erwähnte…, aber das ändert ja nichts an dem Faktum, daß ich in meinem Artikel keineswegs behauptet habe, in jener Botschaft werde Satan mit Jesus identifiziert oder „in Verbindung gebracht“.
        Also i c h habe Satan natürlich in diesem Kontext erwähnt, das schrieb ich ja (und bestritt es nie), aber ich habe – das ist hier doch der Punkt – in meinem Artikel nicht behauptet, diese Medju-Botschaft selber habe Jesus mit Satan „identifizitiert“ bzw. „in Verbindung gebracht“ (wie Sie mir in Ihrer ersten Kritik an dem Artikel jedoch vorhielten).
        Es übrigt sich, mir etwas „belegen“ zu wollen, das ich ohnehin nicht bestreite.
        Es hat zudem, wie ich finde, nichts damit zu tun, in Sätzen von Medju-Aussagen „herumzupuhlen“, wenn ich der Meinung bin, daß in dieser Botschaft der Hinweis auf Christus als ERLÖSER fehlt – und dieser Mangel auch nicht etwa dadurch wettgemacht wird, daß Jesus in jener Botschaft das „Herz der Welt“ genannt wird, wobei es sich ohnehin um eine banale bis irreführende Formel handelt – und zumal die Bibel Satan als „Fürst dieser Welt“ bezeichnet (nirgendwo aber Christus als „Herz der Welt“). Natürlich bezeichne ich nicht etwa Christus als „Fürst dieser Welt“, das geht klar aus meinem Satz hervor.
        Damit wollen wir uns bitte nicht weiter im Kreise drehen.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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  6. Bernhard Sauer sagt:

    Diese einseitige, herablassende, besserwisserische Kritik und Wortklauberei ist einfach abstoßend und hat mit glaubwürdiger, seriöser Information nichts zu tun.

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    • Osterglocke sagt:

      Ich wundere mich auch gerade, wie oft der Name „Welt“ erwähnt wird.

      Jesus betont ja immer, daß sein Reich nicht von dieser Welt ist.

      Andererseits ist doch Gottes Reich bereits angebrochen und es liegt an uns Menschen (sicher zu 50%) wie sichtbar das Gute in Gottes Reich wird.

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  7. Dorrotee sagt:

    Diesmal ist die Botschaft der „Gospa“ fast unerträglich. Als ich las, dass der Glaube immer kleiner in den Herzen wird, musste ich an dasselbe denken, was nachher im ausführenden Text geschrieben steht.
    Nach 36 Jahren sind die Seherkinder „glaubensschwach“ geworden, haben diese nervigen Botschaften nichts gebracht (bei der Vielzahl kein Wunder), oder ist diese Erscheinungsdame mal wieder mit „Zuckerbrot und Peitsche“ unterwegs, mal mit Drohungen, mal mit Lob und Schmeichelei?
    Die Ausführungen von Fr. Küble sind richtig. Diese Erscheinungsdame schwört immer mehr auf die Selbsterlösungstheorien, womit die Gläubigen angeblich sogar die Welt retten können.

    Die Menschheit ist gerettet worden durch unseren Herrn Jesus Christus. Die Menschen können durch den Tod Jesu zum ewigen Leben gelangen. Die ganzen Kar- und Ostertage sind erfüllt von diesem Erlösungswerk Christi.
    Zur Stärkung des irdischen Lebensweges gab er der katholischen Kirche die Sakramente. Wir Menschen können sie in dem uns gegebenen freien Willen annehmen oder ablehnen.
    Die Gaben und Früchte des Hl. Geistes lassen uns Christen zu einer entsprechenden Lebensführung gelangen, natürlich aus dem freien Willen heraus.

    Somit braucht es keine zusätzlichen Medju-Botschaften, die nichts weiter als irreführend sind.
    Wann hat das endlich ein Ende??

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  8. Anonymous sagt:

    In diesen Ort gab es noch nie eine Marien-Erscheinung, war alles Monate vorher
    in San Damiano geplant worden

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  9. Anonymous sagt:

    Zu diesem Artikel nur eines:
    Die, die meinen, wie wüssten alles (besser), werden eines (nicht mehr allzu fernen) Tages merken, dass sie wenig oder nichts gewusst haben! Hier werden die Worte der Gottesmutter absolut nicht verstanden und zudem falsch gedeutet und ausgelet (bewusst?).
    Anstatt des Buches „Der Medju-Betrug“ empfehle ich: „Der Franziskus-Betrug“. Das enthält wenigstens die Wahrheit.
    LG, Gaby

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