Kath. Charismatiker werben für das Pfingstler-Festival „Awakening Europe“ in Prag

Von Felizitas Küble

Im Hochsommer feiern protestantische Pfingstler gemeinsam mit katholischen Charismatikern wieder einmal die seit Jahrzehnten schon (vergeblich) angekündigte „Rettung Europas“ durch eine kommende fromme Massenerweckung.

Am 29. Juni 2017 startet in Prag die nächste mehrtägige Mega-Konferenz „Awakening Europe“ (= Europa wacht auf), die 2015 unter dem Motto „Europa wird gerettet werden“ in Nürnberg  stattfand, einer Stadt, die recht häufig von pentekostalen (pfingstlerischen) Veranstaltungen mit ihren „Heilungspredigern“  – meist aus den USA kommend  –  heimgesucht wird.

An diesem Massen-Event im Grundig-Stadion nahmen sage und schreibe 25.000 Personen teil, für Pfingstlerkongresse durchaus nicht ungewöhnlich.

Die von extrem-charismatischen Protestanten gegründete Initiative „Awakening Europe“ wird auch von enthusiastischen katholischen Personen und Gruppen vorweg gefeiert und angepriesen.

Wer da nicht fehlen darf, ist Dr. Johannes Hartl, katholischer Theologe und Begründer des ökumenisch-charismatischen Gebetshauses Augsburg. (Hier sein „Terminkalender“ mit allerlei Pfingstlerkongressen, darunter den erwähnten Prager Event: http://johanneshartl.org/termine/  –  Hartls weitere Anpreisung von Awakening: https://mehr.gebetshaus.org/de/ben-fitzgerald/)

Dr. Daniel Kolenda, evangelischer Nachfolger des ultra-charismatischen Starpredigers Reinhard Bonnke, erklärt in seinem Aufruf zur Prager Konferenz folgendes: 

„Vor 500 Jahren entzündete Martin Luther die Reformation und veränderte den Lauf der Geschichte. Wir glauben, dass die Zeit für eine weitere Transformation für die Christen in Europa gekommen ist. Über alle Konfessionsgrenzen hinweg kommen gläubige Menschen zusammen, um den Namen Jesus zu erheben!…Sei dabei! Komm zu „Awakening Europe“ in Prag! Für eine echte Erweckung in Europa!“

Ins Leben gerufen wurden die Awakening-Kongresse von zwei Pfingstlern, die beide (kein Zufall, sondern ein häufig anzutreffendes Phänomen) vor ihrer „Geist-Bekehrung“ rauschgiftsüchtig waren. Inwieweit solche Personen gleichsam vom Drogen-Trip zum „Jesus-Trip“ wechseln, also von einer Gestalt der Euphorie zu einer andersartigen, sei dahingestellt.

Bei den Awakening-Gründern aus den USA handelt es sich um Todd White und Ben Fitzgerald.

Beide Herren berufen sich bei ihrem Engagement auf besondere göttliche Eingebungen und Visionen, wonach in Europa eine neue Art Heilsgeschichte anbrechen wird, eine großartige „Erweckung“ – also genau das, was Charismatikerkreise von Jahrzehnt zu Jahrzehnt immer wieder neu „prophezeien“, ohne sich dabei von der wirklichen Situation (nämlich einem zunehmenden Glaubensabfall) im geringsten beeindrucken zu lassen.

Hier weitere Infos zu den Awakening-Gründern, wobei Fitzgerald dieses Jahr zugleich einer der Starprediger der katholisch-charismatischen MEHR-Konferenz von Dr. Hartl war: https://charismatismus.wordpress.com/2017/01/10/erweckungsprediger-ben-fitzgerald-sprach-auf-der-charismatischen-mehr-konferenz/

Die „Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen“ (EZW) äußerte sich zudem kritisch über die vermessenen Heilungsansagen von Todd White: https://charismatismus.wordpress.com/2016/11/05/evangelischer-sektenbeauftragter-warnt-vor-charismatischen-holy-spirit-nights/

 

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9 Kommentare on “Kath. Charismatiker werben für das Pfingstler-Festival „Awakening Europe“ in Prag”

  1. Claus Stephan Merl sagt:

    Ein neuer komplett einseitiger und in Teilen auch niederträchtiger Kommentar (bezügl. der Drogenvergangenheit zweier Menschen) zur charismatischen Bewegung bzw. Pfingstbewegung.

    Wir wissen doch schon, dass Sie das nicht mögen und ablehnen, Frau Küble.

    Ich nehme an, Sie hätten sicher auch den Heiligen Paulus komplett abgelehnt, weil der vor seiner Bekehrung an der Verfolgung der Kirche und der Ermordung von zumindest Stephanus aktiv beteiligt war. Paulus aber wusste davon, dass Menschen tatsächlich eine totale Veränderung durch den Glauben an Jesus Christus erfahren können:

    „Wisset ihr nicht, daß die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Lasset euch nicht verführen! Weder die Hurer noch die Abgöttischen noch die Ehebrecher noch die Weichlinge noch die Knabenschänder noch die Diebe noch die Geizigen noch die Trunkenbolde noch die Lästerer noch die Räuber werden das Reich Gottes ererben. Und solche sind euer etliche gewesen; aber ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht geworden durch den Namen des HERRN Jesu und durch den Geist unseres Gottes.“ (1. Kor. 6,9-11)

    Man beachte die Zeitform: Ihr seid abgewaschen, seid geheiligt, seid gerecht geworden …
    Eben nicht: Ihr werdet (irgendwann) abgewaschen, geheilt, gerecht.

    Nun, wenn Paulus schon damals das Wirken des Heiligen Geistes an den Gläubigen so beschreibt, dann darf das auch ein Ben Fitzgerald und ein Todd White für sich in Anspruch nehmen. Beide sind wirklich mutige Zeugen für Jesus Christus und gehen das Risiko ein, um seinetwillen verleumdet oder verlacht zu werden.

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    • Guten Tag,
      es geht aus meinem Artikel klar hervor, daß nicht die Drogenvergangenheit als solche das Problem ist (zumal ich diese nicht aus der Versenkung hole, sondern die beiden Herren selber immer wieder davon sprachen), sondern daß ich die Gefahr sehe, von einem rauschhaften „Trip“ auf den anderen, nur eben dann religiös geprägten überzuwechseln. Sie können das gerne ganz anders sehen, was aber kein Anlaß zu polemischen Vorwürfen an mich zu sein braucht.
      Von daher ist die negative Vergangenheit von Paulus oder anderen Heiligen ein anderes Thema, das meine Argumentation überhaupt nicht berührt.
      Fakt ist, daß auffällig viele führenden Pfingstler und Charismatiker früher drogensüchtig waren. Reiner Zufall?
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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      • Claus Stephan Merl sagt:

        Liebe Frau Küble,

        es ist natürlich kein Zufall, dass Gottes Gnade in besonderer Weise denen begegnet und aufscheint, die besonders zerbrochen sind. Man könnte fast eine göttliche Strategie dahinter vermuten :-)):

        „Sondern was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, daß er die Weisen zu Schanden mache; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, daß er zu Schanden mache, was stark ist; und das Unedle vor der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt, und das da nichts ist, daß er zunichte mache, was etwas ist, auf daß sich vor ihm kein Fleisch rühme.“ (1. Kor. 1, 27-29)

        Freilich muss das Heil von den Menschen auch angenommen werden, nur um das Mißverständnis einer „Heilsautomatik“ schon im Ansatz zu vermeiden.

        Vielleicht noch folgendes dazu in meinen dürftigen Worten: Solange jemand nicht in Jesus Christus sein Heil gefunden hat, MUSS er es woanders suchen. So sind wir erschaffen. Ob er es in Drogen sucht, in Promiskuität oder auch nur im bürgerlich akzeptierten Rahmen, macht erstmal keinen Unterschied, wenn natürlich auch die negativen Auswirkungen unterschiedlich sind. Wenn also jemand in Jesus Christus das findet, was er zuvor in Drogen suchte, nämlich wahre Erfüllung mit unendlich positiven Auswirkungen statt Scheinerfüllung durch Drogen mit desaströsen Folgen, so einer kann sich schon mal sehr für Jesus begeistern und einsetzen und davon immer wieder voll Freude erzählen. Und das ist eine gute Sache.,

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      • Guten Tag,
        wie man sieht, haben Sie den Sinn meiner Argumentation nach wie vor nicht verstanden, eine erneute Wiederholung dürfte sinnlos sein.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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      • Claus Stephan Merl sagt:

        Frau Küble,

        ich habe Ihren Beitrag schon verstanden. Aber ich wähle aus, worauf ich antworte. Und vor allem, was ich antworte. Wenn das Ihre Erwartungen nicht erfüllt, dann ist das halt so.

        Mit freundlichem Gruß

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  2. Matze sagt:

    Hallo,
    warum diese Aufregung über Hartl? Er hat doch den Segen der kath.Kirche genauso wie Peter Wenz vom Gospelforum als Mitglied im Vorstand der evangelischen Allianz die Unterstützung von evangelischer Seite hat, der ja ebenfalls bei Awakaing Europe eine bedeutende Rolle spielt. Damit ist diese Veranstaltung doch für den reiligiösen Mainstream anerkannt und damit doch auch ökumenisch. Damit ist doch alles in Butter, oder?

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    • Hardt sagt:

      Die Weltkirche ist das Ziel 😢politische Machtkirche 😢Kontrolle der Glaubensfreiheit 😷 unter der Leitung des Papstums. Ich weiß das das Geschehen muß 😆laut Offenbarung. Das hat die katholische Kirche 1600 Jahre schon mal praktiziert. Wer die Bibel kennt weiß wo das steht. Jesus Christus kommt bald wieder 🤗 dann wird er seine Gemeinde holen 🤗 aber nur die die im nachfolgen 💖 aus glauben…Gottes Segen und liebe und das reinigende Blut Jesus Christus komme über die Welt. 🤔🤗💖💞

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      • Claus Stephan Merl sagt:

        Hallo Hardt,

        die Gleichsetzung der „Hure Babylon“ mit der römisch-katholischen Kirche ist eine ziemlich fehlerhafte Interpretation der Texte aus der Offenbarung. Es führt an dieser Stelle zu weit, dies näher auszuführen. Ich hatte mich aber mal ausgiebig damit befasst.

        Generell weise ich daraufhin, dass es sich bei diesem Buch der Bibel um apokalytische Literatur handelt, die zum Ziel hat, den auferstandenen Herrn Jesus Christus und sein Wirken zu beschreiben zur Ermutigung der Gläubigen, die in der Verfolgung auf ihn harren. Wenn man diesen klaren Deutungsrahmen verläßt, ist es relativ einfach, jedweden skurilen Unsinn aus der Offenbarung des Johannes herauszulesen.

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      • Hardt sagt:

        Offenbarung 14.14- 16. Noch eine kleine weile 🤔 dann kommt das Schwert der Gerechtigkeit Gottes über die Menschen…AMEN AMEN AMEN 🤔🤗🤗🤗💞💖💖💖

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