Auch kirchlich anerkannte „private Offenbarungen“ sind nicht heilsnotwendig

Von Dr. Gero P. Weishaupt

Die Kirche unterscheidet die Kirche zwischen öffentlicher und privater Offenbarung. Die Botschaft von Fatima ist der privaten Offenbarung zuzuordnen. Der Unterschied zwischen beiden Arten von Offenbarungen ist nicht nur gradueller Art, sondern wesentlich. Beide sind verschieden.   

Bei der öffentlichen Offenbarung gibt sich Gott den Menschen selber zu erkennen.  Durch Taten und Worte erschließt er sein eigenes Selbst, teilt sich selber mit. Ziel seiner Selbstoffenbarung ist unsere Gemeinschaft mit ihm. So kann man es nachlesen in der Offenbarungskonstitution Dei Verbum des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Der Höhepunkt seiner Offenbarung ist Jesus Christus. In ihm ist Gott Mensch geworden. Er ist darum – wie das Evangelium vom kommenden Sonntag (5. Ostersonntag) in der ordentlichen Form des Römischen Ritus es sagt – „der Weg, die Wahrheit und das Leben“.

Man kann Gott nur begegnen in und durch Jesus Christus. Die Öffentliche Offenbarung hat ihren schriftlichen Niederschlag gefunden in den kanonisierten, d.h. von der Kirche endgültig durch das Konzil von Trient als für den Glauben bindend festgeschriebenen Büchern und anderen Schriften des Alten und Neuen Testamentes.

Privatoffenbarungen: Hilfreicher Impuls, aber nicht verbindlich

Teilt sich bei der öffentlichen Offenbarung Gott selber mit, so geschieht dies bei der privaten Offenbarung vermittels von Gott ausgewählten Menschen. Privatoffenbarung sind keine Offenbarungen neben der öffentlichen Offenbarung, sondern sind in ihrer Botschaft auf diese hingeordnet. Sie rufen sie in Erinnerung oder deuten sie im Hinblick auf konkrete „Zeichen der Zeit“.   

Durch den häufigen Aufruf zu Gebet und Buße sollen Glaube, Hoffnung und Liebe gestärkt werden. Eine Privatoffenbarung ist also eine Hilfe für den glaubenden Menschen. Sie hilft, das Leben nach dem Evangelium auszurichten.

Eine private Offenbarung  ist in dem Maße glaubwürdig, wie sie nicht im Widerspruch steht zur biblischen Offenbarung, der Tradition und dem kirchlichen Lehramt. Mit anderen Worten: Der Maßstab für die Wahrheit und den Wert einer Privatoffenbarung ist letztendlich ihre Hinordnung auf Christus, der nach dem Johannesevangelium „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ ist. Wenn private Offenbarungen davon wegführen, wenn sie sich absolut setzen und wichtiger sein wollen als die öffentliche Offenbarung, dann sind sie sicher nicht vom Heiligen Geist.

Verlangt die öffentliche Offenbarung Glaubenszustimmung von den Gläubigen, so fordert eine Privatoffenbarung eine Zustimmung des menschlichen Glaubens nach den Regeln  der Klugheit und Vernunft. Deren Gebrauch helfen uns, die Botschaft(en) für wahrscheinlich und glaubwürdig zu halten.  

Anders als die öffentliche Offenbarung ist eine private Offenbarung nicht für das Heil notwendig. Man ist auch dann Katholik, wenn man einer private Offenbarung nicht zustimmt.

Quelle und vollständiger Text hier: http://www.kathnews.de/botschaft-von-fatima-hinordnung-auf-christus


5 Kommentare on “Auch kirchlich anerkannte „private Offenbarungen“ sind nicht heilsnotwendig”

  1. Holger Jahndel sagt:

    GfA-Studie des Monats: Religionswissenschaft und Parapsychologie – eine Kontroverse zwischen Mircea Eliade und Ernesto de Martino In Kooperation mit der Gesellschaft für Anomalistik e.V (GfA) stellt Grenzwissenschaft-Aktuell.de deren Rubrik “Studie des Monats” vor. In diesem Monat geht es um „Religionswissenschaft und Parapsychologie – eine Kontroverse zwischen Mircea Eliade und Ernesto de Martino“. weiterlesen…

    https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/gfa-studie-des-monats-religionswissenschaft-und-parapsychologie-eine-kontroverse-zwischen-mircea-eliade-und-ernesto-de-martino20190817/

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  2. Was ist denn hier los ? sagt:

    Gesegnete Marienstunde, Frau Küble !

    Man hat den Eindruck, Ihr Forum möchte kirchlich korrekt geführt sein.
    Was sog. „Privatoffenbarungen“ angeht, liegen Sie leider gar nicht auf
    der Linie der Kirche.

    Die Katholische Kirche bestätigt im KKK die Existenz von dem, was sie
    „Privatoffenbarungen“ nennt.

    Benedikt XIV. stellt dem Index eine Konstitution voran, in der es heißt,
    man darf über Seher/Boten Gottes nicht urteilen, wenn man nicht alles
    von deren Werke gelesen hat und auch dann ist Vorsicht geboten.
    Allein die Kirche ist hier die entscheidende Beurteilungsinstanz.
    Das müsste Ihnen eigentlich klar sein, weil es jedem christlich demütigen
    Menschen klar sein muss.

    Die Frage ist nur: Wo ist die Demut bei Ihnen zu finden, wenn Sie sich
    in überheblicher, anmaßender und sogar unverschämter, spöttischer
    Art über Seher und Wallfahrtsorte äußern und jedes Jota, so scheint
    es zumindest, nach Ihrem eigenen Verstand, der von Mystik offensichtlich
    nur sehr wenig Ahnung hat – da brauchen Sie ja nur ehrlich zu sich selber
    sein – , beurteilen wollen ? Wo bitte ist da die Demut ? Es ist sehr auffallend,
    dass Sie gleich auf alles losspringen, was Sie gerade nicht verstehen können.
    Warum urteilen Sie dann sofort ? Warum ? Und was berechtigt Sie dazu ?

    Man merkt, dass Sie gar nicht willens sind, neutral urteilen zu wollen.
    Außerdem sollten wir festhalten: Wir sollen nicht negativ urteilen über
    etwas, was wir weder gesehen, gelesen, kontaktiert, betrachtet und
    innerlich evident vorliegen haben ?

    Der Glaube ist eine Gnade. Der Geist Gottes steht so weit über dogmatische
    Formierungen, dass man schon eine gewisse Weite aufbringen muss. Sie
    pflegen den Buchstabenglauben, anstatt den Sinn einer Stelle zu erfragen.

    Sie haben die Tendenz eine mystische Schrift zu lesen, um sich darüber
    als Beurteilungsinstanz zu erheben. Solch extreme Form wie in Ihrem Forum
    kenne ich eigentlich nur von den Protestanten her, die Mystik ebenso kaum
    ernst nehmen. Katholisch ist was anderes.

    Wir haben nicht den Glauben, um zu verurteilen, sondern die Gabe
    der Unterscheidung (eines sicheren Urteils), um zu glauben und eben nicht zu
    verurteilen:

    Richte nicht, damit du nicht gerichtet werdest !

    Ich hoffe schwer, Sie nehme sich das einmal zu Herze – und zwar in Demut.
    Und ich teile Ihnen hiermit mit, dass der Herr seiner nicht spotten lässt, auch
    nicht Seiner Mutter und ebenso nicht Seiner Boten !

    Jeder demütige Mensch wird sich das zu Herzen nehmen.

    Gesegnete Zeit !

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    • Guten Tag,
      Sie polemisieren hier unter einem Artikel des katholischen Kirchenrechtlers Dr. Gero Weishaupt, der in korrekter Weise die kirchliche Lehre über Privatoffenbarungen wiedergibt und dabei erwähnt, daß sie grundsätzlich nicht glaubensverbindlich sind, auch nicht im Falle einer kirchlichen Approbation (Billigung).
      Was haben Sie dem entgegenzusetzen außer (schein)frommen Gefasel und dreist-anmaßenden Drohungen am Schluß?
      Ausgerechnet Sie gefallen sich ständig in vermeintlicher Demut, die Sie a n d e r e n predigen, als hätten Sie selber diese Tugend mit Schaufeln gegegessen, werfen mir aber vor, mich dagegen zu versündigen. S i e sollten lieber in sich gehen, statt außer sich zu geraten.
      Nehmen Sie zur Kenntnis, daß Demut gerade darin besteht, sich an der kirchlichen Lehre über Privatoffenbarungen zu orientieren – und nicht etwa Erscheinungen anzuhängen, welche die Kirche nicht ankannt oder gar ausdrücklich abgelehnt hat. Gerade weil die Kirche die „Beurteilungsinstanz“ ist, halte ich mich an bewährte katholische Prinzipien – ebenso wie der Priester Dr. Weishaupt es hier tut.
      Sie schreiben nicht nur anonym, sondern sind auch noch zu feige, Roß und Reiter zu nennen und mitzuteilen, an welchen angeblich himmlischen „Boten“ Sie festhalten – trotz kirchlicher Skepsis.
      Mich „berechtigt“ die Kirche dazu, von ihr nicht gebilligte Erscheinungen kritisch zu durchleuchten – dafür benötige ich von Ihnen aber eine Exta-Erlaubnis.
      Was berechtigt S i e dazu, mir am Schluß indirekt (auch zu einer direkten Drohung sind Sie zu feige!) quasi die Strafe Gottes, der Madonna und „Seiner Boten“ (welcher denn wohl?!) anzukündigen.
      Berunhigen Sie sich: solche ebenso unfairen wie lächerlichen Tricks beeindrucken mich nicht, ich bin sie seit Jahrzehnten gewohnt – der Himmel lachet ihrer.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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      • Was ist denn hier los ? sagt:

        Das, was Sie die Kirche in Bezug auf Erscheinungen, Privatoffenbarungen, mystische
        Phänomene im Allgemeinen „berechtigt“ – ist eine demütige, faire, sachliche Auseinander-
        setzung ohne Verurteilungen (siehe nochmal Benedikt XIV. oben). Das müsste jedem
        normalen Katholiken völlig klar sein.

        Halten Sie sich etwa daran : demütig, fair, sachlich, ohne Verurteilungen ?

        Eindeutig nicht !

        – Sie spötteln, verurteilen, verleumden, verdrehen, etc… und alles nach Ihrem
        eigenen Urteil.

        Ich wünsche Ihnen Demut, Demut, Demut und nochmals Demut, weil das, was Sie
        unter „irrgeistige Erscheinungen“ anführen und beurteilen, ist kübelweise/reihenweise
        falsch beurteilt. Das liegt in der Natur der Sache, weil Spott immer falsch ist. Wenn Sie
        Ihre spöttelnde Art mal weglassen, werden Sie eine andere, nüchternere Sicht auf die
        Dinge bekommen.

        Der Herr segne Sie dabei !

        P.S.: Tut mir leid, dass ich auf den Artikel oben keine Stellung bezog, aber ich
        dachte, das passt hier trotzdem ganz gut wegen der Überschrift.

        P.S.2: Beim Gericht Gottes werden Sie vor Jesus Christus stehen und dann wird
        es darum gehen, ob Sie Seine Worte ernst genommen haben. Seien Sie sich
        bewusst, dass Er an vielen Wallfahrtsorten, die Sie unter „irrgeistige Erscheinungen“
        aufgeführt haben, gesprochen hat.

        P.S.3: Das wars von mir.

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      • Guten Tag,
        weitere anmaßend-dümmliche Drohungen mit dem „Gericht Gottes“ (kehren Sie diesbezüglich endlich vor Ihrer eigenen Haustür!) werde ich nicht mehr freischalten, zumal Sie sich dauernd im Kreise drehen.
        Ausgerechnet Sie, eine Person, die sich nicht an die kirchlichen Beurteilungen von Privatoffenbarungen hält, halten mir fehlende Demut vor. Gehts noch?
        Aufschlußreich hierzu besonders Ihr letzter Abschnitt, in welchem Sie behaupten, Christus habe an „vielen“ Wallfahrtsorten gesprochen, die hier unter „irrgeistige Erscheinungen“ erwähnt seien. Interessanterweise handelt es sich dabei aber durchweg um kirchlich n i c h t anerkannte Erscheinungen.
        Ausgerechnet Sie mit Ihrem Ungehorsam gegenüber der Kirche und deren Beschlüssen sitzen auf einem vermeintlich „demütigen“ hohen Roß und werfen mir mangelnde Demut vor? Lächerlich!
        Ihre Demuts-Arroganz bedeutet demnach, der Kirche zu widersprechen, wie Sie es tun – mit anderen Worten: „Demütig“ ist aus Ihrer Sicht jener Katholik, der genau wie Sie alles besser weiß als die Kirche.
        Übrigens: Gerade Benedikt XIV. hat seinerzeit vor jeder Überbewertung von Erscheinungen gewarnt, auch in seiner grundsätzlichen Abhandlung über Heilig- und Seligsprechungen. Er erinnerte auch warnend daran, daß selbst Heilige auf falsche Erscheinungen hereingefallen sind (z.B. Katharina v. Siena und Vinzenz Ferrer). Aber auch Kirchengeschichte ist für Sie offenbar ein Buch mit sieben Siegeln.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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