Präsident des Dt. Lehrerverbandes kritisiert Inklusion: Ideologie statt Kindeswohl

Seit Jahren äußert sich Josef Kraus, der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, in Talksendungen und Zeitungsbeiträgen skeptisch zur Inklusion, einem neuen „Zauberwort“. Mit Inklusion der Behinderten soll mehr erreicht werden als durch das frühere Konzept der Integration, das man als veraltet ansieht.

Von rot-grüner Seite wird im Zeichen einer ideologischen Gleichmacherei vor allem die schulische Inklusion vorangetrieben: Körperlich und geistig Behinderte sollen in den Regelschulen unterrichtet werden, weshalb Förderschulen zunehmend abgebaut werden, vor allem in NRW.

In der Wochenzeitung „Junge Freiheit“ vom 18.3.2017 hat Kraus seine Kritik ausführlicher dargestellt. Er schreibt:

„In Deutschland gibt es rund 3000 Förderschulen mit gut 320.000 Förderschülern und 70.000 Förderlehrern. Allein das zeigt, wie ernst man hier die Schulbildung beeinträchtigter junger Menschen nimmt.

Die Förderschulen können sehr individuell auf Kinder eingehen, denn sie haben im Schnitt 100 Schüler, und auf vier bis fünf Schüler kommt rechnerisch eine hochkarätig qualifizierte Lehrkraft. Daraus ist ein kindgerechtes Förderwesen entstanden, das weltweit seinesgleichen sucht.“

Tatsächlich sind die Förderschulen ein großer Fortschritt gegenüber der Vernachlässigung von Behinderten in früherer Zeit. Doch seit etwa zehn Jahren wird diese Errungenschaft zunehmend von Bildungspolitikern (vor allem aus dem linken Spektrum) und vom sozialpädagogischen „Expertentum“ infrage gestellt. Stattdessen wird von Inklusionsanhängern verlangt, daß behinderte Kinder und Jugendliche grundsätzlich in Regelschulen aufwachsen.

Der Präsident des Dt. Lehrerverbands erinnert an Folgendes:

„Nehmen wir das größte deutsche Land, dessen Politik sich der Inklusion in besonderem Maße verschrieben hat: Nordrhein-Westfalen. Wie weit Ideologie und Realität auseinanderliegen, zeigt sich dort. Dort hat man als Zielperspektive ausgegeben, daß bis 2020 eine Inklusionsquote von 85 Prozent erreicht sein soll. 2016 betrug sie rund 40 Prozent.

Damit dieses Ziel auch erreicht wird, arbeitet man mit Zwang. Konkret: Kinder mit Behinderungen werden nur dann auf eine Förderschule geschickt, wenn ihre Eltern dies beantragen, und dies dürfen sie üblicherweise erst ab der dritten Klasse.

Zugleich wird die Förderschul-Option dadurch unterlaufen, daß Eltern diese Option oft gar nicht mehr haben, weil immer mehr Förderschulen aufgrund enger Vorgaben zur Mindestgröße geschlossen werden.“

HIER weitere sieben Artikel zur Inklusion: https://charismatismus.wordpress.com/category/inklusion-in-regelschulen-kritik/

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4 Kommentare on “Präsident des Dt. Lehrerverbandes kritisiert Inklusion: Ideologie statt Kindeswohl”

  1. Wolfi sagt:

    Früher mal, ganz früher mal habe ich als Gegengewicht zur CDU die FDP von Genscher und Möllemann gewählt, heute ist diese Partei zum davonlaufen. Außer dass man sich als nicht fremdenfeindlicher Bürger, der Vernunft anmahnt, dass Offenheit seine Grenzen hat, sich die rechtsradikale Keule verpassen lassen musste und die Belehrung, jeder darf seine Kultur mitbringen, zeigt die FDP wieder mal, dass es ihr nur wieder um politische Posten geht, um im Macht-Karussell mit zu spielen. Gut, habe ich gedacht, vielleicht hat sie ja aus Fehlern gelernt, i wo, sie biedert sich jedem als Koalitionspartner außer der AFD an, obwohl sie das vor der Wahl als Stimmenfang bestreitet. Viele solide Programmpunkte der AFD ab zu schreiben ist das eine, weil man selbst keine Einfälle in großem Maße hat, aber zu tönen, mit uns gibt es keine Koalition ohne den Programmpunkt „Ehe für alle“ ist entweder Dummheit oder Größenwahn, wo man billigend in Kauf nimmt, die Kinderehen einwandernder Kulturen zu tolerieren. In Schleswig Holstein sieht man ja schon, wie sie mit den Grünen schmusen, die Sex mit Kindern legalisieren wollten. Diesen Punkt könnte man, wenn es so gemeint wäre, konkreter benennen, so dass nur Erwachsene gemeint sind, Ehen für Schwule und Lesben und sozial Geschlechtlich orientierte. Damit hat sich die FDP endgültig für Menschen mit Gewissen disqualifiziert, weil der Schutz der Kinder nicht interessiert.

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  2. antiprotestantismus sagt:

    Mal was anderes, nettes:
    Die Kleine auf dem Foto ist ja sowas von Süß!
    So richtig zum knuddeln!
    Echt schön!

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  3. zeitschnur sagt:

    Ich denke, dass die Sache vielleicht noch einen anderen Hintergrund haben könnte.
    Man spricht nicht nur hinsichtlich der „Behinderten“, sondern auch hinsichtlich der „Durchschnittlichen“ davon immer mehr, jeder müsse „nach seinen Fähigkeiten“, nach seinem Tempo etc. in der Regelschule gefördert werden. Ich erlebe das als Mutter seit Jahren mit. Das Ergebnis dieser Versprecungen ist aber eine Herabnivellierung des individuellen Könnens!
    Nun darf man nicht andererseits den Fehler machen, das Gießkannenprinzip und die Gefährlichkeit der allgemeinen Schulpflicht und staatlich (und damit immer ideologisch) vorgestanzter „Bildung“ rückblickend zu idealisieren. Ich führe das etwas länger aus:

    Die breite Bildung aller Schichten war nie etwas anderes als ein Machtinstrument. Man soll sich nicht irren. Den wenigsten ging es dabei um Ideale oder die Freiheit der zu Bildenden. Wer alleine die Entwicklung von Schulen und Universitäten im Abendland untersucht, stellt schnell fest, dass zwar mancher Anfang idealistisch war und sicherlich viele Ordensleute auch ihr Leben lang idealistisch dachten und wirkten – das war aber eher ein Nebenprodukt. Im Kern ging es wohl doch um etwas anderes. Sofort wurden knallharte machtpolitische Möglichkeiten daran geknüpft. Auf keinem anderen Weg erreicht man schneller große Kollektive als über Bildungseinrichtungen: Auf einer niedrigen Basis werden alle auf dieselben „Techniken“ eingeschworen und das nicht nur „neutral“ (wer das glaubt, ist hoffnungslos naiv).

    An den Unversitäten bildete man die Ideologieträger der Zukunft heran. Es ist doch nicht von Ungefähr, dass die Sorbonne im Mittelalter einen derartig harten Machtkampf lieferte und dabei zwischen weltlicher und römischer Macht lavierte.
    Man weiß doch, wie von ihr aus massiv dogmatische Entwicklungen erzwungen werden sollten, etwa im Kampf um das Immaculatadogma – langfristig: 400 Jahre erpresste man von allen Absolventen, dass sie, lange vor einer kirchlichen Entscheidung, unterschrieben, sich mit ihrem Leben (!) für diese Lehre einzusetzen. Da müsste doch bei jedem, auch übrigens jedem echten Katholiken, eine Alarmglocke läuten – was hat das mit dem Wirken des Hl. Geistes zu tun? Das ist blankes menschliches Machtwirken! Nach der Sorbonne führten – wen wundert es nach der Totalindoktrinierung aller Sorbonnemagister und -doctores – bald nach und nach ein großer Teil der anderen Universitäten einen ebensolchen Zwang ein! Das ist doch nicht in Ordnung!

    Und wenn nun die Tradis wieder aufheulen, bitte ich sie eines zu durchdenken: Von Pius IX., der das dann schließlich als Ausdruck seiner Macht im Alleingang dogmatisierte, was sich aus der Hl. Schrift so speziell kaum herleiten lässt, und in seiner Bulle für jeden ersichtlich log, dass sich die Balken biegen, indem er behauptet, die Kirche sei sich über diese Lehre von Anfang an einig gewesen (wozu dann diese 400jährige Erpressung seit dem Ende des 15. Jh)?
    Jeder sieht doch, wenn er redlich ist, dass da objektiv etwas nicht stimmt… In jedem Handbuch kann man nachlesen, der Mastai-Papst sei zunächst liberal gewesen, habe dann aber eine radikale Kehre unternommen. Tradis sagen, er habe sich nach Episoden mit den Revolutionären „bekehrt“. Wer sagt uns das? Woher wissen wir das? Bleiben wir einmal in der Theorie, freimaurerische Kreise hätten die Kirche unterwandert (oder sagen wir: satanistische Kreise, die in einer unklaren Beziehung zu den Logen stehen).
    Wer garantiert uns dann, denken wir einmal von da aus, dass Mastai nicht diese „Bekehrung“ zum Fallstrick für die dummen Konservativen und Reaktionäre vorspiegelte und von da aus nur die alte Agenda abarbeitete, die doch von so vielen Kräften in der Kirche eigentlich seit Jahrhunderten abgelehnt worden war, selbst von Thomas von Aquin, aber auch Bonaventura und Katharina von Siena (um einige wenige zu nennen), nun unter scheinbar „gutem altem“ Abschein, in Wahrheit aber eine False Flag-Operation, wie man heute sagt?
    Ist es eine Fehlaussage gewesen, wenn etwa Kurienkardinäle diesen Papst als den unaufrichtigsten Menschen beschreiben, den sie je kannten? Wie kommt die Tradi-Fraktion dazu, derart blauäugig (oder ist es Absicht?) diese Linie zu verabsolutieren, zugleich aber alle andere, doch rechtmäßigen Linien in der Kirche zu verteufeln? Warum hat nie einer darüber nachgedacht, ob nicht dieser Papst schon ein Trojanisches Pferd war, wo doch so viele in der Kirche das uns als offene oder verklausulierte, damals schon verunsicherte Botschaft hinterließen, die eigentlich außerhalb jedes Verdachtes stehen?!

    Also: auch das kirchliche Schulwesen war nie etwas anderes als der Versuch, Kampftruppen aufzustellen. Kam dann jemand daher und hatte Ideale, wurde er knallhart abgeschmettert. Man kann das an der Geschichte Mary Wards nachzeichnen. Sie wollte zum Zwecke der Mädchenbildung (und sie war definitiv idealistisch eingestellt) einen weiblichen Zweig des Jesuitenordens aufbauen. Nicht nur, dass schon Ignatius – man muss sich das klarmachen: nach Jahrunderten weiblicher Ordensstrukturen neben den männlichen – um jeden Preis eine weibliche Verzweigung ausschloss. Warum? Die sonst vorgebrachten Gründe (Frauen sollten nicht öffentlich lehren oder herumziehen) sind an den Haaren herbeigezogen: Frauen taten das lange vorher schon, man denke etwa an die erwähnte Katharina, und die Kirche hatte dagegen lange gar nichts!
    Mit Bonifaz VIII. und seiner bösartigen Bulle „Periculoso“ begann man, Frauen auszuschließen. Aber warum? Weil sie aufgrund der Unfähigkeit, Priester zu werden, niemals in das Machtkartell der Kirche einzuverleiben waren? Man hatte sich mit diesem Ausschluss ja letztendlich ein unfreiwilliges Korrektiv geschaffen. Die nicht in diese Machtämter konnten, konnten andererseits niemals total darin erpresst und verschworen werden…
    Also schikanierte Rom Mary Ward. Dafür erkannte aber die weltliche Macht das Potenzial dieser Frau. Sie wurde von weltlichen Königen unterstützt – so konnte man weltlicherseits die Mädchen im eigenen Sinne instruieren und eine Gegenmacht aufmachen zur kirchlichen, denn es sind die Frauen, die die Nachkommen prägen, und nicht zuerst die Männer… Wer, Mann oder Frau, blieb da wirklich eigenständig?!
    Auch die preußische Schulreform geschah sicher nicht aus Menschenfreundlichkeit. Mit der wachsenden Technik bedurfte es williger Arbeitsmaschinen, die eine gewisse Bildung brauchten. Nur durfte diese Bildung nicht zu frei werden.

    Ich mache einen Sprung. Im 20. Jh propagierte man Freiheit der Bildung, um unter dem Deckmantel dieses Schlachtrufes nun erst recht alles zu unterwerfen und gleichzurichten. Bildung wurde zu „purem Geld“, man spricht inzwischen unverhohlen von „Manpower“. Gebildete Menschen sind Kapital und Produktionsmittel in den Händen der Macht. Drill (im Kommunismus), der aber von den Gedrillten abgelehnt wurde, sofern sie etwas intellgenter waren, prägte den Osten und Asien – das Konzept war behavioristisch, aber dennoch nicht klug genug.
    Der Westen versuchte es perfider: eben mit einem Laissez-faire, das Halbidioten gebar, die zu bescheuert sind zu merken, wie manipulierbar sie bleiben, aber schlau genug sind, das, womit man sie füttert, zu verinnerlichen. Im „Bologna-Prozess“ fielen die letzten Freiheits- und Freie-Intelligenzräume im Bildungssystem. Nun werden alle gehirngewaschen ohne irgendeinen Ausweg. Und wer irgendwie noch ausschert, wird gnadenlos pathologisiert. Man sortiert nun schon im Kindergarten alle auffallenden kleinen Persönlichkeiten aus.
    Die Behinderten sollen inkludiert werden, weil sie ebenfalls gleichgerichtet werden müssen.
    Alle werden nun unter dem Deckmantel individueller Förderung, auch die Normalen, genormt. Alle werden nun wie Behinderte domestiziert – wozu sie noch trennen?
    In einem gewissen Sinn waren Förderschulen einst ein Freiraum, der nicht mehr sein darf. Wir wissen ja heute, dass dort oft die Hochbegabten landeten. Und Hochbegabte machen oft, was sie wollen und bilden sich selbst, suchen die Lehrer, die sie brauchen und liegen quer zu jeder Bildungsnorm. Und das muss weg! Es darf keine Freien mehr geben, auch nicht mehr in der Irrenanstalt (in die sich schon vor 100 Jahren sehr kluge und begabte Menschen, wie etwa Robert Walser oder Van Gogh, zurückzogen, um in Ruhe ihr Ding zu machen…)
    Der Hintergrund der Inklusion dürfte langfristig der sein, den ich nenne – um nichts anderes geht es. Auch die scheinbare Ideologie ist nur Futter für idealistische oder naive Pädagogen und Eltern.

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