Rom: Erzbischof Luis Ladaria Ferrer wird neuer Präfekt der Glaubenskongregation

Wie Radio Vatikan soeben berichtet, hat Papst Franziskus den aus Mallorca stammenden Erzbischof Luis Ladaria Ferrer SJ zum neuen Präfekten der vatikanischen Glaubenskongregation bestimmt. 

Der Jesuitenpater und Theologe war bislang als Sekretär in diesem Dikasteriums tätig; er rückt nun an die Stelle von Kardinal Gerhard Müller, dessen Amtszeit der Papst nicht verlängert hat.

Erzbischof Luis Francisco Ladaria Ferrer SJ  ist Jurist und seit 1966 Mitglied im Jesuitenorden.

Einen Teil seiner Studien absolvierte er an der als liberal bekannten Jesuiten-Hochschule in St. Georgen in Frankfurt.

Seit Mitte der 80er Jahre dozierte der Geistliche an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom, bevor er 2008 als Nachfolger von Angelo Amato zum Sekretär der Glaubenskongregation ernannt und zum Bischof geweiht wurde. 2013 bestätigte ihn Papst Franziskus als Sekretär des Präfekten Müller.

Quelle: Radio Vatikan


10 Kommentare on “Rom: Erzbischof Luis Ladaria Ferrer wird neuer Präfekt der Glaubenskongregation”

  1. Gerd sagt:

    Das einzige, was wir sicher wissen, ist, dass die Pforten der Hölle die Kirche nicht überwinden werden. Der Satan wird rütteln, zerren, hier und da eindringen, aber überwinden kann er sie nicht.

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  2. Arnold Weßling sagt:

    An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen! An dieses Wort unseres Herrn sollten wir uns erinnern und die Lehrer prüfen.

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  3. Marienzweig sagt:

    Ignatius von Loyala äusserte die Bitte an die Jesuiten, kein hohes Amt anzustreben, ansonsten würden sie zu „ihren eigenen Totengräbern.“
    Andererseits sind sie aber zu unbedingtem Gehorsam dem Papst gegenüber verpflichtet und wenn dieser dann ein Bischofs- oder Kardinalsamt vergibt, können Jesuiten schwerlich ablehnen.

    Da Erzbischof Luis Ladaria Ferrer also ein Jesuit ist, braucht Papst Franziskus kaum zu befürchten, dass sein Ordenskollege ihm in die Parade fährt.

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    • zeitschnur sagt:

      Der Jesuit legt das Gelübde ab (!), KEIN kirchliches Leitungsamt ANZUNEHMEN.
      Das ist doch keine Kleinigkeit! Und Anträge auf ein Leitungsamt konnte man in der Kirche SCHON IMMER ablehnen. Niemand musste Bischof oder Kardinal oder gar Papst werden!
      Interessant auch, was Ignatius im Ausnahmefall auferlegt – wem da nicht die Alarmglocken läuten, dem ist wirklich nicht zu helfen (Zitat aus meinem Link von gestern):

      „Um inneren Gefährdungen für die Gesellschaft Jesu einen Riegel vorzuschieben, werden ….einige einfache Zusatzgelübde abgelegt……..; daß man, wenn man nicht unter Sünde verpflichtet werde, kein kirchliches Leitungsamt annehmen werde; und schließlich, daß man, wenn man im Fall einer solchen Verpflichtung doch ein Leitungsamt annehmen müsse, immer bereit sein werde, den Rat des Generaloberen oder eines von ihm Beauftragten anzuhören und ihn auch auszuführen, wenn man ihn für besser ansieht.“

      Das heißt:

      Der Jesuit ist immer und in jedem Fall seinem Generaloberen mehr verpflichtet als jedem anderen. Nicht umsonst hat man in der Kirche da, wo sie gesund geblieben war, immer diese Macht des Jesuitengenerals mit Misstrauen angesehen.
      Die Societas legte zwar offiziell ein 4. Gelübde auf absoluten Papstgehorsam ab, faktisch aber machte sie, was sie wollte und baute seit ihrer Entstehung einen zweiten, parallelen Machtaparat in der RKK auf. Man nannte den Generaloberen daher traditionell den „Schwarzen Papst“. F. ist höchstwahrscheinlich dem Jesuitengeneral nach wie vor verpflichtet, und von da aus müssen wir alles verstehen, was geschieht. Letztes Jahr wurde im Oktober ein neuer Jesuitengeneral gewählt: Arturo Sosa Absacal aus Venezuela.
      Alleine wenn man den Artikel auf katholisch.de liest, sollten einem die Schuppen von den Augen fallen: http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/der-neue-schwarze-papst

      Und nicht anders als bereits am Ende des 19. Jh die Jesuiten die Kirche ideologisch fast total unterwandert hatten, artikuliert F. auch heute seine Ideologie über die „Civiltà Cattolica“, die renommierte, vatikanische Jesuitenzeitschrift. In dem Artikel auf katholisch.de von 2016 heißt es noch, F. vermeide alles, was danach aussehe, dass er seinen Orden bevorzuge. Davon kann seit der vergangenen Woche keine Rede mehr sein! Aufwachen also!

      Es möge jeder weiterschlafen und sich arglos halten, aber empfehlen kann ich das niemandem. Ich würde mir wünschen, dass man wenigstens eingehend und NICHT oberflächlich prüft, ob das stimmt, was ich sage. Und dass man nicht nur ohne Falsch wie die Taube ist, sondern auch klug wie die Schlange – Jesus forderte beides von uns, daher müssen wir, auch wenn es uns widerstrebt, lernen, strategisch zu denken, um zu verstehen, was geschieht. Denn im letzten Ende wird der, der nichts begreift vor lauter Arglosigkeit, mit in den Abgrund gerissen ohne Widerstand.

      Man muss lernen, die Dinge zu differenzieren. Das Heer an Männern, die einst jesuiten waren und ausgetreten sind, ist auffallend. Man muss lesen, was sie geschrieben haben, auch gegen den Strich, da natürlich nicht immer alles „vollkommen“ ist, was sie sagen oder auch gerecht, aber dennoch kann man aus ihren Büchern eine Matrix dieses Ordens ablesen und erkennen. Und man möge bitte nicht so naiv sein und den nächsten Jesuiten fragen, ob das stimmt, was man dem Orden nachsagt: entweder der Ärmste hat damit nichts zu tun, ist subaltern, auf Gehorsam getrimmt, unbeleckt und ist ein braver, mental bereits vollkommen umgestülpter Parteisoldat, oder aber er hat Order, solche Fragen nicht ehrlich zu beantworten.

      Ich lese gerade von Alighiero Tondi „Die Jesuiten“. Auch er war selbst lange jahre Jesuit und beschreibt ein erschreckendes „System“. Wie gesagt: man muss die Matrix erkennen und natürlich nicht alle Enttäuschungen oder auch Irrtümer solcher Männer sich zu eigen machen, aber die Matrix ist zu erkennen, wenn man etwas tiefer nachdenkt. Einen ähnlichen Einblick gibt von Hoensbroech, ebenfalls ein Ex-Jesuit, der ähnliche Dinge beschreibt.
      Immer noch am deutlichsten aber ist die Bulle, mit der Clemens XIV. 1773 den Orden verbot – darin ist all das aufgezählt, was den Orden so gefährlich macht. Niemand lasse sich blenden davon, dass in allen Kirchengeschichten steht, Clemens XIV. habe sich von einigen Königen dazu überreden lassen zu diesem Schritt – nein: er selbst beschreibt, dass Rom lange vorher mit dem Orden immer wieder schwerste Probleme hatte und Maßnahmen gegen ihn eingeleitet hat. Mit welchem Recht tun wir so, als sei das nicht ernst (gewesen)? Nicht zuletzt wusste Clemens XIV., dass die SJ ihn für diese Bulle umbringen werde. Und tatsächlich starb er auch kurz danach unter bis heute ungeklärten Umständen.

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      • Marienzweig sagt:

        Mein Misstrauen gegen die Jesuiten schwelt schon lange.
        Ursprünglich hatte ich einmal die Absicht, Ignatianische Exerzitien zu machen, doch leider hat sich dieses Misstrauen sogar bis hierher entwickelt.
        Kaum etwas, was mit den Jesuiten zusammenhängt oder was von ihnen kommt, kann ich noch mit offenem Herzen aufnehmen. Wem ist noch zu trauen?
        Aber ein Herz voller Vorurteile haben, wie ich das teilweise bei mir feststelle – das kann ja auch nicht gut sein.

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      • zeitschnur sagt:

        Nicht „Vorurteile“, Marienzweig, das nicht!
        Sondern Kenntnisse erwerben!
        Die Crux unserer Tage ist, dass niemand uns verbirgt, was Faktum ist – wir sind bloß zu bequem, zu suchen und es zu lesen. Noch nie lag das Geheimnis der Bosheit so offen zutage, noch nie!
        Ich habe kein „Vorurteil“ – früher verteidigte ich die SJ, weil das so aus allen Rohren geschossen wird und weil tatsächlich auch ein paar Helden Nazi-Widerständler waren. Jesuiten, das sind die „Schlauen Jungs“ (angeblich) und die Helden. So dachte ich, weil ich der Kirche glaubte. Bis ich dann las, was jenseits von Delp, Rupert Mayer und noch ein paar „Guten“ so alles lief. Das will ich also keineswegs abwerten oder kleinreden, das Heldentum einzelner – ich sagte ja: es gibt Patres, die sind im Grunde subaltern, brave Parteisoldaten und haben mit diesen Machenschaften nichts zu tun. Ihnen ist nie klar geworden, wem sie sich verschrieben haben. Gerade der blutjunge Delp war ja, als er Märtyrer wurde, im Orden noch gar nicht ganz angekommen. Die Sache hätte nach 20 Jahren vermutlich anders ausgesehen.
        Aber als ich las, welch grausame Praktiken dort üblich waren und sind, gnadenlose Psychotechniken, jahrhundertelang, bevor es „Gruppendynamische Sitzungen“ gab und „Klassenräte“, praktizierten die Jesuiten solche abscheulichen Dinge und zerbrachen Generationen idealistischer junger Männer, meist schon im Jugendalter, so sehr, dass die es nicht mehr abstreifen konnten und zu Aufziehpuppen geworden waren, mit denen man alles anstellen konnte (wie es Ignatius ja wollte: „Kadaver“ (das ist sein Begriff dafür!), die man drehen kann, wie man will…).
        Nichts etwa, was später die Kommunisten taten, hatten sie nicht bereits vorgeformt, und die Reduktionen in Paraguay waren, wenn man mit klaren Sinnen hinsieht, nichts weiter als Kolchosen, aber unfreie Kolchosen unter der Zwangsherrschaft von Jesuiten. Das Volk musste auf Kommando heiraten, beten und arbeiten, aber Priester oder Ordensfrau werden ließ man keinen.
        Als ich noch SJ-Fan war, machte mich ein nüchterner Priester darauf aufmerksam, seltsamer weise einer, der eher liberal ist in vielem: er sagte: Hey, schau dir doch an, was die getrieben haben – war das recht (und dann zählte er auf, was man links und rechts veseucht heute gar nicht mehr erkennt, all diese Versklavung der Seelen im Kollektiv…). Er hatte recht!
        Ich las die Exerzitien, und ab da wusste ich, dass das satanisch ist, denn niemals hätte Jesus so etwas gefordert. Die Aufgabe des freien Willens, der Verzicht auf eine eigene Urteilsfähigkeit, die totale Delegation der eigenen Wahrnehmungen und Erkenntnisse an die Hierachie („Wenn die Hierarchie weiß schwarz nennt, bin ich bereit, das als wahr anzuerkennen“). Lesen Sie die Exerzitien mal – lesen Sie wach und kritisch, ohne „Hilfe“ durch die „Kirche“ – es ist furchtbar. Das ist eine extra Lehre, eine Lehre aus dem Orkus, die sich sebstverständlich mit keinem Wort auf Jesus oder die Schrift berufen kann. Und dieses Grauen haben Päpste anfangs zugelassen, nur um ihre Macht wieder zu stabilisieren in dieser Welt.

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  4. zeitschnur sagt:

    Also doch!
    Was ist das für ein Mann? Sekretär der Glaubenskongregation ist er ja schon ein paar Jahre lang gewesen… Benedikt hat ihn dahin gebracht.
    Wer weiß etwas über die Theologie dieses Mannes?
    Und doch – auch wenn P. Hagenkord das natürlich vom Tisch wischt: es IST bedeutsam, dass das nun schon wieder ein Jesuit ist. Haben die Jesuiten nicht eigentlich die Verpflichtung, keine hohen Ämter anzunehmen?!
    Und was heißt es, wenn sie es massiv nicht mehr tun, sondern alle hohen Ämter besetzen?
    Der Papststuhl und der Präfekt der Glaubenskongregation sind die beiden Schlüsselämter der Hierarchie.

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    • ester sagt:

      Ich glaube. annehmen dürfen die Jesuiten die hohen Ämter schon, nur danach streben dürfen sie nicht.

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      • zeitschnur sagt:

        Selbst aus diesem schwammig formulierten Text von P. Hagenkord geht hervor, dass ein Jesuit es aufgrund seiner Gelübde definitiv nicht darf: http://blog.radiovatikan.de/ist-der-papst-noch-jesuit/
        Und tatsächlich hat es eine Konstellation wie die nun erfolgte noch NIE gegeben.

        Bitte lesen Sie dazu auch den ersten Kommentar auf P. Hagenkords Text, der dessen Nebulosität benennt und präzise auf kirchenrechtliche Zusammenhänge verweist.

        Es ist ziemlich eindeutig, dass diese Konstellation gefährlich ist und nichts taugt. Auch wissen wir, dass immer dann, wenn Jesuiten in sehr hohe Ränge kamen, sie eine undurchsichtige Strippenzieherei betrieben haben, etwa Kardinal Martini, dessen Rolle beim Rücktritt Benedikts bis heute nicht geklärt ist. Man kann sich da durchaus seinen Teil denken. Jedenfalls sind stillschweigend die Mächte der Jesuiten in Rom eingezogen, und wir wissen alle, dass daran etwas nicht in Ordnung ist und ein Spiel abläuft, das wir nicht durchschauen. Es ist ein Kampf zwischen Finsternissen und nur noch ein wenig Licht.

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      • zeitschnur sagt:

        Nachtrag: Vor allem bleibt völlig offen, wer nun wem zum Gehorsam verpflichtet ist: ein Jesuitenpapst dem Jesuitengeneral oder umgekehrt. Vermutlich ersteres… nein, das ist alles nicht gut!
        Ich habe den Eindruck, die verschieben ihre Elite-Soldaten nun in alle Frontämter, und das ist dann auch das Ende – die Kirche wird nicht mehr wiederzuerkennen sein, wie es Cano einst voraussah, so kommt es.

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