Papst Franziskus: Schwimmt gegen den Strom – aber nicht so wie Kardinal Müller ?

Von Felizitas Küble

Bei der Generalaudienz vom vergangenen Mittwoch hat Papst Franziskus lautet einem CNA-Bericht erläutert, daß Verfolgung zum Christstein gehört, daß Jesus selber einst verfolgt wurde und daß die christliche Hoffnung die Stärke der Märtyrer sei.

Er sagte: „Im Evangelium spricht der Herr davon, dass die Verkündigung des Reiches Gottes auf Widerstand und Feindschaft stößt.“

Christsein heiße, gegen den Strom zu schwimmen, erklärte der Papst weiter  – und zwar „aus Treue zur Botschaft Christi“. Daher sei der Gläubige gesandt wie „Schafe mitten unter die Wölfe“ (Mt 10,16).

Das sind zweifellos klare und erfreuliche Worte.

Nun hätten wir gerne gewußt, warum Papst Franziskus die Amtszeit von Kardinal Gerhard Müller als Präfekt der Glaubenskongregation nicht verlängert hat, obwohl dieser theologisch konservative Würdenträger erst 69 Jahre alt ist (für leitende kirchliche  – zumal kuriale –  Hierarchie-Verhältnisse ist das jung)  –  und obgleich es bislang üblich war, die Amtszeit von Glaubenspräfekten zu verlängern (auch Kardinal Joseph Ratzinger versah jahrzehntelang dieses Aufgabe).

In einem Artikel auf ZEIT-online vom 1. Juli wird der katholische Theologie-Professor Wolfgang Beinert zitiert. Der bekannte Autor, der eher dem liberalen Spektrum angehört, stellt fest, die päpstliche Ablösung Müllers sei eine „Strafe“: „Das ist eine Entlassung ins Nichts.“

Tatsächlich hat Kardinal Müller, der weiter im Vatikan bleiben möchte, kein anderes Amt erhalten.

Freilich wäre jede Ersatzlösung gleichsam ein Abstieg, denn das Amt des Glaubenspräfekten ist theologisch nach dem Papst das zweithöchste in der katholischen Weltkirche. Wer es verliert, kann die Hierarchie-Treppe nur noch herunterfallen (es sei denn, er wird Papst – wie bei Ratzinger-Benedikt).

Allerdings hat Franziskus die Stellung dieses Amtes nunmehr indirekt geschmälert, insofern er einen – bislang zudem unbekannten –  Mann aus der zweiten Reihe (nämlich Müllers Sekretär Luis Ladaria Ferrer) zum neuen Präfekten dieser Kongregation ernannte.

Wollte der Papst damit möglicherweise zu verstehen geben, daß sich die theologische und kirchliche Bedeutung dieses „Wächteramtes“ ab jetzt im Sinkflug befindet?

Dies umso mehr, als Franziskus entsprechende Signale bereits früher setzte. KNA-Chefredakteur Ludwig Ring-Eifel erinnert daran:

„Schon im ersten Jahr seines Pontifikats hatte Papst Franziskus in einem offiziell nie bestätigten Gespräch mit lateinamerikanischen Ordensleuten gesagt, was er von der dogmatisch reglementierenden Rolle der Glaubenskongregation hielt: Wenn man von der Behörde wegen unkonventioneller Seelsorgemethoden einen mahnenden Brief erhalte, sollte man den höflich beantworten, dann aber weitermachen wie bisher, so seine damalige Empfehlung.“

Übrigens hat Kardinal Müller in einem Interview mit der „Allgemeinen Zeitung“ selber eingeräumt, daß er seine Amtsentlassung nicht erwartet habe; zudem habe der Papst ihm keine Gründe vorgelegt –  wenn man von dem rein formalen Gesichtspunkt absieht, er wolle angeblich in Zukunft allgemein die Laufzeiten für Leitungsämter in der Kurie auf fünf Jahre eingrenzen.

Als der Papst vor einigen Wochen drei Mitarbeiter der Glaubenskongregation feuerte, geschah auch dies zur Überraschung Müllers – und ohne Angabe von Gründen.

Was nun aber den Aufruf von Franziskus an die Gläubigen, gegen den Strom zu schwimmen und der Botschaft Christi unbeirrbar treu zu bleiben, betrifft:

Genau dies hat Kardinal Müller getan – wie der Papst darauf reagierte, ist bekannt. Und wo bleibt die Auflösung dieses Widerspruchs? Weshalb diese offensichtliche Kluft zwischen Theorie und Praxis?

 

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25 Kommentare on “Papst Franziskus: Schwimmt gegen den Strom – aber nicht so wie Kardinal Müller ?”

  1. "GsJC" sagt:

    Klartext: Der Präfekt der Glaubenskongregation wurde eiskalt, rücksichtslos und öffentlich ohne Vorwarnung abserviert und kaltgestellt.

    Das war ein ganz deutliches Signal an jeden, der es wagt, unabhängig davon, welche Position er im Vatikan innehat, seiner „Heiligkeit“ auf die Füße zu treten. Da mögen Fragen, Bedenken und schriftlich vorgebrachte Zweifel noch so berechtigt sein. Deshalb wird jeder, der sich nicht angepasst und stromlinienförmig hinter seine „zärtliche Heiligkeit“ stellt, gnadenlos und ohne Rücksprache abgeschossen oder bestenfalls nur ignoriert.

    An Kardinal Müller wurde ein Exempel mit erheblicher und beabsichtigter Innen- und Außenwirkung statuiert.
    Es spricht für Müller, der um Schadensbegrenzung bemüht ist und Rücksicht auf die Würde des Amtes nimmt, dass er öffentlich mitteilt, dass es keine Differenzen zwischen ihm und Papst Franziskus gab.
    Jeder aber, der zwischen den Zeilen der bisher veröffentlichten Unstimmigkeiten lesen und sich in eine Verwaltungsstruktur hineindenken kann, wird wissen, dass sich Kardinal Müller hier in der Sache (noch) mehr als nur zurückhält.

    Für diese Annahme spricht, dass mehrere Mitarbeiter von Müller zuvor vom Papst ebenfalls sang- und klanglos abgeschossen wurden, ohne dass Kardinal Müller auf diese Aktion einiger oder eines hinterhältigen Schwätzers und Zuträgers im Vatikan (Maulwurf oder Spitzel in der Glaubenskongregation) noch Einfluss nehmen konnte. Da war Müller schon entmachtet und die Weichen in Richtung Führungswechsel gestellt.

    Ein weiterer Beleg dafür, dass es Kardinal Müller nur noch um Schadensbegrenzung geht, ist die Aussage, dass er von der Fünfjahres-Entscheidung völlig überrascht wurde.

    Ist schon seltsam und sollte mehr als nur nachdenklich stimmen, wie der Papst mit einem der wichtigsten Würdenträger und Nummer Zwei nach ihm umspringt und ihn mit einer Personalentscheidung überrascht, die ihn ganz persönlich und unvorbereitet trifft.
    Diese Verhaltensweise ist nicht nur menschlich völlig daneben und inakzeptabel. Da waren bereits vorher sämtliche Kommunikationsstränge von Seiten seiner „Heiligkeit“ in Richtung Müller gekappt.
    So werden auch im weltlichen Bereich wichtige Mitarbeiter kaltgestellt: „Sie werden einfach nicht mehr über wichtige Verwaltungsentscheidungen informiert, vor vollendete Tatsachen gestellt und damit zeigt man ihnen, was man von ihnen und ihrer Meinung in der Sache hält – nähmlich N I C H T S und ganz bewusst mit „h“ geschrieben, weil solche Entscheidungen = nämlich dämlich sind!“
    Springt man so mit Mitarbeitern um? Bei dem „zärtlichen Anspruch“, den Franziskus nach außen vertritt?

    Es würde mich interessieren, ob Erzbischof Luis Ladaria von seiner Berufung zum Nachfolger ebenso überrascht wurde wie Kardinal Müller von seiner Abberufung!
    Ich bin fast sicher, dass dem nicht so war.

    MfG

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  2. Bernhard sagt:

    Man kennt die Hintergründe nicht, deswegen sollte man sich mit Spekulationen und „Offensichtlichkeiten“ zurückhalten.

    Doch selbst wenn die Dinge so sind, wie in der „konservativen Szene“ allenthalben dargestellt, muss ich ganz klar sagen: Mein Glaube hängt nicht davon ab. Der Papst ist von Amts wegen für den rechten Glauben verantwortlich, aber er als Person Jorge Bergoglio ist deswegen nicht automatisch ein Heiliger.
    Und hier geht es ja nicht einmal um Glaubensfragen, sondern um reine Personalpolitik. Da kann auch ein Papst Unrecht tun.

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    • Gerd sagt:

      Volle Zustimmung für diesen Kommentar. Im Gegensatz zu zeitschnur bin ich der Meinung, dass sowohl Tradis als auch Papalisten über eine gewisse Berechtigung zum „Jammern“ verfügen sollen, können und dürfen. Bisher war das „Jammern“ immer eine Domäne der Progressiven und Liberalisten in der Kirche. Was da alles unter JP II. und Benedikt gejammert wurde, sprengt jeden vernünftigen Rahmen. Und wenn ein Papst eine Personalie ändert, dann ist das sein „gutes“ Recht (auch wenn was Schräges dabei rauskommt), das er wahrnimmt, egal ob Tradi, Modernist oder Papalist das gut oder schlecht finden.

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    • zeitschnur sagt:

      Das ist ein Chaos-Kommentar, weil er die Ebene des Rechts, auch des Gewohnheitsrechtes, der Liebe vor allem, der notwendigen Würde der Transparenz (auf die wir ein Anrecht haben!) und des Anstandes plötzlich dahingehend wechselt, als gehe es bei der Causa Müller um den persönlichen Glauben eines Posters, der einen Grund sucht, den Kopf in den Sand zu stecken und Quietismus zu predigen, wo unser freimütiges Wort gefragt wäre. Solchen Postern sei gesagt: was Müller erfährt, werden auch Sie erfahren, und zwar auf eigenen Wunsch, wie es aussieht.

      Von der Befriedigung des Egos im Glauben hat hier jedoch keiner der vernünftigen Poster gesprochen.
      Ihr Glaube ist mir angesichts der schreienden Ungerechtigkeit völlig gleich – um den geht es gerade mal nicht, Ihre Egos (und meines auch nicht!) sind nun mal nicht das Maß der Dinge. Das blind macht für die Objektivität.

      Es geht um die Gesetz- und Würdelosigkeit, diese Herrschaft des Outlawtums, die sich breitmacht. Klar kann der Herrscher tun und lassen, was er will, ohne Begründung, ohne Gefühl, ohne Takt, ohne Gewohnheitsrechte zu berücksichtigen – klar: ich gehe davon aus, dass Sie mit Ihrem Statement herbeirufen, dass auch Sie von solcher Willkür getroffen werden wollen. Sie öffnen mit diesem Kommentar dem Chaos das Tor und merken es nicht.
      Sie sprechen der Tyrannis das Wort.

      Wir haben als Gläubige ein Recht darauf, zu wissen, was hier vorgeht, warum man Müller, über den außer einem schwierigen Charakter kaum etwas bekannt ist, doch nichts Gravierendes vorliegt, entfernt. Oder werden wir von einem Ku-Klux-Klan beherrscht?!

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      • Gerd sagt:

        „Wir haben als Gläubige ein Recht darauf, zu wissen, was hier vorgeht,“

        In erster Linie hat Kardinal Müller das Recht zu wissen was da vorgegangen ist. Wenn er öffentlich davon spricht, dass es keine Differenzen zwischen ihm und dem Papst gibt, nehme ich das als Gläubiger so wie es da steht. Was sollen sie und ich sonst machen? Spekulatius backen? Wo ich hier Quietismus gepredigt habe, weisen sie mir nach, ansonsten lassen sie diese Unterstellung.

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      • Guten Tag,
        Kardinal Müllers Äußerung, es gäbe zwischen ihm und dem Papst „keine Differenzen“, bezog sich – soweit ich das überblicken kann – auf jenes Gespräch, in dem Franziskus ihm den Laufpaß gab, ohne eine inhaltliche Begründung zu liefern. Wo „nichts“ ist, da sind auch keine „Differenzen“, weil sie nicht benannt werden.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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      • zeitschnur sagt:

        @ Gerd

        Meine Antwort ging v.a. an @ Bernhard – da finden Sie dann auch das von mir Kritisierte.

        Sie irren sich: Es geht zwar zuerst Kard. Müller etwas an, warum er gegangen wurde, aber selbst das scheint doch im Dunkeln zu liegen.
        Und wir sind kein dummes Herdenvieh, das sich im Zweifelsfall auch vom Teufel aus Rom regieren lässt und kein Recht darauf hat zu wissen, was hier vorgeht. – ich jedenfalls zähle mich nicht dazu.

        Aber was rede ich – wir sind offenbar schon so tief unten, dass das Herdenvieh es nicht einmal mehr als störend ansieht, wenn es im Dunkeln darüber tappen muss, was vorgeht.

        Haben Petrus und Paulus nicht alle theologischen und teilweise auch an Personen gebundenen Fragen offen debattiert und an die ganze Gemeinde einen Brief geschrieben, der ALLE informierte über das, was vorging, und nicht in Hinterzimmern ihre finsteren Machenschaften ausgekocht, wie das seit langem bei ihren Nachfolgern der Fall zu sein scheint, nun aber offen und ohne das auch nur noch ansatzweise zu verschleiern?

        Und noch mal @bernhard
        Es gibt keine von der Theologie und der sachlichen Würdigkeit getrennte Personalpolitik!

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      • Bernhard sagt:

        Ich weiß nicht, warum Sie mich so angreifen, denn im Kern sage ich doch das, was sie auch öfters betont haben: Dass der Papst eben kein zweiter Christus und nicht die personifizierte Kirche ist, sondern ein Mensch mit einer besonderen Funktionen, und dass er als Mensch eben auch Fehler machen kann.

        Natürlich ist es bedauerlich, wenn der Papst seine Leute ungerecht behandelt. Inhaltlich bin ich mit dem Artikel ja weitgehend einverstanden.
        Ich plädiere nur dafür, die Dinge mit den richtigen Augenmaß zu sehen und sich daran zu erinnern, was in Christsein und Kirche wirklich wichtig ist.

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      • zeitschnur sagt:

        @ Bernhard

        … ich „greife an“, weil ich schon denke, dass angesichts der dogmatischen Entwicklung der letzten 200 Jahre das alles eben doch auch eine Glaubensfrage ist (vergessen wir doch nicht, dass die Kirche den Glauben total an das Papsttum geknüpft hat ohne eine Ausflucht: Hans Küng entzog man die Lehrbefugnis wg seiner Kritik am Unfehlbarkeitsdogma – nicht wegen seiner Leugung der Auferstehung! So sieht es aus in dieser Kirche! Derselbe JP II, der den Koran küsst, geht gegen Küng so vor. Was folgt draus: der Katholik glaubt an den Papst, alles andere ist variabel.) – nicht von der Wahrheit her, aber von der faktischen Erscheinung der Kirche her. In einem nach wie vor doch nie aufgehobenen „Roma locuta causa finita“-Denken ist das, was in Rom vorgeht, zumindest immer ein Anzeiger dafür, wie es um den Glauben insgesamt steht.

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  3. Sehr geehrte Frau Küble,
    es reicht nicht aus, „gegen den Strom zu schwimmen und der Botschaft Christi unbeirrbar treu zu bleiben“ (wobei wahrscheinlich JEDER engagierte Katholik – ob progressiv oder konservativ – für sich in Anspruch nimmt, der Botschaft Christi treu zu sein). Nein, „an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen!“ (Mt 7,16)
    Ich hatte mir mal die Mühe gemacht, die Ein- und Ausfälle von Bischof Gerhard Ludwig Müller chronologisch zu ordnen. Hier finden Sie sie:
    http://sancta-simplicitas.de/wp/bischof-mueller/
    (Nebenbei bemerkt: Diese Seite ist allein in den vergangenen beiden Tagen mehr als 5.000 mal aufgerufen worden.)
    Leider bin ich aus zeitlichen Gründen nicht mehr dazu gekommen, die Liste auf dem Laufenden zu halten, nachdem er nach Rom gewechselt ist.
    Wenn Sie diese Liste nicht gut finden, nennen Sie mir bitte wenigstens EINEN Eintrag, der falsch ist. Und wenn Sie mir einen Gefallen tun wollen, erklären Sie mir bitte, wie ein Bischof, der vor Gericht durchzusetzen versucht, von der Kanzel lügen zu dürfen (siehe die Einträge vom 24.02.2011 und 08.08.2011), für das Amt des Präfekten der Glaubenskongregation geeignet sein kann.
    Mit freundlichen Grüßen
    Klaus Kegebein

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    • Guten Tag,
      bei der verlinkten Anti-Müller-Liste handelt es sich um eine Darstellung aus Ihrer Sicht, wobei größtenteils die Quellenangaben fehlen. Was die „umstrittene“ Causa Diözesanrat im Bistums Regensburg aus dem Jahr 2005 betrifft, so wurde das Vorgehen Bischof Müllers vom Vatikan per Dekret als rechtmäßig bestätigt – und Kardinal Ratzinger hat Müller sogar ausdrücklich dafür gedankt, die diözesanen Regelungen mit dem Kirchenrecht und der Kirchenlehre des 2. Vatikanum vereinbart zu haben.
      Nebenbei: Das CHRISTLICHE FORUM ist allein in den letzten beiden Tagen fast 7000 x aufgerufen worden – was aber so oder so nichts zur Sache tut.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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      • Sehr geehrte Frau Küble,
        dass Quellenangaben fehlen, bedeutet ja nicht, dass die Angaben falsch sind: Ich meiner „Bischof-Müller-Chronik“ hatte ich angegeben, dass die Quellen (wo ich sie nicht angegeben hatte) leicht zu googeln sind. Ich hatte Sie aufgefordert, mir einen Fehler in der Liste zu nennen. Das haben Sie nicht gemacht, also gehe ich davon aus, dass Sie an der Liste nichts gefunden haben, was zu beanstanden wäre. (Dass der Vatikan die Auflösung der Laienräte als rechtmäßig bestätigt hat, bedeutet nicht, dass sie richtig und nötig war – schließlich bestehen sie weiterhin in allen anderen deutschen Bistümern.)

        Schade, dass Sie auf meine Frage nicht eingegangen sind, ob ein Bischof, der vor Gericht das Recht auf ehrabschneidende Falschaussagen in der Predigt durchzusetzen versucht, für das Amt des Chefs der Glaubenskongregation geeignet ist. Das hätte mich doch interessiert. (Und bevor Sie wieder die fehlenden Quellenangaben kritisieren: Unter http://www.schmidt-salomon.de/mss-mueller.htm finden Sie alle Details, einschließlich der Faksimiles der Gerichtsurteile.)

        Nebenbei: Dass Sie mit Ihrer Seite 7.000 Aufrufe haben, wundert mich nicht – bei Ihrem Einsatz für diesen Blog. Der Unterschied: Ich habe meinen Blog aus Zeitgründen seit über einem Jahr nicht mehr aktualisiert. Insofern freue ich mich über 5.000 Klicks. Anderseits will ich nicht behaupten, dass die Klicks etwas über das Niveau oder den Wahrheitsgehalt aussagen…

        Mit freundlichen Grüßen
        Klaus Kegebein

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      • Guten Tag,
        Ihre Schlußfolgerung, ich sei mit Ihrer Liste wohl einverstanden, weil ich keinen Fehler aufliste, ist irrig. Erstens habe ich klargestellt, daß Müller betr. der Diözesanräte kirchlich rechtmäßig handelte (was Sie in Ihrer Auflistung natürlich unerwähnt lassen). Ich bin zweitens aufgrund einer „Aufforderung“ von Ihnen gewiß nicht verpflichtet, mich in zahllose Details hineinzuknien (wozu außerdem auch noch die Quellen-Links fehlen) – immerhin arbeite ich auch heute bis nach Mitternacht – und das ehrenamtlich fürs CHRISTLICHEN FORUM. Für stundenlanges Nach-Recherchieren ist keine Zeit!
        Was das von Ihnen thematisierte Problem der (früheren) Papstbeflissenheit unter Konservativen betrifft, so tragen Sie hier Eulen nach Münster.
        Ich habe mich öffentlich mehrfach kritisch mit Äußerungen und Amtshandlungen von Johannes Paul II. befaßt, als dieser noch lebte, vermeide zudem seit jeher den Ausdruck „Heiliger Vater“. Das Amt ist zwar seiner Substanz nach – da von Christus gegründet – tatsächlich heilig, aber deshalb noch lange nicht der Amtsträger, wie die Kirchengeschichte allzu klar verdeutlicht – der Begriff also mißverständlich (auch angesichts der Aufforderung Christi, niemanden außer dem Schöpfergott als „Vater“ zu betiteln – wobei der eigene irdische Vater davon natürlich ausgenommen ist, schließlich wird er im 4. Gebot selber so genannt).
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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      • Moin, Frau Küble!
        Nein, Sie sind nicht dazu VERPFLICHTET! Aber nur auf den einen Punkt einzugehen, der zwar kirchenrechtlich unbedenklich ist (trotzdem bleibt er kritikwürdig: viele deutsche Bischöfe, darunter ihr Vorsitzender Kardinal Lehmann distanzierten sich davon!), aber meine Frage nach dem Punkt „Ich-habe-als-Bischof-das-Recht-von-der Kanzel-Andersdenkende-zu-verleumden“ zu ignorieren, macht es Ihnen natürlich einfach, meine „Bischof-Müller-Chronik“ insgesamt abzulehnen und weiter so zu tun, als sei Müller „treu zur Botschaft Christi“ und „ein Schaf mitten unter den Wölfen“ (Mt 10,16).
        Hier im Forum halten Sie Müller weiter die Stange. Ich wüsste aber zu gerne, wie Sie in Ihrem Inneren diesen Vorstoß Müllers beurteilen. Aber das werden wir wohl nicht erfahren…
        Gruß
        Klaus Kegebein

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  4. zeitschnur sagt:

    Es ist der Geist der Gesetzlosigkeit und die erkaltende Liebe, mit der wir es zu tun haben. Bei bestehenden Gesetzen und Regeln auch ungeschriebenen, wirft man in Nacht- und Nebelaktionen alles um. Es ist dasselbe Strickmuster, sowohl bei Merkel als auch bei F., und vielen anderen Hierarchen hier und heute:
    Man bricht Gesetze, auch ungeschriebene, verstößt gegen Recht, Gesetz und gute Sitten, und immer gibt man keine Begründung mehr ab. Die Liebe zum anderen tritt man mit Füßen. Man schlägt ihn ins Gesicht und seine Frage, warum er das erdulden müsse, beantwortet man mit frommen Predigten oder halt gar nicht.
    So, wie das BVerfG die Klagen gegen die Grenzöffnung OHNE Begründung abwies! Als ob ein Staatschef die Grenzen nicht mehr schützen müsse, wenn er gerade keinen Bock drauf hat.
    Das aber ist die Gesetzlosigkeit, das „mysterium iniquitatis“, das sich Ausdruck gibt.
    Nicht einmal die Nazis verfuhren so. Selbst sie änderten erst Grundlagen, um hernach Einzelgesetze neu zu formulieren – das war zwar auch ungerecht, aber das, was jetzt passiert, ist völlig unberechenbar und nicht nur ungerecht, sondern chaotisch böse.
    Und für Müller, den Hierarchiehörigen, besonders bitter, denn er war es, der andere gnadenlos unter Obrigkeiten, auch seine eigene, zwingen wollte, auch dann, wenn sie diese Obrigkeiten nicht mehr verstehen konnten. Der oben ist, hat recht, weil er oben ist, und wenn er ein Teufel ist – so tickte Müller doch lange Zeit. Der antimodernistische Ungeist von 1870… furchtbar!
    Nun empfängt er, was er selbst gesät hat und ich hoffe, dass er anfängt zu verstehen und umkehrt.
    Wir haben nämlich nur ein Gesetz, und das ist das Gesetz Christi. Und wir haben nur einen Herrn, und er heißt Christus. Und dieser Christus hat uns ausdrücklich verboten, auf Erden jemanden Vater zu nennen außer dem Vater im Himmel.
    Nun sind wir dem irdischen Vater ausgeliefert – wir wollten es in unserer Verblendung nicht anders.
    Alle Tradis und Papalisten sollen nicht jammern, sondern nachdenken und erkennen, dass sie sich in die Irre haben führen lassen.
    Aber ich sehe klar, dass es zu spät ist.
    Auch wenn kleine Erfolge noch kommen sollten, die Sache ist nach aller menschlichen Erfahrung nicht mehr umkehrbar.

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  5. Marienzweig sagt:

    Ich habe keinerlei Vertrauen mehr zu diesem Papst.
    Gott sei Dank hängt mein Glaubensleben und Glaubenspraxis nicht von ihm ab.

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    • Sehr geehrter Marienzweig!
      Was hätten Sie zu Zeiten von Johannes Paul II. oder Benedikt XVI. zu einem Katholiken gesagt, der sein Misstrauen gegenüber dem Papst äußert hätte, der zugegeben hätte, den Glauben unabhängig vom Papst zu leben und zu praktizieren? Hätten Sie dem nicht vorgeworfen, nicht mehr wahrer Katholik – also Häretiker – zu sein? Wenn Sie für sich beanspruchen, den aktuellen Papst abzulehnen (von mir aus dürfen Sie das, ich habe keine Probleme damit…), dann sollten Sie auch anderen zugestehen, Johannes Paul II., Benedikt XVI, Pius IX usw. abzulehne.
      Mit freundlichen Grüßen
      Klaus Kegebein

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      • zeitschnur sagt:

        Wenn ich da mal einhaken darf: Marienzweig hat keine prinzipielle Aussage gemacht, sondern eine persönliche, nämlich die, dass sie nach all den Ereignissen seit 3,5 Jahren zu F. kein Vertrauen mehr hat. das heißt: er erweist sich in ihren Augen als Person nicht als vertrauenswürdig.
        Wie sie generell zum Papstamt steht, wie sie zu früheren Päpsten persönlich steht, hat sie mit keinem Wort kundgetan, es ist also unfair, das nun ins Spiel zu bringen!

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      • Da ich (vielleicht aus technischen Gründen) „zeitschnur“ nicht anworten kann, muss ich mir selbst antworten – gemeint ist aber der Beitrag von „zeitschnur“:

        Ich denke, das macht keinen Unterschied. Wenn ich früher in konservativen Kreisen Johannes Paul II. oder Benedikt XVI. kritisiert habe, hieß es schnell, ich stelle damit das Papstamt in Frage (und sei deswegen nicht mehr richtig katholisch), weil der Papst nun einmal das uneingeschränkte Oberhaupt der Kirche sei (selbst wenn er nicht „ex cathedra“ spricht). Das betraf natürlich nur die „progressiven“ oder „liberalen“ Katholiken, denn die konservativen Katholiken fühlten sich durch diese Päpste i.d.R. bestätigt.
        Erst seit wir einen „progressiven“ oder „liberalen“ Papst haben, ist es unter den Konservativen plötzlich ganz normal, den Papst zu kritisieren.

        Sollten wir nach Papst Franziskus einen Nachfolger im Stil von Müller oder Voderholzer bekommen (was der Heilige Geist verhüten möge), dann ist wahrscheinlich wieder jede Kritik an Aussagen des künftigen Papstes ein Zeichen für den Abfall vom wahren Glauben…

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      • Marienzweig sagt:

        Herr Kegebein!
        Ich habe Papst Franziskus nicht als Mensch abgewertet, nur meinen Vertrauensverlust artikuliert – ein mittlerweile abgeschlossener innerer Prozess, zu dem ich auch stehe.
        Ich habe mehrfach mit Priestern darüber gesprochen, weil mir diese zunehmende Entfremdung weh tat.
        Das Papsttum als solches ist mir wichtig. Wenn es gut ausgeübt wird, ist das wie ein Fels in der Brandung. Auch frühere Päpste verhielten sich bisweilen kritikwürdig. Sie waren Menschen und handelten bisweilen unüberlegt.
        Wenn andere Katholiken, um Ihr Beispiel aufzugreifen, damals Kritik an Johannes Paul II. oder Papst Benedikt XVI. übten, so war es ebenso deren persönliche Angelegenheit.
        Ich glaube und hoffe nicht, dass ich diese Menschen deswegen als Häretiker bezeichnet hätte.

        An @zeitschnur!
        Sie haben auf eine sehr sachliche und wohltuende Art eingegriffen.
        Dafür meinen ganz herzlichen Dank!

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      • zeitschnur sagt:

        @ Klaus Kegebein

        Das Phänomen, das Sie beschreiben, habe gerade ich schon seit Jahren kritisiert, zuletzt in meiner Auseinandersetzung mit der immer noch sträflich verschlafenen Traditionalistentheorie, wie sie wieder unlängst angesichts „Amoris laetitia“ Dr. Barth vertreten hat: die bösen Aufklärer und Freimaurer stehen hinter allem, was nicht erz-ultramontan und ignatianisch ist. Diese polarisierte Lesart verkennt m.E. total, was vorgeht. Und der katholische Niedergang auch bei den Gläubigen (nicht nur bei der Hierarchie) kommt aus meiner Sicht v. a. daher: man hat sich nicht auf den wahren Felsen und das wahre Heil verlassen, nämlich Jesus Christus, sondern hat sich auf schwaches Fleisch und Blut verlassen, das man mit Gloriolen und quasi-magischen „Richtigdenk“-Kräften ausgestattet hat. Da konnte nur der Zusammenbruch kommen.
        Ich gebe Ihnen recht – dieselben, die bei Pius IX., Pius X. oder noch Pius XII. absolute Papstunterwerfung aus Prinzip forderten und nach so jahrzehntelang erfolgter Fanatisierung der gläubigen Massen entspannt zusehen konnten, wie das Kirchenvolk sentimental und naiv auch allen Folgepäpsten aus der Hand fraßen, egal, was die Herren da oben anstellten, dieselben proben nun untern denselben theologischen Voraussetzungen den Aufstand, was theologisch und logisch höchst widersinnig und absurd ist.
        Denn wenn ich sehe, was F. ist, und er ist auch ein rechtmäßig gewählter Papst, wenn ich sehe, wie Benedikt niemals etwas anderes gesagt hat als dies, dass er sehr zufrieden mit F.s Politik und Theologie sei (das kann man überall nachlesen!), wenn ich erkenne, dass in unserer Zeit das Dogma von 1870 entlarvt wird als Wahn, dann muss ich den Mumm haben, auch die hinter dieser katastrophalen Entwicklung stehende ultramontan-infallibilistische Theologie als Irtum zu erkennen.
        Alles andere ist absurd.
        Nun sind aber die meisten noch Gläubigen so verwirrt und verblendet, dass sie genau das nicht begreifen: das Dogma von 1870 kann definitiv nicht wahr sein angesichts der Zustände, denn wenn es heute möglich ist, dass Päpste falsch lehren, wie die Tradis und viele Konservative ja – zumindest stellenweise – zu recht glauben, und dies nicht bloß in marginalen Bereichen, dann muss man das auch für die ganzen Jahrhunderte davor zumindest der Möglichkeit annehmen. es geht eben nicht nur um die dogmatische definition der Unfehlbarkeit, die im Dogma nicht klar begrenzt wurde, sondern um die ungeheuerliche dogmatische Aussage, wer seinen gesamten Willen dem papst unterwerfe sei vor Schiffbruch im Glauben ganz und gar gefeit, während kritische Leute Schiffbruch erleiden würden. das ist wirklich ungeheuerlich gewesen 1870, und das kann nicht von Jesus kommen, denn die Ereignisse strafen das Dogma einfach Lügen!
        Es ergibt keinen Sinn, diese Lebenslüge unter Konstruktion immer groteskerer Argumentationen wieder „wahrheitskompatibel“ zu bürsten. Wir sollen nüchtern sein und wachsam – auch gegen die Hierarchie.
        Die Hierarchie hat aber all diese Wachsamen seit mindestens 800 Jahren dämonisiert, verfolgt und teilweise ermordet. Und wenn einmal Päpste auftraten, die rechtschaffen wirkten, lebten sie wundersamerweise nie lange. Dieses unwürdige Spiel verdichtet sich nicht erst seit 1965, sondern seit dem frühen Mittelalter.

        Sie rennen also, was das betrifft, bei mir offene Türen ein.

        Marienzweig hat aber damit nichts zu tun – sie hat einfach ihre große Enttäuschung über diesen Papst ausgedrückt.

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      • @ marienzweig: Okay, wenn Sie auch unter früheren Päpsten Papstkritikern gegenüber tolerant waren, dann ziehe ich meinen Kommentar zurück. In der Vergangenheit habe ich allerdings selbst schlechte Erfahrungen gemacht…

        @ zeitschnur: Wir sind uns ähnlicher als ich dachte!

        Euch beiden / Ihnen beiden einen schönen Tag

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      • Marienzweig sagt:

        Lieber Herr Kegebein,
        ich möchte noch mal- nur ganz kurz- einsteigen und ich hoffe, Sie bekommen meinen Kommentar noch mit.

        Sie sollen es fairerweise wissen: Ich selbst ordne mich als konservative, gar traditionelle Katholikin ein.
        Ca. 10 Jahre lang war ich in einem Gebetskreis unserer SE, wo wir uns einmal in der Woche frühmorgens zur Laudes und anschließendem Gespräch trafen. Diese Gruppe setzte sich vorwiegend aus Frauen ziemlich liberaler Ausrichtung zusammen.
        Ich mochte diese Frauen sehr, spürte und erkannte auch an, dass sie gläubig waren, sicher genausosehr wie ich.
        Trotzdem fühlte ich mich im Verlauf der Jahre in ihrer Mitte zusehends allein. Vor zwei Jahren etwa verließ ich dann die Gruppe. Ich hatte einfach den Eindruck, dass die Zeit für den Abschied gekommen sei.
        Die Leiterin der Gruppe sehe ich heute noch und wir reden gelegentlich miteinander.
        Sie sagte, sie hätte meinen Weggang als Verlust empfunden, da eine konservative Komponente ihrer Gruppe nur gut tun könnte.
        Sie sehen also, ich bin nicht verbissen, füge aber hinzu, dass ich diesen Vorwurf auch nicht aus Ihren Worten herausgelesen habe.
        Auch konservative, sogar traditionell empfindende Menschen sind mitunter liebenswert.
        Auch Ihnen alles Gute und Gottes Segen!

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  6. Hat dies auf Des katholischen Kirchfahrters Archangelus unbotmäßige Ansichten – ob gelegen oder ungelegen. rebloggt und kommentierte:
    Der interessierte Beobachter stellt in diesem Pontifikat frappierende Übereinstimmungen von Äußerungen des Papstes oder seines Umfeldes mit dem (bislang eher im Bereich der internationalen Sicherheitspolitik verorteten) Begriff der Hybriden Kriegführung fest.
    Diese sind inhaltlich ausdeutbar und in der (beabsichtigten) Wirkung verwirrend, damit besteht die Möglichkeit, die Verantwortung für bestimmte Aktionen bis hin zur offenen Häresie mit einiger Plausibilität abstreiten zu können.

    Auch die scheinbar klaren Worte bzgl, „gegen den Strom schwimmen“, „Treue zum Glauben“ u.ä. stehen beispielsweise in einem schillernden Widerspruch zur Verleumdung der Mission als „Proselytismus“. Wie kann sich Treue zum Wort Christi zeigen, wenn Moslems, Juden und Orthodoxe nicht zum katholischen Glauben geführt werden dürfen? Hier knüpfte der amtierende Pontifex übrigens an seinen Vorvorgänger an, der nicht nur den Koran küßte, sondern auch die Moslems aufforderte, dem Islam treu zu bleiben sowie den Hl. Johannes den Täufer anrief, den Islam zu schützen und damit bereits einen hybriden Kontext schuf. Dies nur in aller Kürze, ausführlicher in: https://kirchfahrter.wordpress.com/2017/05/01/hybride-kommunikationsmuster-im-kirchlichen-raum/.

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    • zeitschnur sagt:

      Im Prinzip gebe ich Ihnen recht, allerdings bin ich zurückhaltend, wenn es darum geht, Aussagen, die meinetwegen unklar sind, so auszulegen, als hätte er damit etwas bestimmtes Häretisches gemeint. Das eben wissen wir trotz allem nicht.
      Sobald aber ein Widerspruch auftritt, ist das ein logischer Widerspruch und lässt die Wahrhaftigkeit des Meinens bei beiden (!) Positionen bezweifeln, nicht nur der einen Position – das ist wichtig zu beachten.

      Ich habe lange auch immer noch so eine Orientierung gesucht, solange ich danach fragte, was er denn nun wirklich, ganz im ernst und final meint – ich habe es inzwischen begriffen: der meint nichts, es ist ihm gleich, sein Ziel ist es, Verwirrung zu schaffen.

      Das Lehramt hat nie begriffen, dass die teilweise abstruse und kriminelle „Ketzer“-Jagd völlig verkannte, dass das Problem nicht primär falsche Lehren sind oder Kritik an einer Lehre, sondern das Stiften von echter Verwirrung über die Dinge. Dass dabei auch eine grobe, hölzerne und lieblose, „wahre“ Dogmenphilosophie letzten Endens auch Verwirrung stiftet, hat man übersehen.

      Mir ist das „Hohelied der Liebe“ in letzter Zeit immer klarer geworden: auch wenn einer alle Weisheit und Erkenntnis der Welt besitzt und mit der Brechstange unters Volk bringt (und so war die Kirche leider all zu oft!), ist das alles nichtig – das sagt die Schrift dazu, denn die Liebe fehlt und macht selbst die Weisheit und die Erkenntnis ohne die Liebe zu einer hohlen Phrase, in der man ebenfalls das Gegenteil unterbringen kann. Allerdings war es noch okkult darin versteckt – heute ist die Verwirrung offenbar, tarnt sich nicht mal mehr. Und dafür steht F. Er weicht aber grundsätzlich darin wie Sie richtig sagen v.a. von JP II nicht ab, aber wir haben auch Verwirrendes von vielen Päpsten davor erfahren, etwa von Pius XII., von Pius XI., auch von vielen Päpsten zuvor, man ließ sich schon immer mit dem Bösen ein, um das vermeintlich „Wahre“ als Machtinstrument zu „retten“ – und haben sie immer entschuldigt mit Umständen oder persönlicher Schwäche. Das war eben der tragische Irrtum der Gläubigen.

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