Wie SPD-Politiker Ralf Stegner das linke Spektrum gegenüber Vorwürfen freispricht

Von Felizitas Küble

Auf Twitter (https://twitter.com/Ralf_Stegner) war der stellv. SPD-Bundesvorsitzende Ralf Stegner in den letzten Tagen sehr regsam, besonders beim Thema Hamburger Krawalle.
 .
Daß er sich von den Gewalttaten der letzten Woche distanziert, ist klar  –  und von einem Sozialdemokraten auch nicht anders zu erwarten.  
 .
Allerdings ist der Landes- und Fraktionsvorsitzende der SPD in Schleswig-Holstein intensiv darum bemüht, die militanten Randalierer beim G20-Gipfel nicht als „Linke“ oder „Linksradikale“ erscheinen zu lassen.
Es handle sich quasi einfach um Kriminelle – Punkt. Das gelte auch dann, wenn sich die Täter selber als „links“ definieren.
 .
Würde der sozialdemokratische Politiker aber ebenso in dieser  – reichlich simplen – Weise reagieren, wenn er  „rechte“ bzw. rechtsradikale Gewalt kommentiert? Oder mißt Herr Stegner hier mit zweierlei Maß?
 .
Orientiert er sich vielleicht am Pippi-Langstrumpf-Vers: „Ich mach mir die Welt, widdewidde wie sie mir gefällt“?!
 .
Für den SPD-Prominenten ist von vornherein klar, daß Linke grundsätzlich „Menschenwürde achten und Gewalt ächten“ (so wörtlich in einem seiner Tweets). – Schöne neue Welt?!

Zudem läßt er per Twitter wissen: „Menschen, die Quartiere verwüsten und Polizisten verletzen, sind kriminelle Gewalttäter – egal, worauf sie sich berufen. Links ist das nicht!“

Wenngleich linksextreme Horden in Hamburg für Gewaltexzesse verantwortlich sind, weiß es der SPD-Politiker besser: 

„Rechte Idologie pfeift auf Menschenwürde und goutiert Gewalt. Deshalb versuchen Konservative und Rechte das Linken auch pauschal anzuhängen!“

 Und falls es jemand immer noch nicht „begriffen“ hat, wie er die Rechts-Links-Welt beurteilen soll, besteht Stegner auf folgender Weisheit:

„Progressive,linke Politik achtet Menschenwürde+lehnt Gewalt ab. Deshalb sind kriminelle Gewalttäter, wie immer sie sich nennen, nicht links!“

 Sodann verweist er auf seinen SPD-Parteifreund Martin Schulz, der erklärt habe, die Hamburger Krawallmacher seien „nicht links, sondern bescheuert“.

Zweifellos auch eine rhetorische Lösung des Problems  – wenngleich haarscharf an der Realität vorbeigedacht.

Stattdessen proklamiert Stegner ungerührt: „Gewalt von Rechts ist die Regel. Kritik an Gewaltexzessen von Hamburg notwendig – das waren keine Linken sondern Kriminelle!“

Foto: CSU

Advertisements

6 Kommentare on “Wie SPD-Politiker Ralf Stegner das linke Spektrum gegenüber Vorwürfen freispricht”

  1. zeitschnur sagt:

    Dieser Mann ist eindeutig irgendwo in einer Parallelwelt. Seine pathologische rechtophobe Denke kann man nur belächeln, verachten oder auch fürchten: Wehe uns, wenn solche Typen an die Macht kommen. Man fragt sich, wer seine kranken Fantasien beeinflusst. Ich hätte da einen Tipp (in Anlehnung an ein Bonmot gewisser Kreise): „Die Rechten sind unser Unglück!“
    Und wenn irgendwo ein Fluss über die Ufer tritt, ein Flugzeug abstürzt, eine Grippewelle durchmarschiert oder ein Aktienkurs in den Keller sinkt, waren bestimmt die „Rechten“ die Drahtzieher.

    Gefällt mir

  2. Bernhard sagt:

    Man kann aber auch positiv vermerken, dass die ganze SPD und viele andere Linksgerichtete der Gewalt eine klare Absage erteilt haben (leider aber nicht eindeutig die „LINKE“). Das ist wichtiger als Begriffsdefinitionen, wer als „links“ zu gelten hat und wer nicht.

    Gefällt mir

  3. Hat dies auf Manfred O. rebloggt.

    Gefällt mir

  4. Sama Singo sagt:

    Dieselbe Argumentationsstruktur wie: „Islamistische Attentäter können keine Moslems sein, denn Islam ist Frieden.“

    Gefällt mir

  5. Hans-Michael Müller sagt:

    … ausgerechnet dieser „Hassprediger“ Stegner…! Haben wir denn alle, die die Vorgänge in Hamburg am Bildschirm verfolgt haben, „Halunzinationen“ gehabt, als wir an der Spitze der Demo und ganz in der Nähe des „Schwarzen Blocks“ zahlreiche riesige Juso-Fahnen mit geballter Faust gesehen haben…? – Und wer war das gewalttätige Gesindel, das die „Demos für das Leben“ angegriffen hat? Auch bei der „Demo für alle“ in Wiesbaden habe ich das Gesindel (z.T. mit gegen uns erhobenen Fäusten / herausgestreckter Zunge) erlebt.. Lb. Grüße, Ihr Müller

    Gefällt mir

  6. Hat dies auf philosophia perennis rebloggt und kommentierte:

    Gefällt mir


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s