Deutsch-chinesische Autorin Danhong: Polizisten sind „Prügelknaben der Nation“

Im Auslandssender „Deutsche Welle“ online äußert sich die aus China stammende Journalistin Zhang Danhong unter dem Titel „Mein Deutschland: Die Prügelknaben der Nation“ am 13. Juli 2017 über die gewaltsamen Randale in Hamburg und auch darüber, daß die Polizei „mehr Kritik als Anerkennung“ erntet.

Sie schreibt: „Die Polizisten in meinem Bekanntenkreis können ihr Privatleben kaum noch planen, weil sie wegen Großveranstaltungen immer häufiger im Wochenenddienst sind und überdies ständig mit Terroralarm rechnen müssen.“  – Dazu komme ein relativ geringes Monatsgehalt.

Frau Danhong schildert sodann eigene Erfahrungen: „Deutsche Polizisten nehme ich als höflich, anständig und kontrolliert wahr. Eine Zeitlang half ich der Kriminalpolizei als Dolmetscherin im Kampf gegen chinesische Schlepperbanden. Auch wenn beim Verhör gelogen wurde, bis sich die Balken bogen, hatten die Kommissare ihre Emotionen stets im Griff.“
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Zudem erwähnt sie, daß die Sicherheitsbeamten oftmals so oder so kritisiert würden: sei es, weil sie zu wenig eingreifen würden (vgl. Silvesternacht Köln) – oder der Vorwurf laut wird, zu hart vorzugehen (Hamburg-Causa):
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„Beim G20-Gipfel in Hamburg wurden die Beamten selber zur Zielscheibe der Gewalt, die in diesem Fall von sog. linken „Autonomen“ geplant und orchestriert wurde. Es ist nicht so, dass die linke Gewalt in Deutschland etwas Neues wäre.
Nur solange sie einem vermeintlich guten Zweck dient, zum Beispiel um einen AfD-Parteitag zu stören oder die Abschiebung von Flüchtlingen zu verhindern, wird sie von der Politik und den Medien toleriert und dadurch womöglich ermutigt.“

Linksextremismus wird vielfach verniedlicht

Sodann erinnert die Verfasserin ironisch daran, daß das linksradikale Spektrum hierzulande mitunter verharmlost wird: „Ach was, der Linksextremismus ist doch nur ein aufgebauschtes Problem.“
 .
Die Prügelknaben dieser problematischen Einschätzung seien die Einsatzkräfte:
„Knapp 500 Verletzte – eine Zahl, die sonst eigentlich nur in einem Bürgerkrieg vorstellbar ist. Dafür, dass sie ihr Leben riskiert haben, gebührt ihnen eigentlich Dank und Anerkennung...Vor allem für Politiker aus dem grünen und linken Lager steht fest, dass die Sicherheitskräfte selbst an der Eskalation der Gewalt Schuld sind, weil sie den Randalierern direkt zum Auftakt des Gipfels die Grenzen des Demonstrationsrechtes gezeigt haben.“
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POLIZISTEN müssen nach schwerstem Einsatz in Hamburg auf dem platten Fußboden nächtigen: http://www.theeuropean.de/europan-redaktion/12488-g20-gipfel-der-skandaloese-umgang-mit-polizisten
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Aktueller Eil-Beschluß des Bundesverfassungsgerichts hinsichtlich eines in Polizeigewahrsam genommenen Hamburg-Randalierers: http://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2017/07/qk20170709_2bvq004117.html
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3 Kommentare on “Deutsch-chinesische Autorin Danhong: Polizisten sind „Prügelknaben der Nation“”

  1. zeitschnur sagt:

    Interessant die Worte im Text des BVG über die Anzahl der Vermummten. Nicht „Tausende“, wie vielfach und auch hier im Forum behauptet, sondern 200 Personen sollen es gewesen sein – oder wie soll man das sonst verstehen:

    „Er gehörte einer Personengruppe von circa 200 Personen an, die sich im Zusammenhang mit dem G20-Gipfel in Hamburg befand und deren Mitglieder schwarz gekleidet und teilweise vermummt waren („Schwarzer Block“). Diese Personengruppe wurde durch eine Hundertschaft der Polizei überprüft, wobei es zu Angriffen auf die Polizeibeamten und ihre Einsatzfahrzeuge unter anderem mit Steinen und Bengalos kam. Im Rahmen der daraufhin erfolgten Festnahmen und Durchsuchungen von gut 70 Personen wurden Sturmhauben, Feuerwerkskörper, Hammer, Sägen und Schutzbewaffnung aufgefunden. Auch der Antragsteller besaß eine Sturmhaube.“

    Das nur als Hinweis zu der Debatte, die in mehreren Threads lief und zu immer größeren Zahlen der Vermummten führte.

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    • Guten Tag,
      hier ist von einer „Personengruppe“, zu welcher derjenige gehörte, die Rede, nicht von der Gesamtzahl der Vermummten. (Wie sollte es denn bei nur 200 Vermummten zu fast 500 verletzten Polizisten kommen?!)
      Freundlichen Gruß!
      Felitas Küble

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      • zeitschnur sagt:

        Die Frage habe ich Ihnen anderweitig schon genug beantwortet: die Polizei hat diese „500 Verletzten“ längst herunterkoriigiert auf 231, und von denen seien viele einfach ausgetrocknet und erschöpft gewesen, aber nicht durch einen Angriff verletzt worden. Hinzukommt, dass bei der Polizei zahlreiche „Verletzungen“ durch Reizgas erfolgt sind, die sie sich im Getümmel aber selber zugefügt haben.
        Auch die Zahl der Vermummten ist ebensowenig eindeutig geklärt wie die der verletzten demonstranten.

        Eine seh interessante Sicht der Ding ehabe ich hier über das Zeugnis einiger Geschäftsleute, deren Läden geplündert wurden, gelesen. Demnach haben Maskierte nicht etwa die Zerstörungen getätigt, sondern im Gegenteil sogar Randalierer vorm Plündern abhalten wollen:

        „In vielen Situationen hätten vermummte, schwarz gekleidete Menschen andere Personen davon abgehalten, Scheiben einzuwerfen, zu plündern oder das Eigentum von Anwohnern zu zerstören. Die Verfasser beklagen, es dürfe nicht weiter an der „Hysterieschraube gedreht“ werden. Aus dem Viertel seien apokalyptische Bilder durch die Welt gegangen. Von der Realität eines Bürgerkriegs sei all das aber weit entfernt gewesen.

        Die Verantwortung für das Chaos sehen die Verfasser vor allem in einer „verfehlten Politik“ des rot-grünen Senats, der sich um jeden Preis „im Blitzlichtgewitter der internationalen Presse“ habe sonnen wollen. Die Probleme, die ein solch umstrittener Gipfel in einer Millionenstadt wie Hamburg mit sich bringt, habe die Politik vor allem mit „polizeitaktischen und repressiven“ Methoden beantworten wollen. Wichtige Fragen seien im „besoffenen Taumel der quasi monarchischen Inszenierung von Macht und Glamour“ unter den Tisch gefallen.“

        http://www.n-tv.de/politik/Geschaeftsleute-schildern-ihre-Sicht-article19932539.html

        Allmählich fragt man sich wirklich, wer uns hier eigentlich mehr belügt… aber eines ist klar: das alles muss wirklich erst mal durch zeugenaussagen und eine ordentliche, akribische Untersuchung geklärt werden. Zu beachten ist aber der zweite der Abschnitt des Zitats oben, das ich für vollkommen realistisch und vernünftig halte.
        Und die Klage über das ständige Anheizen der „Hysterieschraube“ kann ich auch gut nachvollziehen.

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