Aussagen von Kardinal Reinhard Marx zur „Ehe für alle“ sind halbherzig

Mathias von Gersdorff

Auf die Frage des Münchner Merkur, was für ihn einen „Dammbruch“ darstelle, antwortete Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München-Freising, folgendermaßen:

„Bei dem jetzigen Gesetz geht es um die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare und nicht für Verwandte oder drei, vier Personen. Ich verstehe diese Sorgen, aber man sollte nicht gleich einen Dammbruch heraufbeschwören.“

Auf die Frage, ob ihm Sorge bereite, dass 75 Abgeordnete der Union mit JA zur „Ehe für alle“ gestimmt hätten, erklärte der Kardinal und Vorsitzende der Dt. Bischofskonferenz:

„Die Christlichkeit alleine an dieser Abstimmung festzumachen, halte ich für verkehrt. Das eine ist: was ist die christliche Überzeugung? Das andere: Kann und darf ich alle christlichen Moralvorstellungen in staatliche Gesetze überführen? Wer nicht begreift, dass das eine nicht automatisch zum anderen führen muss, hat das Wesen einer modernen Gesellschaft nicht begriffen.“

Beide Antworten lassen die Vermutung zu, dass Kardinal Marx die Bedeutung der Öffnung des Ehegesetzes für gleichgeschlechtliche Paare unterschätzt und zudem unberücksichtigt lässt, daß die komplette Gleichstellung der „Homo-Ehe“ mit der wirklichen Ehe keineswegs allein „christlichen Moralvorstellungen“ widerspricht, sondern auch der Vernunft und dem staatlichen Interesse.

Hierzu die Hauptgründe:

1. Beim Aufbau der Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Christentum stark als Leitbild. Obwohl Deutschland in der Welt nicht als ein besonderes frommes Land gilt, sind die Institutionen und die Gesetzesordnung stark vom christlichen Menschenbild geprägt.

Diese Tatsache spiegelt sich auch in den Erwartungen der Menschen wieder: Obwohl die religiöse Praxis in Deutschland seit den 1950er Jahren stets gesunken ist, so ist die Erwartung, dass die Politik von christlichen Werten und Prinzipien geprägt sein soll, immer noch sehr hoch. Ca. 50 Prozent der Deutschen wünschen sich das, so eine Studie des Allensbacher Instituts von 2012.

Die „Ehe für alle“ ist ein direkter Angriff eben auf diese Durchdringung des Staates und der Gesellschaft durch das Christentum. Korrekterweise kommentierte die linkslastige „Frankfurter Rundschau“, mit der „Ehe für alle“ sei Deutschland säkularer geworden.

Diese Tatsache ist für das Christentum in Deutschland von sehr großer Bedeutung, denn primär über die Ehe-Institution prägt das Christentum das Zusammenleben eines Volkes. Wer die Deutungshoheit über die Ehe hat, hat weitgehend die Deutungshoheit darüber, wie sich ein Volk organisiert. Durch die „Ehe für alle“ wird erschreckend dokumentiert, dass das Christentum diese Deutungshoheit betreff der Ehe weitgehend abgegeben hat und nicht einmal die Kraft besitzt, ihre eigene Basis zu überzeugen.

Diese Situation sollte bei Kardinal Marx alle Alarmglocken läuten lassen.

2. Die Einführung der „Ehe für alle“ geschah im Rahmen einer Revolution der Kultur. Diese Revolution strebt seit Jahrzehnten (Stichwort 68er) die Zerstörung der christlichen Wurzeln Deutschlands an. Diese sollen durch die Maxime der 68er-Revolution ersetzt werden. Was die Ehe betrifft, so ist ihr ideologischer Hauptfeind die sog. „sexuelle Revolution“: Wilde Ehen, Ehen für Homosexuelle, Verachtung der christlichen Sexualmoral, Gender usw.

Es ist notwendig, die Einführung der „Ehe für alle“ in diesem Rahmen zu sehen, ansonsten kann man die ideologische Tragweite nicht ermessen.

Kardinal Marx und die gesamte katholische Kirche müssen diesen kulturellen Angriff sehr ernst nehmen, denn die Kultur ist ein äußerst wichtiger Träger der Werte des Evangeliums für die Gesellschaft.

Wenn die Kultur zunehmend nach antichristlichen Kriterien geformt wird, so kann die Kirche immer schwieriger ihren Auftrag erfüllen.

Dies ist in Deutschland besonders wichtig, denn hierzulande strebt man ein einigermaßen harmonisches Zusammenleben an (was in den letzten Jahrzehnten der Kirche eher geschadet hat, aber dieser Aspekt würde hier zu weit gehen).

3. Es gibt eine moraltheologische Seite des Sachverhalts, die aber auch eine wichtige psychologische Dimension besitzt: Mit der „Ehe für alle“ verabschiedet man sich endgültig von der Vorstellung, Ehe und Fortpflanzung hätten etwas miteinander zu tun.

Dass diese Verbindung zwischen Ehe und Nachwuchs in den letzten Jahrzehnten stark abgeschwächt wurde, kann nicht geleugnet werden. Bewusst oder unbewusst waren viele aber der Auffassung, dass der ideale Ort für die Fortpflanzung eben die Ehe ist. Ob das nun so in der Praxis realisiert wird, ist eine andere Frage. Doch das Ideal stand aufrecht.

Die „Ehe für alle“ zerstört dieses Ideal. Das Christentum kann sich aber auf keinen Fall damit abfinden, denn es würde sich selbst verleugnen.

Was ist zu tun: Kardinal Marx und alle sonstigen Bischöfe kommen nicht umhin, Strategien zu entwickeln, um die Deutungshoheit über die Ehe wieder zu gewinnen, was nicht einfach ist. Es ist im Grunde eine Mammutaufgabe, die etliche Generationen in Anspruch nehmen wird.

Ist die Kirche dazu in der Lage? Will sie das überhaupt?

Die Kirche kann nicht die Deutungshoheit über den Ehebegriff zurückerobern, wenn sie nicht offensiv die katholische die Sexualmoral verkündet. Denn erst diese macht die Ehe verständlich. Erst die Sexualethik verdeutlicht, dass die Ehe nicht irgendeine zufällig zusammengewürfelte Partnerschaft ist.

Nach 50 Jahren „sexueller Revolution“ ist diese Aufgabe alles andere als einfach. Doch sie ist unvermeidlich, soll das Christentum in Deutschland eine Zukunft haben. In weiten Teilen der Gesellschaft muss man im Grunde bei Null anfangen.

Es wäre aber nicht das erste Mal, dass eine solche Missionsarbeit geleistet werden muss. Bitten wir den allmächtigen Gott, dass ER hierfür Missionare, Prediger und Katecheten herbeiruft.

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt ist katholischer Publizist, er leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ und veröffentlicht aktuelle Kommentare hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/


5 Kommentare on “Aussagen von Kardinal Reinhard Marx zur „Ehe für alle“ sind halbherzig”

  1. F. M. sagt:

    Nein, die Ehe ist kein aus der Natur abgeleiteter Begriff, auch wenn das gerne und immer wieder vor allem von erzkonservativen Menschen behauptet wird, die es eigentlich besser wissen müssten (wissen sie es?).
    Um das zu erkennen, genügt ein Blick in die Welt in der die von römisch katholischen Lehramt präferierte lebenslange Einhehe keineswegs das einzige Modell ist. Das reicht von Polyamorie über Polygamie bis zu den Familienverbänden unter den Naturvölkern, die über das wie sauer Bier angepriesene „Naturrecht“ ja eigentlich bescheid wissen müssten, weil ihnen die anderen Rechtsbegriffe völlig fehlen.
    Und wenn Sie/sie einen Blick in unsere wichtigste Überlieferung, die Bibel werfen, so stossen Sie/sie dort an recht prominenter Stelle auf den alten Abraham. Und der hat ein Familienmodell gepflegt, dass jeder gute Katholik am liebsten gleich „auf der Sau nausreiten möchte“.
    Also sollten wir uns alle beruhigen, die Katholiken vor allem, weil die ja über ein ganz spezielles Kirchenrecht verfügen, das „Ehe für alle“ kategorisch ausschliesst.

    Der Staat legt sein Heiratsrecht aus, die Kirche ihres. Na und?

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    • zeitschnur sagt:

      Ich sprach nicht von der Einehe, sondern davon, dass die Ehe zwischen Mann und Frau ein aus der Natur abgeleiteter Begriff ist. Vielleicht sind Sie so freundlich, das zu differenzieren.
      Sie verkennen, dass polygame und polyandrische Ehemodell in aller Welt dennoch immer voraussetzten, dass sich dabei ein geschlechtsreifer Mann und eine geschlechstreife Frau trafen. Und was immer Sie dagegen vorbringen wollen, bleibt es von Natur aus dabei, dass nur zwei Personen aktuell einen fruchtbaren Geschlechtsakt vollziehen können – nicht drei oder vier oder zehn, und schon gar nicht zwei Gleichgeschlechtige.
      Tut mir sehr leid, aber beschweren Sie sich bei Schöpfer drüber!
      Keine Kultur der Welt akzeptiert Homosexualität als „Ehe“, ganz einfach, weil „von nix a nix kommt“. Das heißt wiederum nicht, dass man homosexuell empfoindenden Menschen nicht einen kulturellen Raum gibt – aber auch das ist wieder was anderes. Äpfel sind nun mal keine Birnen.

      Im übrigen habe ich ja hinzugefügt, dass die spezielle spirituelle Ausgestaltung des natürlichen Ehebegriffes dann jeweils Sache der Religionen war und unterschiedlich ausfiel. Bitte also stets genau lesen.

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  2. zeitschnur sagt:

    Und so etwas aus dem Munde eines Bischofs und angeblich studierten Theologen…
    Man weiß nicht mehr, was man noch sagen soll – noch vor wenigen Jahrzehnten hätte ein Kandidat für einen solchen Schwachsinn nahegelegt bekommen, die Universität zu verlassen. Heute sind solche Leute „Lehrer“ und „Hirten“.
    Wenn der Herr Kardinal nicht selbst begreift, dass es nichts damit zu tun hat, „jede christliche Moralvorstellung gleich in ein Gesetz“ umzumünzen, an dem überkommenen natürlichen Ehebegriff festzuhalten (der ja als Naturbegriff nicht spezifisch christlich ist!), haben wir leider keine intellektuelle Gesprächsgrundlage mehr.
    Die Ehe ist ein aus der Natur abgeleiteter Begriff. Auch bisher wurde das spezifisch Christliche an ihm nicht in staatliche Gesetze umgemünzt. Das überließ der Staat den Religionsgemeinschaften. Aber was soll es – die Debatte hat einen solchen Tiefstand erreicht, dass jeder Einwand ins Leere geht.
    Es gibt einen Punkt, ab dem man sich nicht mehr verständigen kann.
    Und nun lasst uns alle mit Ignatius von Loyola glauben, dass Schwarz weiß ist, weil es uns die Hierarchie der Kirche so nahelegt (vgl. Execitia).
    Auch dieser Wahnsinn ist heute nicht mehr zu leugnen, aber auch darüber ist es unmöglich, eine nüchterne Debatte zu führen.
    Das alles ist Chaos pur.
    Und das auf allen Seiten.

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  3. ester sagt:

    Im Grunde benennt von Gersdorff das Dilemma, in dem die Kirche hierzulande seit den 50er (richtigerweise wohl noch viel länger) steckt.
    Das Problem steckt in dem Satz hier:

    …Obwohl die religiöse Praxis in Deutschland seit den 1950er Jahren stets gesunken ist, so ist die Erwartung, dass die Politik von christlichen Werten und Prinzipien geprägt sein soll, immer noch sehr hoch…..

    Den Leuten ist Gott und seine Kirche egal, aber „die“, die sollen gefälligst.
    Und die kirchlichen „die da oben“ mitsamt den Christdemokratischen „die da oben“ die wissen, dass denen da unten und ihnen selber wohl auch Gott und seine Kirche egal sind und tun nur so als ob.

    Man hätte wohl schon viel länger über die Zweifel und die Egalheit reden müssen, hat es aber nicht, und nun, nun bricht eben das ganze, schöne potemkinsche Dorf zusammen.
    Es ist schlimm, aber eigentlich nicht weiter verwunderlich

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    • zeitschnur sagt:

      Es ist doch das Problem der Staatskirche seit 1700 Jahren in jedem Fall: Man erpresst das Volk erst flächendeckend mit jedem miesen Trick zum christlichen Glauben, sehr oft gegen dessen Willen und gewalttätig (warum machen ausgerechnet Christen dem Islam einen Vorwurf?), am Ende dieses üblen Spiels sogar durch massenhaften Töten und Verfolgen aller Abweichler (vom Hochmittelalter an immer heftiger, Höhepunkt 14.-16. Jh – bis ins 18. Jh hinein, danach platzte diese Blase und zerfällt sie einfach nur folgerichtig). Das ist der Todeskeim in der Kirche fast von Anfang an. Es gibt kein „christliches Abendland“ und gab nie eines. Es gab einzelne Gläubige und daneben Zwang zum Glauben mit allen herrscherlichen Mitteln. Jacob Burckhardt beschreibt in seinen „Weltgeschichtlichen Betrachtungen“ (Ende 19. Jh), dass sowohl die Kirchenhierarchie als auch die Fürsten den Glauben nur noch „polizeilich“ vom Volk einfordern, während sie selbst sich an nichts halten und ihnen derselbe Glaube offenkundig „gleichgültig“ sei. Der echte Glaube habe sich in neue Orden und einzelne fromme Personen geflüchtet. In den die alten Orden seien nur noch Kampffelder des „Junkertums“, sprich: der Machtspiele der Großen. Prinzipiell wird die Kirche aus seiner Sicht von ihrer Hierarchie missbraucht und zur Hure der weltlichen Macht gemacht.
      Am auffallendsten war das ja stets bei der Ehe. Während an dem Volk mithilfe des 6. Gebotes förmlich die Hölle heiß machte, lebte man selbst ohne solche polizeilichen Folgen ausschweifend. gerade auch die allerkatholischsten Fürsten – teilweise ein grauenhafter Hurenhaufen, Perversionen eingeschlossen. Die Hierarchie beendete ihr Hurenleben vorläufig oder scheinbar nach dem Tridentinum, aber wir wissen nicht, was unter der Decke weiterlief. V.a. glaube ich nicht, dass die Pädophilieproblematik vom Himmel fällt in unserer Zeit. Es ist der Endpunkt der Verkommenheit der Mächtigen: Kinder und Jugendliche sexuell und auch anderweitig missbrauchen, ihnen den Schutz zu versagen. Eine Kirche also, die zwar groß den Mund aufmacht gegen Abtreibung, zugleich aber massenhaft Gewalt gegen Kinder und sexuelle Perversion an Kindern ausübt und unter den Teppich kehrt, den Gläubigen aber bis zuletzt (bis zu Benedikt noch) absolute sexuelle Reinheit abverlangt – was soll man darüber denken?
      Manchmal denke ich, man hat uns gelehrt in einer riesengroßen Illusion zu leben, alles mit dem autoritären Hinweis darauf, dass es gottgewollt sei, dass man sich Oberen unterstellt und ihnen alles – alles! – glaubt, zu Beginn der Neuzeit gipfelnd in der ignatianischen Forderung, immer zuerst den eigenen Sinnen und Erkentnissen zu misstrauen und sich IMMER an das zu halten, was die Hierarchie einem vorkaut, ja sogar bewusst jedes eigene Urteil und jedes eigene Denken aufzugeben. Klar – da konnte das „Sapere aude“ ja nur vom Teufel kommen… einige Teile der Kirche aber erkannten das „sapere aude“ zunächst an und erkannten darin eine Reformkraft für die total erstarrte Kirche. Es war wieder die SJ, die alles tat anch ihrer Wiederzulassung, um das freie Denekn und Erkennen wie einen bösen Geist auszutreiben und dem Volk den Popanz einer „aufklärerischen Unterwanderung“ der Kirche auszumalen, als ob dadurch die Welt untergehe. Faktum ist, dass die Kirche noch nie von Aufklärern unterwandert war, sondern von Geheimniskrämern, Machtgeilen und Lügnern, die nicht wollten, dass ihre Lüge eine Lüge genannt werden darf. Das ist heute nicht anders als damals. Und F. spart sich einfach die stimmungsvoll ästhetische Larve und auf den Sex-Joker hat er keine Lust mehr.
      Es mag lange Jahrhunderte den Menschen so recht erschienen sein angesichts vieler Wirren und weil sie vieles nicht mitbekamen, was ihre Oberen so trieben. Man hätte im Vatikan den Teufel anbeten können: man hätte das außen ja nicht mitbekommen und wäre von den Jesuiten drauf eingeschworen worden, dass man das auch nicht zu wissen brauche, weil die da oben immer recht und die da unten immer unrecht haben, und wenn einer renitent wurde, erledigten die Dominikaner den Rest. Und so fragt man sich heute, ob nicht genau das geschehen ist angesichts der Exzesse und des realen Niedergangs. Während die Kirche sich auf die Schulter klopft etwa für ihr Trienter Konzil, muss man sachlich und objektiv erkennen, dass danach alles den Bach runterging, aber daran ist ja dann aus selbstgerecht-katholischer Sicht wieder nur die Reformation schuld. Was an Glauben in den Herzen verblieb, tat es wohl TROTZ Reformation und Gegenreformation und aus reiner Erbarmung Gottes. Mithilfe der Siege über die türkische Aggression konnte man ablenken.
      Nach dem 2. WK konnte man diese Lügen kaum mehr aufrechthalten, zumal die Kirche massiv in der Faschismus verstrickt war und ihn mit aufgebaut hatte. Den Menschen dämmerte, wie sehr sie betrogen worden waren. Man suchte verzweifelt nach dem „Wahren“ christlichen Glauben und sofort waren wieder Anbieter dafür auf dem Markt, viele davon kirchlich gesteuert, manche davon zumindest dem Anschein nach von außen. Man ließ massenhaft „Mystik“ zu (schon seit dem 19. Jh), tat dann ein bisschen ablehnend, übernahm aber alles wensentlichen Aussagen dennoch, teilweise gab man sogar Messformulare dafür heraus, und manches lehnte man erst kirchlich ab, um es dann doch zuzulassen. Und das Kirchenvolk, von der Hierarchie tief enttäuscht, folgt nun blind den Holografien, die die Hierarchie ihnen bietet und ein bisschen anfeindet, so zum Schein, aber in Wahrheit stehen die Brüder wahrscheinlich hinter dem Hokuspokus. Die große Lightshow, in der die ganze Welt auf den Petersdom projiziert worden war, ist ein ganz gutes Symbol für das, was seit Jahrhunderten vatikanische Politik war.
      Wir sind total verschnürt, wie in einem Spinnenetz, und ein Hinus gibt es nicht mehr.
      Aber alle „Erscheinungen“ kündigen ein solches glorreiches Hinaus an, während die Schrift uns ankündigt, dass der Satan den Abgrund aufschließen wird und „die Heiligen besiegen“ darf. Ein Raspail hat schon vor Jahrzehnten romanhaft die Migrationskrise unserer Tage „geschaut“ (vielleicht gehört er jedoch in ein Kartell und wusste einfach, dass man diese Waffe eines Tages anwenden würde – warum denken Tradis lieber, das sei ein „Visionär“, als dass sie darüber nachdenken, dass er einfach nur in Pläne eingeweiht war?!). Aber wovon träumt er? Dass die allerchristlichste Monarchie wieder eingeführt wird und alles wieder gut wird. Prima: nur ist uns das Gegenteil davon angesagt durch den Herrn selbst. Man lese die Endzeitreden Jesu. Was tun aber unsere Tradis und Konservativen? Sie glauben entweder Leuten wie Raspail oder sie klammern sich an „Es wird alles wieder gut“-Träume. „Es kommt sicher bald ein Papst, der Ordnung schafft“…
      Und eines kann man fast ohne Not „prophezeien“: Diesen Traum werden die Mächtigen, wird der Böse auch erfüllen. Und das fromm, sehr fromm.

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