Überläufer aus Nordkorea berichtet der IGFM über härteste Christenverfolgung

Der 2005 aus Nordkorea geflohene ehem. Hauptmann Joo Il Kim ist davon überzeugt, dass es in dieser kommunistischen Diktatur keine christlichen Untergrund-Gemeinden gibt und auch nicht geben könne. Er selbst ist nach seiner Flucht Christ und Menschenrechtler geworden.

Bei einem Pressegespräch der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) erläuterte er, dass das früher im Norden blühende Christentum nicht völlig erloschen sei. Es gäbe viele Nordkoreaner, die nach ihrer Flucht in China mit dem christlichen Glauben in Kontakt kämen. Einige wenige davon würden schließlich Christen werden.

Einzelne dieser Christen kehrten heimlich nach Nordkorea zu ihren Familien zurück. Es sei aber durch die Verhältnisse in Nordkorea sogar innerhalb des engsten Familienkreises extrem schwer, über Religion zu sprechen.

Selbst Kleinstgruppen von nur zwei Christen, die man nicht als „Gemeinden“ bezeichnen könnte, hält Kim für außerordentlich unwahrscheinlich. Allgegenwärtige Angst und Misstrauen verhindern einen echten Austausch zwischen Menschen.

Gegenüber der IGFM erklärte Kim

„Nordkoreaner werden vom Kleinstkindalter an pausenlos vom Regime indoktriniert. Die meisten haben keinerlei Zugang zu anderen Informationen als der Propaganda des Systems. Gespräche über regimefeindliche Themen wie Religion können nur zwischen nahen Angehörigen geführt werden. Wenn dort jemand über Jesus spricht, würden sich die Angehörigen echte Sorgen machen, dass er den Verstand verloren hat. Sie würden ärztliche „Hilfe“ suchen – mit fatalen Folgen.“

Es gibt nach Informationen von Kim innerhalb Nordkoreas missionarische Arbeit, doch sie sei extrem schwierig. Diejenigen, die diese Arbeit tun, hüten sich davor, die Menschen, mit denen sie gesprochen haben, miteinander in Kontakt zu bringen. Das sei für „alle Beteiligten viel zu gefährlich“. 

Weitere Infos: www.igfm.de/nordkorea


3 Kommentare on “Überläufer aus Nordkorea berichtet der IGFM über härteste Christenverfolgung”

  1. zeitschnur sagt:

    Ich bin dem Link nachgegangen und habe das Interview gelesen. Ich muss an meine Studienzeit denken, als ich mit der Bibliothekarin vom Philosophischen Seminar bekannt war. Von ihr erfuhr ich, dass die Volksrepublik Nordkorea jedes Jahr ein Hochglanzbuch über ihren Führer Kim Jong-Il an alle Philosophischen Seminare in Deutschland (wahrscheinlich aller westlichen Staaten schicke), das selbigen als großen Philosophen darstelle.
    Das hatte für mich etwas irritierend Naives.
    Diese Idolatrie des großen Führers war in meiner Wahrnehmung eine Melange aus Papst-Buddha-Marien-Mao-Kitsch.
    Auf der anderen Seite muss ich an einen antiwestlichen Propagandafilm denken, den Nordkorea produziert hat:
    http://quer-denken.tv/mind-control-ausbeutung-propaganda-konsum-ein-film-aus-nordkorea/

    Und hier einige interessante Infos zum Koreakrieg: http://quer-denken.tv/warum-nordkorea-noch-eine-offene-rechnung-mit-den-usa-hat/

    Für mich stellt sich nach Sichtung dieses Materials die Tragik der Situation in einem anderen Licht dar:

    Die Kommunisten Nordkoreas sind offensichtlich davon überzeugt, dass das Christentum diese zynische und satanistische Weltmacht des Westens geschaffen habe, die aus Menschen Konsumsklaven macht, unter dem Deckmantel der Humanität schwerste Verbrechen in aller Welt begeht und überall Kriege anzettelt und Millionen Tote verantwortet.
    Wenn man sich ihre Vorwürfe an den Westen ansieht, muss man, wenn man ehrlich ist, zugeben, dass vieles von dem, was sie vortragen, wahr ist.
    ja, es ist wahr: der Westen hat unter der Führung der USA inzwischen die halbe Welt in Schutt und Asche verwandelt und unendliche viele Tote erzeugt, aktuell in Libyen, Syrien, Irak. Was kommt als Nächstes? Venezuela? Iran?

    Mich erfasst immer wieder ein Schock darüber, wie sehr wir den christlichen Glauben verlästert und in sein Gegenteil umgepolt haben, so widerwärtig, dass Menschen von außen sogar mit Recht ausspucken vor uns und sagen: was ist das für eine Religion, die solche negativen Kräfte entfesselt?
    Natürlich ist dieser Blick ebenfalls oberflächlich, weil er nicht in die Tiefen sieht, weil er nicht versteht, dass das nicht das ist, was Jesus uns hinterlassen hat, sondern das Christentum mit dem wahren Glauben auch den Antichristen transportiert und das, was da getan wird die schändlichste Veruntreuung Christi ist, die man sich denken kann.

    Wenn ich lese, wie in Nordkorea alle Literatur kontrolliert wird, fällt mir der Index ein, der ebenfalls die katholischen Menschen unter Höllendrohung davon abhalten sollte, etwas zu lesen, was die kirchliche Propaganda etwa in Frage stellen könnte. Christen, die es gut finden, dass jedes „gute Buch“ ein Imprimatur haben sollte und nichts anderes als zu lesen erlaubt ansahen, sollten sich daher über Nordkoreas nicht beschweren.
    Es ist dasselbe Vorgehen.
    Und es ist immer auch eine Gratwanderung: erlaube ich alles, auch jeden Schund, oder kontrolliere ich, aber wo ist die Grenze? Wir jammern heute über unkontrollierte jugendgefährdende Literatur und Filme, PC-Spiele und wünschten, das würde verboten. Ist das so falsch? Offenbar fällt der Mensch hier von einem Extrem ins andere und findet nie ein gerechtes Maß.

    Insgesamt aber habe ich den Eindruck, dass es notwendig wäre, die Situation in Nordkorea überhaupt erst einmal in ihrer historischen Logik und Wirklichkeit zu verstehen. Denn was weiß man darüber WIRKLICH? Selbst der Interviewte sagt ja, er könne „sich nicht vorstellen“, dass es eine Untergrundkiche gebe. Nicht mal er weiß das gewiss. Auch hat insbesondere Präsident GWBush eine übermäßige Anti-Korea-Propaganda gemacht und zählte den kleinen Staat zur „Achse des Bösen“. Und wie so vieles, was er über den Irak behauptete, verlogen war, wäre für mich die Frage, woher man einigermaßen realistische Informationen über Nordkorea bekommt.
    Niemand weiß etwas aus eigener Anschauung, es sind mehr oder weniger Gerüchte, und wenn Nordkorea etwas wirklich macht, dann ist es die totale Abschottung gegen die gleichgeschaltete UNO-Welt. Und genau das dürfte diesen Eliten wiederum ein Stachel im Fleisch sein.
    Die Sache ist also zweischneidig.

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    • zeitschnur sagt:

      Diese spezielle Philosophie-Bewegung Nord-Koreas – ich habe versucht, mich daran zu erinnern, was das ist und fand das: Es ist die Dschudsche-Philosophie, die Kim Il-Sung begründete und von Kim Jung-Il weitergführt wurde. Ob und inwieweit Kim Jong-Un sie theoretisch weiter ausbaut, weiß ich nicht.

      Die koreanische Dschudsche-Philosophie glaubt, sie habe den endlichen, rein evolutionär-materialistischen Marxismus-Leninismus überwunden und zu etwas Ewigem übertroffen.
      Im Mittelpunkt dieser Philosophie steht der Mensch als Herrscher über die Welt. Er kann aber nur als soziales Wesen gedacht und der Gruppe unterworfen gedacht werden, im Kontext dieser Philosophie der Nation (nach der grausamen japanischen Unterwerfung Koreas und den Menschheitsverbrechen durch die Amerikaner 1950, für die sie eigentlich vor ein UNO-Tribunal gehörten (aber wie das in einer so ungerecht strukturierten UNO?!) nicht ganz unverständlich).
      Der Mensch handle stets aus Bewusstsein und schöpferischer Kraft.
      Sie lehnen es ab, den Menschen als Bündel evolutionärer Triebe und Reflexe anzusehen, wie das die westliche Welt im allgemeinen tut. Daher hassen sie die Konsumorientiertheit des Westens und die Bereitschaft, dafür schwerste Verbrechen an der Menschheit zu begehen. Sie sehen in uns faktisch politische Schwerstverbrecher und verachten uns, weil wir uns zu Tieren, zu skrupellosen Konsumsklaven machen lassen.
      Es gibt für dieses Attribut des Menschen als soziales Wesen maximale Schöpfer- und Herrschaftskraft zu entwickeln, einen speziellen Begriff: das „Dschadschusong“.

      Kim Jung-Il hat sich als Philosoph den Wechselwirkungen von Materie und Bewusstsein gewidmet, also westlich gesprochen: dem Leib-Seele-Problem.

      Aus dieser Sicht hat das Christentum die Menschen durch Weltfremdheit und die Unterstützung sozialer Ungerechtigkeit und Ungleichheit (in der katholischen ständischen Ideologie, die karitative Herablassung natürlich nicht ausschließt, sondern als Charisma fördert, aber eine Erhebung des Armen zu gleichem Recht auf keinen Fall vorsieht) einerseits total geschwächt, andererseits gibt dessen totalitäre kirchliche Entwicklung der Neuzeit, vor allem in Ideologien wie der ignatianischen oder jüngst der integralistischen sogar ein strukturelles Vorbild ab für das, was diese Philosophie will. Hier begenet uns der ignatianische „Kadaver“ wieder, zu dem man werden soll, der nach dem Führerprinzip gelenkt und so zu seinem Glück getrieben werden soll. Aus Sicht der Nordkoreaner hat die Kirche zwar die totalitäre Struktur geliefert, aber sie haben, wenn man kirhclich schon rein innerweltliche Perspektiven der Macht aufbaute, konsequent und ganz im marxistischen Sinne, Gott aus dem Denken gestrichen und die Philosophie entsprechen „gott-los“ eingepegelt. Ein Staatskirchentum führt nämlich unweigerlich zum totalitären Atheismus, ja, ist sogar eine unmittelbare Folge davon.

      Was ist nun die Frage an uns?

      Wir müssen uns vielleicht vor Augen halten, dass das Christentum durch seine Verstaatlichung und Verweltlichung (Staatskirche, Staatsreligion) tatsächlich die eigentliche „Weltfremdheit“, das „Hinterweltlertum“ (wie Nietzsche das nannte), das Jesus an sich gepredigt hat, so sehr deformiert hat, dass man mit Recht sagen kann: dann lass doch den religiösen Überbau weg und ziehe diese totalitäre Struktur gleich atheistisch durch, dann aber wenigstens sozial einigermaßen gerecht, worum sich die Kirche nie ernsthaft bemüht hat. Auch die kirchliche Soziallehre drückt sich vor der Frage der Unüberwindlichkeit sozialer Unterdrückung. Stets behauptet sie (Leo XIII., Benedikt XV.), die Reichen hätten schließlich auch mehr getan für ihren Reichtum als die Armen. Ich gebe zu, dass ich mich an dieser Ansicht immer gestoßen haben, weil sie nicht nur objektiv falsch, sondern zynisch ist. Der Arme hat oft keine reale Chance, mit egal wieviel Arbeit und Fleiß, seinem Stand zu entfliehen. Es ist eine Form der Kapitulation, ideologisch den Ständestaat zu preisen (Pius XI.), sich dann aber für karitative Orden selbst auf die Schulter zu klopfen. In gewissem Sinn schafft man das Problem erst, das man anschließend mildtätig lindert.

      Ich persönlich denke, dass der Denkfehler bei der Kirche nicht anders als bei Nordkorea ist, dass der Glaube der Christen in dieser Welt kein politisches Ideal verwirklicht sehen kann, weil der Mensch ein Sünder ist und an seinen eigenen Ansprüchen aufgrund seiner Unvollkommenheit scheitern wird. Es ist daher genauso verkehrt, zu glauben, eine „Kastengesellschaft“ (wie die Kirche das ja propagiert hat) entspringe dem Naturrecht und dem Willen Gottes.
      Das möchte ich auch erst einmal nachgewiesen bekommen, dass Gott so etwas Ungerechtes wollen sollte.
      Paulus lehrt Gleichgültigkeit gegenüber jeglichem weltlichen Stand – es fährt alles dahin und wir haben hier keine bleibende Stadt.
      Die Philosophie Tho,mas von Aquins, die postulierte, dass der Herrscher in der Welt auch im Himmel einen höheren Lohn empfange als der Arme, weil er schließlich soviel mehr Verantwortung getragen habe, widerspricht der mehrfachen und immer wieder eindringlich von Jesus selbst vorgetragenen Aussage, im Himmel würden die Ersten die Letzten sein, und das Scherflein der armen Witwe sei mehr als das große Opfer des Pharisäers. das Abendland hat zumindest philosophisch geradezu dreist an dem, was Jesus lehrte, vorbeigelehrt.
      Verschiedene Armutsbewegungen versuchten, immer wieder dagegen anzukämpfen – allein: ohne Erfolg. Und die Klöster, die eigentlich Armut propagiert, wurden Stätten des Reichtums, des kollektiven Reichstums von Orden, mästeten sich und wurden fett. Kein Wunder konnte man mit ihren Reichtümern nach dem Reichsdeputationshauptschluss weltliche Fürsten, die durch Revolutionen mittellos geworden waren, bequem abfinden…

      An Nordkorea spiegelt sich das Dilemma pervertierter Religion und der Antwort darauf.
      Diese Antwort hat einen „himmlischen“ Appendix in einer Umkehrung der Lehre Jesu verselbständigt, tradiert also vom Hörensagen eine Ahnung des Menschen vom Himmel, will aber den Himmel nicht mehr erreichen, nachdem man gesehen hat, was das Christentum als politische Kraft angerichtet hat.
      Es ist zum Heulen.

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