Kardinal Müller beklagt: Der gelebte Glaube ist in Europa zusammengebrochen

Kardinal Gerhard Müller (siehe Foto) hat ein dramatisches Bild des Christentums und der katholischen Kirche in Europa gezeichnet: „Alle Elemente des gelebten Glaubens, der Volksfrömmigkeit, sind zusammengebrochen“, sagte der ehem. Präfekt der Glaubenskongregation in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung „Il Foglio“ vom 21. Juli 2017.

Ganz Europa befinde sich in einem „Prozess forcierter Entchristlichung, der über die einfache Säkularisierung weit hinausgeht“. In der katholischen Kirche sei die Beteiligung am kirchlichen Leben, die Weitergabe des Glaubens und der Nachwuchs an Priestern und Ordensleuten stark zurückgegangen.

Der 69-jährige Kardinal warnte die Kirche davor, ihre Kräfte in inneren Kämpfen zu vergeuden. Nach seinen Worten suchen „sogenannte Progressive“ den Sieg, indem sie die „sogenannten Konservativen jagen“.

Quelle: http://www.idea.de/frei-kirchen/detail/alle-elemente-des-gelebten-glaubens-sind-zusammengebrochen-101881.html 

 


7 Kommentare on “Kardinal Müller beklagt: Der gelebte Glaube ist in Europa zusammengebrochen”

  1. Claus Stephan Merl sagt:

    Ich verstehe nicht ganz, was die Klage des Herrn Kardinal bewirken soll. Schuldgefühle? Abgesehen davon gibt es schon gelebtes Christentum. Z.B. außerhalb der katholischen Kirche.

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  2. Gerd sagt:

    Den Zustand der Kirche heute konnte man vor 40 Jahren genau definieren. Man lese die Artikel von Pater Gerhard Hermes aus dem von ihm gegründeten „Fels“ aus den 70 Jahren. Die Amtskirche hat diesen Propheten ignoriert und verspottet. Die faulen Früchte ernten sie jetzt.

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  3. ester sagt:

    es ist doch immer wieder faszinierend, wenn hohe Würdenträger der Kirche in genau dem Moment, wo sie nicht mehr in Amt und Würden sind, genau das beklagen, was sie, solange sie in Amt und Würden waren, sprich etwas hätten machen können, vehement geleugnet haben.
    In dem Moment wo z.B. ein Oskar Saier nicht mehr Bischof von Freiburg war, redete er ganz klar davon, dass die Erskommunion flächendeckend die Letztkommunion ist.
    Auch ein Kardinal Kaspar redete in seiner Zwischenphase, als er gerade mal nicht wichtig war, ganz klar und vernünftig über die Kirchenkrise.
    Wenn es nicht so traurig wäre, dann wäre es zum Lachen!

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  4. Heidi Rätz sagt:

    Anstatt zu klagen, sollte die katholische und evangelische Kirche mal über den Zaun schauen, denn es gibt sehr wohl gelebten Glauben in den Freikirchen und auch bei ihnen, siehe MEHR Konferenz in Augsburg, die Neueröffnung von Gebetshäusern usw. wenn das kein gelebter Glaube ist.
    Natürlich ist die Gottlosigkeit und der Moralverfall – als Folge der 68er offensichtlich – aber gerade die Bewegung unter diesen hingegebenen jungen Menschen macht Hoffnung.

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  5. Der sogenannte moderne Mensch hat sich von den Bindungen an Traditionen und Autoritäten gelöst. Ihn beeindruckt nicht, was Vertreter der Institution sagen oder einmal gesagt haben, sondern die Begegnung von Mensch zu Mensch, ein Wort, das aus der Echtheit und Tiefe des Herzens kommt.

    Die Kirche müsste der Ort sein, wo solches geschieht. Das wäre die große Vision.
    Dazu tragen alle bei, die eine Atmosphäre schaffen, wo man aufatmen und sich öffnen kann, wo Menschen mit ihrer Geschichte ernst genommen und verstanden, wo einem keine neuen Anstrengungen oder kluge Lehren vorgehalten werden.

    Titel und Rang als solche greifen nicht, wenn es um die innersten Belange geht, um Sinn und Ausrichtung des Lebens. Was auch bei Nichtkirchlichen ankommt, ist die Authentizität der Person, die getragen ist von einer unmittelbaren Gotteserfahrung, von einer inneren Glut, wie sie der heilige Franziskus hatte.

    Dessen Originalität und Ausstrahlung lassen sich nicht herbeireden, wohl aber kann sich jeder der Dynamik einer Entwicklung öffnen. Er wird dem Heiligen aus Assisi nur dann ähnlich werden, wenn er seinen ganz eigenen Weg so geht, wie dieser den seinen gegangen ist.

    Die Aufgabe besteht nicht in neuen Lasten, sondern jenen Kern in sich zu entdecken, der einen über sich selbst hinauswachsen lässt und der die höchste Energie enthält.

    Der Tiefenpsychologe C.G.Jung nennt ihn den Archetyp des Gottesbildes. Wenn wir schon das Bild Gottes in uns tragen, dann ist jeder ganz er/sie selbst, wenn er/sie bei Gott angekommen ist. Oder Gott ist dort, wo ich ganz ich selbst bin. Das ist die gesuchte Authentizität, die überzeugt und die Kirche stützt.
    Der heilige Franziskus hat viele Bewunderer, aber wenig Nachfolger. Selbst gut gemeinte Versuche, es so zu machen wie er gewinnen nicht die überzeugende Kraft oder scheitern über kurz oder lang. Man kann den großen Mann nicht imitieren, wohl aber sich von ihm inspirieren lassen.

    Es bleibt nichts anderes, als dort anzufangen, wo der Heilige angefangen hat, nämlich bei sich selbst.
    http://www.kurie.com/

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