Zwei-Schwerter-Lehre: Kirche und Staat, Papst und Kaiser, geistliche und weltliche Macht

Von Dr. Josef Bordat

Die Balance zwischen geistlicher und weltlicher Macht konnte im frühmittelalterlichen Europa über Jahrhunderte aufrecht erhalten werden.

Im 5. Jahrhundert formulierte Papst Gelasius I. dazu die Zwei-Gewalten-Lehre, welche die weltliche Herrschaft des Kaisers, das regnum, und die geistliche Herrschaft des Papstes, das sacerdotium, auf eine Ebene stellte und dies mit zwei Schwertern symbolisierte: Dem gladius materialis für die weltliche Gewalt und dem gladius spiritualis für die geistliche Gewalt.

Dabei erscheinen beide Herrschaftsformen als Teile des einen Corpus Christi, wobei das regnum dem Körper und das sacerdotium der Seele entsprechen sollte. Im Ergebnis steht eine harmonische Koexistenz von Kirche und Staat.

Als dann im Investiturstreit, in dem es eigentlich darum ging, wer Bischöfe und Äbte in ihr Amt einsetzen durfte, Papst Gregor VII. triumphiert hatte und Kaiser Heinrich IV. im Büßerhemd den Gang nach Canossa antreten musste (1077), war die hierokratische Stellung der Kirche zementiert. Zur Hierokratie entwickelte sich im Hochmittelalter eine theologische Lehre, die ekklesiologische und soteriologische Aspekte verband.

Die Hierokraten begründeten den Vorrang der geistlichen Gewalt theologisch damit, dass sie davon ausgingen, der Corpus Christi, also die Gesamtheit der Gläubigen, bestünde aus zwei Ständen, dem des Klerus und dem der Laien. Wie die Kirche unter dem Haupte Christi stehe, so stehe nun jeder dieser Stände unter seinem Haupt, der Stand des Klerus unter dem Papst und der Stand der Laien unter dem Kaiser.

Quelle und FORTSETZUNG des Artikels hier: https://jobo72.wordpress.com/2017/08/20/kirche-und-staat/


5 Kommentare on “Zwei-Schwerter-Lehre: Kirche und Staat, Papst und Kaiser, geistliche und weltliche Macht”

  1. Der Theologe und Philosoph und Journalist David Berger und sein Weblog mit Artikeln

    https://philosophia-perennis.com/

    David Berger – Philosophia Perennis

    https://philosophia-perennis.com/david-berger/

    Aus der SChweiz http://www.zeit-fragen.ch Zeit-Fragen Magazin, siehe auch ältere Artikel zum neoliberalen Freihandel und der EFTA als Alternativ-Modell und zum Mondragon-Projekt als Jesuiten-Gründung und Jobmaschine und weltgrößte Genossenschaft der Welt im Baskenland in Spanien gemäß der katholischen Soziallehre der katholischen Kirche und sehr erfolgreich

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  2. Verheerend wirkte sich aus die Aufgabe der alten lateinischen tridentinischen Messe als traditionaler „Heiliger Messe aller Zeiten“ und traditioneller Messe für Katholiken durch die katholische Kirche – diese war und ist lebendige spirituelle christliche Tradition und Mystik.

    Kreuzgang – Kreuzgang-Übersicht

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    Luthers Kirche ist tot

    https://www.geolitico.de/2017/01/18/luthers-kirche-ist-tot/

    Zeit-Fragen > 2012 > Nr.25 vom 11.6.2012 > Möchten Sie zu «Schule und Bildung» eine kleine neurolinguistische Seelenmassage?
    Möchten Sie zu «Schule und Bildung» eine kleine neurolinguistische Seelenmassage?
    Angriffsziel Schule und Kirche

    von Dr. phil. Judith Barben, Psychologin

    https://www.zeit-fragen.ch/de/ausgaben/2012/nr25-vom-1162012/moechten-sie-zu-schule-und-bildung-eine-kleine-neurolinguistische-seelenmassage.html

    http://www.berndsenf.de

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  3. zeitschnur sagt:

    Ich habe den ganzen Artikel gelesen und setze da einige Fragezeichen. Gregor VII., erhob im „Dictatus papae“ 1075 den geradezu unverschämten (weil mit der Rechtstradition und mit der biblischen Überlieferung sowieso nicht vereinbaren) Machtanspruch auf das weltliche Schwert und auf totalitäre Macht über die ganze Welt. Wer es nicht glaubt, soll es einfach mal lesen.
    Dabei war der letzte Punkt der Beginn endloser Gewalt und Bürgerkriege:
    „Quod a fidelitate iniquorum subiectos potest absolvere.“ (Dass er Unterworfene von der Treue (Treueiden) gegenüber Sündern (also Königen, die dem Papst nicht passen) lösen kann):
    Das hieß im Klartext: der Papst habe das Recht, alles und jeden gegen seine rechtmäßigen Könige aufhetzen zu dürfen und im Zweifelsfall Untertanen oder Bürger gegen ihre weltlichen Herren auch militärisch aufzubringen.
    Interessant ist die Darstellung der Gewalten im Sachsenspiegel (ca. 1230), die von einer Gleichberechtigung von Kaiser und Past ausgeht, sich also wehrt gegen diesen Wahnsinn, dafür aber natürlich Widerspruch vom Papst erntete. Der knieende Papst erhält dort im ursprünglichen Bild von St. Peter, der sein Lehnsherr ist, kein Schwert, sondern den Schlüssel, während der Kaiser das Schwert erhält. Das kaiserliche Schwert ist zuständig für die Befriedung des Gemeinwesens, das „Schlüsselschwert“ ist zum Binden und Lösen da. Der Papst ist also hier nicht einmal von Christus direkt beauftragt, sondern von Petrus und führt vor allem kein weltliches Schwert. Von „vicarius Christi“ also keine Spur, sondern nur von „successor Petri“, was ein erheblicher Unterschied ist…
    Bonifaz VIII. widersprach diesem Bild in „Unam sanctam“ von 1302 noch unverschämter als Gregor VII. Diese Bulle endet mit der Ungeheuerlichkeit: „So erklären wir denn, dass alle menschliche Kreatur bei Verlust ihrer Seelen Seligkeit untertan sein muss dem Papst in Rom, und sagen es ihr und bestimmen es.“
    Das ist antichristlich, und wir alle wissen das auch.
    Dass der Papstwahnsinn aus der Szene am Ölberg, als Jesus Petrus befahl, sein Schwert in die Scheide zu stecken, ableitet, der Papst müsse daher ein Schwert führen (!), verdreht das Gebot Jesu um das glatte Gegenteil. Darüber hinaus hat Jesus angekündigt, dass der, der das Schwert erhebe, durch das Schwert umkomme. Die Kirche hat sich damit selbstverständlich nicht auseinandergesetzt und diesen Nachsatz Jesu unterdrückt.
    Aber das Todesurteil hat sie sich damit vor 1000 Jahren schon gesprochen und es wird sie, was ihre sichtbare Institution betrifft, ereilen. Das geht auch aus der Johannes-Offenbarung hervor, die die Kirche als Hure beschreibt, die es mit allen „Königen des Erdkreises“ getrieben habe, dabei das Blut ihrer Heiligen vergossen und getrunken habe und am Ende einen A..tritt bekommt von ihren Freiern.
    Damit ist auch klar, dass das Königtum nicht von Gott eingesetzt ist, sondern vom Menschen. Das geht aus dem Beginn des israelitischen Königtums klar hervor: Gott nennt es einen „Glaubensabfall“, als Samuel darüber unglücklich ist. Gott heißt Samuel dem Volk all das vorzutragen, was sie mit einem König ereilen wird, aber das Volk hört nicht. Gott lässt sich daraufhin aus reinem Erbarmen darauf ein, aber wir alle wissen, dass die Geschichte der israelitischen Könige eine Serie schlimmster Glaubensabfälle ist. Als wahrer und einziger König erscheint am Ende der Messias.
    Auch die Ableitung der Reichsideen aus dem Danielbuch mit den Vier Reichen ist kein Ausweis der Heiligkeit dieses letzten weltlichen Reiches (das dort auf Füßen steht, die aus einem gemix aus Ton ud Eisen sind, Materialien, die nicht zusammenhalten), sondern Ausweis von dessen Todgeweihtheit. Hat man eigentlich im Mittelalter das Danielbuch nicht begriffen? Man hat es glatt ins Gegenteil verdreht! Jedenfalls diese Hierokraten taten das. Und wer widersprach oder Zweifel anmeldete wie die Margerite Porete oder Jan Hus, wurde mit unbändigem Hass verfolgt und verbrannt.
    Dass die Obrigkeiten, wie Paulus schreibt, das „Schwert führen“ um Recht zu schaffen, weist die Aufgabe, Recht zu sprechen, um Gemeinwesen zu befrieden, eindeutig als ein Amt aus, das weltlich gedacht ist und nicht geistlich – auch die heidnische Obrigkeit (die keineswegs als Monarchie gekennzeichnet wird bei Paulus, sondern einfach nur unspezifisch als Führung eines Gemeinwesens) ist notwendig und von Gott zugelassen und in dieser umgrenzten Aufgabe bestätigt. Paulus spricht vom römischen Reich unter heidnischen Konsul-Kaisern! Es geht dabei nur um die Befriedung des weltlichen Zusammenlebens – um mehr nicht!
    Es war aber Petrus, der schrieb, man müsse Gott mehr gehorchen als den Menschen (womit er „Obere“ meinte, denn Untergebenen gehorcht ja ohnehin keiner…!). Damit muss der Gläubige stets abwägen, ob das, was der Obere verlangt, für den Glauben wirklich vertretbar ist. Und Jesus schied das, was wir Gott schulden, von dem, was wir dieser weltlichen (auch einer heidnischen!) Obrigkeit schulden: wir schulden Obrigkeit ausschließlich eine konstruktive Einfügung in das Gemeinwesen – nicht den Aufruhr, den Gregor VII. anweisen wollte, dabei aber totale Unterwerfung sich selbst gegenüber!). Eine totalitäre Unterwerfung, wie die Kirche sie seit 1000 Jahren fordert, wirkt bösartig: sie zwingt den Menschen in der Konsequenz wider besseres Wissen, im Zweifelsfall dem Bösen zu folgen und nicht dem Guten. Der Gläubige wird in seinem geistlichen Urteilsvermögen, das er doch als Träger des Hl. Geistes haben MUSS, vollkommen entmündigt, faktisch behandelt wie einer, der den Hl. Geist nicht hat. Vom priesterlichen Königsgeschlecht, das alle Gläubigen sind, wie es Petrus (ja: Petrus!) skizzierte, ist nichts mehr übrig geblieben. Die Kirche hat den Glauben zu einem Islam 2.0 gemacht. Dass sie dabei dem Menschen, der sich ihr in ihrer Hierokratie nicht total unterwirft, auch noch das Seelenheil abspricht, selbst dem, der von ihr nichts weiß, ist ebenfalls anmaßend und widerchristlich. Seit wann gilt das Dogma, dass die Kirche wüsste, wer das Seelenheil hat?! Heilsgewissheit darf man nicht haben, aber Höllengewissheit schon?! Furchtbar…
    Es ist grauenvoll, was diese Kirche angerichtet hat. Und man versteht immer mehr, dass es heißt, es sei am Ende kaum mehr möglich, selig zu werden in dieser Verwirrung. Die hat aber nicht das Heidentum angerichtet, das heidnisch ist und sein wollte und nicht vorgab, christlich zu sein, sondern alleine die Kirche hat diese Verwirrung geschaffen in ihrer Anmaßung. Das Vaticanum II hat diesen Machtanspruch nicht aufgegeben – im Gegenteil. Sie machte hier nur von ihrer totalitären macht Gebrauch und wollte seither den ganzen Apparat anderds aufstellen, um die Welt total zu unterwandern. Johannes XXIII. hat das ja ganz ehrlich gesagt – und ließ die Leute in Audienzen schwarz gekleidet vor seiner weißen Herrlichkeit niederfallen und ihn küssen…
    Eine Gestaltung der Welt als „christlich“ hat uns davon abgesehen weder Jesus Christus aufgetragen noch auch nur einer der Apostel.
    Vielmehr sind wir gehalten, ihn zu erwarten und mit Paulus zu wissen, dass die Zeit bis zur Wiederkunft „böse Zeit“ ist.
    Die Kirche hat sich also geradezu danach verzehrt, diese „böse Zeit“ höchstpersönlich zu prägen und anzuführen. Wie konnte man so regelrecht irrsinnig abirren vom Evangelium?
    Das ist unsere Tragik, und sie wird zu dem Ende kommen, das Jesus dem Petrus voraussah: Wer das Schwert erhebt, wird durch das Schwert umkommen. Am Ende werden die Engel das Unkraut in der Kirche scheiden vom Weizen. man muss also nachdenken darüber, ob man nicht durch fahrlässigen „Gehorsam“ sich selbst dem Unkraut verschreibt.
    Es wäre dabei also zu bedenken, dass kein Gläubiger diese Irrlehren gutheißen darf, weil er sonst Anteil an diesem zu Unrecht erhobenen Schwert nimmt und mit umkommen wird.
    Nehmen wir uns wieder ein Beispiel an Jesus, der sanft wie ein Lamm war und sich kreuzigen ließ ohne das Schwert zu erheben, und der dem Satan (!) in der Wüste absagte, als der ihm die weltliche Herrschaft anbot.
    Ja, er ist ein König, wie er es sagte, aber sein Reich ist nicht von dieser Welt.

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    • Holger Jahndel sagt:

      @Zeitschnur:

      Nun ja, es gab im alten Testament die sogenannten „Richter“ als eine Art hierokratische Priester-Könige im Namen Gottes. Hierokratie. Auch eine weibliche Richterin war dabei.
      Dennoch halte ich die Trennung von Kirche und Staat nach deutschem Vorbild generell für richtig, als Alternative gäbe es auch noch den konsequenten Laizismus wie in Frankreich.

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