Digitaler „Nachlaß“ in Deutschland

Quelle: https://de.statista.com/infografik/10771/digitaler-nachlass-in-deutschland/


Münster: Ärzte fordern Abschaffung bzw. Veränderung des Heilpraktikerberufs

Eine 17-köpfige Expertengruppe mit Prof. Dr. Bettina Schöne-Seifert (Universität Münster) an der Spitze hat Vorschläge erarbeitet, wie das Heilpraktikerwesen zum Nutzen der Patienten reformiert werden sollte.

Der Appell der Experten richtet sich gegen die ihrer Einschätzung nach „unangemessene Ausbildung und die meist unhaltbaren Krankheitskonzepte“ der Heilpraktiker. Demnach sollte der Beruf entweder abgeschafft oder durch die Einführung spezialisierter „Fach-Heilpraktiker“ als Zusatzqualifikation für bestehende Gesundheitsfachberufe abgelöst werden.

Der Münsteraner Kreis hat jetzt das „Memorandum Heilpraktiker“ verabschiedet, über das im Deutschen Ärzteblatt berichtet worden ist. Darin werden zwei Lösungsvorschläge skizziert:

1. Der Heilpraktikerberuf wird abgeschafft
2. Der Heilpraktikerberuf wird abgelöst durch die Einführung spezialisierter „Fach-Heilpraktiker“ als Zusatzqualifikation für bestehende Gesundheitsfachberufe.

Zum Hintergrund:
Im deutschen Gesundheitswesen existieren nach Meinung der Expertengruppe zwei Parallelwelten – die Welt der akademischen Medizin und die Welt der Heilpraktiker. Während die akademische Medizin auf wissenschaftlichen Fakten beruhe und nach begründetem Fortschritt strebe, seien Heilpraktiker in der sogenannten „Komplementären und Alternativen Medizin (KAM)“ verankert.

Auch der Ausbildungsgang ist verschieden: Während Mediziner ein langes Studium absolvieren, ist die Ausbildung zum Heilpraktiker kurz und weitgehend unreguliert. Da Heilpraktiker gleichwohl das Etikett „staatlich anerkannt“ bekämen, könnten Patienten leicht den Eindruck gewinnen, dass es sich bei Medizinern und Heilpraktikern um gleichwertige Alternativen handele.

Seit vielen Jahren gibt es immer wieder teilweise intensiv geführte Diskussionen um das Thema Komplementäre und Alternative Medizin. Zu den hunderten von Verfahren wurden zahlreiche klinische Studien durchgeführt, deren Qualität allerdings häufig sehr gering ist. Überzeugende Belege für eine Wirksamkeit fehlen meist. Zudem widersprechen die tradierten Krankheitskonzepte und Interventionen oft fundamentalen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen.

Die Autoren sind überzeugt, dass ihre Lösungsvorschläge das Vertrauen in das deutsche Gesundheitswesen stärken und die Versorgung verbessern würden. Das Label „staatlich anerkannt“ wäre in Folge einer Reform wieder ein echtes Qualitätsmerkmal, an dem sich Patienten orientieren könnten. Der Münsteraner Kreis ruft Institutionen und Einzelpersonen auf, sich dem Statement anzuschließen. Dadurch sollten Politiker motiviert werden, das Heilpraktikerwesen nicht nur kosmetisch, sondern grundlegend zu reformieren.

„Im Lauf der Jahre ist bei meinen Mitarbeitern und mir das dringende Bedürfnis entstanden, der Problematik von Alternativmedizin auf den Grund zu gehen“, betont Bettina Schöne-Seifert. Aus diesem Grund hatte sie im Juni 2016 ausgewiesene KAM-Experten verschiedener Fachrichtungen nach Münster eingeladen, um über KAM und das Heilpraktikerwesen zu diskutieren. Einige Experten des daraufhin gegründeten „Münsteraner Kreises“ brachten dazu ihre eigenen Forschungsergebnisse zu den von Heilpraktikern angebotenen Verfahren sowie der Motivation der Patienten ein.

„Wir wollten ausloten, wie ein solidarisches Gesundheitswesen verantwortlich und fair mit dem Clash zwischen gefährlicher Pseudowissenschaft und Selbstbestimmung umgehen sollte“, unterstreicht die Medizin-Ethikerin. „Um es deutlich zu sagen: Wir wollten den gegenwärtigen Irrsinn nicht länger hinnehmen.“

Quelle: https://idw-online.de/de/news679694,

UNTERSTÜTZER-Liste für das MEMORANDUM: http://www.muensteraner-kreis.de/unterstuetzer.html


Oberstaufen: Bildvortrag am 7.9. über wachsenden Zulauf zum Christentum in China

Über den großen Zulauf zum Christentum in China spricht der Publizist und Fernsehmoderator Michael Ragg am Donnerstag, den 7. September, in Oberstaufen. Die Veranstaltung der Pfarrei St. Peter und Paul beginnt um 20 Uhr im Pfarrheim am Kirchplatz 7. Der Eintritt ist frei. Nähere Infos unter Telefon: 0 83 86 / 22 46.

Mit Bildern und farbigen Erlebnisberichten zeigt der Referent, warum so viele Chinesen das Christentum entdecken und christliche Werte gerade auf die junge Elite Chinas so anziehend wirken.

Er berichtet, wie der Staat auf das Wachstum christlicher Kirchen und Gemeinschaften reagiert und zeigt auf, warum Papst Benedikt im Jahr 2007 den 24. Mai zum jährlichen Weltgebetstag für die Kirche in China bestimmt hat.

FOTO: Segnung von Taufbewerbern in der Kathedrale von Shenyang

Michael Ragg, Leiter der Agentur „Ragg´s Domspatz“, ist als Radio- und Fernsehmoderator, Organisator christlicher Kongresse und Vortragsredner bekannt. Schon als früherer langjähriger Pressesprecher der Päpstlichen Stiftung „Kirche in Not“ beschäftigte er sich mit dem Christentum in China und war mehrmals auf Reportage-Reisen in unterschiedlichen Regionen Chinas und auf Taiwan. Zu seinen Gesprächspartnern gehörten Kardinal Joseph Zen von Hongkong, Erzbischof John Hung von Taipeh und viele weitere Bischöfe, Priester und Gläubige aus dem städtischen und ländlichen China. Für den Reiseveranstalter der katholischen Bistümer Bayerns, das Bayerische Pilgerbüro, leitet Ragg Pilgerreisen nach China.

Kontakt: Michael und Vivian Ragg, Dammstraße 10 in 88145 Opfenbach
Ragg´s Domspatz im Internet
buero@raggs-domspatz.de
Telefon: 0 83 85 / 9 24 83 37  – Fax: 0 83 85 / 9 24 83 29


Pakistan: Menschenhandelsexperte besucht Sklaven einer Ziegelei in Lahore

Opfer sind vor allem die „Unberührbaren“

Der Präsident des Internationalen Rates der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und Autor des Buches ‚Menschenhandel‘, Prof. Dr. Thomas Schirrmacher, hat in der Nähe von Lahore im islamisch regierten Pakistan Ziegeleien aufgesucht, in denen Sklaven unter unwürdigsten Umständen Ziegel herstellen.

„Ich habe schon viel Übles in der Welt gesehen, aber das gehörte wirklich mit zum Schlimmsten“, äußerte Schirrmacher anschließend. Besonders schockiert habe ihn, dass kleine Mädchen ihre Mütter nachahmten, indem sie von morgens bis abends über die von den Vätern geformten Steine kröchen und diese zum Trocknen umdrehten.

Statt zur Schule gehen zu dürfen, wüchsen sie mit dem Bewusstsein auf, dass das das wahre Leben sei. Deswegen gäbe es auch keine Wachen, die Sklaven würden sowieso nicht davonlaufen.

Die Sklaven gehören fast ausschließlich zu den sog. Dalits, früher Kastenlose oder Unberührbare genannt. Die meisten sind Hindus oder Muslime, viele aber auch Christen. Diese seien doppelt diskriminiert, so Prof. Schirrmacher, weil sie mitten in der unwürdigen Sklaverei oft noch von muslimischen Sklaven und sowieso von Sklavenhaltern vergewaltigt, der Blasphemie beschuldigt, gefoltert und umgebracht würden.

Die pakistanische Rechtsanwältin Aneequa Anthony, Vorsitzende von „The Voice“, der pakistanischen Partnerorganisation der IGFM, zeigte Thomas und Christine Schirrmacher den Ort, an dem 2014 ein Ehepaar bei lebendigem Leib in den Ziegelofen geworfen wurde (siehe Foto: hier mit Dr. Schirrmacher, Michaela Koller und Anthony).

Anthony vertritt die drei Waisenkinder vor Gericht. Die IGFM und das Bonner Hilfswerk Gebende Hände unterstützen die Arbeit der Rechtsanwaltsvereinigung, die sich für religiöse Minderheiten in Pakistan einsetzt.

Es gibt gemäß der australischen Walk Free Foundation und ihrem jährlichen Global Slavery Index 2016 45,8 Mio. Sklaven weltweit. 58% aller Sklaven leben in 5 Ländern: Indien, China, Pakistan, Bangladesh und Usbekistan, alle in der Region von und um Pakistan. Die höchsten Prozentsätze an Sklaven finden sich in Nordkorea (4,373), Usbekistan (3,973), Kambodscha (1,648), Indien (1,403) und Qatar (1,356).

Deutschland liegt mit 15 anderen westlichen Demokratien (vor allem Westeuropa, USA, Neuseeland) auf dem Platz mit dem geringsten Prozentsatz an Sklaven. Im globalen Süden hat Brasilien diesen Platz inne, in der Gruppe derer, die auf Platz 2 liegen, mit 0,078%.

BILD: Prof. Schirrmacher im Gespräch mit Sklaven der Ziegelei in Lahore (Beide Fotos: © BQ / Warnecke)

In Pakistan sind nach diesem Index 1,13% der 188.925.000 Einwohner Sklaven, also 2.134.900. Auch von verschiedenen anderen Quellen wird die Zahl von 2 Mio. Sklaven in Pakistan geschätzt.

1990 entschied der Oberste Gerichtshof im Urteil Darshan Mashih vs State (1990), dass Schuldknechtschaft verboten und mit der Verfassung nicht vereinbar sei. Daraus folgte dann 1992 der Bonded Labour System (Abolition) Act. Geändert hat sich seitdem fast nichts.

Hauptproblem ist, dass das verschachtelte System vom Besitzer/Unternehmer über Subunternehmer hin zu den Sklaven am Ende von örtlichen Gerichten und der Polizei geschützt wird. Die Polizei inhaftiert geflohene oder protestierende Sklaven oder lässt gleich private Gefängnisse zu.

Typisch ist, dass selbst verhältnismäßig kleine geliehene Summen von zum Beispiel 75 $ nie abgezahlt werden können, sondern zu lebenslanger Abhängigkeit führen, ja an die Kinder vererbt werden, die dann Sklaven bleiben, obwohl das Vererben solcher Schulden gesetzlich verboten ist.

Solche Sklaverei gibt es in der Teppichweberei, der Landwirtschaft, aber in den meisten Fällen in der Ziegelherstellung, die sich im Umland aller Großstädte in Pakistan findet. Eine Familie muss dabei pro Tag 1000 Ziegel von Hand herstellen. Jeder fehlende oder zerbrechone Ziegel wird vom Lohn abgezogen.

Die Unternehmer kaufen abgelegene Grundstücke, die den nötigen Schlamm haben und wo die geformten Ziegel zu großen Öfen zusammengeschichtet werden können. Die Sklaven leben solange auf diesen Grundstücken in erbärmlichen Verhältnissen und müssen natürlich Miete bezahlen.

Im Umfeld der Sklaverei finden weitere Verbrechen statt. Schon kleine Kinder müssen helfen und können keine Schule besuchen. Die Kindersterblichkeit ist vor allem wegen des verdreckten Trinkwassers hoch. Ich habe Kinder im Vorschulalter gesehen, die neben ihren Müttern her kriechend den ganzen Tag Ziegel für Ziegel zum Trocknen umgedreht haben und denken, dass daraus das Leben besteht.

Mädchen und Frauen sind meist Freiwild und werden von den Unternehmern/Besitzern, von deren Vertragsmitarbeitern, ja oft auch von anderen Sklaven vergewaltigt, ja selbst noch in miesen Klasse-C-Gefängnissen von Polizisten und Häftlingen.

Quelle: https://www.bucer.de/ressource/details/bonner-querschnitte-302017-ausgabe-491.html