SELIGES LAND: Herbstgedicht von Hölderlin

Seliges Land! Kein Hügel in dir
Wächst ohne den Weinstock,
Nieder ins schwellende Gras
Regnet im Herbste das Obst.
Fröhlich baden im Strome
Den Fuß die glühende Berge,
Kränze von Zweigen und Moos
Kühlen ihr sonniges Haupt.
Und, wie die Kinder hinauf
Zur Schulter des herrlichen Ahnherrn,
Steigen im dunklen Gebirg
Vesten und Hütten hinauf.
Friedsam geht aus dem Walde
Der Hirsch ans freundliche Tageslicht;
Hoch in heiterer Luft
Siehet der Falke sich um.
Aber unten im Tal,
Wo die Blume sich nährt von der Quelle,
Streckt das Dörfchen vergnügt
Über die Wiese sich aus.

Friedrich Hölderlin


2 Kommentare on “SELIGES LAND: Herbstgedicht von Hölderlin”

  1. Claus Stephan Merl sagt:

    Wer kann mit so einem Schwulst heutzutage noch etwas anfangen?

    Liken


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