Weihbischof Zekorn kritisiert „Ehe für alle“

Dr. Stefan Zekorn (siehe Foto) ist Weihbischof im Bistum Münster. Er gehört zu jenen katholischen Amtsträgern, die sich ohne Wenn und Aber gegen die homosexuelle „Ehe“ aussprechen. 

Auf seinem Account im Kurznachrichtendienst Twitter schrieb Zekorn: „Bin entsetzt, wie leichtfertig Bundeskanzlerin und Bundestag mit dem hohen Gut der Ehe umgehen. Umdefinierung gibt 2000jährige Kultur auf!“  (Quelle: https://twitter.com/StefanZekorn)

Auf Facebook (dort wird die Zeilenzahl nicht so knapp gehalten) erwähnte der Weihbischof außerdem:

Auch wer das katholische Menschen- und Ehebild auf der Basis der biblischen,  jüdisch-christlichen Überzeugung nicht teile, müsse wahrnehmen, dass „mit der vorgesehenen Umdefinierung von Ehe eine weit mehr als 2000-jährige Tradition der europäischen Kultur aufgegeben“ werde. Kritisch betrachtet er auch mögliche Adoptionen durch gleichgeschlechtliche Paare.

Die Facebook-Redaktion des Bistums Münster hatte übrigens die kurze Stellungnahme ihres eigenen Weihbischofs recht schnell gelöscht . – Näheres dazu hier: http://www.kath.net/news/60105

Zur Person: Im Februar 2011 wurde der Priester und Theologe Dr. Stefan Zekorn zum Bischof geweiht und als Weihbischof für die Region Münster-Warendorf eingesetzt.  Vorher war der 1959 in Datteln geborene Geistliche als Wallfahrtspfarrer in Kevelaer  –  nahe der holländischen Grenze –  tätig. Seine Mutter stammt aus Schlesien.


27 Kommentare on “Weihbischof Zekorn kritisiert „Ehe für alle“”

  1. ester sagt:

    eigentlich muss ich sagen, dass ich die Aufregung um die Ehe für alle nicht verstehe.
    So eine bürgerliche Ehe ist ein Verwaltungsakt, eine vor dem Staat geschlossene Übereinkunft, aus der man sehr leicht wieder rauskommt.
    Sexualität und Kinderkriegen sowie gegenseitige Heiligung, also die beiden katholischen Ehezwecke, sind nicht an diesen Verwaltungsakt gebunden und die steuerlichen Vorteile, die sich aus diesem Verwaltungsakt ergeben, sind nicht Güter im christlichen Sinn.

    Die Welt ist halt Welt und die Kirche nicht so ganz von dieser Welt, das sollte man einfach begreifen.

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    • zeitschnur sagt:

      Einerseits ja, einerseits nein. Man sieht ja daran, dass die Homosexuellen nun auch in den Kirchen gesegnet und getraut werden wollen, dass das im Bewusstsein der Abendländer eben nicht zwei Dinge sind. Es sind aber auch objektiv keine zwei Dinge. Die Kirche hat eine bürgerliche Eheschließung unter Getauften, wenn sie nicht katholisch sind, immer als sakramentale Ehe anerkannt. Kirchliche Eheschließungen wurden erst nach dem Tridentinum gefordert. Davor galt auch eine heimlich geschlossene Ehe durch die Brautleute. Prinzipiell tut sie das immer noch.
      Das muss man schon etwas genauer bedenken:
      Sie machen es sich daher etwas zu einfach, obwohl Sie recht haben damit, dass es nicht der Verwaltungsakt ist, der diese Ehe schließt.
      Was schließt aber eine solche Ehe als sakramentale Ehe bei Getauften?
      Ich glaube, dass Sie übersehen, dass die Sakramentenspender hier niemals, definitiv NIEMALS Priester sein können! Selbst bei einer der Formpflicht genügenden Eheschließung ist es nicht der Priester und nicht die Kirche, die diese Ehe schließt, sondern ausschließlich der Bräutigam bzw die Braut. Diese beiden sind die Sakramentenspender – überkreuz gewissermaßen, einer spendet es dem anderen dadurch, dass er seinen Willen dazu kundtut. Mehr nicht. Es ist weder die Kirche NOCH der Staat, der hier die Ehe schließt, sondern das Brautpaar. Sowohl Kirche als auch Staat assistieren und bezeugen das nur.
      Das gilt folglich auch auf dem Standesamt, mag aber bei Katholiken seit dem 16. Jh (! – davor war es nicht so – !) der Formpflicht nicht genügen, eine Ehe ist das trotzdem, wenn sie willentlich kundgetan und vollzogen wird.
      Der Weihbischopf spricht darum hier etwas Wahres aus.
      Bitte bedenken Sie auch, dass die Kirche selbst die Naturehen immer als gültige Ehen anerkannt hat, sofern sie nicht eine Perversion (Polygamie u. dergl) ausdrückten.
      Eine Ehe zwischen Gleichgeschlechtlichen ergibt jedoch keinerlei Sinn aus kirchlicher Sicht.
      Und, mit Verlaub, auch nicht für den Staat: So etwas gab es noch nie, und das sollte einem schon zu denken geben. Vielleicht hatten ja all diese anderen, die das abwegig fanden seit Jahrtausenden der menschlichen Kulturgeschichte, mehr recht als die paar Heutigen, die damit meinen, den Stein der Weisen gefunden zu haben.
      Der freie Diskurs darüber hat ohnehin nie stattgefunden.
      Die Leichtfertigkeit Merkels dürfte wie immer ein Großteil selbst konservativer Betonköpfe nicht erfassen.

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      • Guten Tag,
        Sie haben völlig recht. Zum einen kann es der Kirche nicht egal sein, was in der Welt außerhalb der eigenen „Mauern“ abgeht, zweitens würdigt die Kirche auch die Naturehe (Ehe von Nichtgetauften), drittens ist die evangelische Ehe auch dann sowohl gültig wie sakramental, wenn sie nur auf dem Standesamt geschlossen wird – sofern die willenlich-mentalen Voraussetzungen bzw. der entsprechende Ehewille, Ehekonsens usw. vorhanden ist, der aber auch bei einer katholischen Trauung zur Gültigkeit erforderlich ist.
        Die protestantischen Kirchenleitungen betrachten die Ehe nicht als Sakrament; sie verlangen von ihren Schäfchen keine kirchliche Trauung bzw. sehen diese nur als einen nachträglichen Segen für die schon vorhandene zivile Ehe an; die Ehe wird somit aus evangelischer Sicht auf dem Standesamt geschlossen. Wenn also evangelische Christen aus ihrer eigenen Sicht nicht zur kirchlichen Trauung verpflichtet sind, können sie trotzdem eine – aus katholischer Sicht – gültige bzw. sakramentale Ehe eingehen: eben zivilrechtlich.
        Es ist auch richtig, daß sich die Eheleute das Sakrament gegenseitig spenden und es gegenseitig voneinander empfangen; sie sind Spender und Empfänger zugleich. Der Priester (oder Diakon) assitiert der Eheschließung, er ist Zeuge und Segensspender, aber kein Sakramentenspender.
        Trotzdem gilt seit Einführung der sogenannten „Formpflicht“ doktrinär und kirchenrechtlich der Standpunkt, daß diese Formpflicht (also die kirchliche Hochzeit) bei Katholiken nicht etwa nur „Formsache“ ist, sondern sowohl zur Gültigkeit wie zur Sakramentalität der Ehe erforderlich. Wenn ein Katholik nur standesamtlich heiratet, ist die Ehe kirchlich ungültig. (Es gibt zwar Ausnahmen, zB. in Kriegszeiten, aber hier ist ja dann der WILLE zu einer kirchlichen Trauuung beim Brautpaar sehr wohl vorhanden.)
        Da also die Ehe unter Getauften und nicht nur unter Katholiken ein Sakrament darstellt, ist hier die protestantische Christenheit mitzubedenken; deren zivile Hochzeiten eben eine gültige Ehe begründen.
        Und wie auch von Ihnen erwähnt: Es geht zudem um die – auch von Christen zu würdigende – Naturehe; auch wenn sie nicht zur Heils- und Erlösungsordnung gehört (wie es bei der christlichen Ehe der Fall ist), so doch zur göttlichen Schöpfungsordnung.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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    • zeitschnur sagt:

      @ Frau Küble und Esther:

      Wir lassen es stehen, wenn unsere Mitbürger und Verwandten sich scheiden und wieder heiraten, weil wir respektieren, dass sie keine Christen sind und sich daher auch nicht an das gebunden sehen, was einem Katholiken gilt. Vor wenigen Jahrzehnten war Scheidung in diesem Ausmaß im ganzen Volk undenkbar.

      Esther hat in einer gewissen Hinsicht recht, nämlich in der der, dass es kaum lohnt, sich hier zu verkämpfen, wo der Unwille doch so überdeutlich erkennbar ist. Wer nicht will, den muss man rennen lassen. Leider.

      Dennoch finde ich es wichtig, dass die Kirche in einer Kultur, die nun Jahrtausende ein völlig anderes Konzept etabliert hat, nicht einfach nur wortlos zusieht, sondern dem Volk, das nun immer mehr vom Glauben abfällt, mahnend vor Augen stellt, dass es schwer sündigt, und ihm auch erklärt warum.

      Auch Jonah wurde nach Ninive ins Land der Heiden geschickt. Und dieser heidnische König erschrickt, tut Buße, verordnet Staatstrauer sogar den Tieren (nicht nur den Menschen) und die Leute kehren tatsächlich um und bessern sich – auch das sollte man nicht unversucht lassen. Die Gerichte Gottes kommen bei schwerer Sünde auch über die, die nicht glauben und ihn lästern im Unglauben. Ihr Untergang ist nun absolut absehbar. Schauen wir zurück in die Geschichte, gab es kein Volk, keine Kultur, die bei solchen Gräueln, die man auch noch moralisch etabliert und legalisiert, noch lange bestanden hätte.
      Da wir selbst zu diesem Volk und dieser Kultur gehören, kann uns das nicht unberührt lassen. Wie sollten wir das hassen, woher wir stammen!

      Wir wissen, dass Gott uns aus allen Völkern und Kulturen herausgerufen hat und das Heimatland im Zweifelsfall verlassen oder aufgegeben werden muss. Nicht anders ging es Abram und Sarai (später Abraham und Sara).

      Und Esther hat auch insofern etwas Richtiges erfasst, als sie vielleicht Lot im Hinterkopf hat: als Gott Sodom untergehen lässt, befiehlt er, nicht zurückzublicken. Das Zurückblicken der Frau Lots führt dazu, dass sie mit untergeht. Manchmal gibt es nur die radikale Abkehr von dem, was einem egentlich zugehört… Aus der blühenden Königsstadt wurde ein Abgrund der Sünde und danach versank es nach einem Feuer- und Schwefelregen tief in der Urflut, von der das „Tote Meer“ seither ein Mahnmal ist, was leider auch kaum einer weiß: im Toten Meer liegen die versunkenen Städte Sodom und Gomorrha, und das Untergehen von Städten und Kulturen ist sprichwörtlich geworden.
      Auch die Heiden wissen es und haben entsprechende Mythen, und selbst das christliche Abendland weiß, dass es untergehen kann und wird. Etwa wirft der bretonische Mythos von Ker YS einen Schatten voraus. Die mit versunkene Kathedrale hat Claude Debussy in einem unsterblich gewordenen Klavierstück bis heute läuten lassen.
      Wenn es soweit kommt, soll man ihnen nicht nachtrauern, sondern sich von Gott hinausführen lassen. Insofern hat Esther tatsächlich auch recht.

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      • Guten Tag,
        im wesentlichen stimme ich Ihnen zu, möchte allerdings zu bedenken geben, daß es ja GOTT allein ist, der ein „Dahingegeben“ ausspricht, nicht jedoch der Mensch, auch nicht der gläubige – und somit auch nicht die Kirche. Von daher ist es unsere Aufgabe, sozusagen die christliche Fahne auch gegenüber „Heiden“ und Ungläubigen hochzuhalten.
        Wir wissen nicht, WANN Gott sein „Dahingegeben“ vollzieht. Das heutige „Sodom und Gomorrha“ ist am Wanken, aber noch nicht untergegangen. Von daher sind wir noch nicht in der Situation von Lot und seiner Frau etc.
        Zum biblischen Begriff „Dahingegeben“: Es geht immer um Gott als den, der hier entscheidet und die Menschen in ihren Lastern „dahingibt“ – das gilt auch für sein eigenes erwähltes Volk, zB. in 2 Chronik 29,8:
        „Daher ist der Zorn des HERRN über Juda und Jerusalem gekommen, und er hat sie dahingegeben in Zerstreuung und Verwüstung, daß man sie anpfeift, wie ihr mit euren Augen seht.“
        In Römer 1,24 ff kommt das Wort sogar mehrfach hintereinander vor, übrigens im Kontext der Verurteilung von Homosexualität: „Darum hat sie auch Gott dahingegeben in ihrer Herzen Gelüste, in Unreinigkeit, zu schänden ihre eigenen Leiber an sich selbst…..“
        Das heißt natürlich nicht, daß Gott hier Sünde wohlwollend toleriert, sondern daß ER nicht mehr eingreift, weder direkt noch indirekt, daß die Lage schon negativ ausgereift ist.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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      • zeitschnur sagt:

        Damit wir uns nicht missverstehen: nicht anders sagte ich es ja, als ich darauf verwies, dass man nichts unversucht lassen darf, weil selbst das heidnische Ninive überraschenderweise doch noch einmal umkehrte…

        Dennoch verweisen Sie selbst ja mit Ihrem Schlusszitat aus dem Römerbrief darauf, dass die juristische und moralische Etablierung der Homosexualität, als sei sie qualitativ dasselbe wie eine Ehe, in der neutestamentlichen Sicht offenkundig der Gipfel des Glaubensabfalles und an sich selbst tatsächlich ein Signal des Dahingegebenseins ist.
        Unglücklicherweise hat zu dieser Etablierung eine übermäßig harte Bestrafung beigetragen, wie das zuvor in vielen Kulturen galt (und im Islam nach wie vor offiziell gilt, aber Ähnliches hörte ich aus dem Hindu-Umfeld, das natürlich diese Doppelmoral ebenfalls kennt und pflegt), wobei man sagen muss, dass alle maskulinistischen Kulturen (und es sind fast alles so) einen Gräuelbodensatz an Homosexualität aufweisen.
        Wir wissen das ja auch von der Kirche. Aber immerhin hat man das heimlich getan und nicht als „normal“ erklärt. Jeder wird natürlich zu recht sagen: ich pfeife auf eure Doppelmoral, aber so meine ich es nicht: Sünde ist und bleibt Sünde und wehe dem, der sie bewusst in der Verborgenheit tut und sich nach vorne heraus noch fromm aufbauscht, aber es ist ein Stück echtes Dahingegebensein, wenn aus Heimlichkeit offene Propaganda und sogar Gesetz (!) wird. Wir wissen auch, dass im Islam, je islamistischer man ist, desto mehr Homosexualität und homosexuelle Pädophilie grassiert. Aber noch geben sie es dort ja nicht zu – wie die Kirche.

        Wir wissen nicht, wann Gott ein Volk dahingibt, es sei denn, er kündigt es an. Kann man diese Schriftstellen nicht ernstnehmen als eine solche Ankündigung? Ich meine schon, Frau Küble. „Sie haben das Gesetz und die Propheten“ gilt auch für uns, und wir wissen, dass unsere Exzesse kaum mehr zu überbieten sind: Millionenfacher Kindermord, zuvor der Mord an den Juden, moralisches Chaos ohne Ende, Lug und Trug und Korruption, Waffenverkäufe in schwindelndem Ausmaß an Leute, die jedem sichtbar damit die schlimmsten Gräuel begehen, Mitgliedschaft in der und brave Handlangerdienste NATO, die ein Volk nach dem anderen durch die CIA erst innerlich aushöhlt und zerstört, danach kriegerisch überfällt und ins Chaos stürzt. Wir sind so verlogen, dass es kaum mehr auszuhalten ist, und all diese Gräuel werden ja noch als moralische Heldentaten hingestellt…

        Nein, Frau Küble – das geht nicht mehr lange gut, und anstatt in uns zu gehen, lästern wir weiter, morden weiter und bemänteln unsere schweren Verfehlungen weiter, ja, wir machen noch ein Lebensgefühl draus.
        Und wer so weit runtergekommen ist wie Europa (und Amerika sowieso) – wie sollte der wieder so leicht überhaupt umkehren können? Wir haben buchstäblich seit Jahrhunderten alle Warnungen ignoriert und immer weiter gemacht und uns immer mehr in unseren Wahnvorstellungen verfangen, ob rechts oder links, „konservativ“ oder „progressiv“ spielt kaum eine Rolle.
        Dass die, die moralisch darüber erhaben zu sein glauben, teilweise auch zu recht bitter über unsere Machtpolitik sind, vom selben schweren Untergang betroffen sein werden (nämlich der Islam wegen seiner eigenen Gräuel) und uns darin ja bereits vorausgehen, sollte man auch klar sehen. Dass sie dabei wild umherballern, ist kein Zeichen von Überlegenheit, sondern von Untergang. Schauen Sie in die islamische Welt: kein Stein bleibt auf dem anderen, mit und ohne unsere Kriegshilfe. Die sind doch total am Ende und moralisch genauso verkommen wie wir. Die treiben auch ab (das weiß ich aus meiner angeheirateten Familie – trotz Kopftuch und ständigen auf dem Boden Herumgekrieche vor einem offenbar sehr harten Gott, sind die unmoralisch, dass man sich erbrechen könnte), die Taliban-Madrassen sollen, nach übereinstimmender Aussage einiger meiner Bekannten von dort, Pädophilienester sein, in Afghanistan hat ein Gros der Großgrundbesitzer neben mehreren Frauen auch Lustknaben, darüber gibt es inzwischen ganze Romane und Filme, es ist furchtbar – die haben die Homosexualität und Pädophilie längst schon etabliert, lange vor uns, spielen daneben aber immer auch noch Zuchtbulle, um auf Kinder blicken zu können.
        Und dann tun sie wieder superislamisch und sperren ihre Frauen in die Burkas – huiii, welche Gefahr geht doch von den Frauen aus, huiii, dafür treibt man es mit dem eigenen Geschlecht, und da bitte keine Schleier, man will doch noch was sehen können. Vielleicht verschleiert man die Frau ja nur, damit man sie aus der Welt der sexuellen Gier aussperrt und ungestört nur auf Männer sehen zu können. Es ist eine tief verzweifelte Lage, aber wir loben sie noch hoch und suhlen uns im Leid, sowohl im eigenen als auch in dem derer, die wir vergewaltigen. In Thailand etwa ist es kaum anders – da werden in Familien oft die jüngsten Söhne von Geburt an zu Transen erzogen, man schickt die eigenen Kinder in die Bordelle, um Geld rein zu kriegen, Jungen, Mädchen, Transen. Was ein Mann ist, der arbeitet nicht selbst, sondern lässt arbeiten. Versteht sich von selbst, dass auch der Buddhismus das eigentlich verabscheut. Doppelmoral auch hier. Männer schicken ihre Kinder zum Huren, huren selbst herum, während Frauen im Kreise ihrer Kleinkinder auf Großbaustellen Schwerstarbeit verrichten. Ich habe das mit eigenen Augen gesehen. Und so wird es auch bei uns kommen.
        Man kann nicht mit verschlossenen Augen durch die Welt gehen und sich einbilden, das wende sich noch mal zum Besseren – das ist nahezu unmöglich.

        Ja, ich bin pessimistisch, und wir wissen außerdem aus der Schrift, dass es so kommen MUSS und so kommen WIRD. Meine ganzen Lebensjahrzehnte ging es stetig abwärts, wenn auch der Fressnapf voller und die Bäuche dicker wurden, und letzteres ist für die meisten offenbar ein Gradmesser der Moral eines Volkes.
        Nach dem verheerenden Krieg hatten unsere Altvorderen nur eines im Hirn: dass der Fressnapf immer gefüllt bleibe, auch wenn man dabei in die Hölle fährt: „Meinem Kind soll es mal besser gehen!“
        Besser…

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      • ester sagt:

        ich denke der Knackpunkt steckt hier in diesem Satz:

        „Wir lassen es stehen, wenn unsere Mitbürger und Verwandten sich scheiden und wieder heiraten, weil wir respektieren, dass sie keine Christen sind und sich daher auch nicht an das gebunden sehen, was einem Katholiken gilt. “

        Also wir sehen es ja mittlerweile so, dass Unauflöslichkeit, Ausschließlichkeit, Offenheit für KInder usw, sozusagen etwas spezifisch christliches, korrekter katholisches ist und für andere dann einfach nicht gilt.

        Aber gleichzeitig hat die Kirche auch rein naturrechtliche Ehen in der Vergangenheit als sakramental angesehen, außer sie sind in sich „unzüchtig“, also polygam, Inzest usw. also die Fälle wo man sich trennen müsste, wie im Fall des Herodes und der Herodias u.ä.
        dazu gab es noch das sogenannte Privilegium Paulinum, (in eine Ehe eine getauften mit einem ungetauften, ist der getaufte nicht mehr an die Ehe gebunden, wenn der ungetaufte den getauften, aus Glaubensgründen, verlässt).

        Und das ist nun ein echtes Dilemma, ich finde es irgendwie seltsam, dass eine Ehe zwischen egal wem,. als sakramental gilt,. also, aus katholischer Sicht gültig ist,. und eine kirchliche gespendete Ehe zwischen Katholiken, wo ein Formfehler vorliegt das nicht ist.

        Entweder sind alle Ehen gültig, dann sind sie auch alle unauflöslich, außer im Fall von Polygamie,. usw, wobei es in der Vergangenheit auch hier so war, dass der getaufte Mann, zwar seine Frauen, bis auf eine, entlassen musste, aber immer noch ihnen, je nach Kultur, und auch seinen Kindern gegebenüber Unterhaltspflichtig war, also auch hier eine gewisse Gültigkeit existierte,

        oder es gibt so Ehen und katholische Ehen,

        Mir scheint es fast so, dass die Kirche in der Vergangenheit versucht hat es allen recht zu machen, und ich kenne Fälle aus der „Mission“ wo dann ernsthaft diskutiert wurde, warum das (monogame) sich bekehrt habende Paar noch mal kirchlich heiraten soll, weil das sind sie ja schon.
        Und heute wieder versucht es allen recht zu machen, indem sie diesmal die Ehen gegenteilig sieht.
        Erklärte sie früher alle Ehen, mit gutem Grund, für gültig, so erklärt sie heutzutage alle Ehen für ungültig, um es überspitzt zu formulieren, und letzteres mit dem seltsamen Effekt, dass auf einmal Verbindungen als Ehen, auch kirchlicher seits, bezeichnet werden, die es definitiv nicht sind.
        Da das ganze ein schwer aufzudröselndes Konglomerat ist, und die Welt ja die kirchliche Eheauffassung,. ehr als völlig unmöglich ansieht und es, wie gesagt, ja so, ist dass auch innerkatholisch so eine Ehe als völlig unmöglich gesehen wird, denke ich, es ist am gescheitesten, man lässt die Welt halt machen, anstatt hier mitmischen zu wollen.

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      • Guten Tag,
        wie ich ausführlich beschrieben habe, ist eine Naturehe zwar als schöpfungsgemäße Ehe gültig, aber eben nicht sakramental – das war in der Vergangenheit genauso klar wie heute. Allein eine Ehe unter Getauften ist ein Sakrament (oder in Ausnahmefällen – wenn einer der Partner ungetauft ist – nur mit bischöflicher Billigung). Gültigkeit und Sakramentalität fallen bei Gläubigen „in eins“, aber nicht bei Ungetauften.
        Die Anerkennung auch evangelischer Ehen als Sakrament ist nichts Neues, sondern hat die Kirche stets so gesehen wohlgemerkt.
        Daß die katholische Kirche an Katholiken höhere formale Anforderungen stellt als an Evangelische (geschweige an Ungetaufte), das ist durchaus logisvch. Katholiken wissen bzw. können wissen, daß eine „Formpflicht“ besteht – Protestanten hingegen nicht ohne weiteres, zumal die evangelische Kirche eben keine Formpflicht kennt. Also: Wo mehr Wissen ist, da ist auch mehr Verantwortung.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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      • ester sagt:

        also wenn eine Naturehe gültig ist, dann ist sie, weil gültig, auch unauflöslich.
        Und irgendwie begreife ich das mit der Formpflicht nicht wirklich, weil wenn eine evangelische Ehe als saktamentale Ehe durchgeht, auch dann ist diese Ehe unauflöslich,
        aber die katholische Ehe ist noch nicht mal gültig, wenn ein Formfehler vorliegt.
        Das ist doch irgendwie paradox, weil so ein bisschen Formalien, die machen doch nun wirklich nicht das Sakrament, insbesondere beim Ehesakrament,
        In Grunde sagt die Kirche doch damit: Alle Ehen sind gültig, damit unauflöslich, aber die unseren die können annulliert werden, z.B wegen der fehlenden Unterschrift eines der beiden Trauzeugen, also einer reinen Formalie,
        Das ist doch bigott!

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      • Guten Tag,
        ob nur standesamtlich oder kirchlich geheiratet wird, ist für Katholiken eben keine „Formalie“, zumal die Ehevorbereitung vor der kirchlichen Hochzeit auch noch einmal über das christliche Eheverständnis informiert (es jedenfalls sollte). Ich weiß nicht, wo das große Hindernis für diese „Formalie“ bestehen soll. Es dürfte doch klar sein, daß die Kirche als Ort für den Beginn einer Ehe angemessener ist als ein Standesamt. Zudem ist der priesterliche Segen ja nicht völlig wertlos.
        Die Ehen werden selten annulliert wegen einer fehlenden Unterschrift, sondern aus inhaltlichen Gründen (ein oder beide Brautleute wollten keinen Kindersegen, keine Unauflöslichkeit, waren psychisch unreif, Eheschließung stand unter Druck und dergl.) – Den meisten Brautleuten, die überhaupt noch katholisch eingestellt sind, ist die „Formpflicht“ nur recht: oder welches religiöse Paar wünscht sich nicht eine „Hochzeit in weiß“ inkl. Kirchenglocken etc.
        Die Naturehe ist zwar an sich unauflöslich, aber nicht absolut – im Unterschied zur sakramentalen Ehe.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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      • zeitschnur sagt:

        @ Esther & FK

        Frau Küble referiert alles richtig, allerdings hat Esther mit der Infragestellung der Formpflicht dennoch recht:

        Bis zum Tridentinum gab es sie nicht!
        Und es ist völliger Unsinn, etwas, was davor als gültig angesehen wurde, nun plötzlich als ungültig anzusehen, nur weil die Kirche ihren Senf meint plötzlich doch verbindlich und verpflichtend dazu geben zu sollen, der hier allerdings – hinsichtlich der Gültigkeit – unbedeutend ist und immer unbedeutend bleiben wird!
        Es steht ja bezeichnenderweise auch in keiner Dogmatik, dass dieser kirchliche Segegn auch nur die geringste sakramentale Bedeutung hat. Die Kirche „assistiert“ hier nur – das ist die offizielle Formulierung, und aus deiner bloßen Assistenz kann niemals der Anspruch werden, nur wer sich hat assistieren lassen, ist gültig verheiratet.
        Es ist kirchenjuristisch mE unrechtmäßig so beansprucht, aber nicht sakramental. So weit hat man sich dann doch nicht in die Lüge hineinbegeben wollen…
        Warum führte die Kirche nach 1500 Jahren gültiger Ehen auch ohne Kirchenassistenz die Formpflicht ein? Sie akzeptierte vorher ja sogar heimlich geschlossene Ehen! Und dann dieser Zinnober!
        Die Kirche wollte nach der Reformation die eiserne Kontrolle darüber gewinnen, wer wen heiratet und die Leute schikanieren, falls sie einen Anderskonfessionellen heiraten würden. Sagen wir es doch ehrlich und redlich wie es war! Sie wollte das einzige Sakament, das ausschließlich die Laien spenden können, selbst an sich reißen, eine reine Machtfrage.
        Das Argument, die Evangelischen müssten ja nicht kirchlich heiraten und seien daher auch ohne kirchliche Assistenz gültig verheiratet, ist logisch völlig unsinnig – hier gelten nur absolute Maßstäbe, wenn es um das Sakramentale geht! Es ist ein reines Autoritätsargument – und das ist ungültig, denn die Sakramentenspender sind und bleiben immer die getauften Brautleute und eben nicht die Kirche!

        Die Gültigkeit der sakramentalen Ehe liegt ausschließlich darin, dass Braut und Bräutigam sich gegenseitig öffentlich und frei wollend das Sakrament der Ehe spenden und diese Ehe dann auch vollziehen.
        Das war noch nie anders und wird nie anders sein.

        Dass es natürlich schön und sinnvoll ist, das mit dem Segen der Kirche zu vollziehen, ist nachvollziehbar, wurde auch bei den protestanten so praktiziert, hat aber mit der Gültigkeit nichts zu tun.
        Die Kirche hat sich mE da gehörig verrannt und ist dabei auch unredlich geworden.
        und genau das mahnt Esther zu recht an.

        So sind auch Ihre Gründe, Frau Küble, hinsichtlich einer Gültigkeitsfrage auf einer redlichen und logischen Ebene gegenstandslos.

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      • ester sagt:

        Jetzt frag ich mal ganz dumm:
        Worin besteht denn dann noch der Unterschied zwischen eine Naturehe, einer evangelischen Ehe und einer katholischen?
        Nach modernem Verständnis stellt es sich so da: die ersten beiden können geschieden werden, die letztere nur anuliert und das kann sie dann werden, wenn sie nur auf dem Standesamt geschlossen wurde.
        Allerdings nach klassisch katholischer Auffassung können alle nicht geschieden werden, es sei denn sie sind ungültig, was früher ganz klar war, es musste sich um Bigamie, handfesten Zwang oder gar Inzest handeln, während die modernen Begründungen sich leicht erfunden anhören.
        Um aber wieder den Schlenker zum Artikel zu bekommen, die Lage stellt sich so da; dass alle geschieden werden wollen, und heiraten, so für immer und ewig und für einander da, bis dass der Tod sie scheidet, das wollen scheinbar nur noch die, die es nicht können.

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      • Guten Tag,
        die Ehe eines Katholiken, die nur standesamtlich geschlossen wurde, kann nicht „annulliert“ werden, sondern wird von vornherein nicht als gültig angesehen. Eine Ungültigkeitserklärung setzt doch voraus, daß man zunächst von einer Gültigkeit ausgeht, sonst wäre kein Annullierungsverfahren nötig. Ich hatte bereits geschrieben, daß die Gründe für eine Annullierung fast immer inhaltlicher Art sind, selten formaljuristisch. Ob man die inhaltlichen Gründe nun zu weit ausgedehnt findet oder nicht, steht auf einem anderen Blatt.

        Auch früher waren die Gründe für eine Ungültigkeit nicht nur auf die Punkte Zwang, Inzest oder Bigamie beschränkt. Stets mußte z.B. der Punkt „Ja zum Kindersegen“ und „Ja zur Unauflöslichkeit“ als Voraussetzung für die Gültigkeit vorhanden sein, weil beides zum Wesen der Ehe gehört.
        Selbst bei einer gültigen, sakramentalen Ehe von Katholiken gibt es nicht erst seit gestern oder heute, sondern seit Jahrhunderten die bereits vom hl. Paulus erwähnte „Trennung von Tisch und Bett“ bei sehr schwerwiegender Eheproblematik (Ehebruch, Gewalttätigkeiten etc). Nicht die Trennung ist verboten, sondern die Wiederverheiratung. Geschiedene können selbstverständlich zur hl. Kommunion gehen (sofern sie keusch leben), nicht jedoch die Wiederverheirateten (es sei denn, sie leben enthaltsam).
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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      • ester sagt:

        sorry Frau Küble aber meiner Information nach, gehören auch formale Gründe zur Annullierung, also ein Formfehler bei der Eheschließung, Trauzeugen haben nicht beide unterschrieben, irgendwelche sonstigen Fehler,
        vor Jahren rühmte sich im Konradsblatt ein Pfarrer dafür,. dass er, immer dann, wenn er dachte „Ach das hebt eh nicht mit den beiden“ einen solchen Formfehler machte, damit die Ehe dann annulliert werden konnte.
        Und wenn das „Ja zum KIndersegen“ wirklich Vorrausetzung für eine gültige Ehe ist, dann ist jede Ehe in der, ohne schwerwiegenden Grund, verhütet wird, ungültig und damit sind fast alle katholischen Ehen ungültig, weil „alle“ eben die Pille schlucken, sich haben sterilisieren lassen usw.
        Und dann müsste dieses Ungültigkeitskriterium, eben „nicht uneingeschränktes Ja zum Kindersegen“ auch für die Mehrheit der Nichtkatholischen Ehen gelten und wir hätten das Problem, dass wir kaum mehr gültige Ehen haben.

        Eine Trennung von Tisch und Bett, hebt doch die Ehe nicht auf, das ist doch klar, darum geht es hier auch gar nicht.

        Es geht meines Erachtens darum, dass man selber die Ehe billig gemacht hat und wir nun die paradoxe Situation haben, dass die die möglicherweise verheiratet sein könnten, nur das Problem haben, dass sie das nicht wollen und ungemein versessen auf Annullierung, sprich Scheidung auf katholisch sind.
        Und man den Eindruck hat, die Kirche hat hier keine klare Linie, einerseits erklärt sie alle für verheiratet, die sie dafür erklären kann und andererseits wird alles anulliert was anulliert werden will, Ich habe dazu schon die merkwürdigsten Geschichten gehört, aber noch nie, dass es verweigert wurde, weil unreif ist man ja immer…….

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      • Guten Tag,
        das hatte ich nicht bestritten, daß a u c h Formfehler zur Ungültigkeitserklärung einer Ehe führen können. Ich erwähnte bereits zweimal in meinen Antworten, daß diese vorkommen, aber zugleich kein häufiger Annullierungsgrund sind, sondern inhaltliche Gründe der Regelfall. (Bei Ihrem Beispiel mit der fehlenden Unterschrifte eines Trauzeuen fand ja immerhin überhaupt eine kirchliche Hochzeit statt.)
        Wenn aber nur eine standesamtliche Trauung erfolgte, also keine kirchliche, gibt es kein Annullierungsverfahren, weil der Fall nach Kirchenrecht von vornherein als „ungültig“ feststeht. Ich schreibe nochmal: Ein Annullierungsverfahren setzt voraus, daß wenigstens der ANSCHEIN einer gültigen Ehe besteht – deren Gültigkeit oder Nicht-Gültigkeit dann zu klären ist. Das ist bei einer standesamtlichen Trauung nicht der Fall (wir gehen jetzt von Katholiken aus), hier erübrigt sich ein Verfahren. Und genau darum ging es in meinem vorigen Kommentar als Antwort auf Ihr vorhergehendes Posting.
        Die künstliche Empfängnisverhütung ist zwar sündhaft, macht aber eine Ehe keineswegs ungültig. Das „Ja zur Fruchtbarkeit“ als Voraussetzung der Gültigkeit beinhaltet die grundsätzliche Absicht, daß zumindest ein Kind aus der Ehe hervorgeht (der biologische Faktor – ob es „klappt“ oder nicht – spielt hier ohnehin keine Rolle). Von einem „uneingeschränkten“ Ja ist als Gültigkeits-Voraussetzung nicht die Rede, das war auch früher nicht so – einmal abgesehen davon, daß die Kirche die natürliche Empfängnisregelung erlaubt (vorausgesetzt ernste Gründe sind vorhanden).
        Natürlich hebt die „Trennung von Tisch und Bett“ die Ehe nicht auf, aber Sie hatten doch zuvor das Thema Scheidung angesprochen. Eine weltliche Scheidung ist natürlich keine kirchliche, die es bei einer gültigen und vollzogenen Ehe sowieso gar nicht geben kann, aber auch eine weltliche Scheidung als solche ist für Katholiken keine Sünde, wenn sie dennoch grundsätzlich am Eheband festhalten (nicht wieder heiraten).
        Es gibt sehr wohl Fälle, in denen die Ehe-Annullierung verweigert wurde – und übrigens kommt es auch vor, daß überhaupt kein Verfahren eröffnet wird, weil schon bei den Erst-Untersuchungen klar wird, daß kein Anlaß besteht.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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      • zeitschnur sagt:

        …wie unredlich die Kirche aber hier handelt, sollten Sie schon sehen: eine standesamtliche Ehe zweier Katholiken ist also von vornherein ungültig, selbst dann, wenn die beiden sie willentlich und ohne inhaltliche „Fehler“ geschlossen und vollzogen haben? So macht man es den Leuten leicht und schwächt ihre Verantwortungsfähigkeit!

        Esther hat völlig recht: das ist einfach nur noch absurd! Vor lauter kirchenrechtlichen Bäumen sieht man den Wald nicht mehr.

        Mit diesen Winkeladvokatereien hat die Kirche sich ihr eigenes Grab geschaufelt und mitbefördert, dass man die öffentliche Willensbekundung zur Ehe nicht mehr ernstnimmt. Tut mir leid – aber solche kirchenjuristischen Haarspaltereien bleiben nicht folgenlos auf lange Sicht. Faktum ist, dass Getaufte sich auf dem Standesamt (im normalen Fall) IMMER öffentlich und willentlich trauen und damit im Prinzip auch den sakramentalen Aspekt der Ehe anerkennen und vollziehen. Es ist schließlich die öffentliche Willensbekundung der Schlüssel und weniger der Ort, an dem dies geschieht. Soviel Klarheit sollte sein.

        Und ich weise noch mal drauf hin: 1500 Jahre lang sah die Kirche das nicht so haarspalterisch.
        Und wenn die Kirche plötzlich mit irgendwelchen Zwängen und Ansprüchen kommt, von denen sie die ganze Dimension der Rechtsgläubigkeit und Gültigkeit abhängig macht, wo sie zuvor daran nicht hängenblieb und daraus kein Problem machte, ist höchste Alarmstufe angesagt.
        Esther sieht das richtig. Die Folge ist nämlich, sagen wir es krass: das, was die Ehe sakramental macht, nämlich die freie, mündige und eigenständige Entscheidung und Willensbekundung beider Eheleute wurde runtergefahren, die Eheleute wurden entmündigt mit einem solchen Kirchenrecht. Es kommt also auf ihre freie und mündige öffentliche Aktion nur noch sekundär an – und genau das verfremdet das Sakrament und entwertet es. Die Ehe stellt doch gerade die freie und mündige Entscheidung Gottes und des Menschen dar und nicht die Gängelung durch wen auch immer.
        Ich weiß, dass Sie, Frau Küble, nur referieren, was gilt, aber auch diese Spur seit 500 Jahren hat das Problem schon geschaffen, das heute wie eine Eiterbeule aufplatzt. die Kirche selbst hat die Brautleute entmündigt und ihnen ein Stück weit ihr Verantwortungsbewusstsein auch für den Fall, dass formal nicht alles korrekt ist, geraubt, ja förmlich ausgeredet. Sie hat das Primäre gegen das Sekundäre vertauscht. Wenn Katholiken „nur“ standesamtlich verheiratet sind, ist es schlicht unverantwortlich, ihnen einzureden, das sei aber sowieso keine Ehe. Man hätte hier vielleicht auf das gesunde Urteil bereits lange in einer Ehe stehender Menschen hören sollen und nicht solche realitätsfernen Gedanken unerfahrener und theoretisierender Männer zum Gesetz machen sollen. Ich denke, Esther und ich sprechen als sehr lange verheiratete Frauen.

        Damit mich keiner missversteht: gläubige Katholiken werden sicher auch die Sehnsucht danach haben, sich bei der Eheschließung von der Kirche assistieren zu lassen (es muss ja nicht mal ein Priester dabei sein!), aber darauf die Gültigkeit einer sakramentalen Ehe gründen zu wollen, ist nach jeder vernünftigen Logik abwegig.

        Es kommt ja auch nicht von Ungefähr, dass die meisten Katholiken gar nicht mehr wissen, dass nicht die Kirche ihnen das Sakrament spendet, sondern sie sich gegenseitig selbst…

        Im Buch Tobit kann man nachlesen, in welch großer Freiheit Ehen, die vor Gott gelten, selbst noch im AT geschlossen werden konnten (Tobit 6 ff).

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      • ester sagt:

        Entschuldigung Frau Küble, aber sehen Sie nicht die Absurdität.?
        Also nehme wir ein Beispiel, ein Paar, beide katholisch, sind nur standesamtlich verheiratet, und lassen sich scheiden,
        Der Mann lernt was nettes, katholisches kennen, die Oma besteht auf kirchlicher Hochzeit, alles easy, kein Problem.
        Dieselbe Konstellation mit einem atheistischen Paar, da muss ein Anulierungsverfahren gemacht werden.
        Das ist doch komplett unlogisch, weil meinem Empfinden nach, müsste es umgedreht sein, oder man müsste sagen „Alles was nicht katholisch sakramental ist, geht uns nichts an.“
        Dann wer verhütet, und wer abtreibt, sagt damit „Nein“ zum Kind, würde er/sie das nicht tun, so würde er/sie nicht verhüten, also das ist doch logisch.
        Und das Verhütung und wenn es dann „schief“ geht abtreiben, und dann, damit es nicht wieder passiert, oder wenn man das Kind doch gekriegt hat, aber dann Sterilisation, das ist eben unsere Realität und es geschieht auch bei katholischen Eheleuten.
        Auch deshalb sind, streng genommen viele katholische, sakramentale Ehen ungültig, aber dieses Fass wagt man nicht aufzumachen.

        Und wenn das Nein zu´den Kindern die GOTT EUCH SCHENKEN will, ein Annulierungsgrund ist, dann ist die Mehrzahl unserer Ehen ungültig,

        Mir scheint das Problem ein anderes zu sein, es gibt die unterschwellige Sehnsucht der Menschen nach einer guten Ehe, man gehe ins Kino, da merkt man das.
        Es gibt die reale Erfahrung, dass eine Ehe „viel Kreuz und Leid“ ist, wie es die oberrheinischen Bischöfe (Kaspar, Saier und Lehmann) seinerzeit formulierten.

        Im Moment scheint man auf dem Standpunkt zu stehen, kirchlich, weltlich sowieso, sobald der Abstieg von Wolke 7 erfolgt, und das einer nicht verträgt, dann war das halt nix mit der Ehe und es ist barmherzig, wenn man dann erlaubt den Leuten da raus zu kommen.
        Und die Frommen die machen alles mit.

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      • Guten Tag,
        Sie schreiben: „….dieselbe Konstellation mit einem atheistischen Paar, da muß ein Annullierungsverfahren gemacht werden“. Falls Sie mit „atheistisch“, wie anzunehmen ist, ein ungetauftes Paar meinen, so ist hier ein Annullierungsverfahren gar nicht möglich, da die katholische Kirche über Ungetaufte keine Rechtsbefugnis hat.
        Eine Ehe wird selbst im Falle einer Sterilisation oder gar Abtreibung nicht ungültig. Es kommt auf den Zeitpunkt der Eheschließung an. Wenn dabei beide Partner ein „Ja zur Fruchtbarkeit“ sagen bzw. der Einstellung nach vertreten, dann ist die Ehe insoweit gültig. Sie wird nicht im nachhinein ungültig, weil eine/r oder beide Eheleute sich später moralisch verschlechtern.
        Ebenso wenig wird eine Ehe durch einen späteren Ehebruch ungültig. (Jemand kann zum Zeitpunkt seiner Eheschließung durchaus ernsthaft gewillt sein, sich an die eheliche Treue zu halten.)
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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      • zeitschnur sagt:

        Jetzt kommt es auch noch auf den „Zeitpunkt der Eheschließung“ an – das wird ja immer komplizierter, und dementsprechend verwirrt sieht es in der Kirche auch aus! Wann habe ich ganz im Ernst was gedacht und gemeint – ein Klassiker kaputter Ehen. Und zum Thema korrektes Erinnerungsvermögen gibt es ernüchternde psychologische Studien…
        Wie oft erlebt man das, dass verzweifelte Eheleute im Nachhinein sagen, sie hätten dies oder jenes aber anfangs in Wahrheit doch nicht gewollt oder gedacht, seien nur von andern dahin getrieben worden oder hätten sich geirrt. Und so weiter blablabla.
        Nee – das ist und bleibt eine Haarspalterei, die tatsächlich, wie Esther sagt, dazu führt, dass man unverantwortlich Katholiken aus vollzogenen bürgerlichen Ehen rauslässt, die man ihnen erst noch zum Gewissensproblem macht (was ich nicht angemessen finde), Protestanten, falls sie katholisch würden, aber nicht – und das bei der gleichen Situation.
        Das ist absurd und fördert die Verantwortungslosigkeit.

        Faktum ist, dass zahlreiche Katholiken sich definitiv mit kirchlicher Genehmigung scheiden lassen UND wiederverheiraten – auch der ach so konservative Benedikt hat ja damit argumentiert, dass die meisten Ehen ungültig seien. Prima – mehr braucht es doch nicht, um sich so zu betten wie alle Welt. Währen die Ungläubigen immerhin noch schlechte Gewissen haben dabei, witrd der Katholik kirchlicherseits durch Winkeladvokaterei beruhigt.
        Mit dieser absurden katholischen Messlatte hat man die ohnehin schon bestehende Wirrnis nur noch komplettiert.
        Endergebnis: das Kirchenrecht erlaubt fast ausnahmlos die Wiederheirat, sofern nur hartnäckig darum insistiert wird. Alleine das hat das Sakrament zu einer Farce gemacht.
        Prost – das nenn ich mal christlich.

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      • ester sagt:

        Frau Küble wenn zwei ungetaufte heiraten und sich scheiden lassen und der eine ungetaufte, lernt ein nettes, katholisches Mädchen kennen und will die, will ihn katholisch heiraten, dann muss dessen erste Ehe sehr wohl annuliert werden.
        Und sehen wir doch, was das Ja zum Kind angeht, dass da die wenigsten Paare zum Zeitpunkt der Eheschließung, bereit sind, „die KInder die Gott ihnen schenken will“ anzunehmen, sondern die überwältigende Mehrheit schon welche will, aber nicht so viele und nicht gleich, sondern nur bereit sind, soviele Kinder anzunehmen, wie sie selber annehmen wollen und nachhelfen sobald es mehr oder weniger werden, als sie es sich so gedacht haben.
        Es ist ja nicht so, möchte das betonen, dass ich die Motivation der Leute nicht nachvollziehen kann, aber man muss doch zur Kenntnis nehmen, dass die Sakramente und nicht nur das Ehesakrament verschleudert werden, sind doch alles Gerechte die der Rettung nicht bedürfen

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      • Guten Tag,
        wenn ein Christ einen verheirateten Ungetauften heiraten will, kann diese Natur-Ehe des Ungetauften durch den Papst aufgelöst werden, weil sie nicht absolut unauflöslich ist (Privilegium Petrtinum). Es geht dann aber um eine Auflösung, nicht um eine Annullierung jener Natur-Ehe. Dasselbe gilt für das Privilegium Paulinum (einer der beiden ungetauft Verheirateten will sich taufen lassen).
        Sodann: Es geht – wie ich schon einmal schrieb – bei dem für die Gültigkeit notwendigen „Ja zur Fruchtbarkeit“ nicht darum, eine ideale Haltung in dieser Hinsicht einzunehmen. Es genügt die Bereitschaft zum Kindersegen, notfalls zu einem einzigen Kind, um die Ehe insoweit gültig zu machen.
        Es ist übrigens katholisches Alleinstellungsmerkmal, daß sich die Eheleute das Sakrament selber gegenseitig spenden. Die evangelische Seite lehnt die Sakramentalität der Ehe ab, die orthodoxe Kirche befürwortet sie zwar, lehrt aber, das Sakrament werde vom Bischof oder Priester gespendet.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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      • ester sagt:

        also wenn das „Ja“ zu einem Kind genügt, dann lügt man aber bei jeder Hochzeit, weil es da um die Annahme der Kinder die GOTT schenken will geht.
        Das ist es ja, einerseits behauptet man alle möglichen Ehen seien gültig, also auch wie Sie schreiben, Frau Küble, es genügt wenn das Paar nur ein Kind will und weitere kategorisch ausschließt.
        Gleichzeitig ist aber der Satz „Also ich, ich wollte ja schon mehr Kinder, aber die/der, die/der wollte das von vorneweg nicht….“ ein Anulierungsgrund.
        Übrigens auch das umgedrehte, „Also ich ich wollte ja nie, aber der/die hat mich dazu überredet, also gezwungen, all die vielen KInder zu kriegen und ich, ich habe dem/der vertraut…“ kann ich bezeuge, ist als Anullierungsgrund durchgegangen, weil es als Zeichen von Unreife angesehen wurde,. wenn sich einer auf viele Kinder einlässt.
        Übrigens der zuständige Annulierer,. gilt als sehr, sehr konservativer Theologe, aber das nur am Rande.
        Fakt ist durch diese ganze Eiertanzerei, macht sich die Kirche lächerlich und verunsichert, sofern man das mal durchdenkt, auch die frömmeren Leute.
        Weil eine Anullierung bedeutet, das die Ehe von vorneweg nicht existierte und deshalb.logisch weitergedacht, es hohe Zeit war, diesen verkehrten Zustand, des Lebens in einer nichtexistenten Ehe, beendet werden musste.
        ALso das Leben in einer anullierfähigen Ehe war ja das Leben in einer nichtsakramentalen und noch nicht mal naturrechtlich gültigen Ehe, es war Leben in einer Illusion in einem sozusagen gefakten Sakrament und sowas muss doch eigentlich beendet werden.
        Wenn nun, wie nicht nur Papst Benedikt sagt., viele., zu viele Ehen von vorneweg ungültig sind, ja dann müsste doch jeder in sich gehen und sich fragen, ob die eigene Ehe gültig ist?
        Verstehen Sie?
        Ich habe genau diesen Punkt schon mehrere Male durchdiskutiert, und habe immer zur Antwort bekommen, ja das kann ja geschehen, dass aus einer ungültigen Ehe eine gültige wird, also der unreife Teil, reif wird, die anfänglicher Ausschließung von Kindern sich zu einer Annahme selbiger wandelt usw.

        Ich finde all das macht das Chaos nur noch schlimmer, weil ich finde damit nimmt man den Menschen und sein Versprechen, dass er vor Gott gibt nicht wirklich ernst

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  2. Stephan sagt:

    Man kann jahrhundertelange Diskriminierung und blutige Verfolgung zur Tradition erklären, aber dabei bleibt es dennoch ein Verbrechen der Kirchen! Aber was kümmert mich das Genölt der Eunuchen für das Himmelreich

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    • ester sagt:

      wo bitte hat die Kirche Homosexuelle blutig verfolgt?
      Verwechseln SIe da nicht etwas?
      Die, welche die Homosexuellen an den Baukränen aufhängen, das sind andere.

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      • Bernhard sagt:

        Ja, solche Gedanken kommen mir auch manchmal.

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      • Bernhard sagt:

        Das stimmt nun auch wieder nicht. Im Mittelalter stand auf homosexuelle Handlungen die Todesstrafe, durch Vierteilung oder etwas ähnlich Grausames. Wie oft die tatsächlich vollstreckt wurde, ist eine andere Frage, aber vorgesehen war sie dafür jedenfalls.

        Man muss heutige Grausamkeiten klar benennen, darf aber eigene Grausamkeiten in der Vergangenheit nicht leugnen.

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    • zeitschnur sagt:

      Leute – hier weiß jeder, dass ich die Gräuel durch die Kirche verabscheue und zutiefst bedaure, auch das, obwohl die „Eunuchen für das Himmelreich“ ja selbst allzu oft ein Sumpf der Homosexualität waren und sind. Darüber gibt es zahlreiche Dokumente, auch aus der tiefen Vergangenheit. Die Kirche ist nun mal verlogen und von widerwärtiger Doppelmoral geprägt – jedenfalls in vielen ihrer ach so hierarchischen Hierarchen. Ind dafür hat sie dann jene Hierarchie auch gleich noch zum Abbild der angeblichen himmlischen Hierarchien erhoben.
      Niemanden hier im Forum stößt das mehr ab als mich, und das weiß auch jeder, der hier mitliest.
      Aber es geht hier nicht um die „Tradition“, dass Homosexuelle gevierteilt wurden – das ist vielleicht eine juristische Tradition gewesen, aber doch keine Glaubenstradition (!?!? könnt ihr das eine vom andern unterscheiden?!?!), sondern darum, ob ihre Beziehungen theologisch gesehen dasselbe sein können wie eine sakramentale Ehe.
      Vielleicht schafft ihr es allesamt mal, beim Thema zu bleiben und euch auf das zu konzentrieren, was an dieser Stelle in Frage steht.

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