Deutsch-israelischer Autor zum Problemfall „Islam und Religionsfreiheit“

Von Klaus Moshe Pülz

Das Kardinalproblem hinsichtlich des staatlichen Umgangs mit dem Islam besteht darin, daß unser Grundgesetz jede Art von Religion und deren freie Ausübung nicht nur toleriert, sondern sogar als „Körperschaft des öffentlichen Rechts“ mit Sonderprivilegien garantiert.

Geht es um den theologischen Wahrheitsgehalt hingegen, so trennt die Bundesrepublik Staat und Religion, so daß die institutionelle christliche Kirche kein Exklusivrecht als allein wahre und seligmachende Religion nach Joh 14,6 genießt, wie es ihr eigentlich von der Bibel her zusteht.

Der Schwachpunkt eines freiheitlich demokratischen Staatswesens besteht darin, daß unter solchen Umständen die Wehrhaftigkeit einer Demokratie nicht gegeben ist, wenn tatsächlich eine Pseudo-Religion ebenfalls mit einem Wahrheitsanspruch auftritt, aber durch ihr aggressives Expansionsbedürfnis die „ lauere“ Religion sozusagen paritätisch überlagert, zumal wenn die Vertreter der christlichen Religion in ihrem missionarischen Eifer derart erlahmt sind, daß die Vertreter des Islam der Kirche den Rang ablaufen.

Diese laodizäische Lauheit (vgl. Offb 3,14f.) bringt das Christentum insbesondere im eschatologischen bzw. endzeitlichen Prozeß in Zugzwang, was als Bewährung anzusehen ist.

Demzufolge kann unter diesen Umständen die islamische Invasion als Herausforderung für das dereinstige christlich-jüdische Abendland gesehen und bewertet werden. Insofern eignet sich das demokratische Staatsverständnis nicht als Bollwerk gegen religiöse Verführung durch eine anderen Religion, die Professor Hans Küng als „Paradigma“ bezeichnete.

Aber es kann nur eine einzige Wahrheit existieren, so daß wir schließlich zur Gottesfrage kommen: welche Religion ist die einzig wahre?

Diese Frage stellte auch Friedrich der Große von Preußen, als er seine Generäle befragte. General von Ziethen war derjenige, der ihm erwiderte: „Die Juden sind der Beweis für die Existenz Gottes!“  –  und damit ist ihm beizupflichten. Die Christenheit bzw. die christliche Kirche begeht die gleichen Fehler wie das jüdische Tempeltum, indem sie nur noch Institution wurde, ohne vom Geist Gottes erfüllt zu sein.

Aber ein „Glaube“, der sich in seiner Tradition nur selbst tradiert, verliert nicht nur seine Strahlkraft, sondern seine Vollmacht von Gott.

Unser Autor, der judenchristliche Publizist Klaus M. Pülz, wirkt als Journalist und Prediger in Deutschland und Israel; er leitet die “Messianische Bekenntnisgemeinschaft” sowie den Verein “Zelem” (www.zelem.de) und bringt seit Jahrzehnten die theologische Zeitschrift “Bote Neues Israel” heraus. 

2 Kommentare on “Deutsch-israelischer Autor zum Problemfall „Islam und Religionsfreiheit“”

  1. Rambo sagt:

    Die europäischen Völker merken allmählich, dass ein Brüsseler Machtapparat ihre nationalen Rechte beschneiden will, immer mehr Nationen begehren auf, und was fällt Macron, der sich an die Spitze der EU setzen will, mit deutschem Geld in der Regierung des europäischen Zentralkommitees ein, so schnell wie möglich 10 Millionen Afrikaner nach Europa jährlich im Eiltempo zu holen, so dass die Europäer sich nicht mehr gegen ihre Versklavung wehren können. Wenn Frankreich schon Bürgeranteile von 40 Prozent mit Migrationshintergrund hat und es kommen noch Millionen dazu, ist es aussichtslos, dass die französische Nation sich noch gegen die Überfremdung wehren kann und Marine Le Pen einen goldenen Blumentopf gewinnt. Die selbsternannte Brüsseler Macht-Elite kennt keine Gnade, bis sich alle Europäer ihr unterwerfen.

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  2. zeitschnur sagt:

    „Aber ein „Glaube“, der sich in seiner Tradition nur selbst tradiert, verliert nicht nur seine Strahlkraft, sondern seine Vollmacht von Gott.“
    ************************

    Lebendige und verwesende Tradition

    Das dürfte das Problem der Kirche und ihre Perversion zum Antichristlichen sein. Deswegen ist der kircheninterne Kampf so absurd: die „Traditionalisten“ (v.a. die Piusbrüder und Sedisvakantisten) bilden sich ein, die autoritäre Vereinseitigung des „Glaubens“ hin zu einer rabiaten, formalistischen und teilweise grauenhaft verkitschten „Glaubensmechanik“, geborgen im Schutz eines quasi allmächtigen „Lehramtes“ und einer Kitschmadonna fürs Gemüt sei der „wahre Glaube“. Und den wollen sie zurück, indem sie das tun, was dieser starre Formalismus unter Bannsätzen eigentlich verbietet: Sie wollen das wahre „Lehramt“ so lange selbst „ersetzen“, bis wieder ein – ihrer eigenmächtigen Meinung nach – wahrer Papst kommt…

    Was wir heute erleben ist die Konsequenz des Aberglaubens nach dem Tridentinum: ein mächtiges, auch weltlich-mächtiges Lehramt hat keinerlei neutestamentliche Verheißung, und nichts fehlte dem Vaticanum I später mehr als eine neutestamentliche Fundierung, wie bereits das Immaculatadogma eine solche nicht mehr aufweisen konnte. Bereits der weitschweifige Begleittext des Dogmas von 1854 ist definitiv verlogen – das kann jeder Kirchenhistoriker leicht nachweisen. Es ist eine Schande, was Pius IX. da von sich gab. Lässt sich auf Lügen etwas Gutes und Wahres gründen?!

    Der scheinbar so soziale und geschmeidige Weg der Jesuiten als der SA des Papstes (NICHT Jesu Christi! – die Kompagnie müsste redlicherweise eigentlich „societas papae et imperii“ genannt werden…) kleisterte nach und nach jeden Funken lebendigen Glaubens zu und ersetzte ihn durch den Glauben von „Kadavern“, mechanischen Glaubenspuppen, und Rom in seinem Machtwahn konnte das nur recht sein. Das ganze liturgische, wundersüchtige, erstarrt-thomistische und sonstige theologische Chaos, das im 19. Jh dann die ultramontanen Zöglinge der Jesuiten beklagten, hatte doch diese Kompagnie zuvor jahrhundertelang selbst angerichtet mit ihrer unredlichen Sophisterei. Sie hatte doch nachweislich selbst den Abfall in vielen Teilgebieten initiiert und zT in die ganze Welt missioniert, angefangen von einer unbiblischen Kosmologie über den Synkretismus und Vorformen des Kommunismus und Faschismus hin zu einem quasi-islamischen Glaubenskonstrukt mit vielen abegrgläubischen und erscheinungsbewegten Zuckerbrötchen fürs doofe Herdenvieh, während man sich selbst für den Gipfel der Intellektualität hielt und alle Universitäten zu usurpieren suchte mit der eigenen Doktrin, dabei stets im inneren Machtkampf mit den Dominikanern und Benediktinern und am Ende mit dem Papst selbst befasst.
    Es ging nur um Macht, Macht und noch mal Macht in dieser Weltkirche, über das Geld und über die Seelen. Man muss sich wundern, dass es trotzdem immer noch Glauben gab – aber sehr selten bei der allmächtigen, herrischen Hierarchie, die vor allem sich selbst erhob und nur wenig Jesus Christus. Da konnte auch das geheuchelte „ad maiorem Dei gloriam“ nicht drüberwegtrösten.

    Die Verwirrungen des Protestantismus liegen im Kern seiner Lehren begraben: will ich die Tradition auch als lebendige Überlieferung kippen, werde ich am Ende auch die „scriptura“ in Frage stellen – ist doch auch sie letztendlich nur eine Tradition der Kirche. Und genau so ist es gekommen im Protestantismus. Auch der Pietismus „ruderte“ ja sehr bald verzweifelt um das Überleben eines echten, lebendigen Glaubens und konnte noch wenige Jahrhunderte den totalen Absturz in den Unglauben in der Ev. Kirche aufhalten.

    Der Kardinalfehler des Protestantismus liegt darin, dass er – eigentlich nicht anders als der Katholizismus nach dem Tridentinum (!) – niemals unterscheiden konnte zwischen lebendiger und erstarrter Tradiiton und selbst nach wenigen Jahrzehnten in einem erstarrten Luthertum oder einem seelenlosen Reformiertentum landete.
    Es ging im Pietismus primär um die Frage nach einem lebendigen, persönlichen Glauben, und diese Frage ist ja tatsächlich DIE FRAGE DER FRAGEN und konnte von den voneinander abgefallenen Kirchen nicht mehr beantwortet werden. Der Pietismus war eine Art APO der ev. Kirche.
    Die RKK wandelte sich in der Neuzeit zu einem bestialischen Machtapparat. Zwar verlor er am Ende seinen Grund und Boden im Kirchenstaat, konsolidierte dafür seine politische Macht ins Globale und Flächendeckende und meisterhaft Bewegliche. Die Kirche wurde so frei beweglich und kriecherisch wie eine Schlange, versehen mit seelischen, politischen und geistigen Würgekräften und Giftzähnen. Helfer war und ist dabei die Societas Jesu und weitere gezielt politisch agierende Orden (etwa auch das Opus Dei). Die strategische, scheinbare Laxheit, um die Seelen umso herrischer zu unterwerfen, wie die SJ, führte in die Totalverengung des 19. Jh hinein, die auch in der RKK jeden lebendigen Traditionsbegriff endgültig erstickte.

    Und die heutigen Traditionalisten begreifen nicht, dass die verwilderten Zustände im 19. Jh ja maßgeblich auf die liturgische und theologische Schlamperei der SJ zurückzuführen war, die dann aber selbst kräftig in den eigenen Verwüstungen die Werbetrommel für noch mehr Papstmacht und noch mehr Entmündigung der Gläubigen rührte, als läge es daran (was eine Lüge war und ist). Pius IX. war die perfekte Strohpuppe für diese Bagage: zu dumm, um zu begreifen, was hier vorging, zu abergläubisch um klar zu denken, und zu eitel, um der Versuchung zur Selbsterhöhung zu widerstehen und sich der verheerenden Entwicklung entgegenzustellen. Nach Jahrzehnten seiner Regierung war die Kirche an der Spitze kaputt. Leo XIII. milderte danach manches ab, konnte und wollte es aber nicht mehr halten. Die Freimaurer-Hysterie wurde immer grotesker: schuld an den Verwüstungen seien nur sie. Dabei war der Ultramontanismus ja selber eine nachweislich freimaurerische Idee… So huldigt die FSSPX bis heute Freimaurer-Gedankengut und schimpft dabei ständig auf die Freimaurer – es geht kaum absurder… Dann kam Pius X., der Mann mit dem faschistischen Genie. In „Pascendi“, dieser furchtbaren Enzyklika, dem Top-Papst-Fan-Artikel der Piusbrüder, entwarf er die Vorform pauschaler, argumentationsfreier und totalitärer Verteufelungen von einzelnen Menschen und Bewegungen und lieferte eine perfekte totalitäre Struktur in seinem Entwurf der „Heilmittel“ gegen das, was er verteufelte, nämlich alles, was sich ihm, dem „Vater par excellence“ (ja, so annte er sich selbst wirklich!) nicht unterwarf. Er hatte alle geistien und politischen Weichen für den Aufstieg des Faschismus gestellt. Und zwar für den Faschismus der Rechten wie der Linken: sie ahmten die Perversionen der Machtkirche wie Papageien nach, nur ließen sie inzwischen mehrheitlich das religiöse Geheuchel dabei weg. Die längst entspiritualisierten Protestanten fielen dann in ihrer unerfüllten Sehnsucht noch stärker auf diese weltlichen Kirchenkopien herein als die Katholiken: die hatten es ja immerhin im Proprium und bedurften einstweilen noch keiner Kopie. Ein Grund zur heroischen katholischen Selbstbeweihräucherung ist also nicht gegeben.

    Und so ging es weiter, es gehört alles zusammen, das Vaticanum I bedingte das Vaticanum II, und der absurde Wahn der Traditionalisten, das Vaticanum II und die Freimaurer mit ihrem Liberalismus seien an allem schuld, wird hartnäckig und dumpf weitergetrieben.

    Unser Glaube wäre, wollte man sowohl das Vaticanum I ALS auch das Vaticaum II ernst nehmen, wirklich am Ende. Diese beiden Konzilien sind in jeder Hinsicht unhaltbar. Man müsste dem offenen Wahnsinn verfallen, wenn man das für bare Münze nehmen wollte. Und in einem Punkt haben die Tradis ja so recht wie die Progressiven: beides geht nicht zusammen, es ist ein Bruch vollzogen worden, aber das, was das Vaticanum I durchzog (in sehr fragwürdigen Vorgehensweisen!), war bereits ein finaler Bruch mit allem, was die Kirche eigentlich lebendig hätte überliefern sollen und immer weniger überliefert hat, was aber noch nicht ganz verloren gegangen ist. Döllinger u.a. haben es doch klar erkannt und ausgesprochen, wurden aber dafür exkommuniziert. Dabei war Döllinger ein wirklich kenntnisreicher und klar denkender Kirchenhistoriker und Gelehrter, was auf die Meute in Rom nicht zutraf. Die Meinung, es gehe erst seit dem 20. Jh mit dem Teufel zu in der Kirche, dürfte reichlich verblendet sein: Wer sich erlaubt, das Vaticanum II in Frage zu stellen, muss sich fragen lassen, warum er das für das Vaticanum I aber ausschließen will. Man kann nun mal nicht mit zweierlei Maß messen, und es ist durchaus möglich, dass ein häretischer Papst falsche Dogmen verkündet. Warum sollte das im Extremfall nicht passieren können? Und wo bitteschön steht im NT, dass das unmöglich sei? Das Unbehagen viel zu vieler Kleriker und Gläubigen wärhend und nach dem Vaticanum I ist bekannt, wenn auch hernach mit Höllendrohungen unterdrückt worden. Alleine das ist schon unmöglich und unwahrhaftig, noch dazu gewalttätig, und die Vorgehensweisen unter Pius IX. ähneln denen, die wir heute unter Merkel erleben: nichts wird ausreichend diskutiert und geprüft, man fällt verheerende Entscheidungen ohne vernünftigen Rückhalt im Alleingang und umgeben von einer Meute hirnloser Claqueure, während man die Klugen und Umsichtigen vorher akribisch weggemobbt hat und unterdrückt mit perfiden Mitteln jede Kritik an den verheerenden eigenen Entscheidungen und stellt sich selbst noch als Märtyrer dar. So, wie die Merkelregierung, die doch selbst populistisch handelt, die AfD als Hort des Rechtspopulismus und verkappte Nazis verhetzt, genauso machte es Rom im 19. Jh.

    Ja, das NT überliefert sehr wohl den Beginn einer Kirche (und nicht bloß irgendwelcher formloser frei umherschwirrender „Gemeinden“!), aber es überliefert nirgends herrische Machtämter – auch keine geistlichen. Sobald menschliche Herrschaft greift, erstarrt der lebendige Glaube. Und genau das hat man nicht erkannt und wurde, wie Sie sagen, genauso wie das jüdische Tempeltum, über das man meinte, sich erheben zu dürfen.

    Aber hat es Jesus nicht so vorausgesagt? Muss es nicht so kommen?

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