Münster: Freckenhorster Kreis wünscht Homo-Segnung – Bistumsblatt reagiert wohlwollend

Von Felizitas Küble

Wie nicht anders zu erwarten, setzt sich der liberal-katholische Freckenhorster Kreis für die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren ein.

Es handelt sich dabei – eigenen Angaben zufolge – um eine „Reformbewegung“ im Bistum Münster. Die Gruppierung wurde 1969 gegründet, zunächst von einigen dutzend progressiven Priestern, später kamen Laien dazu; die meisten von ihnen sind bereits im vorgerückten Alter.

Der Freckenhorster Kreis schreibt in seiner Stellungnahme vom 3. Oktober 2017, der kirchliche Segen werde „in verschiedenen Lebenssituationen zugesprochen“.  – Sodann heißt es: „In jedem Fall geht es darum, etwas Neues zu beginnen und diesen Anfang „in Gottes Namen“ zu wagen.“

Es gibt in Wirklichkeit durchaus auch Segnungen ohne Neuanfang, wenn zB. eine Silber- oder Goldhochzeit gefeiert wird.

Zudem erläutert die Erklärung, gleichgeschlechtliche Paare wollten mittels einer Segnung „ihren Glauben bezeugen“, dem sie „in ihrer Partnerschaft Raum geben“ und auf den sie ihre Beziehung „gründen“ möchten.

Sündhafte Verhältnisse kann man aber nicht auf den Glauben „gründen“, geschweige kann  man ihn damit „bezeugen“. Das gilt für alle sexuellen Kontakte außerhalb der Ehe, sei es Ehebruch, vorehelicher Hetero-Sex oder gar gleichgeschlechtliche Beziehungen.

Die erwähnte „Reformbewegung“ denkt freilich auf einer ganz anderer Wellenlänge; sie stellt die rhetorische Frage: „Wer maßt sich an, darüber urteilen zu wollen und einen Segenswunsch in dieser Situation verweigern zu wollen?“

Das „maßt“ sich Gott selber an, der die Ehe von MANN und FRAU im Paradies gestiftet und damit seinen allerersten Auftrag an die Menschen verknüpfte: „Wachset und mehret euch!“ 

Durch Christus wurde die Ehe zur Würde eines Sakramentes erhoben, zu einem heiligen Zeichen, das Gottes Gnade und Huld wirksam vermittelt; damit hilft dieses Sakrament den Eheleuten, in ihrer Liebe und Treue zu wachsen, sich also gegenseitig zu „heiligen“.

Zur theologischen Begründung seines „reformerischen“ Unterfangens schreibt der Kreis: „Denn biblisch segnet Gott Menschen. Und diese geben mit ihrem Leben Antwort, weil sie den Segen Gottes miteinander teilen und so Bild der Liebe Gottes sind.“

Die Ehe zwischen Mann und Frau ist ein „Bild der Liebe Gottes“, nicht jedoch homosexuelle Beziehungen, die zudem gegen die Schöpfungsordnung Gottes verstoßen.

Überdies ist die Ehe auf Fruchtbarkeit angelegt  –  so wie auch die Liebe des Allmächtigen fruchtbar ist, nicht zuletzt durch seine Schöpfung. Die Ehe ist ein wirksames Zeichen der Liebe zwischen Christus und der Kirche – und auch diese Liebe ist fruchtbar, nämlich durch Mission und Apostolat.

Nun wundert man sich beim Freckenhorster Kreis über nichts, schon gar nicht über diese zeitgeistliche Stellungnahme. 

Vielsagend ist allerdings die Reaktion von „Kirche und Leben“, der amtlichen Bistumszeitung von Münster in ihrem Online-Artikel vom 11. Oktober: https://www.kirche-und-leben.de/artikel/freckenhorster-kreis-fuer-segnung-homosexueller-paare/

Mit dem großen Bild eines lesbischen Paares, das sich in Frankreich kirchlich-protestantisch segnen läßt, wird schon die Richtung gewiesen. Auch die  beiden Titel und die Zwischenüberschrift wirken auf den Leser denkbar freundlich. Der Beitrag von Markus Nolte berichtet insgesamt unkritisch bis wohlwollend über diese Freckenhorster Erklärung; es wird ihr nirgends widersprochen.

Darin liegt der springende Punkt: Nicht so sehr die Freckenhorster Stellungnahme ist das Problem, sondern die Streicheleinheiten der offiziellen Bistumszeitung, deren Herausgeber Bischof Dr. Felix Genn ist.

Fotos: Dr. Bernd F. Pelz, Archiv, Evita Gründler

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8 Kommentare on “Münster: Freckenhorster Kreis wünscht Homo-Segnung – Bistumsblatt reagiert wohlwollend”

  1. Dorrotee sagt:

    Man hört gar nichts mehr von einer Klage beim Verfassungsgericht. Oder ist das wegen den Koalitionsverhandlungen vergessen oder absichtlich beigelegt worden?
    Weiß jemand mehr?

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    • Guten Tag,
      die CSU erklärte nach meiner Erinnerung nach der Abstimmung pro Homo-Ehe im Bundestag, sie wolle eine Klage rechtlich „prüfen“ lassen. Hedwig von Beverfoerde hat der Union mächtig Druck gemacht mit über 200.000 Unterschriften. Was weiter wird, muß man abwarten.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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  2. zeitschnur sagt:

    Was ich noch nachtragen will ist die Problematik, dass eine Vermischung des Verschiedenen nach der Schrift Zeichen des Chaos und Ursprung der Sintflut war (damals Vermischung von Engeln mit Menschen)..
    Schon die Urflut des Anfangs, die „Tohuwabohu“ war, über der aber immer noch der Geist Gottes waltete (Gen 1, 1ff), die sich später von oben und unten (da die Wasser der Urflut nach der Schrift über der Himmelsfeste und unter dem Erdboden sind) in die Erde ergoss und sie untergehen ließ, war eine wirre Vermischung von „Trockenem und Wasser“, die Gott in der Schöpfung voneinander schied, wie er auch Licht und Finsternis schied. Im weiteren Sinne scheidet das Firmament die Schöpfung als eine „Innenwelt“ von dem, was außen ist und von der zerstörerischen Urflut umlagert wird, die alles durcheinander schmeißt. Innerweltlich zeugt die Macht der Ozeane von dieser Vermischung, ist aber von Gott in Grenzen gewiesen. „Lebendiges Wasser“ geht alleine von Christus aus, eine Art „geläutertes“ Wasser, das zugleich auch identisch ist mit dem Geist und keine Vermischungen zulässt.
    So hat die Kirche in der Gestalt Christi von Anfang an nicht ein Mischwesen zwischen Gott und Mensch erkannt, sondern eine göttliche Person, die die Natur des Menschen integrierte, aber nicht vermischte mit der göttlichen Natur. Ein Geheimnis bleibt dabei die jungfräuliche Zeugung aus Maria.
    „Sintflut“ heißt auf Hebräisch „mabul“. Der Wortstamm „bll“ steckt darin und heißt „verwirren, vermischen“. Man erkennt auch, dass der Stamm im Wort für den „Belial“, den Satan steckt.
    Wo Gott also Unterschiedliches geschaffen hat, muss man sich das jeweils als Geläutertes vorstellen.
    So auch Mann und Frau. Dass Mann und Frau sind, ist eine Läuterung aus dem wirren Menschsein. Frausein bedeutet Läuterung und Klärung, Mannsein ebenfalls, nach der Schöpfungsgeschichte als Effekt durch die Frau. Und nur in dieser geläuterten Konstellation ergibt „Ehe“ als „Ein-Fleisch-werden“, das ja immer die Gefahr unsinniger Vermischung oder Verwirrung zwischen den beiden beinhaltet, Sinn und Schutz.
    Mann und Mann, Frau und Frau können nicht ein Fleisch werden (gewissermaßen ebenfalls „ungetrennt und unvermischt“) – es ist sinnlos, heillose Verwirrung und der Versuch, aus etwas eins zu machen, was Gott ausdrücklich voneinander geklärt und geläutert hat.

    Doch was sage ich – wir leben in einer Zeit, die solche Gedanken nicht mehr versteht und unfähig und unwillens ist, die Oberfläche je zu verlassen.

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  3. zeitschnur sagt:

    Das ist alles völlig neben der Spur – zumindest innerhalb der Kirche. Nahezu jedes Argument ist in sich grotesk.
    Die Aussage, es sei „anmaßend“, Homosexualität im Kontext des Glaubens beurteilen zu wollen, trägt bereits gefährliche Züge: Hier wird vollkommen pervertiert, dass die christliche Denkweise nicht eine Ablehnung der Homosexualität zum Programm erhoben hat, sondern vielmehr aufgrund eines klaren Bildes über die Natur und Schöpfung Homosexualität nicht gutheißen kann. Das sind zwei paar Stiefel.

    Aber jede Diskussion auf einem dermaßen unterirdischen intellektuellen Niveau ist zwecklos. Solche „Argumentationen“ verdienen den Namen nicht.

    Die Kirche hatte immer eine klare sachliche Begründung für ihre Ansicht über die Schöpfungsordnung. Auf einer objektiven Ebene lehnte sie jede Abweichung von dieser natürlichen Ordnung als unmoralisch ab. Sie lehnte deswegen aber nicht die einzelnen Menschen ab.

    Offenbar kapiert das heute kaum mehr einer, dass man Menschen anerkennt als Menschen, aber nicht alles, was sie tun, gutheißen kann.

    Man muss das mal ganz klar sagen: Diese Mentalität, die keinerlei Infragestellung und keinerlei Kritik mehr erträgt, weist auf eine tiefgreifende narzisstische Störung derer hin, die den Nainstream bestimmen. Das ist ein Zeichen einer schwersten mentalen Störung im ganzen Volk, worauf auch die erneute Wahl Merkels bzw ihrer völlig substanzlosen Politik hinweist.

    Es kann nun nicht mehr gesagt werden, das gehe über die Köpfe hinweg, sondern ab jetzt trägt das deutsche Volk und auch ganz klar die Kirche (wie so oft in der Vergangenheit) eine eindeutige Mitschuld und wird dafür einstehen müssen. Es gibt nun kein Zurück mehr. Die Grenzen sind längst überschritten, und ein Ende dieses Wahnsinns ist vorerst nicht absehbar.

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    • Gerd sagt:

      Der Wahnsinn begann damit, dass Jesus der Sohn Gottes ans Kreuz geschlagen wurde und dort einsam verblutete. Und ja, dieser Wahnsinn wird sich fortsetzen bis der Herr kommt um sein Gericht zu halten. Vielleicht ein Hinweis auf den Propheten Jeremias, der immerhin 600 vor Christus den Wahnsinn anprangerte in seiner berühmten Tempelrede. Aus Kapitel 7 sei hier der Vers 10 + 11 zitiert: „Und dann kommt ihr und tretet in diesem Hause, das nach meinem Namen benannt ist, vor mein Angesicht und sprecht: Wir sind geborgen!, um dann alle diese Greuel weiter zu treiben. Seht ihr denn dieses Haus, das nach meinem Namen benannt ist, als Räuberhöhle an? Gut, auch ich sehe es so an!“
      Wohlgemerkt das schreibt der Prophet 600 Jahre vor Christus ohne den Menschensohn gesehen zu haben. Ohne die Vision von der Kirche, die den Herrn selber im Hause hat, im Tabernakel bei seiner wirklichen Gegenwart.

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      • zeitschnur sagt:

        Nur ein kleiner Hinweis: Auch im Tempel war der Herr anwesend. Im Allerheiligsten, das aber nur einmal im Jahr vom Hohenpriester betreten werden durfte.

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      • Gerd sagt:

        Und heute können wir den Herrn ohne Hohenpriester besuchen und ihn sogar als Nahrung empfangen. Davon konnten die Propheten nur träumen. Aber sie haben natürlich recht.

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    • ester sagt:

      der Irrtum ist ganz einfach:
      Wir wissen aus 2000 Jahre Christentum, dass Gott gut ist und das Gute, auch für uns will.
      Nun schließen wir daraus, dass das „gut“ ist, was wir selber gerade als gut erachten.
      Und da ja die Erbschuld nur für andere gilt, die Erlösung rein innerweltlich, politisch gesehen wird, Christus der Che Guevara ohne Knarre, ist komplett klar, dass das was wir für gut halten es auch ist.
      Dass Offenbarung bedeutet sich, von Gott sagen lassen zu müssen, was man so nicht erkennen kann, das denken wir, dass das für uns nicht gilt.

      Von daher sind die Argumentationen, wie die im Artikel beklagten, in sich schon logisch, allerdings passen sie nicht zur auf der Offenbarung fußenden kirchlichen

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