FOCUS-Autor kritisiert Verunglimpfung konservativer Christen in Westeuropa

Lehramtstreue Katholiken werden zunehmend ausgegrenzt

Am gestrigen Allerheiligen-Fest veröffentlichte das Wochenmagazin FOCUS einen zeitkritischen und sehr lesenswerten Beitrag des Kommunikationsexperten und Schriftstellers Guiseppe Gracia unter dem Titel: „Innere Zensur: Wer hierzulande zur katholischen Lehre steht, zahlt hohen Preis.“

Darin beschwert sich der Schweizer Autor darüber, daß Meinungsfreiheit, Vielfalt und Toleranz in Westeuropa zunehmend schwinden, wenn es sich z.B. um „lehramtstreue Katholiken“ handle.

Zwar dürften diese konservativen Christen „sagen, was sie denken“, allerdings bleibe dies bisweilen nicht ohne Folgen, denn „sie sinken im öffentlichen Ansehen bis hin zur Ausgrenzung“.

Gracia sieht die „Gefahr einer inneren Zensurschere“  – und dies besonders bei „heißen Eisen wie Familienpolitik, Sexualmoral oder Abtreibung.“

Er fügt hinzu: „In vielen europäischen Medien erscheint die Lehre der katholischen Kirche als etwas Krankhaftes oder Menschenfeindliches.“

In Schweden habe eine sozialdemokratische Politikerin sogar Abtreibungsgegner mit radikalen Islamisten gleichgesetzt. Zudem habe der ZDF-Moderator Klaus Kleber kürzlich den Katechismus der katholischen Kirche mit der Scharia in Zusammenhang gebracht. 

In Deutschland, England oder Frankreich könne niemand Arzt oder Hebamme werden, wenn er schon während des Studiums verdeutliche, daß er Beihilfe zur Selbsttötung oder Abtreibung ablehne. 
Der Verfasser schlußfolgert: „Das fördert ein Klima, in dem Gläubige, die einen Job zu verlieren haben, sich hüten, Artikel oder Videoclips mit christlichen Ansichten zu liken.“
Er erinnert sodann an den Fall des konservativen italienischen Katholiken Buttiglione: „Trotz bester Qualifikation für das Amt des Vizepräsidenten der Europäischen Kommission (…) hat es ihn die politische Laufbahn gekostet, zumindest auf EU-Ebene.

Grundsätzlich anders sei die Lage in den USA: „Im Vergleich dazu können Politiker offen von Gott und ihrem Glauben sprechen. Ob jemand Pro-Choice oder Pro-Life ist, für oder gegen Homoehe: Er hat immer die Chance auf ein höheres Amt. Das ist in Westeuropa inzwischen undenkbar.“

Das Ausgrenzen gläubiger Konservativer sei kein Ausdruck der „offenen Gesellschaft“, so der Autor, sondern ihres Scheiterns.

Der zeitgeistkritsche Artikel erhielt bislang 72 Leserkommentare. Peter Zollo schrieb heute früh um 7,55 Uhr folgendes:

Katholisch bin ich nicht, aber ich stehe als Christ mit jüdischem Familienangehörigen hinter christlichen Werten und akzeptiere Menschen, die hinter der katholischen Lehre stehen, vollkommen. In vielen Punkten ist ja auch eine gewisse Wahrheit und Sinnhaftigkeit darin. Wenn Fernsehmoderatoren nunmehr schon Katholizismus und Scharia gleichsetzen, kann man ersehen, wie auch dort schon der Mainstream und Undifferenziertheit um sich greift.“

FOCSU-Quelle für die Zitate: http://www.focus.de/politik/experten/gastbeitrag-wer-hierzulande-zur-katholischen-lehre-steht-zahlt-hohen-preis_id_7785815.html

 


6 Kommentare on “FOCUS-Autor kritisiert Verunglimpfung konservativer Christen in Westeuropa”

  1. Ivar Malmström sagt:

    Wo bleibt die Toleranz?

    Toleranz im ursprünglichen Sinne ist nicht möglich gegenüber Dingen, die man befürwortet oder wenigstens für akzeptabel hält, sondern nur gegenüber solchen, die man ablehnt.

    Katholiken, die Abtreibung ablehnen, aber hinnehmen, daß sie geschieht (wie andere Sünden auch, wie die eigenen Sünden auch), die das Richten Gott überlassen, sind tolerant. Und ist es nicht dies, was Jesus uns gelehrt hat?

    Wer solche Katholiken mit üblen Beschimpfungen belegt und mit zivilgesellschaftlichen Repressalien bis hin zur völligen Ausgrenzung, ist ganz und gar nicht tolerant. Leider wird Intoleranz in unserer Gesellschaft immer mehr zur Tugend erklärt.

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  2. vercingetorix sagt:

    Jeder sollte glauben können, was er will, so lange, bis er damit nicht seinen Mitmenschen auf den Wecker geht, und so lange er die bestehenden Gesetze respektiert. Und so lange das der Fall ist, sollte niemandem einen Schaden durch seine religiösen Ansichten entstehen!

    Ich denkem das sollte auch für Muslime gelten, obschon bei denen bereits die erste Bedingung oft Wunschdenken ist!

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  3. zeitschnur sagt:

    Die Ausgrenzung besteht aufgrund bewusst erzeugter Ignoranz. Im politischen Mainstream bestehen ganze Bastionen an Vorurteilen, die sich davor fürchten, durch Aufklärungsarbeit oder Reflexion erhellt zu werden.
    Nun erleben wir die Tragik, dass solche Bastionen auch in katholischen Köpfen existieren, und zwar erheblich, und dass man im katholischen Umfeld offenem Hass, Dämonisierung, Verfluchung, Höllen- und selbst Todesdrohungen begegnen kann – das muss ich leider bezeugen, wenn man nicht hüpft und springt, wie diese Meute es will. Und leider ist das mindestens seit dem Spätmittelalter neben der guten Saat auch Tradition in der Kirche. Man kann diese Hassspur soweit eindeutig zurückverfolgen. Es ist ein Acker, auf dem Unkraut neben Weizen wächst, ja, auf dem das Unkraut nach den Worten des Herrn am Ende den Weizen zu ersticken droht, weil die Kirche selbst seinen Worten nicht gehorcht hat und stets gemeint hat, sie müsse das, was sie für Unkraut hält, ausreißen. Ausdrücklich hat Jesus es untersagt, und ausdrücklich haben viele Päpste und Bischöfe, ja alberne und selbsternannte Laien es gemacht und Gift gesprüht, wo es ging, wenn einer ihren Meinungen nicht zuwillen war oder sie schlicht und einfach Gedankengänge anderer erst gar nicht begriffen haben.

    Ich möchte daher warnen vor dieser katholischen Selbstmitleidtour, die auch hier wieder spürbar wird – so machen es nämlich auch die Muslime: sie sind immer Opfer, obwohl ihre ganze Geschichte von einer tiefroten Blutspur durchzogen ist. Und die Kirche hat diese Spur leider auch. Allerdings handelte die Kirche damit ausdrücklich den Worten des Herrn zuwider, wohingegen der Islam damit ausdrücklich das Wort, das er für Gottes Wort hält, erfüllt hat, und das gibt der Sache eine wesentliche Differenz, die aber die meisten Deutschen einfach nicht wissen wollen – Hamid Abdel Samad hat es ja inzwischen aufgegeben, diesem strohdummen und böswillig-ignoranten Volk noch etwas sagen zu wollen. Man rennt gegen Betonkopfwände.

    Ja, wir sind Sünder, wer auf uns schaut, muss sich angewidert abwenden.

    Aber er sei eingeladen, auf Christus zu schauen – und in Christus erkennt er dann seine eigene Blutspur, die zum Kreuz führt und leider eben bei vielen (wie bei der Kirche) auch wieder weg vom Kreuz.

    Wer sind wir, dass wir uns gegenseitig stigmatisieren oder meinen, moralisch überlegen zu sein?

    All jene ignoranten Lobbyisten und Hassträger, die nun pauschal jeden Katholiken hassen, weil er Vorbehalte hat gegenüber Abtreibung, Euthanasie und Genderei, lassen selbst keinen selbstkritischen Gedanken zu. Auch sie stilisieren sich zu Opfern. Es sind goldene Kälber, die Genderei als Pauschalpaket. Aber ich z.B. kann mich als selbstbewusste Frau eben nun mal nicht in dieser Art von Feminismus finden, obwohl ich überzeugte Frauenrechtlerin bin – es gibt hier einfach Differenzen, aber offenbar ist die Böswilligkeit der Mainstream-Deutschen inzwischen so schlimm, dass sie nicht mal das mehr anerkennen oder verstehen oder wenigstens tolerieren wollen.
    So ist die ganze Welt voller selbsternannter selbstgerechter Opfer… jeder sieht im anderen den Täter, und wehe dem, der es nicht schafft, dabei laut genug zu lamentieren und herumzuballern. Der Islam mit seinem hilflosen Terror ist eine Karikatur dieser Haltung, denn sobald der islamische Teerrorismus dem Großen Bruder nicht mehr passt, wird er seine Drohnenarmeen schicken und das lamentierende Pack mit seinen Patronengürteln, die er selbst ihm vorher verkauft hat, einfach in die Luft jagen.

    Uns allen fehlt die Gesinnung der Selbstkritik, der Buße und der prüfende Forschergeist.

    All jenen politischen Mainstreamern sei nämlich ebenso wie den notorisch ignoranten Muslimen und den eifernden oder auch dummschwätzenden Katholiken gesagt: Informiert euch erst mal, euch fehlt jedes Basiswissen über das Ganze.
    Dass ein Betonkopf wie Klaus Kleber zu unbedarft, aber auch zu arrogant ist, die genauen Wortlaute und Sichtweisen auf Homosexualität in der Scharia und im KKK zu prüfen, ist einfach nur verachtenswert und unverantwortlich. Solchen Leuten kann man nur raten, erst mal zu denken, bevor sie ihre großen Mäuler aufreißen. Ob man sich allerdings deren Vulgaritäten zu eigen macht, das verantwortet jeder Fernsehzuschauer selbst.

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  4. Die Zurückdrängung glaubenstreuer Inhalte ist notwendiger Bestandteil der Etablierung einer „Zivilreligion“ durch das betriebene „social engineering“ (dazu ausführlich
    https://kirchfahrter.wordpress.com/2017/09/05/was-bedeutet-denn-eigentlich-systemtransformation/). Man kann halt nicht zwei Herren dienen…

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  5. Hat dies auf philosophia perennis rebloggt und kommentierte:
    Wer hätte gedacht, dass Focus-Online solchen realitätsnahen Aussagen, über die man eigentlich in der Öffentlichkeit zu schweigen verdammt ist, ein Forum verleiht … Dreht sich der Wind doch langsam?

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