Historiker Wolffsohn: Kirchen sollen nicht der verlängerte Arm von Rot-Grün sein

Deutschland ist „mehr oder weniger“ eine Heidenrepublik. Im Land herrsche religiöse Ahnungslosigkeit. Diese Ansicht vertritt der jüdische Historiker und Bestseller-Autor Prof. Dr. Michael Wolffsohn (siehe Foto) in der Schwäbischen Zeitung.

Ihm zufolge ist das Christentum „weitgehend zur Folklore verkümmert“. Nur noch eine Minderheit der Christen wisse, warum Weihnachten, Ostern und Pfingsten gefeiert werden. Zugleich nehme die Zahl der Muslime in Deutschland zu. Deren Mehrheit sei „gläubig bis tiefgläubig“. Christen, die ihre eigene Religion nicht kennen, könnten mit ihnen keinen interreligiösen Dialog führen.

Zudem übte der Münchner Publizist deutliche Kritik an Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche. Sie vergäßen oft, dass Politik „Opium für die Religion ist“. Wolffsohn: „Sie müssen höllisch aufpassen, dass sie den Himmel nicht aus den Augen verlieren.“

Besonders die EKD stelle sich „nicht selten wie der verlängerte rot-grüne Arm“ dar.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: http://www.idea.de/glaube/detail/deutschland-ist-eine-heidenrepublik-103474.html


11 Kommentare on “Historiker Wolffsohn: Kirchen sollen nicht der verlängerte Arm von Rot-Grün sein”

  1. Rabenstolz sagt:

    Der politisch-ideologische Missbrauch der Religionen ist schon so uralt seit Menschengedenken. Was sich einst als geistlicher Bezug des Schöpfungskindes zu seinem Schöpfergott begründete, wurde immer wieder von Machthabern ihrer Zeit missbraucht. Da wäre der Islam, wo die Religion durch fehlende Schriftgelehrte lange Zeit nur mündlich weiter gegeben werden konnte und die Machthaber sich selbst zu Propheten verklären lassen konnten und die geistliche Religion in ihrem Sinne politisch ideologisch verfälschen konnte.
    Das schlimmste Beispiel der Feldherr Mohammed, der eine totalitäre Herrschaft in seinem Sinne aufbauen wollte. Noch heute jagen sich deshalb Schiiten und Sunniten wegen dem Streit über die Nachfolge Mohammeds gegenseitig in die Luft. Auch der römische Klerus, der Vatikan hat sich nicht mit Ruhm bekleckert und teilweise vorsätzlich den Menschen das neue Testament, wo Jesus den freien Christenmenschen in seiner Verantwortung für die Schöpfung und den Schöpfergott lehrt und dass niemand das Recht hat, einen anderen Menschen zu unterdrücken. Hätten die Menschen das gewusst, hätten sie sich niemals von Roms Ablasspredigern den letzten Taler aus den Rippen pressen lassen und das schlimmste durch den Vatikan ist gewesen, das sie ihre Mitschuld der Römer als Machthaber und Besatzungsmacht am Tode Jesu allein dem jüdischen Volk zusprachen. Es sind nur die Mächtigen, die morden lassen, niemals die Völker. Dann kam er, Martin Luther, und mal abgesehen von seinen Sünden und Fehlern, der dem neuen Testament und dem freien Christenmenschen zum Siegeszug, auch weil in seiner Zeit der Buchdruck erfunden wurde, verhalf. Er war ein geistlicher Lehrer, von dem auch der Satz stammt, „Je mehr man die Bibel versteht, desto schöner wird sie“ und hat sie übersetzt und nicht mit den politisch ideologischen Geist seiner Zeit verwässert.
    Die Macht des unterdrückenden Klerus und seine Amtsanmaßung war gebrochen und seitdem wurde immer wieder politisch ideologisch Zwietracht gesät, um die alte Macht einer klerikalen Herrscherelite zurück zu gewinnen. Luther seine Lehre vom freien Christenmenschen war um so anfälliger für politisch ideologische Verwässerungen, je mehr Unruhen und kriegerische Auseinandersetzungen es gab. Wie sehr dieser Konflikt bis heute anhält, haben unsere verlogenen Pfaffen, besonders von der EKD, die das geistliche Erbe Luthers beschmutzen, mit scheinheiligen Politikern, die für ihre NWO die Welt entchristlichen wollen, am diesjährigen Kirchentag bewiesen.
    Besonders der scheinheilige Bischof Bedford Strohm ist durch seine propagandistischen politisch ideologischen SPD-Parteireden negativ aufgefallen, der den gläubigen Christen einen Zeitgeist als geistliche Lehre verkaufen will. Die geistliche christliche Lehre beschränkt sich auf das Verhältnis zwischen Schöpfungskind und Schöpfergott, die Ewigkeitscharakter hat und wo der Mensch selbst die Verantwortung trägt, wie er in die Zeit, in der er hinein geboren wurde, sein Gottvertrauen lebt. Wie viel Unrecht ist schon geschehen, wo Menschen behauptet haben sie handelten im Namen Gottes, wo sie bewusst politisch ideologisch die geistliche Botschaft des Christentums entstellt haben. Selbst im Matthäus-Evangelium warnt Jesus vor den falschen Schriftgelehrten und Pharisäern, die das Vertrauen der Menschen zu ihrem Schöpfergott vergiften. Besonders die Grünen und die Linken sind daran interessiert, die sich als Elite einbilden, die Partei hat immer Recht und alle anderen sollen sich unterwerfen. In den Kirchen muss mal wieder richtig ausgemistet werden, damit die geistliche Lehre des Christentums, die mannigfach verhöhnt wird, wieder Fuß fassen kann. .

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    • zeitschnur sagt:

      „Die Macht des unterdrückenden Klerus und seine Amtsanmaßung war gebrochen und seitdem wurde immer wieder politisch ideologisch Zwietracht gesät, um die alte Macht einer klerikalen Herrscherelite zurück zu gewinnen.“
      ___________________________________________

      Da sprechen Sie wahrlich ein großes Wort gelassen aus. Genau das ist die Realität. ich würde daher auch nicht irgendwelche bösen rotgrünen Politiker sehen, die die „Kirche missbrauchen“. Es dürfte wahrscheinlich sogar anders herum sein. Die Kirchen mischen überall mit und nutzen jedes noch so kleine Thema der Politik, um Unruhe zu stiften. Je mehr Unruhe ist, desto mehr können sie sich selbst inszenieren.

      Die ev. Kirche hat keine so gut nachweisbare Agenda wie die katholische. Aber wer aufmerksam die Enzykliken der Päpste liest – sagen wir mal mindestens seit Pius VII., dem MUSS, wenn er nicht vollends verblendet ist, auffallen, mit welcher Verbissenheit hier der politische Vorrang verteidigt wird: bis heute! Es hat sich nichts geändert. Mir ist es eh schleierhaft, dass die Katholiken das ständig denken – es habe einen „Bruch“ gegeben und dergleichen Unsinn. Es hat keinen Bruch gegeben 1965, sondern eine konsequente Fortsetzung des alten Weges, aber da sich die Weltstimmung etwas geändert hat, musste man natürlich nachjustieren. In Wahrheit hat man theologisch aber nichts geändert, zumindest seit 1870 nicht. Davor gab es immerhin noch eine starke vernünftige Minderheit in der Kirche, auch nationale und regionale Katholizismen, die sich wehrten gegen diesen universalmonarchischen Anspruch einer Romanità-Verschwörung. Dass die Katholische Kirche bei diesem Machtwahn über Leichen geht in den eigenen Reihen, wissen wir sowieso seit langem, aber auch während des 3. Reiches ist das zutage getreten. Pius XII. wusste, was in Deutschland geschah, er wusste auch, inwiefern Hitler von außen aufgebaut worden war, er empfing Gesandte aus dem mörderischen Ustaschastaat Ante Pavelics – und tat nichts. Er hatte mitgeholfen, Mussolini, der mit Gewalt und Verbrechen immer stabiler wurde, auf sein hohes Ross zu setzen (neben Pius XI.), und die apologetisch ständig vorgehaltene Enzyklika „Mit brennender Sorge“ ist einfach nur schwach gemessen an dem, was los war. kein Bischof in Deutschland erlitt irgendeine Unbill, ja Hitler nahm sich ja die Kirche zum Vorbild für sein totalitäres System (ja, das sagte er wirklich – und Himmler sei sein Ignatius von Loyola), nach allen heute zugänglichen Quellen hat Pius XII. zu keinem Zeitpunkt weder offen noch diplomatisch in irgendeiner Weise einen Finger gerührt für seine eigenen Leute, die hier in Deutschland ums Leben kamen. Im Gegenteil – die tapferen laienkatholiken meinten, man müsse Zentrum wählen, aber dann sorgte der Vatikan selbst dafür, dass das Zentrum Hitler ermächtigte. Kaas‘ Rede im Reichtsag, bevor er das Zentrum dem Ermächtgungsgesetz auslieferte, kann man hier nachlesen – eine Schande! http://www.zum.de/psm/ns/kaas_ns_macht.php Kaas ging ohne Absprache mit der Zentrumspartei nach Rom. Pacelli hatte nur ein Interesse: das Konkordat – denn es sicherte nicht dem Reich, sondern der Kirche Macht, wie er glaubte. Dass Kaas dies hinter dem Rücken der Partei tat, ist alleine schon unmöglich gewesen. Aber es wirft ein Licht auf das heute:

      Glaubt hier im Ernst einer, dass diese Strippenzieherei hinter den Kulissen, nicht heute genauso geschieht, und heute vielleicht noch viel extremer und subtiler?

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      • Guten Tag,
        Sie schreiben: „Kein Bischof in Deutschland erlitt irgendeine Unbill“.
        Ich erinnere an den kath. Bischof Sproll aus Rottenburg, der 1938 von den Nazis aus seinem Bistum verbannt wurde und erst 1945 (übrigens im kranken Zustand) zurückkehren konnte. Sproll war erklärter Gegner der NS-Diktatur, er äußerte sich positiv über Juden und kritisierte die Reichskristallnacht.
        Daß die Nazis keine Bischöfe hinter Gittern brachten oder ins KZ steckten, was viel Aufsehen erregt hätte, ist bei denen schon aus taktischen Gründen klar; man wollte natürlich zur „äußeren Front“ (Krieg) keine „innere Front“ riskieren. (Das ist nicht meine Spekulation, sondern kann in Goebbels Tagebüchern nachgelesen werden, ausdrücklich auch betr. Kardinal von Galen, dessen Hinrichtung gleich nach dem Krieg vorgesehen war.)
        Alein im KZ Dachau waren ca. dreitausend katholische Priester inhaftiert.
        Ich habe die päpstliche Enzyklika „Mit brennender Sorge“ von 1937 gegen die Nazi-Tyrannei zweimal gründlich durchgelesen; sie enthält deutliche Kritik an der NS-Ideologie und Praxis. Infolgedessen wurde der NS-Kampf gegen die katholische Kirche seitdem massiv verstärkt, Priester verhaftet, ebenso Laien, welche das päpstliche Rundschreiben verteilten, katholische Druckereien geschlossen etc.
        Die katholischen Bischöfe haben sich zudem a l l e strikt geweigert, den Arierparagraphen auf die Kirche zu übertragen, also Katholiken jüdischer Herkunft aus den Pfarreien bzw. Gottesdiensten auszugrenzen und auszuschließen – im Unterschied zur amtlichen protestantischen Kirchenleitung, die dieser staatlichen Forderung nachkam.
        Zudem gab es in Wien, Freiburg und Berlin bischöfliche Hilfsstellen für Judenchristen (mehrere Mitarbeiter hiervon kamen ins KZ).
        Natürlich wäre noch mehr Widerstand wünschenswert gewesen, doch tausende Geistlichen, die ihre Gewissenstreue mit dem Leben oder ihrer Gesundheit bezahlten, sind auch zu würdigen – das gilt für evangelische Pastoren der Bekennenden Kirche ebenfalls, selbstverständlich auch für mutige Laien auf beiden Seiten.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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      • zeitschnur sagt:

        Das ist ein Doppelspiel:
        Es geht um Macht – das war der Ausgangspunkt dieses Threads.
        Und was immer aus Rom kam, war Machtkalkül. Pius war doch das ganze Ausmaß an Antichristlichkeit völlig schnurz – ihm ging es nur ums Mitmischen und dabei noch Edeltun. Es gehört schon eine erschreckende Kälte dazu, sich so zu verhalten, wie er es tat, sich am Ende mit ein paar in Klöstern versteckten Juden zu garnieren (und was ist mit den Millionen anderen, die er durch seine verheerende Politik ans Messer lieferte?!).
        Ja, Sie haben recht, die Evangelische Kirche war in einer bestimmten (rassistischen) Hinsicht schlimmer (in anderer dagegen nicht…), aber während sie ein Schuldbekenntnis nach dem Krieg ablegte, wartet man darauf heute noch seitens der RKK.
        Im Gegenteil – Pius tat sich selbst noch leid und fühlte sich als Märtyrer und sein Nachfolger Johannes hievte einige der Oberfaschisten auch noch in Ehrenämter („Päpstlicher Geheimkämmerer“), so etwa noch 1959 Franz von Papen, der sehr cool vom Zentrum 1938 dann bruchlos zur NSDAP übergewechselt war! Hier kann man ein Video aus dem Nürnberger Prozess gegen von Papen sehen, in dem er am Ende seine Ankläger angreift und behauptet, ihn hätte die Sorge um die „transzendente“ Zukunft Europas getrieben, als er sich als Katholik mit dem NS-Regime gemein machte.. und.. jetzt kommt es: diese „transzendenten“ Probleme stünden heute noch viel stärker an als zu Beginn des Nazireiches. Von Papen ist verantwortlich für NS-Morde… alles nachzulesen im angegeben Artikel, der eine neuere historische Forschungsarbeit rezensiert. Und Antisemit war er trotz Katholizismus oder vielleicht wegen des Katholizismus.
        Sind wir taub?
        Hören wir nicht genau zu, was er sagt?
        Er sagt es uns doch: seine katholische Ambition war bereit, mit dem Antichristen auf Linie zu kämpfen – aus „transzendenten“ Gründen. Und die RKK hat ihn dafür bis zuletzt geehrt, während in den KZs unabhängige Geister starben ohne jede römische Ehre.
        Dann aber wissen wir auch, auf welcher Frontlinie sich die römische Hierarchie bewegte, die das alles absegnete.
        Tiso, Pavelic, Pétain, Franco, Salazar, Mussolini, Hitler (der niemals exkommuniziert wurde!) – sie alle vertraten dieselbe große Linie. UND SIE ALLE WAREN KATHOLIKEN! Der Antisemitismus war nicht ihr Hauptmerkmal, sondern der Faschismus und die totale Entmündigung des Einzelnen bei guter leiblicher Verpflegung und das typisch katholisch-totalitäre Verständnis eines hierachischen Staates („Ständestaat“). Das hat System. Das ist doch kein Zufall.
        Ich sagte ausdrücklich, dass Rom die einfacheren Katholiken (wozu ich anständige Priester und Laien zähle) im Stich ließ. Man muss aber sehen, dass diese Laien und kleinen Priester oft gerade keine extremen Ultramontanen waren und in vielem kirchenkritisch.
        Wenn Pius XII. samt seinem Vorgänger nicht diese faschistische Bagage überhaupt erst aufgebaut und unterstützt hätte, sondern klaren Kurs gefahren wäre, dann wäre seine Aufgabe gewesen, mit erhobenen Armen aus seinem Palast zu kommen und vor aller Welt von Anfang an anzuprangern, was das für ein Greuel ist. Die Welt hätte sich davor nicht verschließen können! Die welt verschloss sich, weil er sich verschloss. Er konnte ja samt Pius XI. auch mächtig gegen den Kommunismus hetzen, der ja auch nicht nett war zu Gläubigen – aber da hatte man seltsamerweise weniger Skrupel und bedachte nicht, dass sie vielleicht zurückschlagen könnten…
        Und dieser Greuel begann nicht erst 1937, sondern in Italien schon in den 20er Jahren, wo die Faschisten Menschen ermordeten ohne jede Hemmungen, ohne dass das den Vatikan im mindesten gestört hätte – im Gegenteil, man bestätigte dem Faschismus allenthalben, dass man ihm wegen des totalitären Führerprinzips nahestehe. Rom ließ all jene katholischen Bestien gewähren – teilweise waren sie ja auch noch Priester oder Mönche, so nicht nur in Kroatien, sondern auch Jozef Tiso in der Slowakei.
        Ich kenne diese Leier von „Wenn Pius was gesagt hätte, hätte die Gestapo erst recht zugeschlagen“. Wir haben auch hier schon öfters drüber debattiert. Das ist ein Argument der Feigheit und des „Was gewesen wäre wenn“, es wäre erst noch mal zu prüfen gewesen, was geschehen wäre, wenn diese Herren in Rom von Anfang an wie echte Männer aufgetreten wären und nicht das gesamte katholische Pack der Welt in den Rang des Fürsten der Welt gehievt hätte – aus rein „transzendenten“ Gründen, versteht sich.
        ich bin immer wieder erschüttert darüber, dass Katholiken den satanischen Zynismus nicht erkennen, der dem innewohnt.
        Schritt für Schritt manövrierte sich der Vatikan in seine heimtückische Verlogenheit hinein – klar kann man dann später nicht mehr so einfach raus und musste leisetreten. Gemessen an den Greueln, die geschehen sind, ist „Mit brennender Sorge“ ein Witz. Lesen Sie stattdessen mal, welches Gift und welche Galle man doch sonst seit mindestens 100 Jahren aus Rom gegen zivilisierte, harmlose Männer in abscheulichen Ausdrücken und fluchähnlichen Formulierungen spie….das vermisst man hier, als es mal wirklich drauf angekommen wäre, total…

        Wenn man alleine diese Sache mit dem Konkordat bedenkt: für dieses unselige Konkordat stimmte das Zentrum auf Geheimverhandlung des Prälaten Kaas (überall diese verhängnisvollen Kleriker im weltlichen Geschäft!) mit Pacelli FÜR das Unglück Deutschlands. Hätte das Zentrum nicht dem Antichristen auf Geheiß Roms (!) seine Stimme gegeben, wäre das alles so nicht gekommen!
        Wer nicht sieht, dass es die katholische Fraktion war, die sehenden Auges Deutschland in den Abgrund trieb, dem ist nicht zu helfen.
        Man lese nur mal die Nazitheologie des Starlehrers Michael Schmaus – es muss einem übel werden: aber auch er wurde hernach wie ein Held gefeiert. Es gehört viel dazu, so zu versagen, sich so schuldig zu machen und danach so zu tun, als sei man immer im „Widerstand“ gewesen.
        Ja, es waren Leute im Widerstand – aber nicht mit römischer Rückendeckung, sondern auf eigene Rechnung, und darauf kommt es mir an. Wer Rom gehorchte, machte sich mit schuldig.

        Wenn man diesen Tatsachen der großen Linie ins Auge schaut und sich nicht an ein paar Widerständigen in der eigenen Dorfgemeinschaft aufhängt, als wären dieselben Repräsentanten katholischer Strippenzieher und Mächtiger (wären sie das gewesen, wären sie niemals zu Tode gekommen!), dann dämmert einem vielleicht, dass diese Muppets in Kardinalsröcken, die heute die Strippen ziehen, vielleicht auch nicht zufällig erheblich abweichen von manchem einfachen Gläubigen und dessen Werten. Der Spagat zwischen Maas und Woelki ist nur klein… und die lassen alles und jeden über die Klinge springen, nicht anders als ihre Vorgänger im transzendenten Geiste…

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      • ester sagt:

        Ich habe Wikipedia gefragt, sooo einfach ist das mit dem von Papen nun auch wieder nicht,
        immerhin ist er schon 1932 aus dem Zentrum ausgeschieden und sein enger Mitarbeiter und Verlobter seiner Tochter wurde von den Nazis ermordet.
        Dazu wurde er bei den Nürnberger Prozessen freigesprochen.
        Soviel Sachlichkeit sollte schon sein.

        Und ich möchte doch mal in all den Anklagen zu bedenken geben, was Erich Fried mal dichtete:
        http://www.meike-lindemann.de/meike/erichfried/buback.htm

        Erich Fried hat fast seine ganze Familie im KZ verloren, er musste als 16-jähriger sich alleine in England durchschlagen, und hat es dazu noch geschafft, als 16-jähriger 70 verfolgte Juden ins englische Exil zu retten, er war dennoch ein Mensch, der auch hinter dem letzten Idioten den Mensch gesehen hat!
        Erich Fried hat leidenschaftlich an das Gute im Menschen und zwar in jedem Menschen geglaubt!
        Und darin, denke ich, war Erich Fried schon ein Christ, obwohl er Jude war.

        Richtig ist allerdings der Generalvorwurf, dass die Kirche ihre Macht nicht in die Waagschale wirft, in den jeweiligen Zeiten, sondern erst hinterher, die, die ihr Leben in die Waagschale geworfen haben, selig und heilig spricht, was in der Tat einen seltsamen Nachgeschmack hat.

        Aber ich persönlich bin auf anderen Wegen zu der Überzeugung gelangt, dass die Führungsebene der Kirche hauptsächlich aus Blödmännern (heutzutage auch aus Blödfrauen) besteht, die allesamt die Klappe groß aufreisen, die ganze Welt retten wollen, aber nur um selber gut dazustehen, und nach den jeweils herrschenden Moden, und wenn sie sich mal dazu herablassen, einen Stuhl für eine alte Dame zu holen, das nur machen, wenn es vorher geprobt wurde, also aus PR-Gründen.

        Von daher stimmt es schon, dass sich mit dem 2. Vatikanum nichts großartiges geändert hat, nur die Welt hat sich gewandelt.

        Aber das ist gar nicht das Problem, irgendwann einmal wird der Herr selber kommen und diesen bösen Menschen ein böses Ende bereiten (Luk 20, 9ff) und diese Perikope geht weiter, dass wer auf den Stein, der Christus ist, fällt, der wird zerschmettert, und auf wen er fällt, den wird er zermalmen?
        Das kann doch nur bedeuten, dass auch das Gebäude der Kirche irgendwann zusammenfällt und dann die, die daran schuld sind, zermalmt werden.

        Die für uns interessante Frage ist aber: Wie gehen wir damit um?
        Und da finde ich in der ganzen Schrift nur, neben den bekannten Aufforderungen, heilig zu leben, folgenden Hinweis:

        und sprach: Auf Mose’s Stuhl sitzen die Schriftgelehrten und Pharisäer. Alles nun, was sie euch sagen, daß ihr halten sollt, das haltet und tut’s; aber nach ihren Werken sollt ihr nicht tun:

        Irgendwann wird Rom zu Babylon werden (Offenbarung Kapitel 18) und der Engel wird uns rufen, auszuziehen, aber bislang hat er noch nicht gerufen!

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      • zeitschnur sagt:

        Mit Wikipedia-Wissen, Ester, wollen Sie also „Sachlichkeit“ gegenüber von Papen einfordern? Interessant. Offenbar haben Sie den Artikel aber nicht mal genau gelesen, sonst müssten Ihnen eigentlich, was den Punkt der „Sachlichkeit“ angeht, die Ohren schlackern – er ist doch durch und durch tendenziös und teilweise unsachlich und polemisch geschrieben und versucht alle Kritik an von Papen abzuschmettern oder lächerlich zu machen. Gehen Sie in den Diskussionsteil, dann werden Sie das sofort erkennen!
        Von Papen ist einer derer, über den Sie in einer „Wikipedia“ niemals einen angemessenen Artikel finden werden – da wird geschmiert und sofort gelöscht, geschmiert und sofort gelöscht. Das sind die wikitypischen Grabenkriege um politisch brisante Fragen…

        Ich habe oben übrigens eine Rezension einer Forschungsarbeit über ihn verlinkt. Das Buch, um das es dabei geht, ist:
        Möckelmann, Reiner: „Franz von Papen. Hitlers ewiger Vasall“. (Philipp von Zabern Verlag, Darmstadt, 480 S., 39,95 Euro)
        Das ist ein anderes Kaliber als ein Wikiartikel…
        Über Möckelmanns Arbeit auch hier einige Meinungen im „Perlentaucher“:
        https://www.perlentaucher.de/buch/reiner-moeckelmann/franz-von-papen.html
        In Nürnberg wurde man übrigens nicht „freigesprochen“, weil man unschuldig war – wer in Nürnberg landete (und wer nicht!) und warum wie verurteilt wurde oder auch nicht, ist etwas komplizierter. Und ich wäre nicht erstaunt, wenn auch hier die Kirche kräftig mitgemischt hätte auf ihren dunklen Kanälen. Wer hilft, schwere Nazi- und Ustascha-Verbrecher vor einer gerechten Strafe zu retten, dem ist alles zuzutrauen. Wer eine schwere Mitschuld an der Entstehung dieser politischen Wirren trägt, hält wohl auch schützend die Hand über den Seinen… alleine schon aus Selbstschutz und um die eigene Verstrickung zu verschleiern.
        Es wäre also angebracht, nicht die Unschuld vom Lande zu spielen, sondern wenigstens eine gesunde Vorsicht gegenüber offenkundig Unglaubwürdigen walten zu lassen – auch wenn der Grad an Unglaubwürdigkeit natürlich diskutabel scheint..
        Von Papen war kein Opfer – er war Täter – und er sorgte dafür, dass andere am Galgen landeten: „Auch ein Hilfegesuch der Ehefrau Erwin Plancks, des Sohns von Nobelpreisträger Max Planck und 1932 in der Reichskanzlei von Papens Staatssekretär, lehnte er im November 1944 ab. Als Grund nannte er den „Willen des Führers“; am 23. Januar 1945 starb Planck am Galgen.“ (s. Link oben)

        Auch sollten Sie schon korrekt zitieren: Von Papen war bis 1932 Zentrumsmitglied, dann einige Jahre parteilos und ab 1938 NSDAP-Mitglied. Auch wenn er in Nürnberg davonkam, verzeichnet Wiki – selbst Wiki! – etwas sehr Bezeichnendes:

        „Im Rahmen der Entnazifizierung wurde er schließlich in einem Spruchkammerverfahren am 24. Februar 1947 als „Hauptschuldiger“ eingestuft und zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt.“ Diese Info wurde nirgends bezweifelt.
        Von Papen war ein aktiver Faschist, wofür auch seine politischen Schriftwerke zeugen.
        Er ist fraglos einzureihen in diese Gruppe ausschließlich katholischer, faschistischer Führergestalten, auch wenn er immer nur Vasall des deutschen Führers blieb.

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  2. Stella sagt:

    Leider merken das all diese klugen Leute viel zu spät, denn man hat jahrzehntelang den Glauben bewußt, wie ich meine, verkümmern lassen.
    Wenn man über Jahrzehnte ein rein wissenschaftlich-materielles Weltbild in Schulen und Bildungseinrichtungen vermittelt, muß man sich doch über das Ergebnis nicht wundern.
    Da wundere ich mich, das man sich da wundert.
    Für meine Oma, Jahrgang 1893, war noch klar, dass Gott den Menschen schuf, für meine Eltern (Schüler im Nationalsozialismus) schon nicht mehr und von meiner Wenigkeit als Schülerin im real existierenden Sozialismus ganz zu schweigen.
    Also allein in meiner Familie kann ich den Glaubensschwund ganz real nacherleben.
    Wie sich das ändern soll, ist mir schleierhaft, da kann wohl nur Gott selbst eingreifen.

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  3. Um der Wahrheit die Ehre zu geben: selbst die Mehrzahl derjenigen, welche mehr oder weniger regelmäßig einen Gottesdienst in diözesanen Pfarrgemeinden aufsuchen, sieht im Glauben eher Folklore und handelt bezüglich der liturgischen Form nach dem Prinzip „Versuch und Irrtum“. Man steht halt, wenn alle stehen, und orientiert sich ansonsten so „pi mal Daumen“ an den Bänken vor sich. Desinteressiert schaut man im Kirchenraum herum und trottet zum Kommunionempfang mit den anderen nach vorn, weil’s ja alle tun. Gemessen am hehren postkonziliaren Ziel der „aktiven Teilnahme“ der Gläubigen der blanke Hohn.

    Beim „Wissen“ um den Inhalt von Messe und Glauben dürften einen die Haare zu Berge stehen. Allerdings: Woher sollen sie es denn auch wissen? Seichter Religionsunterricht, keine Katechese, die Messe hält jeder Pfarrer grad, wie er will, d.h. redet was er will, wann er will. Kein erkennbares System.
    So was kommt von sowas…

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    • Gerd sagt:

      Es ist sogar durchaus möglich, dass der regelmäßige Besuch des Gottesdienstes hierzulande dem Glauben diametral entgegensteht.

      Gefällt 1 Person

    • zeitschnur sagt:

      Die „participatio actuosa“ ist nicht erst „postkonziliares Ziel“, sondern geht ausdrücklich auf Pius X. zurück. Offenbar war es auch in den Traumzeiten der großartigen pianischen Ära ein Trauerspiel mit den Gläubigen… nichts kapierten sie, man saß die Messen ab, betete Rosenkranz, während da vorne ein einsamer Mann, umgeben von Messdienern, lateinische Sätze murmelte, Pius regte sich über kunstvoll komponierte Chor- und Orchestermessen auf, über Liturgie singende Frauen und volkssprachliche Lieder, obwohl die seit 400 Jahren in Gebrauch waren… damit war natürlich die echte Problemlage perfekt erfasst.
      Das gesamte Unterfangen des „Schott“ wäre nie ins Rollen gekommen, wenn es im 19. Jh gut gewesen wäre mit den Zuständen unter den Gläubigen… aber nicht wegen schöner Messkompositionen, singender Frauen und deutschsprachiger Lieder (da hat ein Papst mal wieder vollkommen daneben gegriffen in seiner Erfassung der Probleme), und warum die liturgische Bewegung aus dem erstickenden Mief herauswollte, der sich zu Beginn des Jahrhundertes im Geiste des Klemm-Cäcilianismus von Rom her bildete? Alles nur böse Modernisten oder vielleicht doch berechtigte Anliegen?!
      Und selbst wenn das Volk papageiengleich irgendwelche simplen Katechismustexte herunterbeten konnte: was hat es vom Glauben verstanden? Hat es überhaupt persönlich geglaubt, oder ließ es eine korrupte Machthierarchie an der eigenen Stelle glauben?

      Das Traumland, das Tradis sich immer ausmalen, das früher mal bestanden hätte, ist eine einzige Fiktion. Meine alten Verwandten hatten kein großes Glaubenswissen – obwohl sie ständig in die Kirche rannten. Sorry.

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