HEEDE: Marienerscheinungen im Emsland?

Von Felizitas Küble

Am 1. November 2017 erinnerte der katholische Schriftsteller Michael Hesemann auf dem erscheinungsbewegten Portal „Kath.net“ an die wundersamen Ereignisse in der emsländischen Dorfgemeinde Heede am Allerheiligenfest 1937, also mitten in der Nazizeit: http://www.kath.net/news/61509

Unter dem Titel „Ein deutsches Fatima?“ würdigt der Autor die über hundert Marienerscheinungen auf dem dortigen Friedhof und den umliegenden Grundstücken; er erwähnt, daß Heede vom zuständigen Osnabrücker Bischof Bode als Gebetsstätte anerkannt sei. 

Allerdings ist dies sogar in Heroldsbach der Fall, der kirchlich am meisten abgelehnten Privatoffenbarung aller Zeiten.

Auch hier wurde vom Bistum Bamberg – bei bleibendem NEIN zu den angeblichen Erscheinungen  – eine Gebetsstätte eingerichtet, was zwar ein gewisses „pastorales“ Zugeständnis an die anhaltenden Pilgerscharen darstellt, aber gleichwohl nicht mit einem kirchlich anerkannten Wallfahrtsort bzw. einer gebilligten Erscheinungsstätte vergleichbar ist. 

So ist auch Heede kirchlich keineswegs approbiert (genehmigt, gutgeheißen), sondern wird lediglich – wie in ähnlichen Fällen auch –  sozusagen toleriert.

Allerdings wird die feinsinnige Unterscheidung zwischen „Gebetsstätte“ und „Wallfahrtsstätte“ von den Gläubigen oftmals nicht beachtet, weshalb diese diplomatisch sein sollende „Regelung“ in der Praxis mißverständlich bis irreführend ist. 

Zurück zu Heede, wo vor über 80 Jahren die Gottesmutter erschienen sein soll, wobei sie sich als „Königin des Weltalls“ und „Königin der Armen Seelen“ präsentierte und zukünftig unter diesen Titeln verehrt werden wollte. 

Hier stellt sich die z.B. die Frage, ob „Königin“ der Armen Seelen denn eine theologisch sinnvolle Formulierung darstellt.

Die Gottesmutter ist Helferin und Fürsprecherin der Christgläubigen, also sicherlich auch der Seelen im jenseitigen Läuterungszustand. Den Ausdruck „Königin“ könnte man landläufig aber auch so verstehen, als ob sie die „Erste unter Gleichen“ wäre. Die Madonna ist gewiß nicht die oberste „Arme Seele“, sondern lebt in der himmlischen Herrlichkeit.

Außerdem ist dieser Titel in der kirchlichen Tradition nicht präsent; weder findet er sich in der Lauretanischen Litanei noch in amtlichen Dokumenten. 

Ähnliches gilt für die Bezeichnung „Königin des Weltalls“, mag sie auch von Pius XII. einige Male verwendet worden sein. Eine fundierte Überlieferungsgeschichte existiert für einen solchen marianischen Ehrentitel jedenfalls nicht.

Es gibt eine Reihe von Büchern über Heede, darunter jenes von Heinrich Eizereif (siehe Foto), das aber – wie die meisten Publikationen dazu – unkritisch berichtet. Die Marienstatue auf dem Titelbild ist nach den Aussagen der vier jugendlichen Visionärinnen entstanden (zunächst waren es fünf Sehermädchen, aber eine von ihnen ist schon früh „abgesprungen“).

Was an dieser Darstellung etwas verwundert, ist die Tatsache, daß die „Madonna“ ihre linke Hand (vom Betrachter aus gesehen) auf die Erdkugel hält  – über dem Globus befindet sich aber ein Kreuz. So stellt sich die Frage, warum diese „Maria“ die Erde und das Kreuz Christ gleichsam mit ihrer Handfäche „trennt“.

Bei der letzten Heede-Vision am 3. November 1940 verabschiedete sich die angebliche Gottesmutter von den Sehermädchen folgendermaßen: „Nun, liebe Kinder, zum Abschied noch den Segen! Bleibt Gott ergeben und brav! Betet oft und gern den Rosenkranz! Nun ade, liebe Kinder. Auf Wiedersehen im Himmel!“ 

Abgesehen von der bieder-naiven Sprache (z.B.“brav“) fällt auf, daß von Christus nicht die Rede ist. Zudem entsteht der Eindruck, als habe die Erscheinung den Kindern eine „unschlagbare“ Heilsgewißheit vermitteln wollen: „Auf Wiedersehen im Himmel!“  

Als Christen dürfen wir, wenn wir uns um die Nachfolge Christ ernsthaft bemühen, gewiß von Zuversicht und Heils-Hoffnung getragen sein, aber nicht von einer verstiegenen Heils-Sicherheit. Schließlich können wir nicht im vorhinein wissen, ob wir bis zuletzt dem Glauben treu bleiben und ob wir wirklich einst im Frieden Christi sterben.

Zum Phänomen Heede möchte ich mich gelegentlich in weiteren Beiträgen äußern und zusätzliche kritische Punkte ansprechen. Dieser Artikel soll lediglich als „Einleitung“ dazu dienen.

 


28 Kommentare on “HEEDE: Marienerscheinungen im Emsland?”

  1. Monika Medel sagt:

    Ich habe einen Artikel, den ich allerdings erst heraussuchen müsste, was ich mir jetzt spare, nach dem hätte Papst Pius X. die bedeutendsten katholischen Theologen seiner Zeit nach ihrer Meinung zur „Sonnenfrau“ gefragt. Die wenigsten setzten sie mit Maria gleich, die meisten mit der Kirche bzw. den Gläubigen des AT wie des NT. Einige leiteten daraus ab: Maria,Symbol für die Kirche, also kann man auch in der „Sonnenfrau“ Maria sehen. Das war jedoch die Minderheit. Mir erscheint das – im Gegensatz zu dem Autor – allerdings fragwürdig: Sowohl das Lamm wie auch das Licht sind z.B. Symbol für Christus, aber das Lamm ist doch nicht ein Symbol für das Licht. Laut besagtem Artikel kam es erst im Laufe der Jahrhunderte zur volkstümlichen Interpretation Sonnenfrau=Maria. Dies sei durch die Malerei in den Bibelhandschriften geschehen, wo sich die Darstellungen einander langsam angenähert hätten. Der Autor weist auch darauf hin, dass die katholischen Mariendogmen niemals mit dieser Offenbarungsstelle begründet wurden. Die Vorstellung sei vor allem durch die unzähligen bildlichen Darstellungen von „Mondsichelmadonnen“ verbreitet worden und sitzt dadurch sehr fest, was ich bei Kirchenführungen immer wieder erlebe. Wie gesagt, den Artikel müsste ich erst heraussuchen, er basiert wohl auf einer Doktorarbeit (?) des Verfassers.

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  2. Neukatholikin sagt:

    Pius XII: Da denke ich immer, dass dieses Sonnenwunder, das er gesehen haben will, mit seinem damaligen schlechten Gesundheitszustand zusammen hing. Bei allem Respekt – er war auch ein Mensch.
    Schwester Faustina: Vom „Umkippen Roms“ bin ich auch enttäuscht – und noch mehr von der plötzlich erfolgten Zustimmung zu den Erscheinungen in Amsterdam: „Die Frau aller Völker“. Alles Massnahmen nach dem Konzil – meiner Meinung nach, um die Leute bei der Stange zu halten.
    Abgesehen davon habe ich mehrfach von einer offiziellen Erklärung des Heiligen Offiziums (wie es damals noch hiess) aus den 50er Jahren gehört, in der die Gläubigen vor Naivität in Bezug auf Privatoffenbarungen gewarnt wurden. Ich finde den Text jedoch momentan nicht. Kennt ihn jemand?

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    • Guten Tag,
      meines Wissens hat sich Pius XII. nie selber zu seinem „Sonnenwunder“ geäußert, jedenfalls nicht öffentlich. Das hat – nach meiner Erinnerung – ein Kardinal bei einer Ansprache (in Fatima?) soszusagen ausgeplaudert – und es ist so oder so ohnehin klar, daß kein Katholik daran zu glauben braucht.
      Rom hat allerdings die Amsterdam-Erscheinungen nie gebilligt, sondern jahrzehntelang bis zuletzt abgelehnt. Vielmehr war es der niederländische Bischof Punt, der sie „absegnete“ – trotz vatikanischer Haltung, über die er sich hinwegsetzte.
      Rom hat dann leider nur noch den Schaden begrenzt bzw. eine gewisse Notbremse gezogen, indem die FaV-Anrufung „korrigiert“ wurde. Zudem wurde in einem Schreiben noch einmal die bleibende Skepsis erwähnt, aber unterm Strich hat Rom klein beigegeben – sehr enttäuschend natürlich!
      Jene vatik. Stellungnahme aus den 50er Jahren dürfte im Kontext der Heroldsbach-Ablehnung erfolgt sein – dort hat das Offizium meines Wissens zweimal deutlich abgelehnt (mit Zustimmung von Pius XII.)
      Unabhängig davon heißt es im Weltkatechismus ausdrücklich, daß auch die kirchlich gebilligten Erscheinungen nicht verpflichtend sind und daß sie zudem kein Bestandteil der amtlichen Verkündigung darstellen.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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  3. Neukatholikin sagt:

    Da sieht man aus den jetzt schon zahlreichen Kommentaren, dass man viel lernen kann aus der Diskussion solcher angeblichen Erscheinungen. Man lernt nämlich, übertrieben mystisch/esoterische Tendenzen zu vergleichen mit dem traditionellen Standpunkt der Kirche. Und der ist in der Regel nüchtern und vorsichtig.

    Es spielt in dem Fall auch keine Rolle, ob man es mit vor- oder nachkonziliaren Theologen zu tun hat, denn die Haltung der Kirche zu Privatoffenbarungen stand beim Konzil gar nicht zur Debatte. Sie ist also unverändert geblieben.

    Angeblich sind die „Erscheinungs-Skeptiker“ ja nicht marianisch genug. Wenn aber die vorgebliche Heilige Jungfrau, die da erscheint, Häresien verbreitet? Da kann ja im Falle einer Ablehnung von mangelnder Marienverehrung keine Rede sein.

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    • Guten Tag,
      vielen Dank für Ihre besonnene, gut durchdachte Stellungnahme.
      Ich stimme Ihnen gerne zu.
      Auch mir liegt eine gesunde Marienverehrung sehr am Herzen – eben deshalb möchte ich Fehlformen und Verzerrungen kritisch beleuchten.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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    • zeitschnur sagt:

      Da kann ich nicht zustimmen: der Erscheinungsymystizismus ist erst nach der Reformation in diesem Charakter aufgekommen, wurde ausdrücklich und bewusst von gewissen gegenreformatorischen Kräften gefördert (was man ihnen damals in vielen heute noch zugänglichen Veröffentlichungen auch vorwarf) und erreichte einen Höhepunkt im 19. Jh, wo er weite Teile der Ultramontanen samt vielen Bischöfen und Päpsten (insbesondere Pius IX., der selber Erscheinungen hatte) erfasst hatte. Da ist nichts „nüchtern“ gewesen. Selbst Pius XII. erlebte noch ein angebliches Sonnenwunder in den Vatikanischen Gärten. Es ist die Kirchenleitung selbst, die diese Geister losgelassen hat und nun kaum mehr losbekommt.
      Und wenn Sie mich fragen, deuten die halbherzigen, wachsweichen Stellungnahmen auch klar drauf hin, dass es der Hierarchie an sich auch ganz gut passt, wenn das fromme Volk mit Brot und Spielen beschäftigt ist.
      Es gibt nur in all dem Wahnsinn auch – auch! – ein paar besonnene und nüchterne Prälaten. Ich habe aber erhebliche Zweifel über deren Anteil am Ganzen.

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      • Guten Tag,
        die insgesamt vorhandene „Nüchternheit“ des kirchlichen Standpunkts besteht darin, daß
        1. unter 1% der Erscheinungen/Visionen kirchlich gebilligt wurden (nicht einmal zwanzig von ca. 20000)
        2. auch diese wenigen „anerkannten“ (genehmigten) Privatoffenbarungen für Gläubige nicht verpflichtend sind.
        Ob einige Päpste selber Visionen hatten und gewisse Kreise (nicht nur „ultramontane“) sich erscheinungsfixiert äußerten bzw. verhielten, steht auf einem anderen Blatt und ändert nichts an der tatsächlich zurückhaltenden amtlichen Lehre über Privatoffenbarungen.
        Im übrigen stimme ich zu, daß die kirchlichen Stellen sowohl früher wie heute diesbezüglich noch viel nüchterner (hätten) sein sollen. Immerhin beklage gerade ich das seit Jahrzehnten öffentlich!
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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      • zeitschnur sagt:

        „Nüchternheit“ ist was anderes!
        Was Sie hier benennen, nämlich das „Aussitzen“ und bloß autoritäre Abweisen und hat mit „Nüchternheit“ nicht das geringste zu tun.
        SIe freuen sich, dass soviel nicht anerkannt wird und verwechseln die Motive bei denen, die ablehnen mit Ihren eigenen Wünschen nach Nüchternheit.

        Diese Bischöfe sagen uns jedoch nie, warum sie etwas ablehnen. Eher äußern sie sich inhaltlich nüchtern, wenn sie etwas approbieren.
        Man lehnt ab: Das ist autoritäre Basta-Politik, aber keine gesunde „Lehre“.
        Es hat etwas Entlarvendes, dass Sie autoritäres Gehabe und damit verbundene Willkür (s.u.) mit „Nüchternheit“ verwechseln

        Außerdem haben Sie ja selbst schon mehrfach entdecken müssen, dass auch das einstmals autoritär und unbegründet Abgelehnte plötzlich umkippte und einer Approbation Platz machen durfte, die dann aber seeeeehr ausführlich und schwärmerisch begründet wurde… etwa bei Faustyna.

        Aber bitte – die Hoffnung stirbt zuletzt, nur sollte man dabei nicht selbst vor lauter Sehnsucht nach „Nüchternheit“ beim „Lehramt“ selbst in schwärmerische Verkennung der Lage des „Lehramtes“ geraten.
        Ich habe in den letzten fünf Jahren einen sehr großen Teil der wichtigeren Lehramtstexte der letzten Jahrhunderte gelesen. Ein großer Teil davon ist ein teilweise infantiler, schwärmerisch-pathetisch-autoritärer Schwulst, bei dem ich ehrlich gesagt rot anlaufe, so peinlich ist das.

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      • Guten Tag,
        Sie schreiben zu meiner Verblüffung:
        „Es hat etwas Entlarvendes, dass Sie autoritäres Gehabe und damit verbundene Willkür (s.u.) mit „Nüchternheit“ verwechseln.“
        Mir scheint, es hat eher etwas Entlarvendes, wenn Sie diese Unterstellung ebenso unnötig wie unbegründet in meinen Text hineinlesen.

        Vielleicht ist Ihnen entgangen, daß ich „Nüchternheit“ in Gänsefüße setzte und zudem am Schluß relativierte. Zudem verwechsle ich „autoritäres Gehabe“ nicht damit, denn die Art und Weise, in welcher die Kirche Privatoffenbarungen ablehnt, kann ich mir nicht aussuchen. Auch ich hätte hierbei oftmals gerne mehr inhaltliche Argumente statt autoritär formulierte Bestimmungen. Aber der springende Punkt ist trotzdem das Ergebnis, nämlich gottlob extrem wenig Approbationen/Billigungen – und das ist gut so, mag auch der Stil tatsächlich manchmal gewöhnungsbedürftig sein. (Aber im Falle Heroldsbach wurde die Ablehnung auch inhaltlich begründet, es geht also durchaus auch mal argumentativ.)
        Die lehrhafte Nüchternheit bezieht sich z.B. darauf, daß auch kirchlich gebilligte Erscheinungen für die Gläubigen nicht verbindlich sind – und nicht etwa auf die autoritäre Art und Weise des Vorgehens. Das geht aus meinem Text auch hervor. Was Faustyna betrifft, wissen Sie längst, daß ich diese römische „Umkipperei“ ablehne.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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  4. Dorrotee sagt:

    Der Artikel gefällt mir, und ich freue mich auf weitere Ausführungen zu Heede.
    Viele Gläubige aus meiner Gegend schwärmen von Heede und den Sühnenächten dort. Vielleicht erklären Sie noch, was es damit auf sich hat..

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    • Guten Tag,
      diese „Sühnenächte“ werden in Heede und auch sonst kirchenamtlich meist als „Nachtanbetung“ bezeichnet – und das ist auch gut so. Allerdings bleiben viele erscheinungsbewegte Leute trotzdem beim Sühnenächte-Begriff. Dieser fragwürdige Ausdruck entstammt aber einer Denkweise, die allzu leicht ins Pharisäertum führen kann. Man geht davon aus, daß man nächtliche Gebete zur „Sühne“ für die „Sünder“ durchführt – wobei damit die Ungläubigen oder sonstige „Abständige“, Todsünder usw. gemeint sind, für die man sozusagen großzügig durch eigene Gebete oder Spezialandachten „Sühne“ leistet (diese Problematik sehe ich auch bei den sog. Sühnesamstagen).
      Klar ist natürlich, daß FÜRBITTE für andere Menschen sehr wünschenswert ist, ob diese nun tags oder nachts erfolgt, aber zu den „Sündern“ gehören wir erstens alle selber dazu, zweitens erscheint der Ausdruck „Sühne“ für diese Bittgebete mißverständlich bis irreführend.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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      • Dorrotee sagt:

        Liebe Fr. Küble,
        da ist er wieder, dieser Leistungsglaube, der meint, durch zig. Nachtanbetungen (Sühnenächte, Sühnesamstage) besonders gläubig zu sein.
        Immer dasselbe an solchen Gebetsstätten und Erscheinungsorten. Meistens noch mit Extra-Rosenkränzen, die nur überfordern.

        Ich halte mich an die gebotenen Weisungen der Kirche. Für die Verstorbenen bete ich in der Messe. Ab und zu erbitte ich Messlesungen für enge Verwandte. Beten und arbeiten gehört für mich zum täglichen Leben dazu.
        Wenn solche Gebetsaufforderungen von irgendwelchen Erscheinungs und Gebetsstätten kommen, prüfe ich genau, was dahinter steckt. Meist sind die Gebete schon seltsam formuliert und man kann sie dann vergessen.

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  5. Martin sagt:

    Ich habe das Buch von Eizereif (Maria in Heede) gelesen und würde es nicht als unkritisch bezeichnen. Ich empfand den Inhalt als recht nüchtern und es waren auch nachvollziehbare Anhaltspunkte dabei (z. B. die schnelle Ablehnung der Erscheinungen von Heede durch das Bistum im Anbetracht der Anspannungen mit den Nazis in Verbindung mit den Ereignissen in Heede).

    Was für mich bei dem Buch gefehlt hat, ist das nähere Eingehen auf die Querelen, die es wohl später bei den Seherkindern gegeben hat. Für die Glaubwürdigkeit einer Erscheinungsstätte halte ich auch dessen Entwicklung für einen Anhaltspunkt. Während wundersüchtige (Marpingen, Heroldsbach) und botschaftshörige (Medjugorje) woanders besser auf ihre Kosten kommen, wirkt hier doch Heede nüchterner.

    In Zentrum von Heede heute stehen Eucharistische Anbetung und Beichte ohne großartiges Wallfahrtsort-TamTam (was es ja auch nicht ist). Dies sind zwei der drei Dinge die Papst em. Benedikt XVI. der deutschen Kirche bei seinem Schreiben zum Tode von Kardinal Meisner ans Herz gelegt hat (neben dem Mut auch zum Glaubenszeugnis, ob gelegen oder ungelegen).

    Zu den Titeln „Königin der Armen Seelen“ und „Königin des Weltalls“. Sind sie allein schon deshalb falsch, nur weil die Kirche, diese offiziell noch nicht verwendet? Durchaus könnte die katholische Kirche eine theologische Auseinandersetzung mit diesen Titeln wagen um zu prüfen, ob es recht ist, Maria unter diesen Titeln zu verehren.

    Wenn die Vorgänge in Heede Teufelszeug wären oder nur Spinnereien von einigen Kindern, wäre es sicherlich nicht gut, daraus eine Gebetsstätte zu machen – auch wenn dies ja nicht einer Anerkennung gleichkommt. Vielleicht hat Bischof Bode hier auch die Früchte von Heede betrachtet, als er zu dieser Entscheidung gekommen ist (sicherlich auch in Anbetracht des Lebens und Leidens von Grete Ganseforth). Verwirrung, Polarisierung und Fixierung – wie es bei manchen anderen angeblichen Erscheinungsorten der Fall ist – scheint hier bei Heede nicht das Vordergründige zu sein, sondern eher die Einladung an der Hand von Maria sich in den Sakramenten und bei der Anbetung auf Christus einzulassen. Das was leider bei vielen „normalen“ Pfarreien oft fehlt.

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    • Guten Tag,
      Sie haben sicherlich bemerkt, daß meine kritischen Anmerkungen zu Heede weitaus dezenter sind als gegenüber Erscheinungsstätten wie Heroldsbach oder Medjugorje, die so lächerlich wirken, daß man es oft nur noch mit Ironie aushält. Im Vergleich damit ist Heede tatsächlich mit Abstand erträglicher – und zwar sowohl vom visionären Verlauf her wie auch angesichts einiger Umstände und Folgen. Aber das macht Heede natürlich noch nicht „echt“.
      Ich habe ja nicht geschrieben, Eizereif sei schwärmerisch oder fanatisch, aber er ist eindeutig (und insofern „unkritisch“) pro Heede, wenngleich im eher nüchternen Stil – da haben Sie recht.
      Zu „Gebetsstätte“: Heroldsbach war im besten Falle Kinderspinnerei oder gar Teufelsszeug, trotzdem wurde auch dort eine Gebetsstätte errichtet, wobei das strikte NEIN zu den Erscheinungen explizit aufrechterhalten wurde.
      Es hat also keinen Sinn, eine solche Regelung dann bei Heede für eine Quasi-Anerkennung zu halten.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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  6. zeitschnur sagt:

    Dieser Hesemann-Text auf Kath(dot)net ist inhaltlich reichlich fragwürdig und stilistisch extrem unsachlich:

    „Dabei offenbarte sie sich als „Königin des Weltalls und der Armen Seelen“ und verpasste den Allmachtsphantasien der Nazis damit eine schallende Ohrfeige. Während Hitler nach der Weltherrschaft strebte, stellte sich die Gottesmutter damit deutlich über ihn. Zugleich aber solidarisierte sie sich, anders als die Nazis in ihrer menschenverachtenden, neodarwinistischen Ideologie mit dem Kleinsten, Armseligsten: den Armen Seelen im Fegefeuer. Kein Wunder, dass die braunen Machthaber damals alles versuchten, den „Marienspuk“ im Keim zu ersticken. Doch sie hatten die Rechnung ohne Maria gemacht.“

    Was ist das nur für ein krauses Zeug?
    Das ist theologisch nicht haltbar.
    Und ein albernes Machtgerangel nach dem Motto des sandkasten: „Bäh, ich bin aber noch größer als die bösen Nazis!“ Es ist einfach nur peinlich.

    Der „Erbe des Alls“ ist alleine Jesus Christus (Hebr 1):

    „2 am Ende dieser Tage hat er zu uns gesprochen durch den Sohn, den er zum Erben von allem eingesetzt, durch den er auch die Welt erschaffen hat;
    3 er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Abbild seines Wesens; er trägt das All durch sein machtvolles Wort, hat die Reinigung von den Sünden bewirkt und sich dann zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt…“

    Diese Erscheinungsmaria bestätigt hier katholische Lehren, die die RKK von allen anderen Kirchen und auch vom Schriftwort trennen, etwa die Fegefeuer- und Arme-Seelen-Lehre, die in dieser Form nicht nur von den Protestanten, sondern vor allem auch den Alten und östlichen Kirchen abgelehnt wird.
    Auch die zitierte Schriftstelle sagt uns, dass er die Reinigung von den Sünden bewirkt hat und nichts dafür spricht, dass das noch einmal extra durch uns selbst getragen werden müsste.

    Viele wissen das nicht, es ist aber eine Tatsache: Selbst im Wiki-Artikel, der die Argumentation der RKK meilenlang darstellt, die anderen Positionen aber nur stiefmütterlich referiert, muss zugegeben werden, dass diese Lehre in dieser spezifischen Ausformung erst ab dem 12. Jh existiert: https://de.wikipedia.org/wiki/Fegefeuer#Orthodoxe_Lehre
    Diese Lehre war ein weiterer Grund für das Schisma zwischen Ost und West (nach der einseitig durch die RKK nach dem 1. Jahrtausend erst eingeführte Filioque-Lehre, die sie selbst noch bis ins 9. Jh selbst ausdrücklich verworfen hatte (!) und vor allem dem unbiblischen und in der Tradition unbekannten totalitären Primatsanspruch des Papsttums).

    Maria fungiert hier also wieder wie bei sämtlichen vorigen Marienerscheinungen als Maskottchen und Bestätigerin der einseitigen Lehr-Neuerungen durch die RKK. Dazu gehört auch die Weltkugel (aber das nur nebenbei) und die Verdrängung des Kreuzes, ebenso der Ersatz Jesu Christi durch Maria, die wiederum dem Papst huldigt und über ihr Kind herrscht.

    Wenn Ihr mich fragt: Maria ist Darstellerin des Antichristen, weil sie alles unterstützt, was den wahren Herrn und seine Großtat für uns an den Rand drängt.

    Hesemanns suggestive Formulierungen, die jeden, der diesen Mist nicht anerkennen will, in die geistige Nähe der „braunen Machthaber“ rücken will, sind darüber hinaus infam.

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    • Markus sagt:

      Wenn es denn kein Fegefeuer geben sollte, dann sind doch auch alle Gebete und Messopfer für die Verstorbenen für die Katz. Dann ist die Seele entweder bei Gott, dann benötigt sie kein Gebetsgedenken mehr; oder in der Hölle: dann hat das Gebet auch keinen Nutzen. Dann ist auch Allerseelen überflüssig und kann abgeschafft werden. Steht aber denn nicht im Buch der Makkabäer: Es ist ein guter und heilsamer Gedanke, für die Verstorbenen zu beten…? Ich weiß wohl, dass die Makkabäerbücher bei manchen Konfessionen zu den Apokryphen zählen. Schreibt aber nicht auch Paulus: manche werden zwar selig werden, aber nur wie durch Feuer hindurch… ?

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      • Guten Tag,
        Sie haben völlig recht,
        übrigens glauben auch die Juden an eine Art Fegefeuer, also an eine jenseitige Läuterung, weshalb auch dort für die Verstorbenen gebetet wird, nicht nur privat, auch rituell und in der Synagoge.
        Die Makkabäer-Bücher stehen in der Septuaginta, der griechischen Übersetzung der hebräischen Bibel des AT, ein Werk von Juden schon in vorchristlicher Zeit.
        Ja, auch Paulus schrieb, jene Gläubigen, die wenig Frucht brachten, würden zwar gerettet, aber „nur wie durch Feuer hindurch“.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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  7. Heinz Pütter sagt:

    Zurück zu Heede, wo vor über 80 Jahren die Gottesmutter erschienen sein soll, wobei sie sich als „Königin des Weltalls“ und „Königin der Armen Seelen“ präsentierte und zukünftig unter diesen Titeln verehrt werden wollte. 

    Sie sagt die Wahrheit, jeder Mensch ist ein König oder Königin des Alls. Es ist eine Selbsterfahrung, viele Mystiker sehen es ebenso.

    Die gesamte Schöpfung existiert in dir, und alles, was in dir ist, existiert auch in der Schöpfung. Es gibt keine Grenze zwischen dir und einem Gegenstand, der dir ganz nahe ist, genauso wie es keine Entfernung zwischen dir und sehr weit entfernten Gegenständen gibt.
    Alle Dinge, die kleinsten und größten, die niedrigsten und höchsten, sind in dir vorhanden als ebenbürtig. Ein einziges Atom enthält alle Elemente der Erde. Eine einzige Bewegung des Geistes beinhaltet alle Gesetze des Lebens.
    In einem einzigen Tropfen Wasser findet man das Geheimnis des endlosen Ozeans. Eine einzige Erscheinungsform deiner selbst enthält alle Erscheinungsformen des Lebens überhaupt.
    ~Khalil Gibran~

    Hildegard von Bingen: Der Mensch erscheint als Mikrokosmos, der in all seinen körperlichen und geistigen Gegebenheiten die Gesetzmäßigkeiten des gesamten (Makro)- Kosmos widerspiegelt. Alles ist aufeinander bezogen, wechselseitig miteinander verbunden!
    Ramana Maharshi: Das ganze Universum ist im Körper enthalten…..

    Meister Eckhart: Im Inneren der Seele sind dir alle Dinge gegenwärtig.
    Gott würfelt nicht, er pokert
    Und zwar mit Stephen Hawking, der dem Allmächtigen gern in die Karten schauen würde. Mit dem Universum in der Nussschale. Wenn das Universum quantenmechanisch klein wäre und in einer Nussschale Platz hätte, könnte es auch in uns selbst sein: Der Mensch ein Mikrokosmos, ein Universum im kleinsten! 

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    • wuppersieg sagt:

      Maria ist keine Königin sondern bezeichnet sich selbst als die allergeringste Sklavin (Lukas 1,47). Gottes Geist wirkt in uns Gläubigen, aber wir sind nicht Gott – das ist eine esoterische Irrlehre! Wir sind versöhnt mit Gott durch das Opfer Seines Sohnes Jesus Christus und begnadigte Sünder ohne unser Dazutun (unsere Deklaration als verlorener Sünder und öffentliches Bekenntnis unserer Nachfolge als Jünger Jesu reicht aus).

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      • Natürlich hat sich die Muttergottes „als die allergeringste Sklavin“ Gottes bezeichnet, doch bedeutet das ja deshalb nicht, dass SIE geringer ist als Sie und ich; im Gegenteil, dadurch dass sie sich so klein gemacht hat, hat sie Gott entsprechend erhoben – zum höchsten Geschöpf!

        Ansonsten wird Maria als Königin in Offb. 12,1ff. gezeigt.

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      • zeitschnur sagt:

        Woher wissen Sie, dass das eingegrenzt Maria ist?
        Nach langem Nachdenken habe ich eher den Eindruck, dass es die Menschheit ist, bzw der Teil der Menschheit, die den Herrn anerkennt, vielleicht sogar die ganze Schöpfung, die in Wehen seufzt, wie der Apostel Paulus schrieb.

        Jesus ist der „Erbe des Alls“. Er kam durch dieses „All“ in unser Fleisch, um nicht nur der zu sein, durch den es erschaffen wurde, sondern auch der, der durch es selbst wiederum geboren wurde, um es wiederzugewinnen, symbolisch ebenso wie ganz real durch die Frau, die dafür stellvertretend steht und der auch zugesagt ist, dass sie den Erlöser hervorbringen wird und erste Feindin der Schlange ist (Gen 3,6).

        Für mich ist das jetzt ganz klar. Früher dachte ich, es sei Maria oder vielleicht die Kirche, heute habe ich begriffen, dass das alles „zwickt“ und an irgendeinem Ende nicht passt. Auch diese etwas biederen „Tochter Zion-Fantasien“ postmoderner konservativer Theologen passen nicht wirklich, die aus Maria ein „Scharnier“ zwischen AT und NT machen wollen. Man kann das nur durch den Holocaust-Schock erklären. sachlich greift das zu kurz. Es geht immer um die gesamte Menschheit, und es ging auch immer um die gesamte Menschheit. Die „Tochter Zion“ stand von Anfang an für die Auserwählten der gesamten Menschheit, harrte aber einige Zeit der Entschleierung in einer Menschheit, die sukzessive an dieses Mysterium herangeführt wurde.
        So aber wird das visionäre Bild ganz verständlich. In diesem Bild der Frau, die das Schöpfungsall ausdrückt (aber bitte nicht einen fiktiven, gottlosen unendlichen Urknallkosmos, sondern das All im alten biblischen Weltbild – so wird ein Schuh draus), kommt zum Ausdruck, dass die Schöpfung für sie geschaffen ist: sie trägt das Kleid der Sonne und die Krone der zwölf Sterne (was nicht zwingend „platt“ die Stämme Israels oder der Apostel bedeuten muss, sondern die Krönung durch den, der vollkommen ist, der bereist in der Zahl der Stämme und Apostel seine Vollkommenheit ausdrückte und nun eben auch in dieser Krone der Sterne) und den Mond trägt sie wie einen Schnabelschuh. So war der Mensch eigentlich gedacht: als Regierender über das ganze All, die ganze Schöpfung, so, wie der glückliche Mann im AT seine Frau über alle seine Güter setzte und durch diese gute Frau sein Gut in Überfülle vermehrt („Lob der guten Frau“).

        Ich kriege aber all diese Kitsch-Erscheinungen mit dieser Frau nicht zusammen.

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      • Guten Tag,
        natürlich kriegt man die vielen „Kitsch-Erscheinungen“ nicht mit der biblisch-apokalyptischen Frau zusammen, übrigens auch nicht mit der Madonna des Magnificats, wie ich seit langem immer wieder anmerke.
        Zur Frau von Offb 12: Jene kirchliche Deutung primär auf das Gottesvolk (sowohl des Alten wie des Neuen Bundes), die darin zugleich auch das Bild Mariens ausgedrückt sieht (die tatsächlich aus dem Volk Israel stammt und zugleich dem Neuen Bund angehört), habe ich stets für die am meisten überzeugende Interpretation gehalten und sehe dies auch heute so.
        Übrigens ist diese Sichtweise nicht erst nach dem Holocaust entstanden, sie ist hierdurch allenfalls weiter ermutigt worden. Schon Kirchenvater Ambrosius sah in der „Sonnenfrau“ das Alte und das Neue Testament versinnbildlicht. Hingegen ist eine rein personalistische, allein auf Maria bezogene Deutung wenig überzeugend, zumal sie ohnehin erst später – nämlich im Mittelalter – allgemein aufkam. In der Patristik war der Hinweis auf die Kirche eindeutig vorherrschend – und hierbei nicht selten unter Einbeziehung des Alten Israel. Dabei wurden die 12 Sterne nicht allein auf die 12 Apostel bezogen, sondern auch auf die 12 Stämme Israels, zumal beides zusammenhängt.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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      • zeitschnur sagt:

        Allerdings meinte ich nicht die enge kirchliche Deutung auf das „Gottesvolk“ bzw. die Kirche. Ich meinte, dass ein visionäres, mythisches Bild nie rationalisiert werden kann. Diese „kirchliche“ Deutung versucht aber wie alle anderen auch ein mythisches Zeichen aufzulösen.
        Man sieht das am Beispiel der 12 Sterne: das freut natürlich alle Zahlenfreunde und suggeriert ihnen, da hätten sie was an der Hand. Sofort kommt die Assoziation von den 12 Stämmen und den 12 Aposteln. Und meinetwegen der 12 Tore des himmlischen Jerusalem (wobei sie das wieder nicht so gerne hören – weil abstrakter und weniger als „Herrschaftszugang“ verwertbar).
        Genauso wenig aber, wie es eine ausschließlich marianische Deutung mit dem Visionsbild fertig wird, genauso wenig eine solche, denn sie begreift nicht, dass es hier um eine dienende Zuordnung aller Gestirne der Schöpfung geht und nicht bloß um 12 Sterne. Dieseverkürzende Verkennung geht bis hinein in die Euro-Symbolik, die ebenfalls nicht das gesamte Bild berücksichtigt.

        Es kann nicht um das „Gottesvolk“ im engen Sinn gehen, sondern wirklich um die ganze Schöpfung. Dass es nicht die Kirche sein kann, geht aus der Folgevision über die zweite Frau hervor, die als Hure gezeichnet wird, deren Kleidung die irdischer Machthaber ist. Sie buhlt mit allen Mächtigen dieser Erde, „reitet“ sie aber auch, ist also die treibende Kraft ihrer Sünden. Die Kirche als Institution hat sich niemals begnügt mit den Insignien der dienstbaren Schöpfung! Nein – sie überzog sich selbst mit „Purpur“, „Scharlach“ (wie der Drache), bis heute in der Kleidung der Kardinäle, aber auch Bischöfe ausgedrückt.

        In dem Bild bleibt also offen, wer die sind, die zu der Frau gehören und ihrem himmlischen Sohn. Der scharlachrote Drache hat eine scharlachrote weibliche Seite zwei Kapitel weiter, und es ist durchaus zu fragen, ob nicht die scharlachrote Kirche diese geheimnisvolle, wirklich mystische Zahl der wahren Kinder dieser Frau verfolgt, zumal sie ja auch die ist, die die irdischen Machthaber reitet. Schon Pilatus hätte alleine Jesus nie hingerichtet: bereits er musste von der anmaßenden angeblichen „Tochter Zion“ geritten werden. Auch das steckt im Bild mit drin.

        Das Bild geht also viel, viel tiefer, scheint aber an die ewigen und alleine wahren Worte Jesu anzuknüpfen, die uns sagen, dass das „Reich Gottes nicht beobachtet werden kann“, sondern „mitten unter uns“ ist (Lk 17, 20). Dieses „mitten unter euch“ ist die Wüste, ein verborgener geistiger Ort.
        Ich denke, wir werden uns am Ende sehr, sehr wundern.

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      • Guten Tag,
        bei der „Hure“ der Apokalypse geht es um den innerlich abgefallenen Teil der Christenheit bzw. um den Abfall bzw. Verrat innerhalb der Kirche – so wie mit der Hure im AT jene Hebräer gemeint sind, die nicht am Glauben Israels festgehalten haben, sondern z.B. anderen Götzen dienten (Baalskult, Astarte usw) oder Gottes Gebote schwer mißachteten.
        Der Hinweis auf die „Hure“ ist kein Gegenargument zur Deutung der Sonnenfrau hinsichtlich des Gottesvolks (AT und NT), denn daß mit dem Gottesvolk jeweils die wahrhaft Gläubigen gemeint sind und nicht etwa nur die äußerlich Zugehörigen (AT) bzw. Taufscheinchristen (NT), liegt auf der Hand.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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      • zeitschnur sagt:

        Stimme ich nur teilweise zu, denn die Kirche beansprucht ja weltliche Macht und dass sie in ihrer Sichtbarkeit die wahre Kirche sei. Das ist leider katholische Lehre, und daran kommen wir nicht vorbei.
        Dass das am Wort Jesu krass vorbeilehrt, wurde mir auch erst spät klar, denn der Herr sagt in seinem ewigen Wort, dass das Reich Gottes „nicht beobachtbar“ ist.
        Punkt – da kann die Kirche sich lehren anmaßen soviel sie will, sie widerspricht dem Herrn und das alleine zeigt, dass es sich vielleicht um diese Hure handelt, die nicht Baale vergötzt, sondern sich selbst. Es brennt in meinem Gewissen wie Feuer, dass Bischof Stroßmayer 1871 schrieb, er werde durch die Kirche gezwungen, nun sein Knie vor einem „Baal“ (dem dogmatisierten Papst) zu beugen. Ich weiß es in meinem Gewissen, dass das stimmt und dass das nicht recht war und nicht recht ist und niemals zu rechtfertigen sein wird! Zumal wir die katastrophalen Früchte ja ohnehin vor Augen haben.

        Es daher nicht „eh klar“, dass nur die echten Christen gemeint sind, wenn schon ein Großteil der Hierarchie den Geboten Jesu Christi nicht gehorcht.

        Und niemand kommt an der Tatsache der Frauenbilder vorbei, die die Hure in weltlicher Macht, prächtigen Gewändern und Sichtbarkeit zeigen, die „Sonnenfrau“ dagegen als Verfolgte und Verborgene im Gewand der Schöpfung, das vor dieser Welt nichts zählt. Zählen wir eins und eins zusammen.

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      • @zeitschnur

        Ihre Deutung der Frau in Offb. 12 geht nicht aus der Bibel hervor. Die Bibel deutet die Frau in Offb. 12 anders. Wir hatten mal vor einiger Zeit erörtert, dass das Kind der Frau Jesus Christus ist. Und aus den Evangelien wissen wir, dass die (hier gezeigte) Mutter Christi Maria ist. So einfach ist das.

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      • J.WalfischSchnucki sagt:

        IN: als „die allergeringste Sklavin“ könnte man eine Art „Stoff“ oder „Materie“ sehen – den passiven Zustand > gegenüber dem göttlich-schöpferisch-gestaltenden Geist oder dadurch herrschenden Gott.

        Die“12″ ist eine kosmische Zahl schlechthin, sicher beruhend auf der 6 . Selbst im menschlichen Körper hat medizinisch-anatomisch die Brustwirbelsäule = 12 BWS BrustWirbelKörper und den psychisch-seelisch-astralen Ausdruck und Zusammenhang in diesem cardio-pulmonalen System.

        Im Islam trägt die Frau schwarze? statt prächtiger Kleider. Man wird nicht umhin kommen hier die „Frau“ in Zusammenhang mit den „Hüllen“/kleidern in einen universellen Eigenschaftswort „weiblich“ zu charakterisieren. Mit allen Potenzen! Also die Kleider sind dann symbolisch, aber auch reale Hüllen einschließlich des Kopftuches. Das hat ethisch auch praktische Vorteile. Ich habe jetzt mehrmals gesehen und unmittelbar direkt erlebt, dass die jungen hübschen Mädchen das alles völlig zwanglos und freiwillig tun!!! Sicher, Ausnahmen bestätigen die Regel. Die Heiligkeit des Kopftuches möchte ich nicht hier öffentlich bloßlegen. Bitte Verständnis. Den Christlichen Bogen kriege ich heute irgendwie nicht – zu lange her dieses Thema wieder.
        Aber wir erleben in der Betrachtung und sinnenden Versenkung die Eigenschaften und Ideen. Die 12 als Zahl ist da reiner als der heute begriffliche Gedanke , und der unsichtbare Kreis > Vollkommenheit.
        In Ägypten gab es noch 12 Götter die sich alle 2 Stunden ablösten innerhalb eines Tages = 24 Stunden, 2 mal 12 Stunden für den wahrscheinlichsten Gegensatz von Tag und Nacht. Die 2 Stunden sind 5 mal unterteilt alle 20 Minuten für die 4 Elemente und das UrsprungsElement oder die Quintessenz= Christus. Deshalb gibt es da noch eine reale Möglichkeit für den Christus folgenden Kandidaten > in diese „Lücke“ zwischen allen Mmmh?

        Was die Stämme Israel betrifft, vermute ich auch nur dass hier die Zodiak analoger Ausdruck einer Vollkommenheit sind oder Ganzheit. Carl Gustav Jung benutzte hier einen passenden Ausdruck im Sinne von Archetypen. Es könnte damit jedenfalls typische Lebenswege beschrieben werden im Lichte der jeweiligen Tierkreiszeichen als Vertreter eines Archetypus und dem Individualiationsprozesses im Leben hier dann. Psychologisch ist das handgreiflicher und objektiv beobachtbar , erlebbar Menschen begleitend. Ein Holländer schrieb so um 1999 herum ein Buch darüber in einem biographischen Verständnis, sehr kompakt und stilistisch rational-betrachtend.
        Ich erlebe wohl solches auch, im Sinne einzigartiger Lebenswege bei nächsten Mitmenschen, aber sicher ist hier dieses Leben ein Ausdruck für den Heilsweg des Menschen letzten Endes.
        Auch die 144 000 lassen da mehrere Vollkommenheiten symbolisch vereinigt ahnen. Biblisch gibt es da ja den Bezug zu den 12 Stämmen Israel, als eine An-Deutung.
        ( Aaahh, vielleicht lese ich endlich ein Buch über jüdische Astrologie! weiter )

        Danke Schwesterchens! weil etymologische Vermutungen helfen euch nicht weiter bei „Maria“, sehe ich so jetzt.

        >auch unterm Kreuz (bei Johannes-Lazerus) > 3 Maria! ´s
        damit sehr vieldeutig die Symbolik der „Maria“ bis zur Mater

        > und bei Johannes dem Täufer das Verhältnis zwischen Geistiger Welt
        bei Gott „Welt“ … passt zur „allergeringsten Sklavin“ auch

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      • J.WalfischSchnucki sagt:

        Zu den 12 Stämmen Israel oben noch:

        Diese Astrologie könnte man zu unserer, die aus jüdischer Sicht eine Astrologie der Werdens wäre > ist die jüdische dann eine Astrologie des SEINs (oder Gottes). Es handelt sich dann um etwas tiefer liegendes oder mehr innerlicheres, möglich dem wirklich Himmlischen dann zugeordneten.
        Interessant, dazu kann sicher kein Sterblicher etwas sagen.

        Vielleicht die Aufzählung der Stämme in der Bibel? Da gab es doch eine Stelle…
        So ist das nun, wenn das HEIL von den Juden kommt – nicht direktes Verstehen einfach so möglich. Das Buch über jüdische Astrologie hat die 12 Stämme da nicht zum Thema, leider.
        Möglich das Namen noch eine traditionelle Bedeutung haben in der Überlieferung.
        Oh, die können Geschichten erzählen !!! aus solchen Namen. Die ganze Schöpfung hat Sinn und Bedeutung und lauter Zusammenklänge. Musik der UR-Harmonie. Sphärenmusik!

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