Kanada: Sommerjobs werden nur noch bei Abtreibungsbefürwortern staatl. bezuschußt

Kanadas linksorientierter Premierminister Justin Trudeau will Sommerjobs künftig nur noch bei Organisationen bezuschussen, die auch ein vermeintliches „Recht auf Abtreibung“ befürworten. Das berichtet die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA.

Zum Hintergrund: In Kanada arbeiten während der Sommermonate viele Studenten in sozialen Einrichtungen, Kirchen und Unternehmen. Diese Arbeit unterstützt die kanadische Regierung jährlich mit rund 177 Millionen Euro. Wie IDEA schreibt, hätten am 25. Januar diesen Jahres 87 religiöse Führer  –  darunter Vertreter der Kirchen sowie Rabbiner und Imame  –  die Beschränkung der Zuschüsse in einem Offenen Brief an Trudeau kritisiert.

Weiter heißt es: Abtreibungsbefürworter hätten im vergangenen Jahr gegen die Vergabe von Geldern an abtreibungskritische Organisationen protestiert und eine öffentliche Debatte losgetreten. Die Regierung habe daraufhin ihre Vergabekriterien geändert. Unterstützt werde nur noch, wer „mittels eines Häkchens auf dem Antragsformular“ das angebliche Recht auf Abtreibung befürworte.

Quelle: ALfA-Newsletter


20 Kommentare on “Kanada: Sommerjobs werden nur noch bei Abtreibungsbefürwortern staatl. bezuschußt”

  1. Adolf Breitmeier sagt:

    Da stehen sich weltweit gesehen zwei Auffassungen gegenüber: Trudeau will keine Kinder des westlichen Kulturkreises >>> Erdogan will fünf Kinder pro mohammedanischer Frau. Da kann man sich die Welt in hundert Jahren vorstellen – und was von der über Jahrhunderten gewachsenen Kultur und Wissenschaft des Westens geschieht oder bleibt. Wie der Islam mit Kulturdenkmälern umgeht, mit Grabstätten Andersgläubiger, das kann jeder, der mit offenen Augen durch die Welt geht, sehen > sofern er will. Das ungeborene Leben gehört geschützt. Abtreibungen sollten nur dann gestattet werden, nach Vergewaltigung oder wenn Gefahr für Leib und Leben entweder für das Ungeborene oder die Mutter besteht. Wer ungewollt schwanger wird (trotz der vielen Möglichkeiten der Verhütung jenseits der Abstinenz), diesen Frauen muss die Möglichkeit einer ,,anonymen“ Geburt in wohnortfernen Krankenhäusern gegeben werden, mit anschließender umfangreicher Hilfe. Jedes Leben ist kostbar – und Kinder sind unsere Zukunft, wir alle sollten uns darum kümmern.

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  2. zeitschnur sagt:

    Es tut mir leid, wenn ich meckere, aber lt. Artikel in der „Tagespost“ vom 31.1.2018 geht es nicht darum, dass man ein „Abtreibungsbefürworter“ sein muss, um den Sommerjob zu kriegen, sondern das „Recht der Frau auf Abtreibung“ anerkennen soll. Das ist sachlich etwas erheblich anderes. Zum Hintergrund für diese Maßnahme s.u.
    Es gibt viele Menschen, die die Abtreibung selbst gewiss als unethische und schwerwiegende Tötungshandlung ablehnen und barbarisch finden, dennoch aber der Frau die Freiheit zu entscheiden nicht absprechen wollen und können, weil es im Ansinnen genauso barbarisch ist, einen Menschen zum Schwangersein und Gebären zu ZWINGEN. Wer das erzwingen will, wird auch schnell wieder bei der Notzucht landen. Margret Atwoods dystopischer Roman „Report der Magd“ führt uns – dies konsequent zu Ende gedacht – vor Augen.
    Das Schlimme ist aber, dass sowohl viele aggressive Abtreibungspropagandisten als auch viele Lebensschützer den sensiblen Konflikt weder auf der seelischen, noch der ethischen noch der politischen Ebene begreifen. Man klotzt und keilt. Und die katholische Seite macht sich etwas vor über ihre Doppelmoral, die anderswo fraglos schweigt zum Töten und Sterbenlassen.

    Die Maßnahme hatte folgenden Hintergrund:

    „Die Kontroverse entstand im vergangenen Jahr, als Abtreibungsbefürworter dagegen protestierten, dass ein Teil des insgesamt 220 Millionen Dollar teuren „Canada Summer Jobs Programm“ an Lebensschützer-Organisationen ging. Die Abtreibungsgegner sollen mit diesen Geldern unter anderem Faltblätter gegen Schwangerschaftsabbrüche finanziert haben. Als Reaktion darauf änderte die kanadische Regierung die Vergabekriterien. Antragsteller müssen nun pauschal dem „Recht auf Abtreibung“ zustimmen.“ http://www.die-tagespost.de/politik/pl/Lebensschutz-Kontroverse-in-Kanada;art315,185583

    Man muss also ehrlich sein und sehen, dass Lebensschützer die Gelder missbraucht hatten für ihre Propaganda und durch diese ungute und unsensible Art und Weise den Unmut derer hervorriefen, die anders denken.
    Was hätten wir denn umgekehrt gesagt, wenn die andere Seite diese Fördergelder zweckentfremdet und FÜR Abtreibungspropaganda ausgegeben hätte?

    Manchmal habe ich den Verdacht, irgendeiner sorgt dafür, dass der Lebensschutz dermaßen verkommt und sich so unmöglich präsentiert, dass man ihn nur ablehnen kann. Da das aber alles aus der RKK kommt, macht mich das stutzig…man inszeniert diesen Zweifrontenkrieg, stellt aber mal wieder fest, dass exponierte Katholiken in beiden Fronten drinhängen, beide aber hohe Funktionen in Ritterorden und dergl haben, also das umsetzen müssen, was Rom vorgibt. Das ist eine schlichte dialektische Srategie, aber der katholische Michel will und will es nicht begreifen.
    Am Ende werden wir in Atwoods Dystopie landen. Es ist nur eine Frage der Zeit. Das wird die Synthese des dialektischen Prozesses sein.

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    • Guten Tag,
      nicht einmal nach dem liberalen deutschen Strafrecht gibt es ein „Recht“ auf Abtreibung; vielmehr ist sie laut §218 „rechtswidrig“ (aber straffrei). Das hat der Gesetzgeber nach Aufforderung des Bundesverfassungsgerichts so verfügt. (Von dieser Rechtswidrigkeit gibt es nur Ausnahmen bei den seltenen Indikationsfällen.)
      Es geht also in Kanada um eine Zustimmung zum „Recht auf Abtreibung“, das man unterschreiben muß, nicht „nur“ um eine Bejahrung der Straffreiheit, was schon problematisch genug wäre (immerhin sind rechtswidrige Taten ansonsten doch auch strafbewehrt – und erst recht werden sie nicht auch noch staatlich finanziert wie im Falle der immerhin auch laut Gesetz „rechtswidrigen“ Abtreibung!).
      Der Vorgang in Kanada ist eine Überreaktion der Regierung – auch dann, wenn sich Lebensrechtler unsensibel verhalten haben etc.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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      • Gerd sagt:

        Wobei unklar ist, wie man einen erheblichen schlichen Unterschied zwischen Abtreibungsbefürwortern und jenen konstruiert, die ein Recht auf Abtreibung proklamieren. Ein Abtreibungsgegner, kann nicht gleichzeitig ein Recht auf Abtreibung vertreten. Wie um Himmels Willen soll das zusammengehen? Wenn jede Abtreibung Mord ist, und davon gehe ich aus, dann wird man wohl kaum, außer bei Notwehr, die Ansicht vertreten können, dass jeder ein Recht auf Mord hat. Und Notwehr scheidet im Fall des ungeborenen Lebens wohl aus. Kein Kind bedroht aktiv das Leben der Mutter.

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      • Guten Tag,
        natürlich, auch ich betrachte eine solche Unterscheidung als an den Haaren herbeigezogen, eben weil es moralisch kein „Recht“ auf Abtreibung gibt – und hierzulande zudem auch gesetzlich nicht. Der staatliche Verzicht auf Strafe bringt folglich noch lange kein Recht hervor, nicht einmal weltlich gesehen.
        Zudem halte ich es journalistisch nicht für nötig, in einer Überschrift (!) umständlichste Sätze zu produzieren, etwa dergestalt: „Kanada: Sommerjobs werden nur noch bei solchen Personen staatlich bezuschußt, die ein Recht auf Abtreibung befürworten“. – In der Meldung selber wird dann sowieso konkretisiert, was „Abtreibungsbefürworter“ bedeutet. Ich bringe äußerst selten Artikel, deren Titel mehr als zwei Zeilen beinhalten.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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      • Bernhard sagt:

        @Gerd
        Das mit der Notwehr geht m.E. zu weit. Wenn Leben gegen Leben steht, wenn nach gewissenhafter medizinischer Einschätzung davon auszugehen ist, dass die Frau die Schwangerschaft voraussichtlich nicht überleben wird, ist eine Abtreibung meines Wissens auch nach katholischer Lehre moralisch vertretbar.

        Betreffs „pro Abtreibung“ vs. „pro Recht auf Abtreibung“: Beiden Haltungen liegt die Meinung zu Grunde, dass eine Abtreibung (ohne Lebensgefahr für die Frau) unter Umständen gerechtfertigt sei. Das entspricht nicht meiner Überzeugung.
        Dennoch ist es ein Unterschied, ob jemand sagt „Wenn eine Frau ihr Kind nicht will, soll sie es eben abtreiben“ oder „Abtreibung ist schlecht, aber in Extremsituationen will ich einer Frau die Entscheidung nicht vorschreiben“.

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      • Bernhard sagt:

        @Gerd
        Ich weiß wohl, was Notwehr ist. Wenn ich Sie richtig verstanden habe, ist Ihrer Meinung nach eine Abtreibung auch bei akuter Lebensgefahr für die Mutter nicht gerechtfertigt, weil das Kind das Leben der Mutter nicht AKTIV bedroht. Und da sagte ich, diese Engführung entspricht m.W. nicht der Lehre der Kirche.

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      • Guten Tag,
        tatsächlich ist das Kind kein ungerechter Angreifer, so daß hier die eigentliche Notwehr-Situation fehlt. Gleichwohl kann der Staat die Schwangere nicht durch das Strafrecht zum Heldentum nötigen (und hat es in diese Falle auch früher – bei allgemeinem Abtreibugnsverbot – nicht getan). Insofern ist in diesem Extremfall ein Strafverzicht einleuchtend. Doch als Christen sind wir zur Nachfolge Christi aufgerufen, der uns sagt: „Niemand hat eine größere Liebe, als wer sein Leben hingibt für seine Freunde.“ – Das ungeborene Kind ist kein Feind, sondern ein Freund – auch wenn es ungewollt das Leben der Mutter in Gefahr bringt.
        Die italienische Familienmutter Gianna Molla hat sich für ihr Kind geopfert und wurde heiliggesprochen: https://de.wikipedia.org/wiki/Gianna_Beretta_Molla
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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      • Bernhard sagt:

        Diese Italienerin ist an den Folgen einer Operation gestorben, die mit ihrer Schwangerschaft ursächlich nichts zu tun hatte. Da ist es nach meinem Moralempfinden nicht in Ordnung, das Kind zu töten, um eine Krankheit am eigenen Körper besser behandeln zu können.
        Anders sieht es aus, wenn die Schwangerschaft selbst ein Risiko für das Leben der Mutter darstellt. Da bin ich mir nicht sicher, ob eine Frau nach katholischer Lehre verpflichtet ist, sich für ihr Kind zu opfern.

        Es ist ein schwieriges Feld, aber… wenn ich mir vorstelle, bei meiner Frau träten während der Schwangerschaft lebensbedrohliche Komplikationen auf, und sie sagte mir verzweifelt, sie sei nicht bereit zu sterben…. Ich würde nicht sagen „Frau, du weißt, was du nach katholischer Lehre zu tun hast!“

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      • Guten Tag,
        natürlich würde ich das in solch einer rigiden Art auch nicht zu einer Schwangeren in dieser Grenzsituation sagen. Das ist klar! Das Ideal der Nachfolge Christi und heldenhaften Opferbereitschaft ist nicht etwas, das man anderen wie einen nassen Lappen um die Ohren schlägt.
        Hinsichtlich der hl. Molla haben Sie recht, der Fall ist etwas komplizierter.
        Freundlichen Gruß!
        Felizitas Küble

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    • zeitschnur sagt:

      In Kanada wurde 1988 das Gesetz zur Abtreibung vollständig abrogiert mit der Begründung, die ich oben genannt hatte. Offenbar ist die Abtreibungszahl danach um ein Drittel gesunken – wenn die Zahlen stimmen. http://de.muvs.org/topic/kanada-zeigt-es-vor-weniger-abbrueche-geringere-muettersterblichkeit/

      Unter Justin Trudeaus Vater geschah diese Entwicklung, der allerdings 1984 ausschied aus dem Amt. Seine Exfrau, also Justins Mutter erregte damals öffentliches Ärgernis, weil sie sich von der Familie trennte und damit prahlte, mit 17 Jahren abgetrieben zu haben.
      Pierre Trudeaus politische Linie war eine Mischung aus Marxismus und Jesuitismus. Er war vollständig jesuitisch sozialisiert worden. Nach der Trennung von seiner Frau wurden sie drei Söhne beim vater erzogen. Justin fehlt ganz und gar die Kreativität seines Vaters, er ist ein Blender und Pfuscher, wie man von dort hört. Sehr interessant ist in dem Zusammenhang dieses Gespräch: https://www.youtube.com/watch?v=P8Kj-R4Ja08 Aber er ist voll und ganz im Kielwasser seines verstorbenen Vaters, auch wenn das imemr bestritten wird undd er kreise, die ihn bestimmt hatten.

      Trudeaus konkrete Antwort an eine Frage in einem Auditorium meinte also nicht, dass er nun ein „Recht auf Abtreibung“ erst einführen wolle, sondern dass er die seit 1988 bestehende ent-legalisierte Handhabung in Kanada nicht durch Staatsgelder wieder unterlaufen lassen will. Ich zitiere ihn:

      „Das bedeutet nicht, dass religiöse Gruppen und Glaubensgemeinschaften sich nicht dafür [gemeint sind finanzielle Zuschüsse, R.K.] bewerben können. Im Gegenteil, so viele der großen gemeinnützigen Organisationen, die unglaublich hart arbeiten, sind in diesem Land auf Glauben gegründet und sie sind ein wichtiger und wunderbarer Teil unserer Gesellschaft. Es bedeutet jedoch – und hier kommen wir zum Kern der Sache -, dass eine Organisation, die ausdrücklich darauf abzielt, die Rechte von Frauen einzuschränken, indem sie das Recht auf Abtreibung, das Recht von Frauen, ihre eigenen Körper zu kontrollieren, aufhebt, nicht im Einklang mit dem steht, wo wir als Regierung, und ganz ehrlich, wo wir uns als Gesellschaft, befinden.“ https://theoblog.de/justin-trudeau-meinungsfreiheit-ja-aber/31611/

      Die Fixierung vieler Lebensrechtler auf ihre Obsession bietet einem Mann wie Justin Trudeau eine Steilvorlage. Es ist bekannt, dass er ständig radikalislamische Moscheen besucht (das wird auch in diesem Interview, das ich verlinke, gesagt, s.o.), dagegen eine antijüdische und antichristliche Abneigung vorspielt oder wirklich hat, allerdings in Rom bei F. herzlichste Aufnahme fand und beste Gespräche führte, wie man hörte (es ist das also alles nicht nur oberflächlich einzuordnen).
      Wenn man bei all diesen Gleichungen mit vielen Unbekannten einiges wegkürzt bleibt unterm Srich stehen, dass er radikal-konservative, wenn nicht sogar faschistische Positionen unterstützt und zugleich den Feministen gibt. Kennen wir das nicht irgendwoher?

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      • Gerd sagt:

        @Bernhard

        Da gehen die Begrifflichkeiten wohl den Bach runter: „Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder jemand anderem abzuwenden, ohne dafür Bestrafung fürchten zu müssen.“
        So korrekt? Ich denke schon. Vielleicht erklären sie mir kurz, inwiefern oder wann das ungeborene Kind einen rechtswidrigen Angriff auf die Mutter ausübt und wie es dazu in der Lage sein soll. Vielleicht können wir die Diskussion dann fortsetzen?

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      • Gerd sagt:

        Laut Trudeau gibt es die Menschenwürde bzw. das Lebensrecht für das ungeborene Kind nicht. Denn die Frau kontrolliert ihren Körper. Inwieweit jemand seinen Körper kontrollieren kann, lässt er offen. Wenn man seinen Körper selber kontrollieren könnte, wären die Ärzte auch in Kanada arbeitslos. Aber ganz ehrlich, wir leben in einer Gesellschaft, die ständig andere über ihre Körper bereitwillig Kontrolle ausüben lassen.

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      • zeitschnur sagt:

        Trudeau ist ein intellektueller Dünnbrettbohrer, um es mal weniger vornehm zu sagen, und außerdem spielt er ganz offenkundig ein Doppelspiel. Er ist eine Art kanadischer Macron: jung, hübsch, doof.
        Sie haben nicht verstanden, was ich gesagt habe.
        Es geht in Kanada nicht primär um ein „Recht auf Abtreibung“, sondern darum, dass schon seit Jahrzehnten staatlicherseits diese gesamte Frage entlegalisert wurde.

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      • Gerd sagt:

        @zeitschnur

        >>Sie haben nicht verstanden, was ich gesagt habe.<<

        Das war auch gar nicht meine Absicht.

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    • Bernhard sagt:

      Der Missbrauch von Geldern ist sicherlich nicht OK, aber dann soll man Prozesse wegen Betrug, Veruntreuung, Zweckentfremdung vom Fördermitteln oder was auch immer (bin kein Jurist) anstrengen und nicht die Bejahung eines „Rechts auf Abtreibung“ verlangen.

      Eine Frau gegen ihren Willen zu schwängern, ist Vergewaltigung, und die wird heutzutage bestraft, auch in der Ehe. Aber in unseren Breiten erfolgen wohl die wenigsten Abtreibungen nach Vergewaltigung. Wenn aber die Schwangerschaft die Folge einer freiwillig begangenen Handlung der Frau ist, kann man sie m.E. sehr wohl dazu „zwingen“. Man „zwingt“ einen Menschen ja auch zum wirtschaftlichen Ruin, wenn er sein Geld verspielt hat, oder zum Jobverlust, wenn er bei der Arbeit Mist gebaut hat.

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    • Ester sagt:

      bitte man wird doch nicht einfach so schwanger, und vom Fall der Vergewaltigung mal abgesehen, gehören dazu immer noch zwei, die sich irgendwie gern haben.
      Von daher kann vom Zwang zum Gebären nicht die Rede sein, schon gar nicht, wenn man es als Antithese zum Abtreibungsverbot sehen will.
      Wer nicht schwanger werden will, der lebt keusch, wurde in der RKK immer sehr hochgelobt.

      Und ich finde, keine Frau hat ein Recht auf Abtreibung, und alle Frauen, die sich dieses Recht genommen haben, sind nicht glücklich damit geworden.

      Aber aufregen darüber, dass die Welt sich halt aufführt, wie die Welt sich nun mal aufzuführen pflegt, das sollte man nicht.
      Eine Zeit lang konnte man von einer Übereinstimmung von katholischem Glaube und christlicher Kultur ausgehen, das ist zerbrochen, nun denn.

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    • zeitschnur sagt:

      Antwort an mehrere:

      1. In der Debatte wird in aller Regel das „Recht“ der Mutter oder des Kindes einseitig aufgewogen gegen das des Kindes. Ich halte das nicht für möglich, weil hier zwei Leben ineinander verschachtelt sind. In dem Augenblick, in dem ich überhaupt so etwas wie ein „Gesetz“ aufstelle, das die „Rechte“ eines der beiden formuliert, entheilige ich diesen Doppelmenschen, diesen Stand, der einmalig ist und rechtlich kaum beschreibbar. Dass der „Zustand“ von Mutter und Kind auch in der grausamen Natur nahezu rechtlos ist, weiß man, wenn man endlich von seiner frommen rosaroten Wolke herabsteigt und sich ansieht, was außerhalb unseres Genderzwergenreiches in der Welt so vor sich geht und auch bei uns lange ging. Die Natur selbst entrechtet Mutter und Kind und setzt sie der größt denkbaren Angreifbarkeit aus. Dies offenbart uns, dass an diesem sensiblen Punkt unsere Todverfallenheit nach dem Sündenfall sichtbar wird. Und mit der „Natur“ und ihrem angeblich so stabilen „Recht“ können wir nicht argumentieren, wie Katholiken das so gerne tun: gerade sie schützt hier nicht!

      2. Die Gebundenheit des einen an das andere Leben kann beide unmittelbar das Leben kosten – auch ohne Abtreibung. Dabei ist die Abhängigkeit aufseiten des Kindes von der Mutter während der Schwangerschaft größer als die der Mutter vom Kind. Da sie aber später die gesamte Verantwortung tragen muss und die Geburt ihr Leben in große Gefahr bringt bzw. ihrem Körper eine tiefe und bleibende Verletzung zufügt, steht hier auch für die Frau einiges auf dem Spiel. Man täuscht sich über diese Tatsache hinweg, weil wir derzeit medizinisch aufwendig behütet werden, aber das war zu 99 Hundertsteln der Weltgeschichte nicht so und ist auch heute nicht immer zwingend so. Die älteren Zeiten führen vor Augen, wie destruktiv es war, ungebremst zu gebären: von 10 geborenen Kindern starben 8, die Frauen waren körperlich durch diese Tortur des Gebärens (und es ist eine!) total ausgelaugt und starben meist viel zu früh, so dass der Mann alleine da stand und man zwar fleißig gezeugt und geboren hatte, der Preis dafür aber Tod, Tod und noch mal Tod, Waisenkinder und Witwer war. Für viele sah es so aus: „Außer Spesen nichts gewesen“. Es war eine große Bitterkeit und ist es auch heute noch für viele. Hinzukam, dass man in der Frau nichts anderes sah, als eine, die möglichst viele Kinder zu gebären hat – ein für die Kirche unwürdiger und abscheulicher Denkansatz.

      3. Ob man nun mit seiner Sexualität fahrlässig umging oder von einem Mann bedrängt wurde (und lt. Kirchenrecht genügt das Drängen des Mannes, dass eine Ehefrau dann mit ihm verkehren MUSS, auch wenn sie selbst jetzt nicht will!) – es ist würdelos und entehrt generell die Frau, wenn ich gesetzlich verordne, dass sie gefälligst zu gebären hat. F. s zynische „Karnickel“-Aussage griff hier ja tatsächlich auf, wie gestört und peinlich dieses Kirchenrecht Sex per Dekret „diktiert“. F. verspottete damit den frommen Bärbeiß und entlarvte ihn in seiner ganzen Unmenschlichkeit. Ich gehe davon aus, dass die Herren Hierarchen schon immer hinter verschlossenen Türen über die dämlichen Laien lachten, die sich an diesem hierarchischen Zynismus abarbeiteten, währen die Herren schwelgten und hurten und sich dem, was sie anderen so schwer abverlangten, erst gar nicht aussetzten, auch dann nicht, wenn sie Nachkommen zeugten. Auch die gesetzliche (!) Verordnung der „ehelichen Pflicht“ ist würdelos und entehrt die Eheleute, v.a. die Frau.

      4. Ob die Unmäßigkeit, mit der man andere Vergehen ahndet, in einem gesunden Verhältnis steht zu der Sensibilität beim Thema Abtreibung, darf allerdings zu Recht gefragt werden (@ Bernhard). Ich persönlich würde sehr viel mehr deregulieren und lehne diese Sucht, alles auf Gesetzesebene zu bringen, ab. Es hat kafkaeske Züge heutzutage, entspringt aber oft auch realen Szenerien großflächigen Betruges gerade im Ökonomischen.

      5. Ich würde anders vorgehen beim Thema Abtreibung: ich würde der Frau GAR nichts vorschreiben. Ich würde zwar die grundsätzliche Straftat, wie es im deutschen Recht ja auch gilt, nicht antasten, aber die Straffreiheit ohne weitere Auflagen aufrechthalten. Aber ich würde Rahmenbedingungen, die sie zur Abtreibung zwingen oder drängen unter schwerste Strafen stellen. Also all diese Dramen, die ich auch aus meinem Umfeld kenne, würde ich schwerstkriminalisieren: Männer, die Frauen drängen, die sie verlassen, wenn Kinder kommen, die hinterher nichts zahlen wollen, die sich um die Kinder niemals kümmern (und es tut mir leid: das ist immer noch die Realität, allem männlichen Dauerlamento zum Trotz, der umgekehrte Fall kommt seltenst vor!) – all diese Dinge müssten verfolgt und hart bestraft werden. Natürlich müsste die fahrlässige und verfrühte Sexualität, oft noch im Hause der Eltern unterbunden werden. Es kann nicht sein, dass Eltern ihren Kinder Sex im Kinderzimmer erlauben, dann aber die Tochter zur Abtreibung zwingen (auch das habe ich erlebt!).
      Stattdessen aber würde ich mir einen Staat wünschen, der positiv jedes Leben begrüßt, finanziell großzügig unterstützt (dann auch bei normalen Familien und Leuten, die keine Konflikte haben), alleinstehende Frauen unter Kardinalschutz stellt.
      Das wären für mich die besseren Lösungen als das Gezerre darum, wer nun mehr „Recht“ hat, das Kind oder die Mutter.
      Mir steht vor Augen, dass seit dem Sündenfall die Mutterschaft zerrüttet IST – Gott hat es der Frau als Sündenfolge auferlegt. man kann das nicht einfach ignorieren und so tun, als sei das alles easy going für die Frau. Dieses Knäul, das wir in gen 3, 16 angekündigt finden: maskuline Herrschsucht, weibliche (und die kindliche!) der natürlichen Schwächung geschuldete Unterwürfigkeit und die Härte des Gebärens – das ist eine Realität, die man nicht marginalisieren solte als Christ.

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      • Bernhard sagt:

        Großenteils kann ich Ihren Ausführungen zustimmen. Es dürfte jedoch schwierig sein, einen Mann zu verpflichten, seine Frau (Freundin) oder Kinder zu lieben oder bei ihnen zu wohnen. Man keinen einen Mann zum Unterhalt verpflichten, Gefühle lassen sich aber nicht diktieren, und auch überprüfen, wo er sich physisch aufhält, dürfte in einer Demokratie nicht möglich sein.

        Auf welche meiner Aussagen Sie sich in Punkt 4 beziehen, ist mir ehrlich gesagt nicht ganz klar…

        Das mit der fahrlässigen und verfrühten Sexualität ist wirklich so eine Sache… einerseits ist es heutzutage selbstverständlich und von vielen gar erwünscht, dass Jugendliche mit Beginn der Pubertät quasi ungezügelten Sex haben. Wenn aber ein Kind daraus entsteht, ist das „Pfui“, und das Mädchen wird heutzutage genau so herunter gemacht, wie es früher der Fall war. Allerdings nicht, weil es „unkeusch“ war, sondern weil es offensichtlich zu dumm oder faul war, zu „verhüten“. Deutlich wird das z.B. in dem Film „Mona kriegt ein Baby“, der auch auf diesem Blog von Christa Meves besprochen wurde.

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      • zeitschnur sagt:

        Von Gefühlen sprach ich nicht… das wäre natürlich unmöglich. Aber ich denke, in einem Klima absoluter Kinderfreundlichkeit und Mütterfreundlichkeit (ohne deshalb wieder alte Frauenbilder einzuführen!) würde es vielleicht auch manchem all dieser seelisch verkümmerten Männern erleichtern, sich hier anders zu positionieren…

        Bei 4. bezog ich mich auf Ihren Satz „Man „zwingt“ einen Menschen ja auch zum wirtschaftlichen Ruin, wenn er sein Geld verspielt hat, oder zum Jobverlust, wenn er bei der Arbeit Mist gebaut hat.“ – das geht mit einer starken Überregulierung im ökonomischen Bereich einher, die alles und jedes kriminalisiert, was zB Ausdruck darin findet, das „Interessenverbände“ Hunderttausende Gewerbetreibende abmahnen können wegen kleinster Formulierungsfehler in AGBs oder dergl., bei Verbrechen gegen Leib und Leben dagegen vergleichsweise lax reguliert wird.

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