Lieber an der Schwelle des Tempels stehen als in den Zelten der Frevler wohnen

Aus der heutigen liturgischen Lesung der kath. Kirche:
Psalm 84(83),3.5.10.11.

Meine Seele verzehrt sich in Sehnsucht
nach dem Tempel des HERRN.
Mein Herz und mein Leib jauchzen ihm zu,
ihm, dem lebendigen Gott.

Wohl denen, die wohnen in deinem Haus,
die dich allezeit loben.
Gott, sieh her auf unsern Schild,
schau auf das Antlitz deines Gesalbten!

Denn ein einziger Tag in den Vorhöfen deines Heiligtums
ist besser als tausend andere.
Lieber an der Schwelle stehen im Haus meines Gottes
als wohnen in den Zelten der Frevler.

 


2 Kommentare on “Lieber an der Schwelle des Tempels stehen als in den Zelten der Frevler wohnen”

  1. Anonymous sagt:

    Frevel ist die Förderung von Todsünde, nicht wahr?

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    • Johannes Loose sagt:

      Im Sinne des „Tempels“, da ist es einVerstoß gegen die göttliche oder menschliche Ordnung aus bewusster Missachtung, Auflehnung oder aus Übermut
      „ein gotteslästerlicher Frevel“.

      Im Sinne des BGB. z.B. in Deutschland, das bis auf das Römische Recht zurückreicht, findet man z.B. bei Wiki die Definition(en): Frevel (ahd. fravili „Kühnheit“) bezeichnet seit dem Mittelalter Übermut, Gewalt[taten] oder bösen Willen. Wer ihn begeht, frevelt (ist ein Frevler).

      Das Hauptwort „Frevel“ leitet sich von einem untergegangenen Adjektiv frevel ab, das noch in der Form frevelhaft existiert. Die weitere Etymologie ist unklar.

      In Zusammensetzungen wie Waldfrevel wird deutlich, dass es auch die Bedeutung von bös- und mutwilligem Übergriff besitzt.

      Frevel in der Religion ist die Schändung des Heiligen. Im kirchlichen Bereich gilt derjenige als Frevler, der sich gegen das Eigentum und die Personen der Kirche vergeht und die – insbesondere in der katholischen Kirche – kirchlichen Glaubensgrundsätze missachtet. Die Religion verwendet hier den Begriff Sünde.

      In der deutschen Rechtsgeschichte des Mittelalters unterschied man zwischen dem „Frevel“ (Schandtaten gegen etwas Geheiligtes, die es in die Welt des Profanen herabziehen) und dem „Ungericht“ (die schwerste Art von Vergehen). …

      Dem, der heute mit Ps 84 betet: „Lieber an der Schwelle stehen im Haus meines Gottes
      als wohnen in den Zelten der Frevler.“ dürfte beides bewusst sein.

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