Erklärung von Weihbischof Laun zu Aussagen von Kardinal Marx und Bischof Bode

Von Weihbischof Andreas Laun

Kardinal Marx und auch Bischof Bode haben angedacht, homosexuellen Paaren eine Segnung anzubieten. Warum nicht, könnte man sagen, wenn die Kirche doch fast alles auf der Welt zu segnen bereit ist?

Nun, die Kirche segnet vor allem Menschen, aber auch Handlungen und Gegenstände. Der Jesuit Pater Eckhard Bieger schreibt im Internet über katholische Segnungen:

„Für Katholiken kann eigentlich alles gesegnet werden, nicht nur Gottesdiensträume, Kelche und die Gläubigen nach jedem Gottesdienst, ob Messe, oder nach einer Hore des Stundengebets die Gläubigen. Der Segen begrenzt sich auch nicht auf Rosenkränze oder religiöse Medaillen, sondern Autos, Fabrikhallen, Tiere, Kräuter und vieles andere kann man segnen.

Manche Segenshandlungen sind den Priestern und Diakonen vorbehalten, vor allem, wenn es sich um Gegenstände des Kultes wie Kelche oder Messgewänder handelt. Aber Eltern können ihre Kinder segnen. Die Gläubigen können auch Weihwasser mit nach Hause nehmen und damit die Familienangehörigen, aber auch den Stall und die Tiere besprengen und damit segnen. Die Fronleichnamsprozession ist ein Segen für die Häuser und die Fluren.

Es gibt ein eigenes liturgisches Buch für die Segnungen, das Benediktionale mit Vorlagen für insgesamt 99 verschiedenen Anlässe.“

Welche Hoffnungen verknüpfen sich mit einem Segen? – Beim Auto sicher der Wunsch eines himmlischen Schutzes, manchmal auch ausgedrückt durch eine Christopherusmedaille, den Schutzpatron der Autofahrer.

BILD: Kirchliche Segnung von Taufbewerbern in Südkorea

Beim Wettersegen wird ausdrücklich um Schutz vor Hagel, Blitzschlag und Dürre gebetet. Den Wettersegen erteilt der Priester am Ende des Gottesdienstes, oft mit einem eigenen Kreuz.

Segen heißt immer, dass etwas gedeihen soll, denn erst wenn Segen auf einer Sache, einem Projekt liegt, wird daraus etwas Gutes werden. Der Segen kommt von Gott, er wird in Form einer Bitte ausgesprochen und durch Kreuzzeichen, Weihwasser und Weihrauch den Menschen, den Gegenständen, den Gebäuden erteilt. Den Segen kann man als Katholik erbitten, z.B. auch für eine neue Fabrikhalle, ein Wohnhaus, für einen Krankenwagen oder ein Feuerwehrauto, für Musikinstrumente und die Bergsteigerausrüstung.

Übrigens kann nicht nur der Priester segnen, sondern eigentlich jeder Mensch, besonders auch die Eltern, die damit den Schutz Gottes auf ihre Kinder erbeten wollen!

Und noch etwas: Ich, Weihbischof Laun, erinnere mich noch an einen besonderen Segen:

Nach dem schönen Vortrag eines Rabbiners über den Sabbat bat ich ihn beim Abschied um seinen Segen. Er segnete mich und ich fuhr los, aber bald darauf erhielt ich von ihm einen Anruf: Er habe vergessen, mich auch um meinen Segen zu bitten!

Das Gebet unterliegt nicht der räumlichen Beschränkung, für jemanden beten und ihn segnen kann man auch am Telefon und so sandte ich meinem jüdischen Freund den Segen nach und bei einem Besuch in Jerusalem konnte ich ihn nochmals nachholen und bin noch heute dankbar für seinen Segen.

Gottes Segen können wir für Sünder erbitten, aber nicht für die Sünde selbst

Aber jetzt zur Frage von Kardinal Marx und nicht wenigen Priestern: Die Antwort ist einfach:

Den Segen Gottes kann man für Sünder, aber nicht für die Sünde erbitten…

Man darf auch nicht eine Verbindung segnen, die sündhaft ist, nicht die Mafia, keinen Segen für Vereinigungen oder Einrichtungen geben, die Abtreibung fördern und durchführen oder glaubensfeindliche Ideologien verbreiten, antisemitische Inhalte und andere Formen rassenfeindlichen Denkens.

Wenn man das auf die Waagschale legt, weiß man:

Man kann eine Verbindung zweier homosexueller Männer oder lesbischer Frauen nicht segnen. Zwei Männer oder Frauen, die de facto homosexuell sind, natürlich schon  –  und da geschieht ja auch in jeder hl. Messe, die von ihnen besucht wird. In dieser nicht auf ihr Tun bezogenen Weise empfangen den Segen auch alle anderen Sünder und die Kirche hofft dabei, dass sie sich unter dem Einfluss der Gnade Gottes bekehren werden!

Diese eigentlich einfache, leicht verstehbare Position haben seit der Meldung der beiden Bischöfe eine Reihe katholischer Christen deutlich und überzeugend dargelegt: die Erzbischöfe Ludwig Schick (Deutschland) und Charles Chaput (USA), die deutschsprachigen Theologen Hubert Windisch und Markus Büning. Es sind sicher viele, viele andere auch, die so denken, die ich aber nicht kenne.

Lieber Kardinal Marx und lieber Bischof Bode, es gibt nur eine katholische Antwort: Nein!

Und eure Zufügung „im Einzelfall“ ist absolut wertlos, hat keine argumentative Kraft. Was hätte Johannes der Täufer gesagt, wenn Herodes, als er sich die Frau seines Bruders nahm, sich entschuldigend als „Einzelfall“ bezeichnet hätte.

„Wehe denen, die das Böse gut nennen…“

Eigentlich ist die Idee, ein sündhaftes Verhalten zu segnen, das, was Jesaja höchst anschaulich so beschrieben hat: „Weh denen, die das Böse gut und das Gute böse nennen, die die Finsternis zum Licht und das Licht zur Finsternis machen, die das Bittere süß und das Süße bitter machen.“

Ist das nicht genau das, was Kardinal Marx und andere, die denken wie er, tun?

Wenn man auf ein Glas mit sauren Gurken ein Etikette „Honig“ klebt, bleiben die Gurken sauer! Das können auch segnende Bischöfe nicht ändern.

Und auch der Papst nicht, indem er eine kulturelle Revolution fordert, zumal er nicht erklärt, was er damit genau meint. Er sagt, er „erlaube sich“ so zu sprechen  –  aber wenn man etwas wagt, kann man zwar gewinnen, aber auch abstürzen.

Das scheint heute Schule zu machen. So hat der italienische Moraltheologe Maurizio Chiodi in einem Vortrag an der päpstlichen Universität Gregoriana kürzlich behauptet, Verhütung sei manchmal nicht nur nicht verboten, sondern geboten. Zwei Päpsten, die die Kirche schon „selig“ bzw. „heilig“ gesprochen hat, so kurz nach ihrem Tod in einer solche radikalen und offenen Weise zu widersprechen, dürfte es in der Kirchengeschichte noch nie gegeben haben.

Jesaja sagt, solche Menschen ziehen die Strafe Gottes mit dicken Seilen herbei!

Kardinal Marx, Bischof Bode und Prof. Chiodi ist zu wünschen, dass sie trotzdem gut schlafen. Ob ihr Gewissen das zulässt, ist nicht sicher, wenn nicht, wäre es aber eigentlich eine Hoffnung auf Bekehrung.

Diese Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Weihbischof Andreas Laun aus Salzburg

HINWEIS: Zum Thema „Segnung homosexueller Partnerschaften“ wurden in unserem CHRISTLICHEN FORUM bislang 16 Beiträge veröffentlicht – auch Berichte aus dem evangelischen Spektrum: https://charismatismus.wordpress.com/category/homo-ehe-ehe-fuer-alle-kritik/kirchlicher-segen-fuer-homo-paare/


8 Kommentare on “Erklärung von Weihbischof Laun zu Aussagen von Kardinal Marx und Bischof Bode”

  1. Sorge sagt:

    Danke, Herr Weihbischof Laun, für die klaren und warmen Worte.

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  2. Cornelia Vogt sagt:

    Es reicht, den Menschen zu segnen, was die MULTIPLEN Segnungen angeht.
    Denn aus der HÄNDE Arbeit ENTSTEHT.
    ALLES ANDERE ist bedeutungslos.

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  3. Anonymous sagt:

    Ja, ich schliesse mich auch dankend an. Danke, lieber Weihbischof Andreas Laun. Vielleicht wäre es gut, auch mal Klartext mit Papst Franziskus zu reden, da er ja jetzt den Auftrag gegeben hat, HUMANE VITAE (PAPST PAUL VI) zu untersuchen, ob es möglich ist, zu modernisieren….

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  4. Dorrotee sagt:

    Bischof Laun hat es für jeden Gläubigen, ob er gebildet ist oder nicht, gut erklärt und auf den Punkt gebracht, warum die Kirche eine Homo-Partnerschaft nicht segnen kann.
    Das kann der „Normalo“ gut nachvollziehen.

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    • zeitschnur sagt:

      Vorsicht: er sagt eben das, was die eher Konservativen endlich hören wollen bzw es scheint so, als habe er das gesagt.

      Ich finde es wichtig, dass man genau ansieht, was einer sagt und nicht bloß danach lechzt, endlich die eigenen Ansicht irgendwo gespiegelt zu sehen.

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  5. zeitschnur sagt:

    Es ist sicher richtig, dass man nicht die Sünde selbst segnen kann, aber die Sünder.
    Aber da komme ich bei der obigen Argumentation bereits ins Schlingern. Dieser ganze Wirrwarr von Personen und Sachen, die alle gesegnet werden können, ja selbst der Rabbiner soll den Priester segnen (diese Meinung widerspricht etwa der hier oft im Zsh mit charismatischen Segnungen vorgetragenen Behauptung, ein Laie dürfe einen Priester nicht /zuerst“ segnen, weil der doch der angeblich „Höhere“ sei, und ein Rabbiner ist nichts weiter als ein „Laie“, noch dazu einer, der Christus leugnet), ist für mich auf der Argumentebene chaotisch.
    Auch der Hinweis auf den Widerspruch zu heiliggesprochenen Päpsten berührt mich seltsam, denn Pius X. etwa hätte dem Herrn Weihbischof die Suspension geschickt, wenn er erfahren hätte, dass der sich vom Rabbiner segnen lässt… es gehört also auch allerhand dazu, dass man in der Kirche überhaupt mit dermaßen widersprüchlichen päpstlichen Lehren zu kämpfen hat und allesamt werden die Herren heiliggesprochen… ja, wer sah es nun richtig: der JP II oder der Pius X.?
    Und überhaupt: diese Biker, die anschließend wie gesengte S. auf den Straßen herumsausen und das eigene und fremde Leben gefährden vorher beim Herr Prälaten Imkamp einen Sachsegen erhielten für ihre Blechschüsseln – was wurde da eigentlich gesegnet: die Sünde der Raserei? Oder bloß der Sünder, der damit herumsaust? Nein! Es wurde das Auto oder Bike gesegnet, das so oft missbraucht wird…
    Es tut mir leid, aber da fehlt mir die Gradlinigkeit im Denken.
    Am Ende kommt wieder ein Jesuitenscholar und belehrt mich über das katholische „et..et“, aber da sagen dann eben auch die Progressiven mit Recht: Ja, warum dann nicht auch bei der Homopartnerschaft, man segnet sie, meint aber nicht die Sünde, sondern den Sünder… Wenn es angeblich kein Entweder-Oder geben darf und das „katholisch ist“, warum dann nicht auch hier?

    Das ist alles hoffnungslos verfahren, und die Kirche hat sich mit ihrer unmäßigen und haltlosen Segnerei von allem und jedem selbst das eingebrockt, was nun läuft.

    Normalerweise sollte überhaupt nicht alles extra gesegnet werden, sondern nur Menschen. Bei der Homosegnung wie bei der Autosegnung wird ja nicht eine Person, sondern ein Gegenstand gesegnet. Das sind alte Schamanenpraktiken.
    Man hätte beim Rabbiner lernen können, dass „Segen“ außerhab der persönlichen Segnung natürlich immer nur die des Sünders und nicht irgendwelcher Gegen- oder Zustände, die er „geweiht“ haben will, sein kann.

    Denken wir klar: dass überhaupt eine solche Frage aufkommt, ist Folge dieser verrückten kirchlichen Segnungseskalationen.
    Hinzukommt, dass die Kirche an sich das Ehepaar nicht an sich bzw deren Ehe als Gegenstand segnen kann, sondern nur die beiden Menschen, die sich aber unabhängig vom Priester das Jawort geben. Vor Trient war dieser Segen der Kirche ohnehin nicht relevant oder irgendwie aussagekräftig. Man war auch gültig verheiratet ohne Segen der Kirche…
    Es ist geradezu lachhaft, dass nun auch noch der letzte ehemalige Kirchengegner angekrochen kommt und unter die Fittiche der Hierarchie schlüpfen will.
    Vielleicht will Marx es auch deshalb nicht ausschlagen, denn so hat man auch die Homos total im Sack… und wieder ein Stück Macht gewonnen.

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  6. Dr. Markus Büning sagt:

    Danke lieber Weihbischof Andreas Laun! Was wäre ich froh, wenn ich mich auch mal so bei einem Bischof hier zu Lande bedanken könnte. Gott segne Sie!

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