CDL: Lebensrecht ungeborener Kinder mit Down-Syndrom respektieren

Der stellv. Bundesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL) und ehem. Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe (siehe Foto), erkärt anlässlich des Welt-Down-Syndrom-Tages:

 „Am 21. März findet der Welt-Down-Syndrom-Tag statt, der seit 2012 von den Vereinten Nationen offiziell anerkannt ist. Im Mittelpunkt steht die Verbesserung der gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Down-Syndrom. Trotz vieler Fortschritte und der UN- Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) wird in Deutschland und in vielen anderen Ländern das Lebensrecht dieser Menschen immer mehr in Frage gestellt.

Gab es bereits in der Vergangenheit durch Verfahren wie die Fruchtwasseruntersuchung und Nackenfaltenmessung schon eine engmaschige Fahndung nach ungeborenen Kindern mit Behinderungen, ist nun mit der so genannten Nichtinvasiven Pränataldiagnostik (NIPD) eine neue Dimension entstanden. Dadurch wird der Druck auf schwangere Frauen noch größer, dies Verfahren auch anzuwenden.
Anschließend berichten werdende Eltern nicht selten von einem „selbstverständlichen Rat“ das Kind abzutreiben, wenn bei ihrem Kind Trisomie 21 festgestellt wurde.
 
Die Christdemokraten für das Leben (CDL) lehnen daher Testverfahren zur Feststellung von Behinderungen bei ungeborenen Kindern, die keinen therapeutischen Nutzen haben grundsätzlich ab. Dies gelte insbesondere für die massiv und offensiv angebotenen Testverfahren“Pränatest“ und „Harmonie-Test“. 

Diese Tests sind nach dem geltenden Gendiagnostik-Gesetz verboten, da darin eindeutig geregelt ist, dass vorgeburtliche genetische Untersuchungen nur dann erlaubt sind, wenn sie einem medizinischen Zweck dienen. Eine Therapie während der Schwangerschaft bei Down-Syndrom gibt es allerdings nicht.

Die angebotenen Verfahren dienen in den allermeisten Fällen ausschließlich der Selektion von ungeborenen Kindern mit Down-Syndrom. Die Diagnose ist oft gleichzeitig das Todesurteil. Allerdings ist dabei nicht allein die Pränataldiagnostik das Grundproblem, sondern das Gesetz, das zulässt, dass im Falle einer Behinderung die Tötung ungeborener Kinder sogar bis zur Geburt erlaubt ist. Dass dazu eigentlich eine medizinische Indikation erforderlich ist, das ist in Wirklichkeit kein Hindernis.
 
Weil wir für das Recht auf Leben unabhängig von Gesundheitskriterien eintreten, kritisieren wir insbesondere auch die zur Zeit diskutierte drohende flächendeckende Krankenkassenfinanzierung des „Pränatest“, das ein Selektionsverfahren zur Identifizierung von Ungeborenen mit Down-Sydrom ist.
Es ist besorgniserregend, dass in vielen Bereichen der Pflege, medizinischer Versorgung und Inklusion kein Geld da ist, der gemeinsame Bundesausschuss der Ärzteschaft und Krankenkassen aber überlegen, diesen Test als Screening über die Krankenkassen zu finanzieren.
Kinder mit Down-Syndrom haben bessere Lebenschancen als je zuvor – aber nur noch selten werden sie ihnen gewährt.“
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3 Kommentare on “CDL: Lebensrecht ungeborener Kinder mit Down-Syndrom respektieren”

  1. Markus Michael WOLF sagt:

    Ad 1)
    Das Leben beginnt ab der GEBURT, keineswegs ab der Zeugung, auch „Empfängnis“ genannt.
    Ad 2)
    Abtreibungen sind ein unabdingbares Menschenrecht und niemand kann einer Frau vorschreiben, aus welchem grunde sie abtreibt.
    Ad 3)
    Firma Lifecodexx in Konstanz sollte das Bundesverdienstkreuz sowie den Nobelpreis erhalten.
    Mit dem Pränatest kann man die Behinderung Trisomie 21 ausschalten.
    Ad 4)
    Es ist abwegig, zu behaupten, „Kinder“ mit Trisomie 21 werden vor ihrer Geburt „getötet“.
    Richtig ist, dass verhindert wird, dass aus einem Zellklumpen ein Kind wird; das ist aber was völlig anderes als „töten“.
    Nach dem bekannten richtungsweisenden Urteil Roe vs. Wade des Obersten Gerichtes(Supreme Court) der USA vom 22.01.1973 beginnt das Leben ab der GEBURT,
    folglich kann es keine „vorgeburtliche Tötung“ geben.
    Ad 5)
    Gerade die CDU, vertreten durch die CDL, hat es nötig, den falschen Eindruck zu erwecken, es gäbe „vorgeburtliche Kindstötung“.
    Die CDU hat zusammen mit der FDP anno 1985 den angeblich „fälschungssicheren“ Personalausweis eingeführt und in diesem Personalausweis wird die GEBURT als Beginn des Lebens, des Mensch-Seins terminiert und definiert.
    Die CDU hat mir immer noch nicht meine unzählige Male gestellte Frage beantwortet, warum nicht das Datum der Zeugung in diesem „fälschungssicheren“ Personalausweis vermerkt wurde???

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  2. Vitellia sagt:

    Gerade über Kinder mit einer Behinderung habe ich schon viel Hässliches im Internet (auf den Schreib-Plattformen) gelesen.
    Da heißt es, die Eltern hätten zuvor bei einer Fruchtwasseruntersuchung erfahren können, ob es ein Kind mit Down-Syndrom ist oder eine andere Krankheit/Erbkrankheit hat. Was haben Kinder für ein Leben mit dieser Krankheit? Wer kommt für sie auf, wenn die Eltern das Kind nicht wollen, die Allgemeinheit muss dann bezahlen – und noch mehr solcher Unverschämtheiten!!
    ———-

    Jedes Kind ist wertvoll! Mensch ist Mensch – und nicht aussuchen, wer einem nicht passt.

    Außerdem: Die Eltern lieben ihr Kind auch mit Down-Syndrom (Trisomie 21).
    Das durfte ich als Kind schon erfahren!!

    In unserer Nachbarschaft gab es ein Ehepaar mit zwei Kindern. Wolfgang, der Jüngere, hatte das Down-Syndrom.
    Meine Eltern unterstützten die Mutter:
    Wenn sie in der Stadt etwas erledigen musste, größerer Einkauf oder Zahnarztbesuch, Friseur usw., konnte Wolfgang immer zu uns kommen!

    Ich habe 3 Geschwister. Wir haben im Garten mit Wolfgang gespielt. Oder bei schlechtem Wetter auch in der Wohnung.
    Wenn wir draußen waren und meine Mutter immer wieder am Fenster, um zu schauen, ob alles in Ordnung ist, musste sie meinen beiden Brüder (übrigens, einer heißt auch Wolfgang!) viel öfter ermahnen als je den Wolfgang mit dem Downsyndrom. Der spielte in der Sandkiste und freute sich, wenn er sah, wie wir herumtobten.
    Meine Brüder schubsten aber meine Schwester und mich, zogen uns an den Haaren, störten uns dauern beim Spielen und gaben groß an, dass sie stärker sind. Das haben wir bei Wolfgang nie erlebt, ein braver, lieber Junge.
    Leider ist Wolfgang schon im Alter von 16 1/2 Jahren gestorben! Das war eine große Trauer. Die ganze Nachbarschaft hatte ihn gekannt und alle gingen wir zur Beerdigung. Leider!

    Ich kann nur wiederholen, jedes Kind ist wertvoll!
    Meinen Eltern bin ich dankbar, dass sie uns schon so früh gezeigt haben, auch ein Kind mit Down-Syndrom ist bei uns willkommen und Ihr könnt so oft Ihr wollt, mit ihm spielen.

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    • Markus Michael WOLF sagt:

      @Vitellia

      Guten Tag, Vitellia,

      es ist sehr gut, dass Sie Kinder mit Down-Syndrom als ebenso wertvoll betrachten wie Kinder, welche dieses Syndrom nicht haben.

      Die Realität ist aber wie folgt:

      In 95% der Fälle lassen Frauen die Schwangerschaft unterbrechen, wenn sie erfahren, dass das Schwangerschaftsgewebe mit Trisomie 21 behaftet ist.

      Wenn SIE Abgeordnete des Deutschen Bundestages wären, würden Sie den Pränatest, wie er insbesondere von Firma Lifecodexx in Konstanz entwickelt wurde, verbieten, ja oder nein?

      Ich danke Ihnen im voraus für die Antwort.

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